Nein, sie fühlte ihm nicht mehr nach! Zum erstenmal löste sich ihre
Persönlichkeit von seiner, nicht um zurückzutreten, sondern sie stellte
sich ihm entgegen. Sie fühlte, wie es sein müßte, wenn er zu ihr, zu
Esther gefunden hätte. So ganz anders wäre das gewesen: Schwer und mit
Thränen müßten sie zusammenkommen -- und es würde sein wie ein tiefes
Leid. -- Und sie würden ringen aneinander, weil keiner zum andern fände
-- weil sie zu ähnlich waren und keiner den andern auslösen könnte. --
Und drüben hörte sie seine entzückte Stimme. -- »Maria Liebe -- Liebste
du --«
Da war ihr, als müßte sie das Gesicht verbergen. Und sie lief hinaus in
ihre Kammer. Und sie konnte nicht weinen -- und saß auf ihrem Bett
und starrte in das Dunkel. -- Ja, sie sah das Dunkel von Angesicht zu
Angesicht, wie es ihr schweigend entgegenblickte.
Und da fand sie einen neuen Willen.