3. Kapitel.

Organisation der Schutztruppe.

Hermann Wißmann, sein Leben und seine Bedeutung. -- Soldatenmaterial

für die Schutztruppe. -- Vorläufiger Bestand an Europäern. --

Beschaffung einer Kommissariatsflotte. -- Anwerbung der Sudanesen

in Egypten. -- Transport der Truppen nach Sansibar. -- Anwerbung

von Zulus. -- Die Askaris an der Küste. -- Vorarbeiten in Sansibar.

-- Regelung des Verhältnisses zwischen Reichskommissar und der

Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. -- Rekognoszierungsfahrt

Wißmanns. -- Zustand der beiden Stationen Bagamoyo und Daressalam. --

Erster Waffen- und Munitionstransport. -- Waffenstillstand zwischen

Admiral Deinhard und den Rebellen. -- Bruch des Waffenstillstandes

durch Buschiri. -- Ankunft der Sudanesen. -- Vorhandenes

Europäer-Material. -- Verteilung desselben auf die Stationen Bagamoyo

und Daressalam.

Hermann Wißmann wurde am 4. September 1853 als Sohn des

Regierungsassessor Hermann Ludwig Wißmann und seiner Ehefrau Elise,

geb. Schach von Wittenau zu Frankfurt a. O. geboren. Seine erste

Schulbildung erhielt Wißmann auf der Bürgerschule in Langensalza. Dann

trat er in die Realschule zu Erfurt und ein Jahr später in das dortige

Gymnasium ein. 1867 wurde Wißmanns Vater als Regierungsrat von Erfurt

nach Kiel versetzt und so ein abermaliger Schulwechsel des Knaben

nötig. Bereits 1868 siedelte die Familie nach Neu-Ruppin über. Hier

starb 1869 der Vater. 1870 trat der Sohn in die Prima des Kadettenkorps

zu Berlin ein und legte hier Ostern 1873 in glänzender Weise sein

Fähnrichsexamen ab, worauf er in das zu Rostock garnisonierende

Mecklenburgische Füsilier-Regiment Nr. 90 eingestellt wurde. Nach

einem längeren Besuch der Kriegsschule in Anklam machte er dort

sein Offiziers-Examen und ging dann wieder nach Rostock, um seine

militärische Laufbahn weiter zu verfolgen.

Hier lernte er den schon damals berühmten Afrikareisenden Pogge

kennen, welcher einen entscheidenden Einfluß auf ihn auszuüben

bestimmt war. Es war bereits die Absicht des Knaben gewesen, sich

den Naturwissenschaften zu widmen, ein Wunsch, der ihm nicht erfüllt

werden konnte. Im Verkehr mit Pogge lebte die alte Neigung wieder

auf und gewann bald eine so feste Gestalt, daß der Entschluß in ihm

reifte, sich Pogge bei der ersten Gelegenheit zu einer größeren Reise

anzuschließen. Diese Gelegenheit bot sich im Jahr 1879.

Die Afrikanische Gesellschaft in Berlin erteilte Pogge den Auftrag,

abermals nach dem von ihm früher schon besuchten Lundareiche in

Westafrika zu gehen und dort eine Station zu gründen. Wißmann

wandte sich auf Anraten Pogges an den Vorsitzenden der Deutschen

Afrika-Gesellschaft Dr. Nachtigall und wurde zu seiner größten Freude

als Geograph angenommen. Die Militärbehörde erteilte ihm Urlaub, den

er zunächst zu einer längeren wissenschaftlichen Vorbereitung an der

Seemannsschule zu Rostock benutzte.

Dann verließ er mit Pogge am 19. November 1880 den Hafen von Hamburg,

um sich nach Westafrika zu begeben. Der entscheidende Schritt zu

Wißmanns Ruhm war hiermit gethan; denn aus der Ursprünglich geplanten

Expedition nach dem Lunda-Reiche wurde jene erste von Wißmann allein

ausgeführte Durchquerung Afrikas, die erste Durchquerung seitens eines

Deutschen, die erste Durchquerung von West nach Ost überhaupt.

Mitte November 1882 erreichte Wißmann bei Sadani die Küste und war

dort -- eine eigentümliche Fügung! -- der Gast Bana Heris, desjenigen

Mannes, den er später als den Hauptfeind der Deutschen in Ostafrika zu

bekämpfen haben sollte. -- Im April 1883 traf Wißmann wieder in Berlin

ein, sein Ruf als Afrikaforscher war voll und ganz begründet. Unter

den schwierigsten Verhältnissen mit einer kaum nennenswerten Geldsumme

(30000 Mark) war die Durchquerung des schwarzen Erdteils auf einem

bisher nie betretenen Wege durch gänzlich unbekannte Gebiete hindurch

ohne jede Feindseligkeit mit Eingeborenen vollendet, der Wissenschaft

ein ungeheurer Dienst geleistet worden. Der Name Wißmanns war in aller

Munde.

Durch diesen außerordentlichen Erfolg war der König der Belgier auf den

kühnen Forscher aufmerksam geworden und machte ihm sogleich nach seiner

Ankunft das Anerbieten, in seinem Privatdienst das Congobecken zu

durchforschen. Schon am 16. November 1883, also nach kaum halbjährigem

Aufenthalt in der Heimat, schiffte sich Wißmann wiederum nach Afrika

ein in Begleitung des sächsischen Stabsarztes Dr. Wolf und der

preußischen Offiziere Hans und Franz Müller und v. François.

Die praktischen Ergebnisse dieser zweiten Expedition waren die

Festlegung des Stromlaufes des Kassai, die Entdeckung seines

Nebenflusses Sankurru, welcher bisher als selbständiger Nebenstrom des

Congo aufgefaßt wurde, endlich der Mündung des Kassai in den Congo an

einer Stelle, wo der Kassai bisher als Kwa-Fluß galt. Am 9. Juli 1885

erreichte Wißmann die Station an der Mündung des Kassai in den Congo.

Er erblickte hier zum erstenmale die Flagge des Congostaates, welcher

während der Dauer seiner Reise entstanden war.

Eine in der letzten Zeit aufgetretene Verschlimmerung seiner

asthmatischen Beschwerden machte nach dieser erfolgreichen Reise einen

Aufenthalt in Madeira notwendig, aber nach kaum 2 Monaten brach der

unermüdliche Forscher abermals im Auftrag des Königs der Belgier nach

Afrika auf. Er sollte im Dienste des Congostaates im Baluba-Lande

eine Stütze schaffen zu den weiteren Unternehmungen im Süden des

Congostaates und dann von dort aus nach Südosten und Nordosten

eventuell bis zu den östlichen Grenzen den eingeborenen Stämmen ihr

neues politisches Verhältnis bekannt machen. Er sollte ferner dem Gang

der Sklavenjagden und des Sklavenhandels nachforschen und ihm nach

Möglichkeit entgegenarbeiten.

Die eigentliche Aufgabe, welche Wißmann im ersten Teil seiner

Instruktion gestellt war, konnte auf dieser Reise nicht zur Ausführung

kommen; und zwar waren es gerade die Sklavenjagden der Araber und das

weite Vordringen derselben bis in den Congostaat hinein, welche die

Lösung dieser Aufgabe verhinderten. An der Stelle früher blühender

Landschaften fand er vollkommene Wüsten. Ganze Völkerstämme zeigten

sich vernichtet; die Stimmung der Araber war dem neuentstandenen

Congostaat durchaus feindlich, ja, kurz zuvor war eine der Stationen

des Staates (Stanley-Falls-Station) durch die Araber erstürmt und

vernichtet worden.

Wißmann selbst geriet in Nyangwe, der westlichsten Araberstadt in so

große Gefahr, daß an ein Weiterdringen im Congostaat selbst gar nicht

gedacht werden konnte, und nur der Ausweg nach Osten übrig blieb.

So wurde aus der geplanten Expedition die zweite Durchquerung des

schwarzen Kontinents und zwar auf dem Wasserwege des Tanganjika, von

dort zum Nyassa, Schire, Zambesi und Kwakwa nach Quilimane. Von hohem

Interesse ist das Urteil, welches Wißmann bei dieser Durchquerung über

das Arabertum fällt, -- von besonderem Interesse, weil er berufen sein

sollte, schon bald darauf gegen die Araberwirtschaft anzukämpfen.

»Die Schuld des Urhebertums dieser Greuel,« sagt Wißmann in seiner

»Zweiten Durchquerung[1]«, »trifft ohne jede Frage den Araber, denn

nur durch seine Initiative war es möglich, immer weiter vorzudringen,

immer weiter zu unterjochen, zu entvölkern, und daher muß, wenn man an

Abhilfe denkt, wenn man den armen, wehrlosen Eingeborenen nachhaltig

schützen will, das Arabertum in diesen Ländern ausgerottet werden mit

Stumpf und Stiel, bevor es eine Macht erreicht, der wir Europäer des

feindlichen Klimas und der Entfernung wegen nicht mehr gewachsen sind,

wie dies im Süden der Fall war. Es war hohe Zeit, daß bald nach den

bösen Tagen, über die ich hier berichte, schärfer vorgegangen wurde

gegen die afrikanische Pest, und mir speziell gewährte es eine hohe

Genugthuung, daß ich berufen war, beim Niederschlagen des Aufstandes

der Araber in Ostafrika an der Küste, von der aus die Hauptanregung zu

den beschriebenen Greueln ausgeht, den empfindlichsten Schlag zu

führen.

Wenn auch die Flotten Englands und Deutschlands den Export der meist

aus diesen Gegenden des zentralen Afrikas verschleppten Sklaven

verringern, so schneidet doch erst die Besetzung der Küstenplätze und

der großen Handelsstraßen dem Sklavenhandel und damit der Sklavenjagd

die Zukunft ab. Jetzt, wo ich dies niederschreibe, ist vieles schon

geschehen, jedoch noch sind die Operationsbasen der Sklavenhändler im

Innern Tabora, Udjidji und Nyangwe Absatzgebiete für Sklaven. Noch

lebt Tibbu-Tip, wüten Muini Muharra und andre Sklavenjäger Verderben

bringend gegen die ihnen wehrlos gegenüberstehenden, nur mit Speer und

Bogen bewaffneten Eingeborenen. Noch ist viel zu thun übrig zum Schutze

der Freiheit und des Lebens von Millionen harmloser Kreaturen; noch

ist es möglich, daß vom Sudan der Araber südlich vom Äquator verstärkt

wird. Aber Deutschland ist doch schon gerüstet zu weiterem Schutz,

schon bereit, einer von Norden drohenden Vermehrung der Gefahr Halt zu

gebieten, und ich hoffe, daß, ehe noch dieser Ausdruck meiner tiefsten

Empörung dem Leser vorliegt, ich schon wieder die Arbeit aufgenommen

habe, deren Endzweck, die Befreiung des äquatorialen Afrikas von der

Pest des Arabertums, mein Lebensziel geworden ist.« Freilich muß

zu diesem Urteil bemerkt werden, daß die wirksamste Bekämpfung der

arabischen Unthaten nur allmählich vor sich geht, daß man in vieler

Beziehung bei der Kolonisierung Afrikas mit den Arabern im guten

auszukommen suchen muß, wie dies gerade Wißmann gezeigt hat.

Die wissenschaftlichen Vorarbeiten und Erfolge Wißmanns, seine genaue

Kenntniß der Araber, jener Gegner aller europäischen Kultur, seine in

drei außerordentlich großartigen Expeditionen bewiesene Fähigkeit, die

Eingeborenen richtig zu behandeln und doch seinem Willen dienstbar

zu machen -- das waren die Momente, welche Hermann Wißmann vor

allen anderen zur Stellung des Reichskommissars befähigten. Ganz

besonders aber müssen hier noch die Eigenschaften seines Charakters

hinzugerechnet werden. Beispiellose Energie, persönliche Nichtachtung

jeder Gefahr, wo es gilt, ein ideales Ziel zu erreichen; die seltene

Fähigkeit, in jedem seiner Untergebenen die Individualität zu erkennen

und völlig frei schalten zu lassen; rücksichtslose Strenge im Dienst;

geistvolle Anregung im zwanglosen, außerdienstlichen Verkehr -- alles

das sind Eigenschaften, welche jeder Wißmannsche Offizier und jeder

Beamte des Kommissariats dem allseitig verehrten Kommandanten immer

nachrühmen wird, und welche ihm ein bleibendes Denkmal in aller Herzen

sichern.

Im Sommer des Jahres 1888 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde Wißmann

von dem deutschen Emin Pascha-Entsatz-Komitee mit +Dr.+ Peters zur

Führung der Emin Pascha-Expedition ausersehen. Alle Vorbereitungen

für die Expedition waren getroffen, das gesamte tote Material

angeschafft -- da erhielt Wißmann die Berufung zum Reichskommissar

und vertrat bereits in den Verhandlungen des Reichstages über den

Antisklaverei-Antrag als Bundeskommissar die von der Regierung

vorgeschlagenen Maßnahmen. Die größte Eile war geboten; denn die

Nachrichten aus Ostafrika lauteten von Tag zu Tag ungünstiger. Nach dem

von der Regierung gebilligten Plane Wißmanns sollte die Niederwerfung

des Aufstandes durch eine aus Negern bestehende Schutztruppe unter

Führung deutscher Offiziere und Unteroffiziere geschehen. Als

brauchbarstes Material brachte Wißmann die Sudanesen in Vorschlag,

welche er bereits früher, besonders aber im letzten Winter, als er

sich abermals im Auftrag des Königs der Belgier in Egypten aufhielt,

kennen und schätzen gelernt hatte. Der vorläufige Stamm an Europäern

bestand aus 21 deutschen Offizieren, Ärzten und Beamten und 40

Unteroffizieren. Der Lage der Sache nach mußte das gesamte deutsche

Personal, so weit es der Armee angehörte, aus derselben ausscheiden

und trat in den persönlichen Dienst des Reichskommissars. In rastloser

Thätigkeit wurden im Zeitraum von etwa vier Wochen alle Vorbereitungen

in Deutschland selbst getroffen, die Anschaffung von Kriegsmaterial

und Ausrüstungsgegenständen beendet; und bereits im Februar reiste der

Reichskommissar, begleitet von Lieutenant Theremin, von Berlin ab,

während hier sein Stellvertreter, Frhr. v. Gravenreuth, die noch weiter

zu erledigenden Geschäfte in die Hand nahm.

Für den notwendigen Verbindungsdienst zwischen der Küste und Sansibar

selbst und für die voraussichtlich häufigen Truppentransporte zwischen

den einzelnen Küstenplätzen wünschte der Reichskommissar einen

Dampferdienst einzurichten. Da derselbe naturgemäß von der Marine bei

ihrer ohnehin großen Aufgabe nicht geleistet werden konnte, sollten

in Deutschland vier kleine Dampfer zu diesem Zweck angeschafft werden.

Gleichzeitig sollten dieselben dazu dienen, die Flüsse, wenigstens

den Kingani und Pangani, im Notfall aufwärts zu gehen und mit

Revolvergeschützen die Ufer zu säubern, eventl. auch bei der Landung an

der Flachküste von Bagamoyo durch ihre Armierung Dienste thun.

Das Reichskommissariat, welches ja mit der Marine in keiner direkten

Verbindung stand, sollte auch nach dieser Richtung hin unabhängig

gestaltet werden. Es wurden zu diesem Zweck 4 Dampfer in Deutschland

angekauft, nämlich die Harmonie, etwa 200 Tonnen groß; München ca. 80

Tonnen; Vesuv 60; Max 50. Die drei letztgenannten Dampfer hatten in

Deutschland als Schleppdampfer gedient; die Harmonie war in der Fahrt

zwischen Köln und London beschäftigt gewesen. Leider stellte sich das

gesamte Material als, gelinde ausgedrückt, wenig brauchbar heraus.

Die Harmonie war der einzige Dampfer, welcher eine größere Anzahl von

Menschen aufzunehmen vermochte; sie hatte aber nur einen Tiefgang von 5

Fuß und erwies sich gleich von vornherein als seeuntüchtig, Vesuv und

Max konnten jeder im allerhöchsten Falle etwa 60 Menschen aufnehmen,

welche dann aber dicht gedrängt an einander stehen mußten. Die München,

zweifellos das seetüchtigste Fahrzeug, nahm im äußersten Fall etwa 80

bis 100 Mann auf, hatte aber einen zu großen Tiefgang (7 Fuß), um nahe

an die Küste heran oder weit in den Flüssen aufwärts kommen zu können.

Außerdem hatte sie nur 7 Zoll Bord und eine Verschanzung von 2 Fuß

Höhe, so daß beim geringsten Seegang das Deck fortwährend überspült

wurde.

Es darf als eine ganz außerordentliche Leistung deutscher seemännischer

Tüchtigkeit betrachtet werden, daß diese 4 Dampfer den ungemein

schwierigen Weg von Hamburg bis Sansibar selbständig und ohne alle

fremde Hilfe zurücklegten. Ohne hier auf Einzelheiten eingehen zu

wollen, muß doch gesagt werden, daß die ganze Reise nach Ostafrika eine

fortdauernde Lebensgefahr der gesamten Bemannung bildete. -- Später

hat die Harmonie ihrer Untüchtigkeit wegen häufig müßig auf der Rhede

von Sansibar gelegen; die drei kleineren Dampfer, mit Revolverkanonen

ausgerüstet, haben ausreichende Dienste geleistet.

Um die Wege für die Anwerbung der Sudanesen zu ebnen und besonders

etwa entgegenstehende religiöse Bedenken aus dem Wege zu räumen, waren

vom Auswärtigen Amt zu Berlin vorher Verhandlungen mit der egyptischen

Regierung gepflogen und deren Genehmigung erwirkt worden. Bei dem

anzuwerbenden Material wurde in erster Linie auf die alten Soldaten

aus den sudanesischen Regimentern, die den Feldzug gegen den Mahdi

mitgemacht hatten, zurückgegriffen. Es waren dies Leute, denen durch

die unglücklichen Kämpfe gegen den Mahdi die Rückkehr in ihre Heimat

abgeschnitten war und welche nach Auflösung ihrer Regimenter eine

Verwendung im egyptischen Kriegsdienst nicht mehr gefunden hatten.

Diese Leute, deren Soldforderungen zum Teil von der ägyptischen

Regierung nicht befriedigt wurden, die außerdem arbeits- und erwerbslos

in Egypten herumlungerten, strömten voller Freuden nach Kairo herbei,

als von Wißmann die Werbetrommel gerührt wurde. Außerordentlich kam

hierbei die Unterstützung des englischen, in egyptischem Dienst

stehenden Obersten Scheffer zu statten, dessen Kenntnis der Sudanesen

das Engagement ungemein erleichterte und beschleunigte. Daß neben

vielen durchaus kriegsbrauchbaren und gut disziplinierten Soldaten

auch einige verworfene Subjekte, welche wegen Aufsessigkeit und

allerlei Uebelthaten aus der egyptischen Armee entlassen worden waren,

mit unterliefen, ist bei der beim Engagement notwendig gewesenen

Eile begreiflich. Dennoch war die Zahl der schlechten Leute nicht so

bedeutend, daß die Qualität der Truppe im ganzen dadurch beeinträchtigt

wurde.

Die Heimat der Sudanesen ist Nubien, Sennar, Kordofan, das Land

der Schillucks und der Dinka-Stämme, zum Teil sogar sind es die

Äquatorial-Provinzen, alles Länder, deren Söhne ihrem Beruf nach von

Jugend auf Soldaten sind. Eine beim Engagement sowohl von Egypten

wie von den Leuten selbst gestellte Bedingung war, daß die zu den

einzelnen Truppenverbänden gehörigen Chargen des Offiziers- und des

Unteroffizierstandes mit übernommen würden, und daß ebenso den Leuten

Gelegenheit geboten würde, ihre Frauen und Familien mitzunehmen.

Die meisten Leute weigerten sich entschieden, ohne ihre Familie die

Reise anzutreten. Der Sold, welcher ausbedungen und bewilligt wurde,

war höher, als er in der egyptischen Armee üblich war, und selbst

für unsere Begriffe ziemlich bedeutend. Er betrug für den gemeinen

Soldaten monatlich 45 Mark, außerdem freie Verpflegung (Naturalien

oder 25 Pf. täglich); die farbigen Unteroffiziere erhielten 8-20 Mark

mehr im Monat und von den farbigen Offizieren die Lieutenants circa

160 Mark, Hauptleute bis über 300 Mark. Ein Feilschen um die Höhe des

Soldes erschien gerade bei den Chargen unmöglich, denn Offiziere und

Unterchargen waren, soweit sie sich überhaupt als brauchbar erwiesen

und nicht, wie es bei manchen der Fall war, wegen Unzuverlässigkeit,

Faulheit oder gar Aufsessigkeit in der allerersten Zeit schon aus

der Truppe entfernt werden mußten, uns durchaus unentbehrlich als

Bindeglied zwischen der farbigen Truppe und den deutschen im Anfang den

Soldaten noch recht fremd gegenüberstehenden Offizieren.

Man möge sich vergegenwärtigen, daß die von Wißmann aus Deutschland

mitgenommenen Offiziere und Unteroffiziere in den meisten Fällen

direkt aus dem Garnisondienst heraus kamen und kaum je vom Ausland

etwas gesehen hatten, geschweige denn befähigt waren, ohne weiteres

den Eigentümlichkeiten ihrer neuen Truppe entsprechend dieselbe

zu verwerten. Bei der ungemeinen Eile, mit welcher die erste

Ausbildung der Truppe ausgeführt werden mußte, konnte gar nicht

anders verfahren werden, als daß man die wesentlichsten Teile des

deutschen Exerzier-Reglements (für den Gefechtsdienst besonders) den

schwarzen Truppen ohne weiteres eintrichterte. Wenn dabei ihr früherer

egyptischer Militärdienst sich auch einigermaßen verwerten ließ und

den Truppen wenigstens allgemeine Begriffe von Disziplin innewohnten,

so war doch die Vermittlung der schwarzen Offiziere und Unteroffiziere

bei diesem Eindrillen gar nicht zu entbehren und für das schnellere

Verständnis der Soldaten ungleich wichtiger als das bloße Kommando.

Es mußten im Anfang von den farbigen Offizieren die betreffenden

ägyptischen Kommandos abgegeben werden, während später durchgehends das

deutsche Kommando eingeführt wurde.

Die Zahl der angeworbenen Sudanesen betrug 600 Mann. Es erschien

geboten, die Leute nach der Anwerbung gar nicht erst zur Besinnung

kommen zu lassen, damit nicht weitläufige Erwägungen Platz greifen

konnten, sondern sie möglichst schnell ihrem Bestimmungsort zuzuführen.

Sobald je 100 Mann angeworben waren, wurden dieselben mit Familie und

Gepäck nach Suez verladen, dort an Bord eines Dampfers gebracht und

nach Aden befördert, wo sie unter dem Kommando des Chefs Theremin

vereinigt wurden. Als Offiziere waren für diesen Transport unter dem

Kommando Theremins die Herren Premier-Lieutenant Böhlau, Lieutenant

Sulzer und von Behr nach Egypten von Berlin telegraphisch berufen

worden. Von Aden wurden die angeworbenen Soldaten durch 2 Dampfer

nach Bagamoyo übergeführt, auch ca. 50 Somalis, welche als Boots- und

Schiffsmannschaften in Ostafrika Verwendung fanden.

Ein zweiter farbiger Volksstamm, auf welchen bei unserer Anwerbung

zurückgegriffen wurde, waren die Zulus. Nach Verhandlungen mit der

portugiesischen Regierung wurde Lieutenant Ramsay nach Mozambique

geschickt. Nachdem er sich mit dem dortigen Gouverneur ins Einvernehmen

gesetzt hatte, reiste er nach Inhambane und warb dort zunächst

100 Mann aus den in Ostafrika als besonders kriegerisch bekannten

Wangoni-Stämmen an. Waren auch die Zulus keine Berufssoldaten, so

bildeten sie doch ein gutes Soldatenmaterial, das beste jedenfalls, was

im östlichen Afrika zu haben war; -- haben sie doch im Kriege gegen die

Engländer ihre militärischen Eigenschaften vollauf bewiesen. --

Man beschränkte sich zunächst auf diese 100 Mann, weil die Anwerbungen

sonst zu lange Zeit in Anspruch genommen hätten und die Zulus schon bei

der ersten Aktion des Reichskommissars an Ort und Stelle sein sollten;

später ist die Zahl derselben durch weitere Anwerbung auf 350 ergänzt

worden.

In der Zahl der farbigen Kämpfer, die bei den ersten Aktionen zur

Verfügung standen, sind die Askaris nicht zu vergessen, welche meist

aus den Stämmen des innern Ostafrikas (besonders den Waniamuesi und

Manjema) und nur zum sehr geringen Teil aus der Küstenbevölkerung

hervorgingen. Einige von ihnen hatten schon in Bagamoyo und Daressalam

unter den Beamten der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft gegen die

Rebellenscharen an der Küste gekämpft und hatten dadurch, daß sie in

jener schlechten Zeit bei der Gesellschaft ausharrten -- die meisten

hatten es freilich, als die Sache für uns Deutsche kritisch wurde,

vorgezogen, ihren Dienst zu verlassen -- militärische Eigenschaften

und vor allem Treue bewiesen. In der Heranbildung jener Leute finden

wir übrigens den einzigen Versuch, den die Deutsch-Ostafrikanische

Gesellschaft in den letzten Monaten gemacht hatte, sich eine kleine

Macht zu schaffen. Es sind diese Leute immer schlechthin unter dem

Namen Askaris (eigentlich = Soldaten) zusammengefaßt worden; im

Folgenden sind daher unter Askaris auch immer nur die aus unsern

Küsten- und Hinterlandsstämmen hervorgegangenen Söldner zu verstehen.

Die ersten Vorarbeiten in Ostafrika wurden durch die vom

Reichskommissar vorausgesandten Beamten getroffen, und zwar in Sansibar

durch Herrn Eugen Wolf, der früher in Westafrika thätig gewesen, und

auf dem Festlande vom Verfasser. Von ihnen hatte der erstere die

kaufmännischen und der letztere, dem Lieutenant Blümcke beigegeben war,

die notwendigsten militärischen Vorbereitungsmaßregeln zu treffen zur

Unterbringung der Truppen am Festland.

Wißmann selbst kam am 31. März, begleitet von seinem Adjutanten

+Dr.+ Bumiller in Sansibar an. Nachdem er dort in feierlicher

Audienz vom Sultan empfangen worden war, fuhr er an Bord des

Flaggschiffes des deutschen Geschwaders nach dem Festland, um gemeinsam

mit dem Geschwaderchef, Herrn Admiral Deinhard, die Küstenplätze

Daressalam, Bagamoyo, Pangani und Tanga zu besuchen, den Befehl an der

Küste zu übernehmen und mit der Marine und der Deutsch-Ostafrikanischen

Gesellschaft alle nötigen Maßregeln zu vereinbaren.

Die Stationen Bagamoyo und Daressalam wurden von Seiten des

Vertreters der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, des Herrn v.

Saint-Paul-Illaire dem Reichskommissar unter dem 28. April 1889

übergeben und an diesem Tage folgendes Abkommen zwischen dem Kommissar

und der Gesellschaftsvertretung getroffen:

»Vom heutigen Tage geht auf den Reichskommissar über:

1. das Oberkommando über die militärischen Machtmittel der Station

sowie auch alle militärischen Maßnahmen und Operationen;

2. die Leitung und Anordnung der zur Verteidigung der Stationsgebäude

erforderlichen Bauten und sonstigen Einrichtungen;

3. die Oberleitung der Civilverwaltung, abgesehen von der

Zollverwaltung.«

Außerdem wurden Abmachungen wegen Übernahme einzelner Beamten aus dem

Dienst der Gesellschaft in den Wißmannschen Dienst, ebenso über Abgabe

von Waffen und Inventar getroffen.

Bei der Inspizierungs- und Rekognoszierungstour fand der

Reichskommissar die Befestigungsarbeiten in Bagamoyo Dank der

bereits früher erwähnten, eifrigen Thätigkeit der Herren v. Zelewski

und v. Eberstein weit vorgeschritten. In Daressalam indes, wo der

Bezirkschef der Gesellschaft, v. Bülow gemeinsam mit dem Verfasser

nach dessen Ankunft diese Arbeiten erst in letzter Zeit begonnen

hatte, waren dieselben noch weit zurück. Wißmann ordnete nun die

Art der Weiterführung der Befestigungs- und Bauarbeiten persönlich

an, und nach seiner Anweisung wurden die beiden Stationen in

den nächsten Monaten vollkommen ausgebaut, befestigt und durch

Umwallungen mit Schützenauftritt und Bastionen zur Infanterie- und

Artillerieverteidigung eingerichtet.

In Daressalam war Anfang März bereits der erste Waffen- und

Munitionstransport vom Bord des Norddeutschen Lloyddampfers »Schwan«,

der für denselben gechartert war, gelöscht und in den Magazinen

der Deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft untergebracht worden.

Der Transport bestand aus 12 leichten Feldgeschützen C/73, sechs

Revolverkanonen, 900 Mausergewehren (Jägerbüchsen und Karabinern),

Infanterie-Seitengewehren, großem und kleinem Schanzzeug, der

entsprechenden Artillerie- und Infanteriemunition, Schießwollpatronen

und Proviant, der noch durch Einkäufe in Sansibar vervollständigt

wurde. Die Vorräte an Waffen, Munition und Proviant wurden in einer der

späteren Dislokation der Truppen entsprechenden Weise auf Bagamoyo

und Daressalam verteilt in der Art, daß das Hauptdepot in Daressalam

verblieb.

Da bei der Ankunft des Reichskommissars die Truppen noch nicht zur

Stelle waren, benutzte er die ihm zur Verfügung stehende Zeit, die mit

der Ankunft der Soldaten eintretende Organisation vorzubereiten und,

wie erwähnt, eine Rekognoszierungstour vorzunehmen.

Als auf dieser die »Leipzig« vor dem Panganifluß lag und eine

Dampfpinasse ausgesetzt wurde, um die Befestigungen der Rebellen in

größerer Nähe betrachten zu können, wurden von den an der Einfahrt

in den Fluß versammelten Rebellenscharen Schüsse auf die Pinasse

abgegeben; man fand die Gegner, welche starke Befestigungen vor der

Stadt und am Flusse angelegt hatten, vollkommen gefechtsbereit. Ebenso

wurden im Hafen von Tanga Bewaffnete gesehen, desgleichen in dem mit

einer Pallisadierung befestigten Sadani.

Der Admiral hatte nach dem letzten Angriff Buschiris auf Bagamoyo mit

dem Rebellenführer einen Waffenstillstand geschlossen, um mit dem

Reichskommissar diesen Waffenstillstand in einen definitiven Frieden

umzuwandeln. Wenigstens sei dies, so äußerte sich Deinhard, wenn ihm

das weitere Kommando an Land belassen worden wäre, seine Absicht

gewesen. Die von Buschiri gestellten Bedingungen waren jedoch derart,

daß ein Eingehen auf dieselben nach den vielen während des Aufstandes

erlittenen Demütigungen und dem vielfach nicht nur nach europäischen,

sondern grade nach orientalischen Begriffen recht wenig imponierenden

Auftreten unsrer maßgebenden ostafrikanischen Organe, wie Wißmann

sich im Bericht an den Reichskanzler ausdrückte, einfach »lächerlich«

gewesen wäre.

In der That ist es unbegreiflich, wie man überhaupt ernstlich an

eine Umwandlung jenes abgeschlossenen Waffenstillstandes in einen

definitiven Frieden hatte denken können; die Folge wäre lediglich

gewesen, daß man nach kürzester Frist sich auf dem alten Fleck befunden

hätte.

Allerdings hatte sich Wißmann veranlaßt gesehen, den Waffenstillstand

vorläufig auch seinerseits anzuerkennen, da er wegen der noch nicht

erfolgten Ankunft der neuangeworbenen Truppen hierzu genötigt war.

Außerdem wurde ein sofortiges Einschreiten gegen die Aufständischen

noch durch den Umstand verhindert, daß zwei englische Missionare aus

Mamboia, welche aus dem Innern nach der Küste zurückkehrten, in der

Nähe derselben in die Gewalt Buschiris geraten waren und von ihm

gefangen gehalten wurden. Allerdings wurden sie anständig behandelt,

sollten aber nur gegen ein hohes Lösegeld herausgegeben werden. Die

wegen des Lösegeldes und der Auslieferung der Missionare gepflogenen

Verhandlungen führten zu einem befriedigenden Resultat, so daß die

Missionare nach mehrtägiger Gefangenschaft in Freiheit gesetzt wurden.

Einsicht in die Befestigungen und die wirkliche Lage des Buschirischen

Lagers brachten sie allerdings nicht mit, da sie durch strengste

Ueberwachung an genauerer Umschau verhindert waren.

Als nun Buschiri nach Auslieferung der Missionare das 3/4 Stunden

südlich von Bagamoyo gelegene Dorf Kaule überfiel, ausplünderte und

völlig zerstörte, -- und als er sogar gegen einen im deutschen Dienst

befindlichen schwarzen Handwerker, der in seine Gewalt gefallen war,

einen Akt der empörendsten Brutalität verübte, da konnte Wißmann den

Waffenstillstand als von Buschiri gebrochen ansehen.

Der Maurer Dunia nämlich hatte eines Tages nach empfangenem Lohn in der

Absicht, sich seinem Arbeitsdienst zu entziehen, die Station Bagamoyo

verlassen und sich zu Buschiris Leuten begeben, von welchen er zu dem

Rebellenführer gebracht wurde, mit der Anschuldigung, daß er als Maurer

für die Deutschen gearbeitet und so zur Befestigung ihrer Station

beigetragen habe. Buschiri ließ ihm seine beiden Hände abhacken und

schickte ihn nach der Station zurück mit dem Bedeuten, er solle nun

weiter für die Deutschen arbeiten, Wißmann Grüße ausrichten und ihm

bestellen, daß nächstens mit allen Deutschen ebenso verfahren würde.

Der Mann kam thatsächlich lebend in Bagamoyo an. Er hatte sofort nach

der Verstümmelung die beiden Armstümpfe fest in die Hüften gestemmt

und war über Stock und Stein nach der Station gerannt. Hier wurde ihm

sofort ein Notverband angelegt, dann kam er in die Behandlung eines

Marinearztes, und dessen Pflege, sowie die unglaubliche, allen Negern

eigene Zähigkeit und gute Heilnatur ließen ihn genesen.

Es ist von Seiten des Reichskommissariats dann in der ausgiebigsten

Weise für jenes arme Opfer der Wut Buschiris gesorgt worden; allerdings

ohne Erfolg, denn Dunia ist im Gegenteil einer der größten Halunken

geworden.

Am 29. April traf der Dampfer »Somali« mit dem größten Teil der

angeworbenen Sudanesen in Bagamoyo ein, und nun ging es nach dem

Ausschiffen dieser Leute an die Bewaffnung und Unterbringung der

Soldaten. Das letztere war in Bagamoyo nicht schwierig, denn dort

befanden sich eine Anzahl gut erhaltener oder leicht zu reparierender

Steinhäuser. 60 von den angekommenen Soldaten wurden nach Daressalam

gesandt. Mit der Ankunft dieser Truppen wurde das den beiden

Stationen bis in die letzte Zeit noch verbliebene Marine-Detachement

zurückgezogen.

Die in Daressalam stationierte Kreuzerkorvette Carola verließ aus

Gesundheitsrücksichten den dortigen Hafen, um an der äußeren Rhede vor

Anker zu gehen.

Am 4. Mai kamen mit der »Martha« die übrigen angeworbenen Sudanesen und

das europäische Offizier- und Unteroffizier-Personal in Bagamoyo an. Am

6. Mai trafen auch die Zulus unter Lieutenant Ramsay vom Süden ein. Es

stand nun dem Reichskommissar, welcher seiner Schutztruppe gegenüber

den Titel Kommandant führte, nach Eintreffen des gesamten Personals

und nach Übernahme einzelner Herren von der Deutsch-Ostafrikanischen

Gesellschaft folgendes Europäer-Personal zur Verfügung:

~Chefs der Schutztruppe~: Frhr. v. Gravenreuth, +Dr+.

Schmidt (Schmidt I), v. Zelewski, Krenzler, Frhr. v. Eberstein,

Rochus Schmidt (Schmidt II), Richelmann, Theremin, (Leue trat

später hinzu).

~Lieutenants der Schutztruppe~: v. Bülow (später hinzugetreten

nach erfolgter Rückkehr aus Europa), Ramsay, Böhlau, End, Sulzer,

Johannes, Merker, v. Behr, +Dr+. Bumiller, v. Perbandt, v. Medem,

Radatz.

~Ärzte der Schutztruppe~: Stabsarzt +Dr+. Schmelzkopf als

Chefarzt und Assistents-Arzt erster Klasse +Dr+. Kohlstock.

~Beamte~: +a+) im Chefrang: Eugen Wolf (als kaufmännischer

Beirat); +b+) im Lieut.-Rang: Lieut. a. D. Blümcke und

Zahlmeister Merkel.

~Deckoffiziere~: Bohndorf, Rabe, Illich, Tschepe, Grothe, Jancke,

de la Frémoire.

~Kapitäne der Flottille~: Holz (bis August 1889), Hansen (vom

August 1889 ab), Graf Pfeil, Tomaschewski, Prager, Römer.

Außerdem stand für seemännische Zwecke der Lieut. zur See der Reserve

v. Sivers zur Verfügung. Von den genannten Personen hatten folgende

bereits afrikanische Erfahrungen gesammelt: v. Gravenreuth, v.

Zelewski, Krenzler, v. Eberstein, die beiden Schmidts, Leue, v. Bülow,

Ramsay, Illich, ferner, wenn auch nur kurze Zeit: Merker, v. Medem,

Tschepe, Rabe, (ebenso Wolf im Dienst des Kongostaates in Westafrika

und Bohndorf als Reisebegleiter Junkers).

~Unteroffiziere der Schutztruppe~: Becker, Bilke, Bluhm, Brose,

Budau, Burwitz, Busch, Eben, Firnstein, Fricke, Gaffri, Gaßmann,

Germer, Greff, Grucza, Gurkasch, Hartmann, Hoffmann +I+, Hoffmann

+II+, Kaiser, Kay, Kopp, Kühne, Leder, Ludwig, Martini, Mutter,

Naeter, Peter, Piehl, Reich, Rohr, Rymarzig, Schaumbacher, Schulte,

Schwarz, Snakker, Semmling, Steinbach, Tanner, Thielke, Velten, Weiß,

Wille, Wonneberger, Först, Schafflick, Freitag, Mittelstädt, Bauer,

Drescher, Fritz, Fülleborn, Hocke, Hoffmann +III+, Jacobs,

Kröhnke, Markgraf, Marquard, Neumann, Nowack, Roberth, Schmid, Schultz,

Steinkopf, Stolle.

Die Verteilung der Offiziere und Truppen auf die Stationen Bagamoyo und

Daressalam geschah in folgender Weise:

~Bagamoyo~: Stationschef: Chef +Dr.+ Schmidt.

Stationsoffizier Premierlieutenant End. Truppen: 545 Sudanesen in 5

Kompagnien, 100 Zulus und 60 Suaheli-Askari, je eine Kompagnie; 40

Somali und 60 Europäer (Offiziere und Unteroffiziere). Abgesehen von

der eigentlichen Stationsbesatzung waren die Truppen anfangs in 2

Bataillone eingeteilt unter den Chefs Freiherr von Gravenreuth und

von Zelewski. Die Kompagnieführer waren die Herren Ramsay, Johannes,

v. Medem, v. Perbandt, Sulzer und Radatz. Für die Artillerie waren

bestimmt die Herren Chef Krenzler und Premierlieutenant Böhlau.

~Daressalam~: Stationschef: Chef Rochus Schmidt.

Stationsoffizier: Lieutenant Merker. Truppen: 55 Sudanesen, 10 Somali,

20 Suaheli-Askari. Dazu Lieutenant v. Behr und später nach beendetem

Angriff auf Buschiris Lager 8 Unteroffiziere. Auch wurde bald die Zahl

der Besatzungstruppen auf 100 vermehrt.

Fußnoten:

[1] Verlag von Trowitzsch u. Sohn, Frankfurt a. O. 1891.

Geschichte des Araberaufstandes in Ost-Afrika · 第 17 / 37 题