suntag nach Bartholomei des selben jars da weihet man sant
Seboltz chor« (Chronik bis 1434), III, 290: »darnach am suntag
noch Bartolomei (1379) ward der neu kor an sant Sebolts kirchen
zu Nuremberg geweihet« (Meisterlein). Siehe auch Städtechroniken,
I, Beil. II. Bezüglich der Baukosten: Städtechroniken, IV, 126:
»Der (sant Seboltz kor) kostet 24.000 gulden on die suppen«
(Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). Es können natürlich nur
Goldgulden gemeint sein.
[33] In verschiedenen Baubeschreibungen der Kirche heißt es: 7 Seiten
des Vierzehnecks. Infolge der Unregelmäßigkeiten im Chor
führt eine Nachmessung nicht zu einem bestimmten Ergebnis;
jedoch spricht die Konstruktion mehr für das Sechzehneck, und
dem regulären Achteck des Binnenchores kann auch nur dieses
entsprechen.
[34] Die Schautüre wurde erst 1480 ausgebrochen: »Item in dem jar
(1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem
rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.« Städtechron. IV, 361
(Jahrbücher des 15. Jahrhunderts).
[35] Hinter der Chorgalerie befand sich rings um das Dach herum ein
Gang, von dem aus die Stadtpfeifer bei festlichen Gelegenheiten
spielten: »Und unser pfeifer 3 und 1 pusauner gingen auf sant
Sebald kor und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb den gank«
(1433). Städtechron. II, 24 (Endres Tucher). Ferner: »der stat
pfeuffer waren auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und
Paulus tag« -- zur Feier des Krönung Sigmunds (in Rom) 1433,
Städtechron. IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386 bis 1454).
-- Ob sich die Chorgalerie an der Westwand fortgesetzt hat, ist
zweifelhaft. Wenigstens wurden von der alten Galerie, wenn eine
solche hier wirklich vorhanden war, Reste nicht aufgefunden.
Dagegen ist ein Mauerabsatz vorhanden. Es ist noch zu bemerken,
daß die aufgesetzte gotische Giebelwand bedeutend geringere
Stärke hat als die alte romanische Querschiffwand.
[36] Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, II,
333 f. Max Bach im Repertorium für Kunstwissenschaft, XXIII, S.
377 ff. -- Bei Dehio und Bezold wird der Bau der ganzen Kirche
in die Zeit von 1351-1414 gesetzt. Die Inschrift am nördlichen
Chorportal spricht aber ausdrücklich von der im Jahre 1351
erfolgten Inangriffnahme des Chorbaues; andererseits besteht
über die frühere Entstehungszeit des Langhauses kein Zweifel,
dessen Westportal auf Vergleiche mit Eßlingen, Reutlingen und
Freiburg hin bestimmt in die zwanziger Jahre des 14. Jahrhunderts
zu setzen ist. Die Angabe Bachs, daß in den Jahren 1326 und
1327 Altäre in der Kirche bestanden hätten, beweist für die
Entstehungszeit des Langhauses nichts, da dieselben auch in dem
damals noch vorhandenen romanischen Chor gestanden haben können,
wie ja auch die romanischen Türme an den beiden Langseiten bis zu
dem 1497 erfolgten Einsturz beibehalten worden sind.
[37] Das Inventarwerk des Königreichs Württemberg nimmt drei
Bauperioden an (Band Neckarkreis, S. 183 f.): 1324-1332 der Chor,
1350-1360 die drei östlichen Schiffjoche und 1400-1420 die drei
westlichen und der Turmunterbau.
[38] Vgl. für das Folgende: Neuwirth, Die Wochenrechnungen und der
Betrieb des Prager Dombaues in den Jahren 1372-1378, Prag 1890,
und Neuwirth, Peter Parler von Gmünd, Dombaumeister in Prag, und
seine Familie. Prag 1891.
[39] Neuwirth gibt in seinen Wochenrechnungen (S. 401) noch das Jahr
1333 als Geburtsjahr des Peter Parler an, entscheidet sich aber
in seiner späteren Publikation (Peter Parler und seine Familie)
für 1330.
[40] Vgl. vor allem die ausführliche Abhandlung von Albert Gümbel,
Meister Heinrich der Parlier der Ältere und der Schöne Brunnen,
im 53. Jahresbericht des Historischen Vereins von Mittelfranken
(1906). Von besonderem Interesse sind in dieser Abhandlung auch
die Ausführungen und Nachweise über das Parlieramt, das Amt des
städtischen Parliers (»der stat parlirer«) im 14. und zu Beginn
des 15. Jahrhunderts in Nürnberg.
[41] Es muß hier der Aufsatz von Karstanjen, Zur Verwandtschaft der
Gmünder und Prager Meister, Repertorium für Kunstwissenssenschaft
XVI, S. 344 ff., erwähnt werden. Karstanjen selbst sagt, daß
Heinrich Parler als Angehöriger der Familie Parler auf seinen
Familiennamen nicht wohl verzichten konnte, und bestreitet daher
die von Neuwirth behauptete Identität des Heinrich Parler mit
Heinrich von Gmünd, andererseits aber bezeichnet er ganz gegen
diese Auffassung einen Johannes von Gmünd und einen Michael
von Freiburg als Mitglieder der Parlerfamilie. Bezüglich des
Heinrich Parler, von dem er nicht weiß, wo sein Wirkungskreis vor
1378 lag, kommt er zu dem Schluß, derselbe gehöre der dritten
Generation der Parlerfamilie an.
[42] Vgl. Gümbel, a. a. O. S. 77. Thieme und Beckers Allgemeines
Künstler-Lexikon, III.
[43] Chronik bis 1434 (1441). In den Städtechroniken, I, 349. Ferner in
der Chronik, XIV-1/2 106, Manuskripte 52 des Kreisarchives
Nürnberg: »Der andere turn an St. Sebalds kirch gegen der vesten
oder dem pfarrhof ist gebauet worden anno 1345. Ist zu desselben
bedachung gebraucht worden 104 zentner und 79 lb. zinn und 47
centner blei«... Die beiden Angaben differieren also nur in der
Anzahl der verwendeten Zentner Blei.
[44] Chronik, XIV-1/2, 106, Manuskripte 52 im Kreisarchiv Nürnberg.
[45] Belege dafür, daß der südliche, also der der Stadt zu gelegene
Turm, eine Wächterstube hatte, sind u. a.: Octbr. (1377): »lt.
ded. 1/2 lb. hl. von einem stübel und einem ofen zu pessern uff
sand Seboldsturn« [= 2 Fl. 50 Kr, in G. oder 2 Fl. in S.] (Ulman
Stromer in Beilage XI B der Städtechron. I, 261). »It. ded.
(1388) dem türner uff sant Sebolts turne 2-1/2 [Schilling] hl.
von dem glokhause zu pezzern, do die orglok in hangt.« »lt. ded.
ei iterum 8-1/2 [Schilling] hl. von der orgloken zu pezzern.«
(Ebenda, I, 268/269). Vgl. auch die Urkunde vom 23. Dezember
1474, Kreisarchiv Nürnberg, S I, L 113, N 17, in welcher der
Bischof von Bamberg Absolution für die Sebalder Kirche erteilt
wegen auf dem Turm zwischen den Wächtern verübten Totschlags.
[46] So heißt es beispielsweise in der Ablaßurkunde vom 3. Mai 1360:
»... ad ergastulum vel ad altare ibidem, quod est consecratum in
honore omnium animarum =sub turri= in ecclesia sancti Seboldi in
Nurenberch ...« Es ist also hier, wie auch anderwärts, nur von
=einem= Turm die Rede.
[47] »Wer sant Sebolcz zben türen gesehen hat, ee sie hoher gepaüt
sein worden, das noch nit dreisig jar lang ist, der hat wol
gesehen, das sie haüben weis gedegt waren mit zin wie ein
pfifferling, das ein gute anzeigüng gab ires großen alters«
Originalhandschrift des Lazarus Holzschuher im Besitze der
Freiherrl. von Holzschuherschen Familie, Blatt 113^b, in den
Städtechroniken, I, 349.
[48] »In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen. Der
kostet 24.000 gulden on die suppen. und so ist auf dem untern
turn 100 und vier zentner zins und 69 lb. und 18 lb. bleis.«
Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV,
126/7. Nach der Chronik bis 1434 (1441) in den Städtechroniken,
I, 349 soll es der nördliche Turm gewesen sein.
[49] »Desselben jahrs (1447) 24 september decket man sant Sebolts turn
mit zin und machet den vergulten knopf darauf.« Jahrbücher des
15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 168.
[50] Die Angabe ist insofern unrichtig, als der südliche Turm erst im
kommenden Frühjahr abgebrochen wurde: »Item 1482 nach den
osterfeirtagen da prach man den untern turn sant Seboltz unterm
dach ab und prach 12 wochen daran ab.« Jahrbücher des 15.
Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 367. Ferner: »Item
adi 27. abrill (1482) prach man den turn gegen der wag ab, als
man die alten stain noch sieht.« Tuchersche Fortsetzung zu den
Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 476.
[51] »Des jars (1482) da ward der unter turn zu sant Sebolt oben
erhöht und gemaurt umb Martini und darnach umb pfingsten unten
das alt herab gepikt in zwaien körben.« Jahrbücher des 15.
Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 368. »Item 1482 jar warn
die zwen türn zu sant Sebolt angefangen zu pauen und am 13. tag
monats marci hub man an zu fahen stain zu hauen und wart von rats
wegen darzu geben die ped herrn die losunger her Ruprecht Haller
und her Niclas Groß und Hanns Tucher der elter am Milchmarckt mit
sampt dem kirchenmaister Sebolt Schreier.« Aus der Tucherschen
Fortsetzung zu den Jahrbüchern in den Städtechroniken, V, 475.
[52] Baader folgt, wie bereits Städtechroniken, IV, 475, Anm. 1,
ausführlich nachgewiesen, den Aufzeichnungen des Kirchenmeisters
Sebald Schreyer (Kirchenmeister seit 24. September 1482).
[53] Nach Baader bis 1486, Tuchersche Fortsetzung und Chronik im
Nürnberger Kreisarchiv XIV-1/2 106, Manuskripte, 1485.
[54] M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus, Nürnberg 1831, S. 6.
[55] »Item 1400 und 95 jar da machet man am ersten die virtailorglock
auf sant Sebolt turn an sant Francißen obent.« Heinrich
Deichslers Chronik in den Städtechroniken, V, 584, dagegen: »Anno
1493, hat man auf diesen (untern) thurn ein viertel-stund-glocken
gehangen,«... Chronik im Nürnberger Kreisarchiv, XIV-1/2, 106:
Manuskripte 52. Weder die eine noch die andere Jahreszahl ist
übrigens richtig, es ist vielmehr 1494 zu setzen, wie es auf
der Glocke selbst steht und durch die Ratsverlässe bestätigt
wird. Vgl. S. 174, Text und Anmerkung. -- Auch die 1577 erfolgte
Erneuerung der Gänge bezog sich nach jener Chronik im Kreisarchiv
nur auf den südlichen Turm.
[56] S. Christian Mayer, Die Stadt Nördlingen, ihr Leben und ihre
Kunst im Lichte der Vorzeit, Nördlingen 1876 und 1877, 2, S. 132
ff. Jedoch mit der Berufung Kuglers nach Nürnberg zum Zweck der
Vollendung des Augustinerklosters hat Mayer, wie es scheint,
unrecht. Denn Mayer berichtet ausdrücklich, daß Kugler anfangs
der achtziger Jahre nach Nürnberg ging und aus dieser Zeit ist
von einer Vollendung oder sonstigen wichtigeren Bauvornahmen am
Augustinerkloster nichts bekannt. Die Nachricht dürfte demnach
auf einem Irrtum, beziehungsweise auf einer Verwechslung beruhen.
[57] Chr. Mayer, a. a. O. 2, S. 131 f.
[58] Tuchersche Fortsetzung der Jahrbücher bis 1469 in den
Städtechroniken, V, 505. Die dort beigefügte Anmerkung lautet:
In den Band III, 339 ff. angeführten Schreyerschen Handschriften
der Nürnberger Stadtbibliothek Will. II, 1353, finden sich Blatt
83-97 nach Geschlechtern geordnet verzeichnet: »Etlich gedechtnuß
und totten oder leichschilt, so im 1493. jar zu sant Sebolt,
alß man den core und kirchen hat weißen wollen, gehangen sind,
die dann Sebolt Schreyer, dazumaln kirchenmeister, hat wegen
des weißens abnemen lassen und nach dem weißen wider aufzuhohen
verordnet.«
[59] Baader, Beiträge, 2, 27.
[60] Einnahmen und Ausgaben bei der Renovierung der Kirche St. Sebald
in den Jahren 1657-1664. Ambergersammlung 270 im Stadtarchiv
Nürnberg. Die meisten Angaben beziehen sich auf das Inventar der
Kirche.
[61] »Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant
Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.«
Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 361.
Die Lage ist hier ungenau angegeben. Hierzu die Anmerkung 3.
Die Lage ist genauer bezeichnet im Ratsmanual (1480, März 23):
»Item ein neue tür zu prechen aus dem chor zu s. Sebolt neben
sant Pangratzen cappell unter der Beheim venster. Her Karl
Holtschuher, H. Im Hof daz bestellen zu beschehen.« Die kleine,
noch jetzt vorhandene Pforte (später Schautüre geheißen) ist
schmucklos. Unverletzt sind die prächtigen Glasmalereien der (an
den Wappen kenntlichen) Behaimschen Fenster erhalten, während die
St. Pankratiuskapelle in eine Sakristei verwandelt wurde.
[62] »Des jars Marie opferung abent smorgens unter der laudas metten,
da pran es zu sant Sebolt hinten pei den glocken: kom aus in der
meßnerknecht stublein, im slot.« Heinrich Deichslers Chronik in
den Städtechroniken, V, 554.
[63] Ob eine Galerie, wie sie anläßlich der gegenwärtigen Restaurierung
am Westgiebel des Ostchores angebracht wurde, ursprünglich
vorhanden war, läßt sich nicht feststellen. Das in Beilage 36
zitierte Gutachten vom 27. Mai 1561 wurde schon mehrmals in der
Literatur und sonst veröffentlicht oder behandelt, so in den
Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Nürnberg,
8. Heft, 1889, S. 246 ff. Mummenhoff, Die 1561 abgebrochene
Galerie an der St. Sebalduskirche, in dem von Hauberrisser und
Essenwein unterzeichneten Gutachten über den gegenwärtigen
Zustand der St. Sebalduskirche zu Nürnberg und die daraus sich
ergebenden Arbeiten, Nürnberg 1882, Bibliothek des Germanischen
Nationalmuseums in Nürnberg, G. 8001, 4º, usw. -- Bezüglich der
Stadtpfeifer siehe u. a. Städtechron., I, 449 (Chronik bis 1434):
»lt. ded. 8 lb. 8 [Schilling] hl, das der freuden tanz gekost hat
und daz man gab umb wein und den pfeifern und mesnern und den
turnern Sebaldi, als man alle glocken hie in der stat leutet und
die pfeifer und trometer auf sant Sebalds kirchen pfiffen und man
freudenfeur machet allumbundumb in der stat«... (Kaiserkrönung
Sigmunds, 29. Juni 1433) und Städtechroniken, IV, 19 (Tuchersches
Memorialbuch 1386-1454): »Item 1433 jar am pfingsttag ward kunig
Sigmund gekrönt zu kaiser zu Rom und man tanzt auf dem markt umb
das freuden feuer und der stat pfeufer warn auf dem chor sant
Sebolt an sant Peter und Paulus tag, und des andern tags tanzt
man auf dem haus« (Rathaus).
[64] Das einschlägige Material im Stadtarchiv Nürnberg, XL, 19:
Sebalder Schlag-Thurn. Varia de variis annis, den Sebalder
Schlagthurn betr. etwa 1550-1616 und XL, 20: Sebalder Schlag
Thurn, die Reparation des Sebalder Schlagthurns A^o 1647 betr.
Um 1560: =Den gang auf s. Sebalds turn belangend=:
Erbar weiser und gonstiger lieber herr paumeister. So der gangk
zu s. Sewolt widerumb von stainwerk, in massen wie er itzo vor
augen (und dann der ander auch also ist) gemacht werden, so muß
man darzu haben 16 stuck von guttem stain, einß 6-1/2 statschuh
reichlich lang und 3-1/2 statschuh reichlich hoch und 14 stat zol
dieck, mer 1 st. 2-1/2 statschuh reichlich lang und in gemelter
hoch und diecke, mer 1 st. 2 statschuh lang auch in erst gemelter
hoch und diecken. Dieser letzten zweier stuck dorft man nicht
besteln, sint meines bedunken vor verhanden, und so solicher
ganng ye von stainwerk, wie obgemelt, gemacht solte werden und
mit plei außgegoßen und versetzt wurde, so achte ich gentzlich,
ime solt der schwank nichts mehr than vom leüten, wann ime ist
eben, als wann ir einen stain one plei auf ein puxen schrauft, so
pricht er oder zerspringt paldt, also do auch, wann der morther
oder zeug (wie dann geschehen) auß den fugen kumbt, so muß das
steinwerck auch prechen, wie dann solichs am andern thurn auch
schein ist.
E. E. W. W. diener. Jorg Ungr.
Ohne Zweifel 1561 oder kurz vorher.
Auf vorstehendes Schriftstück beziehen sich offenbar die beiden
in dem Akt befindlichen und mit den Nummern 4 und 5 versehenen
Zeichnungen. Nr. 4: »Gang auf s. Sebald schlag turn«; etwa
1 : 10; Zeichnung einer halben Seite des Ganges. Nr. 5:
Durchschnitt des Ganges mit Maßangabe; etwa 1 : 20; in
entsprechender Größe liegt dieser Zeichnung die eines
Geländerquadrates mit Ornament bei. Unter der großen Zeichnung:
»Item die zwo seiten des gangs auf sant Sebalts schlag durn ein
jede gegen aufgang und nidergang ist die leng 26 stadtschuh
weniger 3 zoll. Item die andern zwo seiten gegem mittag und
miternacht ist ein jede 25 stadtschuh lang weniger 3 zoll«.
Bei beiden großen Zeichnungen ist auf jedes Eck des Geländers
eine Kugel von dem Durchmesser der Geländerstärke (= 10")
gezeichnet.
1571: Unvollendetes Schriftstück. Cuntz Helzner, Parlier
und Steinmetz, besichtigt am 5. Januar das »gelen[der]« des
Schlagturms.
1591, 4. Sept. Besichtigung des Schlagturmes. Dach über den
Schlagglocken schlecht infolge des Hereinregnens ist das Gebälk
angefault. Der Schlot ebenfalls »bußwirdig«.
M. Mathes Herdegen schlägt das Rüsten und die Ausbesserung des
Schlotes (abgesehen vom Dach und Gebälk) auf etwa 20 fl. an.
1609, 13. Mai: Besichtigung des Sebalder Schlagturmes: Die
Dachbleche oberhalb der Schlagglocke waren sehr löcherich und
bußwürdig, sodaß durch den eingedrungenen Regen das Gebälk
angefault war. Auch die drei Sonnenuhren an den drei Seiten
wurden für schlecht befunden, sie waren »sehr abgewaschen und
verdunkelt, daß die zal und stunden nicht wol mehr daran zue
sehen«; es wurde vorgeschlagen, die Uhren mit Ölfarben zu
»verneuern«.
Durch Ratsverlaß vom 18. Mai wurde die Ausbesserung des
Dachstuhles und die Verneuerung der Sonnenuhren mit Ölfarbe
befohlen.
1613, 8. Jan.: Ratsverlaß: »Uff das mündlich fürbringen, daß
ein nagel, damit die knopffstangen an dem einen turn gegen der
wag zue s. Sebalds kirchen angehefftet gewest, durch die große
bewegung des winds herab gefallen und zu besorgen, das vielleicht
gefahr dabei sein möchte, ist bevohlen, dieweil albereit der
augenschein eingenommen worden, solches mit geringen uncosten ins
werk zuerichten. Actum freitags den 8. januarii anno 1613.
Herrn paumeister«.
Außerdem steht noch am Rand, offenbar auf den Turm bezüglich:
»welchen der baumeister ampts halber zue underhalten schuldig.«
Ferner: 1613. »Wegen des gerüsts uffm Sebalter schlagturn:
Verzeichnus, was für personen vergangenen 11. januarii bis
uff 16 dito wegen der zweier in der helmstangen ausgefallener
keil halber uffm Sebalter schlagturn rüsten und dasselb wider
abbrechen helfen.
M. Georg Harsch, dachdecker, hat das gerüst gemacht,
Michel Schwob } deckersgesellen, haben auswendig rüsten helfen,
Cunz Scheffer }
Melchior Schuler } zimmergeselln, haben auch auswendig hierzu
} geholfen,
Hainrich Rödl }
M. Wolf Seyfert, düncher,
Hannß Zehenter } dünchersgesellen, haben sampt iren maister
} inwendig hinaus zugelangt.
Georg Haidenreich }
E. E. und H.
underteniger
David Rupprecht
anschicker«.
Schließlich Bericht einer Besichtigung des Daches und Dachstuhles
des Schlagturmes durch den Baumeister Wolf Jakob Stromer, den
Anschicker David Rupprecht und 3 Stadtmeister vom 15. Januar. Die
»seuln« bei der Viertelglocke seien vor der Zeit »auch mit zin
und plei under einander vermengt gewesen«. In dem langen Bericht
wird hauptsächlich der schlechte Zustand der Bedachung und des
Gebälks hervorgehoben und die »elende besserung« gerügt.
1616, 28. Mai: Ratsverlaß: »Das abgerissene zihen [Zinn] vom
Sebalder turn widerumb bessern zu lassen.
Hansen Hegel, Friderich Schwarzpecken und Nicodemum Kraußn,
alle drei turner auf s. Sebalds turn, soll man ungeachtet ihrer
entschuldigung ins loch gehen lassen, mit dem eltisten einen
anfang machen und nachmals auch die andern hinab schaffen und auf
das abgerissene zihn vom turn zu red halten, sonsten aber, was
schadhaft worden, fürderlich wider bessern lassen und hinfüro
monatlich eine besichtigung der türn fürnemen, damit dergleichen
schad nit mehr geschehe; weil auch die turner so gar geringe
besoldung haben, soll man bedacht sein, wie inen dieselbe zu
bessern. Actum erichtags den 28. mai a^o 1616.
Die herren schöpffen
herrn paumeister.«
Dazu Ratsverlaß vom 30. Mai:
»Hansen Hegel, turner auf s Sebalds turn, auslassen, wie auf
seiner sag verzeichnet, und dieselbe dem herrn paumeister und
anschicker fürhalten, auch den augenschein einnemen und, was an
den fenstern und sonsten zu bessern ist, bessern, auch ihnen ein
sail, ihr speis und trank daran hinauf zu zihen, geben lassen.
Actum donnerstags den 30. mai anno 1616.
Herrn { H. J. Pömer
{ paumeister.«
1647. Ausführlicher Akt betreffs Restauration des Sebalder
Schlagturmes. Es handelt sich um Bedachung mit Kupfer, da das
Zinn 1593, 1613 und 1616 habe ausgebessert werden müssen und nun
schon wieder der Reparatur bedürfe. Die Verhandlungen beginnen
mit dem 20. Mai. Ein Überschlag über die Bedachung mit Kupfer
wurde gefertigt und alles in allem mit 914 fl. 50 kr. berechnet,
während bei Bedachung mit Zinn 60 Ztr. nötig wären, welche allein
schon eine Summe von 1380 fl. geben würden (an Kupfer seien
höchstens 20 Ztr. erforderlich). Dem Akt liegt eine Zeichnung
des Turmdaches (etwa 1 : 80) bei, auf welcher angegeben ist, wie
und mit welchem Metall die einzelnen Teile bedacht, wie hoch
dieselben sind und was nun damit zu geschehen hat. Ferner liegen
Wagzettel über verkauftes Zinn und angekauftes Kupfer bei.
Das Jahr 1577, in welchem die Erneuerung der Kranzgalerie
vorgenommen worden sein soll, findet sich unbeglaubigt bei M. M.
Mayer, Die Kirche des heiligen Sebaldus, Nürnberg 1831, S. 6:
1496 wurden die beiden zierlich durchbrochenen Gänge gemacht,
welche man aber 1577 wieder neu bauen mußte. -- Bezüglich des
Jahres 1591 siehe auch Stadtarchiv Nürnberg, LXXVIII, 267^b, den
Ratsverlaß vom 4. Oktober, durch welchen die Ausbesserung der
Mängel auf St. Sebalds Schlagturm anbefohlen wird. Von den darin
enthaltenen vier Anordnungen kommt hier die zweite in Betracht:
»Die fürgebrachten mengel auf s. Sebalds schlagturn, soll man
mit ehestem bessern und renofieren lassen, ehe grosserer schaden
geschicht per herr baumeister montags 4. octobris 1591.«
[65] Aus der »Untertänigen Anzeige« des Almosenamtes an das Bauamt,
welches die Baupflicht von »solchen Gebäuden« hat und das Weitere
zu verfügen ersucht wird, vom 4. August 1754. Stadtarchiv
Nürnberg, Sebalder Kirche: Acta, die Reparatur der Beschädigung
durch Einschlagen des Blitzes 1754. Ferner Stadtarchiv Nürnberg,
XL, 18: Sebalder Kirch. Die Reparatur des durch das Wetter
Einschlagens allda verursachten Schadens 1754 betr. Außerdem
siehe ebenda den Ratsverlaß vom 5. August an das Bau- und das
Stadtalmosenamt, welche aufgefordert werden, die Reparatur sobald
wie möglich vorzunehmen, und den anderen Ratsverlaß vom 5. August
ähnlichen Inhalts an das Bauamt.
[66] Kreisarchiv Nürnberg, IV, 12/I, 248. Rentkammer-Akten 45: Akta,
die Reparatur der Helmstange auf dem Sebalder Kirchturm betr.
1804 und 1805, enthaltend die amtlichen Vorverhandlungen und
den auf 299 fl. 20 kr. berechneten Kostenvoranschlag des
Tünchermeisters Ott. Ferner: Acta, Reparatur des Sebalder
Kirchturms betr. 1805, mit der Rechnung Otts und XL, 35: Acta,
die Sebalds Kirche betr. 1805-1807. Im städtischen Archiv unter
Stadtalmosenamt Nr. 1972 noch ein weiterer Akt dieses Betreffs
vom Jahre 1805, worin die Rüstung des Turms auf 299 fl. 20 x. und
die Baumaterialien auf 142 fl. 40 x. veranschlagt werden.
[67] Kreisarchiv Nürnberg, IV, 12/I, 255. Rentkammer-Akten 45,
enthaltend: Akta, die Reparatur-Kosten des
Sebaldus-Kirchen-Daches und eines Braukessels im
Waizenbierbrauhause betr. vom Jahre 1807.
[68] Siehe auch Otto Schulz, Die Wiederherstellung der Sebalduskirche in
Nürnberg 1888-1905. Herausgegeben vom Vereine für Geschichte der
Stadt Nürnberg. Nürnberg 1905.
[69] Siehe die Artikel im Fränkischen Kurier über die Restauration der
St. Sebalduskirche von Gustav von Bezold. 1904, Nr. 183 und 1906,
Nr. 355.
[70] Siehe Emil Reicke, Die Sammlung technischer Modelle und Pläne zu
den Wiederherstellungsarbeiten an der Sebaldus- und Lorenzkirche
in der Moritzkapelle. Nürnberg 1905.
Chronologische Übersicht.
Um 1230-1273: Erbauung der doppeltürmigen Sebalduskirche.
1255, 12. Juli: Ablaß für den Stephansaltar. M. R. A.[XXXI]
1256, 1. Oktober: Ablaß für die Kirche. M. R. A.
1273, 7. August: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A.
1274, 17. August: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A.
1274, 9. September: Einweihung des Westchores und des Altares in
derselben zu Ehren des hl. Petrus. M. R. A.
1274, 22. November: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A.
1275, 24(?). März: Ablaß für die Ausstattung der Kirche. M. R. A.
1283, 17. November: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta. M. R. A.
1284, 26 April: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta.
1284 [26. April?]: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta. M. R. A.
1290: Ablaß für den Marienaltar in der Krypta und für den
Johannesaltar unter der Kanzel. M. R. A.