Item den zimmergesellen ausgeben " 816 " 16 " --
Item maister Hainreichen Kugler,
steinmeczen " 145 " 18 " --
Item den parlieren hab ich ausgeben " 39 " 10 " --
Item steinmeczengesellen " 1.584 " 10 " 2
Item hantlangern oder taglonern " 346 " 1 " --
Item deckern und iren gesellen " 47 " 4 " 8
Item klaibern und iren gesellen " 11 " 4 " 10
Item tunchern und iren gesellen " 6 " 8 " 6
Item dem kirchner hab ich ausgeben " 34 " 10 " --
Item schreinern " 16 " 6 " 2
Item glasern " 7 " 9 " 2
Item fur den ofen von kupfer " 60 " 6 " --
Item fur den schlot von kupfer " 34 " 18 " 10
Item fur die rinnen von kupfer " 42 " 18 " --
Item kandelgiessern " 4 " 15 " 10
Item rotschmiden " 17 " 16 " --
Item trechslern " 1 " 14 " 8
Item wagnern " 4 " 1 " --
Item putnern " 3 " 10 " --
Item segern " 15 " 10 " 4
Item sailern ausgeben " 187 " 5 " 10
Item maister Erharten, schmid " 138 " 19 " 2
Item maister Niclasen Greiner,
schlosser " 113 " 19 " 6
Item maister Lienharten Ochsen,
schlosser " 11 " 17 " 10
Item maister Matenckhofer,
schlosser " 43 " 18 " --
Item maister Peteter, statschmid " 17 " 16 " 8
Item Hansen Pulman, hammerschmid " 69 " 6 " 8
Item Wilbolten Plancken, eisenmann " 70 " 15 " 4
Item Gorgen Köppel, eisenmann " 36 " 12 " --
Item für allerlei ander eisenwerk " 30 " 1 " 8
Item schleifern ausgeben " 2 " 3 " 2
Item fur pretter " 134 " 14 " 2
Item fur thillen " 9 " 12 " 4
Item fur allerlei holzwerk " 360 " 2 " 6
Item fur reuhelbergstein
[Reuhelberg im Lorenzerwald bei
Steinbrüchlein] " 1012 " 5 " 2
Item fur kornpergstein
[bei Kornburg] " 14 " 14 " 8
Item fur ziegelstein " 54 " 1 " 10
Item fur kalk ausgeben " 57 " 8 " 8
Item fur parstein [Gips] ausgeben " -- " 13 " 8
Item fur harz ausgeben " -- " 8 " 10
Item fur öl ausgeben " 6 " 7 " --
Item fur unslit, schmer und schmir " 2 " 6 " 3
Item kernern von kot, sand und
ziegel zu fürn " 86 " 14 " --
Item fur allerlei uncost " 32 " 8 " 4
Item fur voraus und trinkgelt " 17 " 11 " 10
Item von turndeckers arbeit zuwegen
tragen und zufürn " 12 " 18 " 10
Item des turndeckers belonung von
beiden türn " 490 " 4 " --
Item fur plei ausgeben " 12 " 16 " 4
Item fur zin ausgeben " 3.157 " 6 " 10
Item fur die eisine spieß oder
spicz ausgeben " 25 " 10 " 10
Item fur die kupferin knöpf " 55 " 12 " 8
Item dem goldschmid die knöpf zu
vergulden " 252 " 6 " --
Item fur die fannen " 12 " 7 " --
Item den malern " 10 " 11 " 2
Item fur di orglogken [Schlaguhr] " 2.221 " 7 " --
Item von der orglogken zu fürn und
zu heben " 9 " 19 " --
Item fur das schlahwerk ausgeben " 131 " 4 " --
Item fur den wecker der turner
ausgeben " 5 " 17 " --
Summa alles ausgebens " 12.204 " 4 " 11
S. 124: Item die vorgemelt summa ist ausgeben und verpaut worden in
sechs jaren und in jedem derselben jar ausgeben, wie hernach:
Item im 81. jar ausgeben novilb 72 [Schilling] 15 hlr. --
Item im 82. jar ausgeben " 2.537 " 10 " 10
Item im 83. jar ausgeben " 5.680 " 19 " 7
Item im 84. jar ausgeben " 3.778 " 15 " 4
Item im 85. jar ausgeben " 98 " 17 " 6
Item im 86. jar ist ausgeben " 35 " 6 " 8
Summa " 12.204 " 4 " 11
Item zuwissen, das die obgemelt verpaut summa der 12.204 lb. novi 4
[Schilling] 11 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novilb 2 [Schilling],
das ist 8 lb. alt 12 [Schilling] fur 1 guldin reinisch landswerung,
inmassen der guldin rinisch zu den selben zeiten golten hat, gerechet,
bringt oder tut 5811 gulden rinisch landswerung und 11 [Schilling] in
gold.
_1489 wird der südliche Turm neu mit Zinn und Blei gedeckt._
Bl. 126': Losungstuben und sunst.
Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben steet,
tut novilb 1406 [Schilling] 4 hlr. --.
Bl. 135': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor
geschriben steet.
Item zu abdecken des zins und pleis novilb 13 [Schilling] -- hlr. --
Item gewicht und brob des
abgedeck[t]en zins " 2 " 1 " 2
Item gewicht des abgedeck[t]en pleis " -- " 12 " 8
Item zimergesellen zu rüsten " 28 " 1 " 4
Item zimergesellen abzurusten " 13 " 14 " 8
Item holzwerk zu dem gerüst " 24 " 19 " --
Item fur mit rustholz und prettern " 1 " 3 " --
Item allerlei uncost " 10 " 1 " 10
Item neuerkauft zin " 963 " 6 " 4
Item neuerkauft plei " 51 " 15 " 6
Item maister Ulrichs arbait mit
giessen des zins " 7 " 13 " 10
Item maister Ulrichs arbeit mit
giessen des pleis " 2 " 4 " 8
Item belonung maister Ulrichs " 262 " 10 " --
Item für nägel ausgeben " 25 " -- " --
Summa alles ausgebens " 1.406 " 4 " --
Item zu wissen, das die obgemelt verpaut summa der 1406 lb. novi 4 hlr.
zu gold angeschlagen und 2 lb. novi 1 [Schilling] 8 hlr., das ist 8 lb.
alt 10 [Pfennig] fur 1 guldin r. landswerung, inmassen der guldin zu
denselben zeiten golten hat, gerechet, bringt und tut 674 guldin rinisch
landswerung 19 [Schilling] 6 hlr. in gold.
_1490 Eindecken des nördlichen Turmes._
Bl. 136': Losungstuben und sunst:
Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben stet,
tut novilb 312 [Schilling] 10 hlr. --.
Bl. 144': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor
geschriben stet.
Item zu abdecken des zins novilb 12 [Schilling] 10 hlr. --
Item gewicht und brob des
abgedeckten zins " -- " 9 " 2
Item zimmergesellen zu rüsten " 34 " 4 " 8
Item zimmergesellen abzurusten " 13 " 2 " --
Item holzwerk zum gerüst und andern " 3 " 5 " --
Item fur mit rüstholz und andern " 2 " -- " --
Item für nägel ausgeben " 18 " 7 " 6
Item schlossern ausgeben " 3 " 12 " 2
Item sailern und schreinern
ausgeben " 8 " 6 " 10
Item allerlei uncost " 9 " 10 " 6
Item maister Ulrichs arbeit mit
giessen des zins " 7 " 19 " 6
Item maister Ulrichs arbeit mit
giessen des plei " -- " 1 " 4
Item belonung maister Ulrichs " 197 " 10 " --
Summa alles ausgebens " 310 " 18 " 8
_umgewandelt in fl. rhein._: 149 fl. 5 [Schilling] in gold [2 lb. n.
1 [Schilling] 8 hlr (8 lb. alt 10 d) = 1 fl. rh. Landeswähr.].
145^b: Item so die rechnung mit dem tecken beder turn erschaut werden,
so erfindet sich, das Cristof Lilgenweis dem goczhaus am giessen des
zins und tecken der türn mit seiner untreu schaden zugefügt hat, nemlich
am ersten turn am zin bei oder ob 142 guld. rh. und am plei ob 12 fl.
r., ut fo. 128 hievor begriffen.
Wer an dem andern turn ob 278 fl., ut fo. 138 hievor begriffen. Summa
432 fl. rh. ausserhalb des schadens, so auf die gemelten turn gangen
ist, die anderwaid zu decken.
_Obwohl ihn der Rat im Loch gefangen setzte und mit ernstlicher Frage
angriff, benannte er doch nicht mehr als 56 fl. rh. Da man damals von
dem großen Schaden keine Kenntnis hatte, wurde er auf Fürbitte von
Bamberg und anderen Enden ausgelassen, doch sollte er solchen bekannten
Schaden an St. Sebald und 10 fl. an St. Lorenz ausrichten, wofür sein
Vater und Weib Bürge wurden, laut Gerichtsbuch Cons. D. fol. 285 (auch
an dieser Stelle eingetragen). Sabbato post Francisci anno 86._
Item und als aber der obgemelt Lilgenweis gehort und vermerkt hat, daß
der erst turn anderwaid zudecken maister Ulrichen Hubner von Bamberg
verlassen und im entwert worden was, hat er sich vor und ee man den
abgedeckt hat, von hinnen getan, villeicht aus ursachen, das er sich
besorgt hat, so man sein untreu dermaß und so groß erfinden wurd, er
mochte wider angenommen und nach seinem verdienen gefertigt werden.
146^b: Suma was der ganz pau cost hat.
_Die Seiten 146^b-149^b enthalten nur Zusammenstellungen der
vorerwähnten Einnahmen und Ausgaben._
_Kgl. Kreisarchiv Nürnberg._
36.
Bedenken, welcher gestalt der chor und umbgang uf sant Sebalds kirchen
möcht zu pessern sein.
Actum den 27. maij 1561.
_Kgl. Kreisarchiv Nürnberg. Abgedruckt in den Mitteilungen des Vereines
für Geschichte der Stadt Nürnberg, VIII, 246 ff., wo auch noch zwei
einschlägige Ratsverlässe und der kurze Bericht aus den Annalen des
Ratschreibers Johannes Müllner wiedergegeben sind._
37.
=Acta die Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur betr. Von a=: 1769 in 1770.
25. März 1768: Relation über den Befund des schadhafften Thurns an der
St. Sebalds Kirch. _Besichtigung des Turmes am 23. März 1768 durch
Scholarch Paul Karl Welser mit dem Stadtalmosenamtspfleger Volckamer,
Bauinspektor Stettner und Almosenamtszimmermeister Schwammbach. Der
Dachstuhl des Helmes war, sowohl »Geschwölle« wie »Legsparren« zum
großen Teil zusammengefault._
_Das Waldamt Laurentii und das Sebaldi werden vom Stadtalmosenamt
ersucht um_
1. _21. März 1768_ _20 Stämme [Laurentii]_
2. _7. April 1768_ _8 Eichen [Laurentii]_
3. _2. August 1768_ _3 Eichen je 24 Schuh lang [Sebaldi]_
4. _5. Mai 1769_ _4 fichtene Baumstämme 80 Schuh lang Gratsparren_
_4 fichtene Baumstämme je 50 Schuh lang, 10 Zoll
im Quadrat zu Schiftsssparren [Laurentii]._
1769 Mai 24.: _Das Stadtalmosenamt ersucht_:
Das löbl: Rugs Amt wird hiemit höfl. requirirt, denen Geschwornen
der Flaschnerprofession zu intimiren, daß von denen auf der
Herberg ankommenden und Arbeit suchenden Gesellen dem Flaschner
Grübel Meldung getan werde, um einen tüchtigen Pursch, der zu der
Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur zu gebrauchen ist, aussuchen zu können.
_1769 Juli 19. schießt das Landalmosenamt 1000 fl. vor._
_1769 November 7. schießt das Landalmosenamt 1500 fl. vor._
_Vom Dezemzer 1769 liegt eine Liste vor, enthaltend die Berechnung der
bisherigen Kosten und ein Verzeichnis des verwendeten Baumaterials:_
Berechnung
des Sebalder Kirchthurmsbaues vom 24. Octobris 1768 biß 2. Dec. 1769,
sowohl was an Taglohn und Meisterconti, als auch an Baumaterialien
ausgeleget und verbraucht worden ist.
Denen Zimmerleuten vom 24. October bis 19. November
1768 für Taglohn fl. 37 23 --
Vom 3. April 1769 bis 2. Decber 1769 für Taglohn denen
Zimmerleuten, Flaschner- und Tünchersgesellen samt
Meistergebühr bezahlt " 1477 11 --
Dem Meister Schwambach Douceur " 11 -- --
Denen Zimmergesellen und Tünchern Trankgeld " 10 -- --
Für 29 Fuhren à 24 kr. dem Kärner " 11 36 --
Dem Wagner für 2 Leitern " 3 -- --
Dem Seiler für das Seil und Stangen " 183 53 --
Dem Nagler Ruf und Heß für Nägel " 168 39 --
Dem Schlosser Bauer für Arbeit " 88 48 --
Den beeden Waldämtern Laurenzii et Sebaldi für 8 Eichen
und 20 Stämm, Holzpfandung, Fuhrlohn, Anweis und
Trankgeld " 67 44 2
Dem Waldamt Laurenzii für 8 Fiechten zu denen 4 Grad-
und 4 Schiftsparren Fuhrlon " 38 30 --
Dem Schmid Klöpfel für Arbeit " 36 25 --
Dem Flaschner Griebel für mößinge Haften und Blei zum
Löten " 103 47 --
Dem Orgelmacher Küttelmann für 284 Blatten zu gießen
à 20 kr " 94 40 --
An erkauften Zinn, nemlich 3 Centner à 50 fl.,
2-1/2 Centner à 49 und 14 Centner 47-1/2 lb.
à 48 fl.= 19 Ct. 97 lb. u. an Geld " 1167 32 2
An erkauften Blei, nemlich 2 Centner à 13 und
4 Centner 85 lb. à 12-1/2 = 6 Cent. 85 lb. und
an Geld " 86 37 2
----------------
fl. 3586 46 2
Auf zweimal empfangen " 2500 -- --
----------------
Mehreres ausgegeben fl. 1086 46 2
Verzeichnus
derjenigen Baumaterialien, welche zum Sebalder Kirchturn verbraucht
worden vom 3. April bis 9. December 1769, als
An Eichen-Holz
8 Fenster-Benke, 3 dreizöllige Stollen, 3 vierzöllige Stollen, 4
Gesims-Hölzer, 176 Bretten zum zu schallen
An weichen Holz
16 Stämm Brettenholz, 16 Stämm Riegelholz, 3 zweizöllige Dillen, 1
zweizöllige Dille, 9 Schu lang, 4 Gradsparrn von 69 Schu, 4 Schiftsparrn
von 50 Schuh, 226 Bretter zum Rüsten, 109 Latten zum Rüsten, 4
vierzöllige Stollen.
An Eisen und Nägeln
122 Klammern von unterschiedlicher Länge, 42 Rund- und halbköpfige
Nägel, 128 Nägel zweierlei Sorten, 25 große Nägel, 20 große Nägel
anderer Gattung, 1200 Bodnägel, 500 Biennägel, 700 Rinneneisen, 6400
Schollennägel, 3600 kleine und große Blattennägel, 30 Stück andere, 172
Läut-Sträng, das Gerüst anzubinden.
_In diesem Verzeichnis sind die Preise nicht eingesetzt._
_Die vorhandenen Mittel von 2500 fl. reichten so nicht aus. Allein das
Stadtalmosenamt hatte selbst nichts, und so wandte es sich durch das
Losungsamt an_ derer Herren Aeltern Hochwohlgebornen Herrlichkeiten
_am 27. Dezember 1769 und legte die oben stehende Liste bei_. _An
dem langsamen Gange der Arbeit sei die Witterung und die_ viele
Zeit erforderliche schwere und vierfache Zusammenfügung der Blatten
_schuld_. _Die_ gänzliche Blattenzuschlagung _müßte bis künftiges
Frühjahr hinausgeschoben werden. Bis jetzt müßten noch 1086 fl. 46 kr.
2 [Schilling] nachbezahlt werden und für die Vollendung der Arbeit
einschließlich von etwa 10 bis 11 Zentner erforderlichen Zinnes wäre
noch ein Kapital von 2000 fl. nötig. Dieser Vorschuß könnte vielleicht
dem_ Land Almosamt oder denen sämtlich geistlichen Aemtern per
repartitionem abgereichet werden.
_Die vorgeschlagene Repartition wurde durch Ratsverlaß vom 9. Januar
1770 genehmigt._
Repartitio
bezahlt den 17. Februar 1770 Löbl. Spital- und Kloster
St. Catharina fl. 1200·-
bezahlt den 24. Januar 1770 " Closter Amt St. Clara " 900·-
bezahlt den 3. Februar 1770 " Landalmoßamt " 1000·-
" Stadtalmoßamt " 400·-
den 3. Februar 1770 bezahlt " Marthaspital " 25·-
den 24. Januar 1770 bezahlt " Mendel
XII-Brüderstiftung " 400·-
bezahlt den 26. Januar " Geistl. Güter auf dem
Land " 500·-
d. 24. Jan. 1770 Jobst-Stiftung zalt
d. 25. D. 1770 St. Peter u. Paul Stift
zalt
d. 25. Jan. z. St. Leonh Vier Siechköbel und
do. St. Joh. u. Sonder Siechen-St. Sondersiechen à 30 fl. " 150·-
1770 d. 24. Jan. zalt Heil Kreuzstiftung " 25·-
-----------------
Summe fl. 4600·-
Losungamt
den 18. Januar 1770
_Städt. Archiv Nürnbeg._
Anmerkungen.
[1] Urkunde Kaiser Heinrichs IV. vom 19. Juli 1062, wodurch er den
Kanonikern zu Bamberg den von seinem Vater an Nürnberg
übertragenen Markt mit dem Zoll und der Münze an Fürth
zurückgibt. Mon. Boic. XXIX, Nr. 406.
[2] Die zuerst von Baader in seinen Beiträgen zur Kunstgeschichte
Nürnbergs, I (Nördlingen 1860), S. 49, aufgestellte, dann von
der kunsthistorischen Lokalforschung aufgenommene und von dieser
in die allgemeine Kunstgeschichte übergegangene Behauptung, die
Kirche St. Sebald sei 1256 in ihrem Hauptteile fertiggestellt
und geweiht worden, erweist sich als nicht stichhaltig, da dies
aus der Ablaßurkunde des Bischofs Heinrich von Bamberg vom 1.
Oktober 1256 nicht geschlossen werden darf. Vgl. hierüber außer
Baader insbesondere noch Sighart, Geschichte der bildenden Künste
im Königreich Bayern, München 1862, S. 235, ferner Schnaase,
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter, Düsseldorf
1872, Bd. III, S. 348, B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen
in Bayern etc., München und Leipzig 1888, S. 154 und Dehio und
Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892,
1, S. 500. Beim Dom zu Bamberg, mit welchem St. Sebald in engem
baugeschichtlichem Zusammenhang steht, hat man in der Datierung
einen ähnlichen Fehler begangen und eine Ablaßurkunde von 1274
dahin gedeutet, als sei zu dieser Zeit noch an der Vollendung
des Domes gearbeitet worden. Bezüglich der Einweihungsurkunde
vom 17. August 1274 siehe das folgende Kapitel sowie Beilage
4. Den Inhalt der Urkunde vom 1. Oktober 1256 gibt Lang, Reg.
B. III, 83, kurz wieder mit: »Henrici episcopi Babenbergensis
indulgentiae pro ecclesia parochiali sancti Sebaldi in Nuremberg.
Dat. die sancti Remigii (1. Oktober)«, spricht demnach nicht von
einer Einweihung.
[3] Über die Kapelle St. Peter wurde urkundliches Material nicht
gefunden. Nur spätere Chroniken berichten von ihr in der
bekannten sagenhaften Art und abweichend voneinander. Über die
ehemalige Existenz der Kapelle jedoch -- darin stimmen alle
Chroniken überein -- besteht kein Zweifel. Möglicherweise hat sie
an Stelle des jetzigen Peters- oder Westchores gestanden.
[4] Vgl. Otto Schulz, Die romanischen Bauteile von St. Sebald und ihre
Instandsetzung, in der Zeitschrift für Bauwesen, Berlin 1908, S.
529 f., sowie bezüglich der während der letzten Restaurierung
gemachten baugeschichtlichen Feststellungen: Derselbe, Die
Wiederherstellung der St. Sebaldkirche in Nürnberg 1888-1905 in
den Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg.
1905.
[5] Anderweitiger Schmuck war nur spärlich vertreten. Im Mauerwerk
des jetzigen Ostchors befinden sich Steine, welche vom
romanischen Bau stammen. Dieselben zeigen den Zahnschnitt.
Ein auf dem Dachboden gefundener, jetzt im Lapidarium (ehem.
Westkrypta) aufbewahrter Stein hat Flechtwerk.
[6] Für den nachträglichen Anbau der beiden Portale an die Turmhallen
hat Prof. Schmitz nachfolgende Gründe geltend gemacht: 1. Das
Mauerwerk der Portale hat einen auffallend weiten Vorsprung vor
die Mauerflucht der Türme. 2. Der Steinverband zeigt, daß ein
organischer Zusammenhang zwischen dem Mauerwerk der Portale
und dem der Türme nicht besteht. 3. Das südliche Portal steht
nicht in der Achse des alten Seitenschiffes. 4. Die Segmentbögen
über den Türöffnungen im Innern haben dieselbe Form wie die der
Portale an den gotischen Seitenschiffen. 5. Die Steinquadern der
Dachschrägen der Portale haben sich bei der Abnahme anläßlich
der jetzigen Restaurierung als auf allen Seiten sauber behauen
erwiesen, was nur damit erklärt werden kann, daß sie von einem
anderen Bau herrühren. 6. Die Bogenquadern zeigen an den
Fugenkanten Beschädigungen, welche nicht auf Verwitterung,
sondern auf einen stattgehabten Abbruch oder Transport deuten. 7.
Die Profilierung des Dachgesimses ist gotisch. 8. Die Risse im
Mauerwerk über den Segmentbögen weisen auf ein späteres Einsetzen
der Portale hin.
[7] Weese, Die Bamberger Domskulpturen, Straßburg i. E. 1897,
S. 3 ff., und derselbe in der geschichtlichen Einleitung zu
Aufleger, Der Dom zu Bamberg, München 1898, hat das einschlägige
Urkundenmaterial in der Hauptsache zusammengestellt.
[8] Näheres bei B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen durch Bayern,
Bayerisch-Schwaben, Franken und die Pfalz, München und Leipzig
1888, S. 50 ff., S. 65 ff. und S. 147 f., und bei Dehio und
Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892,
Bd. I, S. 176 ff.
[9] Bei den doppelchörigen Anlagen mit westlichem Querschiff, wie sie
den vorhin erwähnten Bauten, den Domen von Mainz und Worms
einerseits, dem Augsburger Dom, St. Emmeram und Obermünster zu
Regensburg und dem Dom zu Bamberg andererseits, eigen sind, war
der Westchor fast regelmäßig dem hl. Petrus geweiht. Bezüglich
der Sage des hl. Sebald siehe die ausführliche Wiedergabe der
Legende bei Reicke, Geschichte der Reichsstadt Nürnberg, Nürnberg
1896, S. 20 ff.
[10] Die Kleeblattblendbögen unter den Ostchorfenstern und an den
Ostchorschranken des Bamberger Domes bleiben hier außer Betracht,
da sie einer viel früheren Zeit, nämlich dem Bau von 1186-1201,
angehören.
[11] Die Maße sind selbstverständlich abgerundet. Genau betragen
dieselben in Metern ausgedrückt bei Bamberg 24,8 : 12,6 und bei
Nürnberg 19,75 : 7.
[12] Dehio und Bezold, a. a. O. 1, 517 ff.
[13] Siehe Städtechroniken: Nürnberg, Bd. I, S. 320. Verschiedene
Angaben über die Geschichte des Klosters Ebrach beruhen auf
freundlicher Mitteilung seitens des kgl. protestantischen
Pfarrers am Zuchthause Ebrach, Herrn Dr. Jäger, welcher
inzwischen seine Forschungen über das Kloster in einer
umfassenden Arbeit niedergelegt hat: Die Klosterkirche zu Ebrach.
Ein kunst- und kulturgeschichtliches Denkmal aus der Blütezeit
des Zisterzienserordens. Von Dr. Johannes Jäger. Würzburg 1903,
Stahelsche Verlagsanstalt.
[14] Hier muß wiederholt betont werden, daß die Blendarkaden im
Bamberger Ost- oder Georgenchor nichts mit denen in Ebrach zu tun
haben, da sie einer früheren Zeit angehören. Es ist somit irrig,
wenn Weese, Bamberger Domskulpturen, S. 10, sagt, das Innere des
Georgenchores bilde mit der Michaelskapelle eine Gruppe, in der
durchgehende Züge nicht zu verkennen seien. Es soll damit nicht
bestritten werden, daß die ersten Kleeblattblendbögen in Bamberg
von Zisterziensern vermittelt wurden, nur war eben nicht das
Ebracher Kloster der Ausgangspunkt.
[15] So M. M. Mayer, a. a. O. S. 5. Nach ihm hätte Friedrich
Holzschuher etliche Zinse, von der Kirche an seinen Vater
Herdegen Holzschuher verkauft, um die baufällige Kirche -- die
eine (vielleicht nördliche) Seite war baufällig geworden -- mit
dem Erlös wieder herstellen zu lassen. Auch Baader, Beiträge,
I, 50, sagt, 1309 hätte eine der beiden Abseiten einzufallen
gedroht, allein ein edler Bürger, Friedrich Holzschuher, hätte
sich mehrerer Güter entäußert und mit dem gelösten Geld den
Baufall gewendet. Baader weiß also nicht einmal, daß Friedrich
Holzschuher Pfleger bei St. Sebald war und daß er ein Haus,
dessen Besitzerin die Kirche war, als Gotteshauspfleger
verkaufte. Baader und Mayer scheinen auf die gleiche Quelle, etwa
auf eine Chronik, zurückzugehen, da beide von der Baufälllgkeit
nur =eines= Seitenschiffes wissen. Rée, Nürnberg (in den
Berühmten Kunststätten, Nr. 5), 3. Aufl. 1907, S. 39 ff. gibt
bereits richtig die engen Raumverhältnisse als Grund für den
Umbau an.
[16] Siehe Mummenhoff, Altnürnberg (Bayerische Bibliothek, Bd. 22).
Bamberg 1890. S. 71 ff.
[17] Vgl. M. von Kramer, Die Umbauten am nördlichen Seitenschiff der
Sebalduskirche zu Nürnberg. In der Zeitschrift für Geschichte der
Architektur, III. Jahrgang (1909), S. 35 ff.
[18] Städtechroniken, Bd. I, Einleitung; auch für das Folgende.
[19] Mummenhoff, Altnürnberg, Bamberg 1890.
[20] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 23. Februar
1358 (nicht 16. Februar, wie in den Städtechroniken, Bd. I, Beil.
II, zitiert wird) im K. Bayer. Allgem. Reichsarchiv, St. Sebald
Nr. 79: »... (ecclesia) que reformacione seu reedificacione
indiget necnon in libris, calicibus ceterisque ecclesiarum
ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi ecclesie pro
restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates...« --
Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 21. September
1358 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 82: »... Cum igitur, sicut
accepimus, parrochialis ecclesia sancti Sebaldi predicta in
edificiis et aliis ornamentis ecclesiasticis defectus notabiles
patiatur nec eidem pro restauracione predictorum proprie
sufficiunt facultates ...«
[21] Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch. Urkunde im
Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 96 vom 6. Mai 1360.
[22] Städtechroniken, I, 353: »Item in derselben jarzal des kunigs
gepurt (1361) in demselben sumer da ward sant Seboltz chor
angefangen« (Chronik bis 1434) und III, 155: »Auch kürzlich
darnach (nach dem Ausbau und der Bemalung des Rathauses unter
Ludwig dem Bayern) wart sant Sebolts kor angefangen und etlich
grunft [=Gruft] abgetan und geebnet, da nun alter steent«
(Meisterlin). Ferner Städtechroniken IV, 126: »In demselben jar
(1361) wart sant Seboltz kor angefangen« (Jahrbücher des 15.
Jahrhunderts). Vgl. auch Städtechroniken, IV, 61, Anm. 3.
[23] Ablaßurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom Jahre 1362
im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 100: »... qui ad novam structuram
parochialis ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg suas largiti
fuerint elemosinas necnon eidem caritativa subsidia et manum
porrexerint adiutricem quique etiam personaliter laboraverint in
eadem ...«
[24] Städtechroniken, I, Beil. II, wo die Urkunde, Reichsarchiv,
St. Sebald Nr. 107, abgedruckt ist. Siehe auch Mummenhoff, Das
Rathaus in Nürnberg, Nürnberg 1891, S. 12, wo für »im Osten des
Rathauses« »im Westen des Rathauses« zu lesen ist.
[25] Urkunde vom 17. Dezember 1364 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 109.
[26] Urkunde vom 23. Oktober 1365 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr.
115: Bischof Friedrich von Bamberg bestätigt den für den
Jakobsaltar präsentierten Vikar Priester Ulrich Kemnater.
[27] Urkunde vom 3. Juli 1370 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 124, laut
welcher Bischof Ludwig von Bamberg die Stiftung einer Pfründe
»in altari eiusdem beatissime Marie virginis =sito in cripta=
parrochialis ecclesie sancti Sebaldi« bestätigt.
[28] Siehe die Urkunden im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 125 vom 4. Juli
1370 (Bestätigung einer Pfründe auf den Zwölfbotenaltar), Nr. 128
vom 11. Dezember 1371 (»Consens vnd ordinacion der Vörchtelpfrund
auf Sant Sebalds altar«), Nr. 129 vom 11. Dezember 1371.
[29] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 152, laut welcher Kardinal
Pileus einen Ablaß für die Messe des Marienaltares erteilt.
[30] Urkunde im Stadtarchiv Nürnberg, St. Sebald Nr. 39, 132 vom 20.
Dezember 1372: Die Witwe Margareta Has erhält für ihre
abgebrochene Brotbank eine andere an einem Pfeiler des St.
Sebaldchores unter der Bedingung, den jährlichen Zins wie zuvor
an die Deutschherren zu entrichten und für den Fall, daß die
Kirchenverwaltung von St. Sebald oder der Rat die Brotbank
erwirbt, ihre Rechte für 80 fl. abzutreten. Urkunde ebenda, Nr.
40, 134, vom 15. Oktober 1372: Die Kirchenpfleger von St. Sebald,
Michael Grundherr und Heinrich Semler, verpflichten sich, die
Brotbänke, welche die Pächter für die abgebrochenen Bänke an den
Pfeilern des Sebalduschores erhielten, wenn notwendig, einzulösen.
[31] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 146: »Cum igitur
dilectus in Christo magister fabrice ecclesie sancti Sebaldi in
Nurenberg Bambergensis diocesis totaque communitas ibidem ad
ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem gerant devocionem et
affectionem ipsamque reparare et sustentare, sicut accepimus,
intendant, ad cuius perfectionem eiusdem ecclesie non suppetunt
facultates, sintque ad hoc Christi fidelium suffragia necessaria
et etiam oportuna ...« Siehe auch Städtechroniken I, Beil. II.
Ferner Urkunde vom 18. Juni 1379 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr.
149, laut welcher Kardinal Pileus mehrere Ablässe bestätigt.