Sollte es schlimmer mit Eliza gehen? Da war niemand zur Bahn gekommen, um
Esther abzuholen, wie es sonst gewiß geschehen wäre.
Esther fühlte, wie sich ihre Kehle in einer plötzlichen Angst
zusammenpreßte.
Und dann lief sie, ohne um sich zu sehen, den wohlbekannten Weg über die
Heide. Zuweilen tauchte ganz in der Ferne eine menschliche Gestalt auf.
Vielleicht war es nur eine Verspätung, und sie würde unterwegs noch einem
Bewohner von Eriksgaard begegnen. -- Aber jedesmal war es ein Fremder, ein
Bauer, der mit hervorgestoßenem »go' dau!« vorüberstolperte, oder
ein neugieriger Sommerfrischler, der den Hut zog und sich dann heimlich
umblickte.
Esther lief immer schneller gegen den Wind an, der einen süß-scharfen
Geruch vom blühenden Heidekraut aufwühlte.
Endlich kam Eriksgaard.
Der Hof lag wie ausgestorben, und die Thür mit dem Herzeinschnitt war nur
angelehnt.
Esther ging durch den Hausflur in das Gartenzimmer. Dort lag nur das
Sonnenlicht über dem einsamen Raum.
Sie ging hinaus in den Garten.
Dort wiegte sich wie einst Camille de Rohan in üppigem Blühen vor der
Sonne.