=Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Parabel des Verlorenen

Sohnes.= Tuchersche Stiftung. Um 1460. 1. =Fünf Darstellungen=:

Der Jüngling auf schlechtem Lebenswandel (?), er wird von Weibern

fortgejagt, weibliche allegorische Figur mit den Wappen der Tucher und

Stromer, der Jüngling hütet Schweine, er kehrt zurück. L. 3·85 m, H.

0·63 m. 2. =Vier Darstellungen=: Zu Ehren des Wiedergefundenen wird ein

Kalb geschlachtet und ein Festmahl gehalten, der vom Feld heimkehrende

ältere Bruder erkundigt sich bei Zimmerleuten nach dem Vorfall und

weigert sich, an dem Festmahl teilzunehmen. Auf der letzten Darstellung

rechts oben das Tuchersche und unten das Stromersche Wappen. L. 3·14 m,

H. 0·63 m. Hintergrund dunkelblau mit Bäumen und anderen stilisierten

Pflanzen, im Vordergrunde Blumen. Die Darstellungen sind durch Säulen

getrennt. Vorzügliche Arbeit.

[Illustration: Abb. 135. Gobelin mit Darstellung der Geburt Christi,

1495.]

[Illustration: Abb. 136. Mittelstück des Gobelins von 1495.]

=Wandteppich mit zwei Darstellungen der Grablegung einer Heiligen=

(Katharina?). Um 1460. Tuchersche Stiftung. Links: der Leichnam wird

von schwebenden Engeln gebracht; rechts: der Leichnam wird von den

Engeln ins Grab gesenkt. Ohne äußerliche Trennung. L. 1·72 m, H. 0·78 m.

Hintergrund blau mit Blumen und Bäumen. Unten in der Mitte die Wappen

der Tucher und Stromer.

=Wandteppich mit der Darstellung der Geburt Christi und vier Heiligen=

(Abb. 135, 136) über dem Hauptaltar. Laut Inschrift vom Jahre 1497. Die

Darstellung der Geburt Christi mit Anbetung der Hirten und Engel in der

Mitte, seitlich abgeschlossen durch je eine Säule, links die Heiligen

Barbara und Johannes der Täufer, rechts ein heiliger Mönch mit Stock und

Buch und die hl. Katharina. L. 3·04 m, H. 0·85. Als Hintergrund reiche

Landschaft. Starke Verwendung von Gold. Oben rechts die Buchstaben D. S.

Vorzügliche Arbeit. Der Gobelin soll ursprünglich beim Muffelschen Altar

an der Wand gehangen haben.

[Illustration: Abb. 137. Katharinenstatue. Vom Portal des südlichen

Seitenschiffes.]

=Kanzelbekleidung=: L. 3·47 m, H. 1·13 m. Seide. Karmoisin, klein

gemustert. Unten Ornamentstreifen (H. 17 cm) und in der Mitte

Wappenschild (H. 48·5 cm, Br. 45·5 cm) mit Auferstehung Christi.

Applikationsstickerei. Vom Jahre 1643. Auf der Rückseite Pergament

aufgenäht: »Achatius Hilling von Elnbogn Burger vnd Handelsmann in

Nürnberg vnd Sabina deßen Ehew: eine geborne Waldmannin, verehrten auß

Gottseel: Eifer in die Pfarrkirch S: Sebaldi dieße Cantzeldeck, d.

21. Dec: Ao. 1643«. Mit zugehörigem Überhangstreifen aus dem gleichen

Seidenstoff. 3·50 m lang, 0·30 m hoch.

=Kanzelbekleidung=: L. 3·40 m, H. 1 m. Grüner, klein gemusterter

Seidendamast mit grünen Seidenfransen. In der Mitte ein Kruzifixus

in reicher farbiger, zum Teil in Gold gehaltener, sehr erhabener

Applikationsstickerei. 17. Jahrhundert. Hierzu ein Überhangstreifen aus

dem gleichen Seidenstoff, ebenfalls mit Fransen. 3·75 m lang, 0·30 m

hoch.

=Antependium= zum Tucheraltar: L. 2 m, H. 0·80 m. Großes rotes

Rankenornament auf orangefarbenem, klein gemustertem Seidenstoff. 18.

Jahrhundert; wohl italienische Arbeit. Unten rechts ist ein kleines,

altes gesticktes Tucherwappen aufgenäht. Stiftung des Freiherrn Heinrich

von Tucher.

=Antependium= zum Hauptaltar: L. 4·30 m, H. 0·95 m. Roter Seidendamast

mit großem Granatapfelmuster und rotem Fransenbesatz. Italienisch, 19.

Jahrhundert. Links unten das Tuchersche Wappen zwischen den Buchstaben

C und T und die Jahreszahl 1897 in Stickerei. Stiftung des Freiherrn

Christoph von Tucher.

=Antependium= vom Muffelaltar: L. 2·40 m, H. 0·75 m. Schwerer

roter Seidendamast mit Blumenmuster und rotseidenem Fransenbesatz.

Italienisch, 17.-18. Jahrhundert. In der Mitte unten ist ein auf

Pergament gemaltes Muffelsches Allianzwappen mit der Jahreszahl 1704

aufgeklebt.

=Zwei Stücke eines Altarbehanges=: Je 2·50 m lang und 0·80 m hoch.

Buntfarbige Seidenstickerei mit in Wellenlinien angeordneter Musterung

und breiter Borte, die durch stilisiertes Blumen- und Rankenwerk

gemustert ist. Bunte Seidenfransen. 18. Jahrhundert. Hierzu noch ein

Stück der gleichen Borte. 1·85 m lang; 0·30 m breit.

=Antependium am Löffelholzaltar=: L. 2·90 m, H. 0·80 m. Roter Sammet mit

Goldborte. In der Mitte unten ein Löffelholzisches Allianzwappen und die

Jahreszahl 1772 in Stickerei.

=Antependium am Halleraltar=: L. 2 m, H. 0·90 m. Roter verschossener

Seidendamast mit großen Blumen gemustert. In der Mitte unten ein

Allianzwappen und die Jahreszahl 1746 in Stickerei.

=Antependium= an der Mensa unterhalb der Kraftschen Kreuztragung: L.

1·90 m, H. 0·90 m. Ähnlicher verschossener roter Seidendamast mit

Blumengirlanden als Muster. In der Mitte unten die gleichen Wappen, doch

umgestellt, und die Jahreszahl 1743 in Stickerei.

=Antependium am Tucheraltar=: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Roter Sammet mit

Goldborte. In der Mitte unten ein Wappen der Tucher in Stickerei. Stoff

und Borte 18. Jahrhundert.

[Illustration: Abb. 138. Kopf der Katharinenstatue vom Portal des

südlichen Seitenschiffes.]

[Illustration: Abb. 139. Lapidarium in der westlichen Krypta.]

=Antependium am Petrusaltar=: L. 3·60 m, H. 1·05 m. Grüngelber,

klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten

Endter-Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei.

=Antependium am Muffelaltar=: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Bordeauxfarbiger,

klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten ein

Kressisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei.

Außer diesen Paramenten werden in der Kirche noch einige Reste von

älteren Damaststoffen und Sammeten sowie Borten aufbewahrt. Zur

Bekleidung des Hauptaltares und der Kanzel außerhalb der Festzeiten

dienen neuere Behänge aus rotem Sammet.

7. Sammlung alter Skulpturen und Baureste. -- Büchersammlung.

Die Sebalduskirche besitzt eine =Sammlung von alten Skulpturen,

Bauresten und technischen Modellen=, die während der letzten

Wiederherstellung von Prof. Schmitz angelegt wurde und zu ihr in

Beziehung steht. Die Gegenstände sind an drei verschiedenen Orten

untergebracht.

Zunächst beanspruchen unsere Aufmerksamkeit mehrere zum Teil

überlebensgroße Steinfiguren im nördlichen Seitenschiff neben der

Turmhalle. Es befinden sich darunter Sebaldus und Maria vom Brauttor,

Petrus und Katharina (Abb. 137, 138) vom südlichen Seitenschiffportal

sowie andere Statuen aus Stein, die teils wegen ihrer fortgeschrittenen

Verwitterung, teils, weil ihre Verwitterung in Bälde zu befürchten war,

an diesen geschützten Ort verbracht und am Gebäude selbst durch Kopien

ersetzt wurden.

Das Lapidarium in der westlichen Krypta (Abb. 139) enthält sodann eine

große Anzahl originaler Steinreste, welche ebenfalls für die während der

Wiederherstellung erneuerten Bauteile als Vorbilder und Anhaltspunkte

dienten. Aus der romanischen Zeit finden sich Kapitäle, Bogenfriese,

Säulen und andere zum Teil reich skulptierte Werkstücke, aus der

gotischen Zeit eine Reihe von sehr wertvollen Konsolen, Kapitälen,

Baldachinen und anderen architektonischen Details. Daneben sind die

Originale verschiedener erneuerter Epitaphien (darunter die Auferweckung

des Lazarus von Veit Stoß) sowie mehrerer kleinerer Steinfiguren

aufgestellt, auch andere interessante alte Bauteile, als Dachendigungen,

Dachdeckungsmaterialien, der Rest eines romanischen Fußbodens sowie

merkwürdige Probestücke mittelalterlicher Bautechnik wie späterer

Restaurationen.

[Illustration: Abb. 140. Auferweckung des Lazarus. Relief vom südlichen

Seitenschiff (jetzt in der Bausammlung).]

[Illustration: Abb. 141. Übermalter Holzschnitt in einem der Exemplare

des »Liber missalis«, Bamberg 1490.]

[Illustration: Abb. 142. Randverzierung in Miniaturmalerei in einem der

Exemplare des »Liber missalis«, Bamberg 1490.]

Eine Fortsetzung findet diese Sammlung in den im Obergeschoß der

nördlichen Sakristei in Schränken und Vitrinen aufgestellten

Gegenständen. Hier sehen wir zunächst kleinere Fundstücke, u. a. einen

in der Türmerstube aufgefundenen Frauenschuh des 15. Jahrhunderts

(Duplikate desselben besitzen das Germanische Museum und das Bayrische

Nationalmuseum in München), altes Steinwerkzeug sowie sehr wertvolle

Reste von mittelalterlichen Freskomalereien, welche ehemals die Wand

hinter dem Marienbilde Hans von Kulmbachs oberhalb der Tucherschen

Chorstühle schmückten (s. o., S. 176).

Handelt es sich bisher um Originalstücke, so reiht sich diesen nunmehr

im gleichen Raume neben einer Anzahl von Plänen und Photographien

eine Sammlung von künstlerischen und technischen Modellen der letzten

Wiederherstellung an. Die 1899 erfolgte Ausgrabung der Ostchorkrypta

ist in einem Modell anschaulich dargestellt. Von den ausgeführten

schwierigen konstruktiven Arbeiten dieser Zeit geben diese in kleinem

Maßstabe als Studienmodelle sehr sorgfältig gefertigten Darstellungen

ein interessantes und übersichtliches Bild. Da sie für eine Reihe von

Detailfragen der Denkmalpflege die seitens der wiederherstellenden

Architekten gewählte Methode zeigen, so bilden sie gewissermaßen ein

kleines, aber eigenartiges Denkmalpflegemuseum, in dem für andere Fälle

schätzenswerte Erfahrungen aufgehoben sind.

Gelegentlich des Denkmalpflegetages 1905 war die Sammlung in der

Moritzkapelle, die sie ganz ausfüllte, vereinigt und erfreute sich eines

regen Interesses der sachverständigen Teilnehmer. Ein erläuterndes

Schriftchen dazu verfaßte Dr. E. Reicke, Kustos an der Stadtbibliothek

und am städtischen Archiv zu Nürnberg. Druck von J. L. Stich.

[Illustration: Abb. 143. Miniaturmalerei in einem der Exemplare des

»Liber horarum«, Bamberg 1501.]

Erscheint es durchaus veranlaßt, daß sowohl die alten wie die neuen

Teile der beschriebenen Sammlung in der Kirche selbst -- zu der sie in

engster Beziehung stehen -- verbleiben, so muß doch bedauert werden, daß

es an einer Pflege der Sammlung, welche vor allem katalogisiert werden

sollte, fehlt. Es ist zu fürchten, daß die in der Krypta und Sakristei

untergebrachten Gegenstände über kurz oder lang in Verlust geraten oder

verkommen.

* * * * *

Außerdem befindet sich im Besitz der Kirche noch eine $Büchersammlung$

von einigen hundert Bänden, die an vier verschiedenen Orten:

im Pfarrhaus (der größte und wichtigste Teil der eigentlichen

Kirchenbücher), im Muffelschen Altar (auch im wesentlichen

Kirchenbücher, darunter auch einige Bände »Verkündigungen« und

»Kindertüchlein«-Bücher), in der nördlichen Sakristei und in einem

Schrank des kleinen Museums über dieser Sakristei (Sebald Schreyersche

Manuskripte, alte Drucke usw.) aufbewahrt werden.

Die Ehebücher beginnen bei St. Sebald mit dem Jahre 1524, die Taufbücher

1533, die Totenbücher 1547. Die letzteren liegen etwa vom Ende des 17.

Jahrhunderts an größtenteils in zwei Niederschriften vor und ihr Inhalt

wiederholt sich außerdem noch einmal in den Totenbüchern des Königlichen

Kreisarchivs.

Unter den übrigen Handschriften sind von erheblichem historischem

Interesse namentlich noch die Rechnungsbücher, die Sebald Schreyer als

Kirchenmeister von St. Sebald geführt hat. Zwei derselben betiteln sich:

»Einnemen S. Schreyers der zins vnd gült«; das eine reicht von 1482 bis

1491, das andere von 1491 bis 1503. Ein drittes inhaltlich besonders

interessantes Manuskript ist überschrieben: »Rechnung einnemens und

ausgebens S. Schreyers von 1482 jar untz in das 1494 jar«. Es ist ein

Folioband, während jene Schmalfoliobände sind. Alle drei Bücher sind in

Schweinsleder gebunden, mit Granatapfelmusterpressung verziert und mit

Messingecken und hübschen Messingschließen versehen.

Ein Perpamentmanuskript, das die Legende des hl. Sebald enthält,

gepreßter Schweinslederband in 2º mit zwei Ketten, auf der ersten Seite

eine gute, doch etwas verdorbene Miniatur (St. Sebald darstellend),

Ende des 15. Jahrhunderts, sowie ein Buch mit Gebeten und Hymnen, 1534

geschrieben, Klein-2º, sind von geringerer Bedeutung.

Auch unter den Drucken sind die auf Sebald Schreyer zurückgehenden,

d. h. durch eine Stiftung dieses bedeutenden Kunstfreundes an die Kirche

gekommenen die wertvollsten. Es sind ausweislich der kalligraphisch

eingeschriebenen Widmungen:

»Liber missalis«. Bamberg, Johann Sensenschmidt und Heinrich

Petzensteiner, 1490, 2º. Drei auf Pergament gedruckte und mit Initialen

(auf Goldgrund) in Handmalerei (Abb. 141, 142) auf das reichste

geschmückte vortrefflich erhaltene Exemplare. Gleichzeitige gepreßte

braune Ledereinbände mit Messingbeschlägen.

»Liber horarum« (Pars maioris breviarii hyemalis). Bamberg, Joh.

Pfeyl, 1501, 2º. Drei ebensolche Exemplare (Pergamentdrucke) mit

reichem handgemaltem Initialenschmuck (Abb. 143), deren jedes überdies

auf dem Widmungsblatte noch eine treffliche, etwa dreiviertel der

Seite einnehmende Miniaturmalerei aufweist, zweimal Paul Volckamer

als Mitstifter und Sebald Schreyer zu den Seiten des heiligen

Sebald, im dritten Exemplar Sebald Schreyer und seine Frau im Gebet

vor einem geöffneten Flügelaltar knieend, der die Madonna zwischen

den Heiligen Rochus und Sebald einerseits, Lorenz und Sebastian

andererseits und in der Bekrönung den Evangelisten Johannes zeigt.

Gleichzeitige Pergamenteinbände mit gepreßten Mustern und ornamentierten

Messingbeschlägen.

Von den übrigen Drucken seien noch folgende zum großen Teil mit

Holzschnitten geschmückte kurz angeführt:

»Psalterium Romanorum« mit dem Wappen des Kardinals Albrecht von

Brandenburg in Holzschnitt von 1520. O. O., J. (1520) und Dr.

Pergamentdruck in Imperial-2º von prächtigster Erhaltung. Der Einband

von 1655 mit den drei nürnbergischen und dem Imhoffschen Wappen sowie

der Bezeichnung »Bib. Nor.« in Goldpressung und mit Messingbeschlägen.

Die Propheten alle Deutsch. D. Mar. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1532,

2º.

Dasselbe in der Ausgabe 1536.

Desgleichen in der Ausgabe von 1571.

Biblia. Doct. Mart. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1571, 2º.

Psalterium Davidis. Noribergae. In officina typographica Valentini

Neuberi. 1583, Klein-8º (drei Exemplare).

Veit Dieterich, Summaria über die ganze Bibel. Nürnberg, Paul Kauffmann,

1597, 2º.

Biblia. Frankfurt a. M., Johann Saur, 1606, 2º.

Biblia. Wittenberg, Zacharias Schürer, 1621, 2º.

Biblia. Lüneburg, Johann und Heinrich Stern, 1656, 2º.

u. s. w.

[Illustration: Abb. 144. Konsekrationsurkunde des Hochaltares von 1379.]

[Illustration: TAFEL XV. Thronende Maria mit Heiligen.]

Urkundliche Beilagen.

Die folgenden Urkunden und Urkundenauszüge sind bei der besonderen

Wichtigkeit, die sie vom Standpunkte der historischen und

kunsthistorischen Forschung für die Geschichte der St. Sebaldkirche

beanspruchen dürfen, ausgewählt worden. Je nach Bedeutung und Bedürfnis

sind die einzelnen Stücke entweder in ihrem ganzen Umfange oder im

Auszuge wiedergegeben oder ihr Inhalt nur in aller Kürze hervorgehoben

worden. Die Originale der Urkunden bis zum Jahre 1401 sind sämtlich

im Königlichen Allgemeinen Reichsarchiv zu München aufbewahrt.[XXV]

Von einer ganzen Reihe weiterer Urkunden sind kurze Regesten in der

chronologischen Übersicht (siehe S. 234) gegeben.

[XXV] Siehe im übrigen den Schluß der Vorrede.

1. _Nürnberg 1255, Juli 29._

_Bischof H[einricus] von Samland verleiht_ ... omnibus cum debita

devotione venientibus ad dedicationem altaris sancti Stephani siti in

parrochia[XXVI] sancti Sebaldi in Nurenberc penitentibus et confessis

_40 Tage Ablaß der schweren, ein Jahr der läßlichen Sünden und eine

halbe Carina[XXVII] von der ihnen auferlegten Buße._

Datum Nurenberc anno domini 1255 in festo prenotato [sancte Margarete].

_Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._

[XXVI] Statt: in parrochiali ecclesia.

[XXVII] Carina, carena, quadragena, Buße durch 40tägiges Fasten.

2. _Nürnberg 1256, Oktober 1._

_Bischof Heinrich von Bamberg verleiht allen Christgläubigen, welche

die Pfarrkirche zu St. Sebald in Nürnberg_ in die dedicacionis -- _am

Kirchweihtage -- und an den Festtagen der Apostel Petrus und Paulus und

des hl. Sebald besuchen und ihre Almosen darreichten, einen Ablaß von 40

Tagen und einer Carrina._

Datum Nurenberc 1256 in die sancti Remigii.

_Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._

3. _Bamberg 1273, August 8._

_Bischof Berthold von Bamberg ermahnt alle Christgläubigen_ -- cum

igitur ecclesia sancti Sebaldi in Nurenberch in vitris et in quibusdam

allis ad suum ornamentum et decorem necessariis defectum paciatur --,

_zum Nachlaß ihrer Sünden für die Herstellung jener Bedürfnisse ihre

hilfreiche Hand darzubieten, und erläßt allen wahrhaft Reumütigen

nach abgelegter Beichte und Darreichung ihres Almosens 40 Tage Ablaß

von den schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden und verleiht

den Pfarrkindern, welche den Gottesdienst daselbst fleißig besuchen,

denselben Ablaß._

Datum apud Babenberch anno domini millesimo ducentesimo septuagesimo

tercio in die beate Afre.

Original-Pergament mit an rotweißer Seidenschnur anhangendem kleinem

Fragment des bischöflichen Siegels.

4. _1274, August 17._

_Bischof Berthold von Bamberg verleiht, nachdem er am 10. September

1273_ -- hinc est, quod ob dilectionem et precum instanciam honorabilium

virorum Chunradi buttugelarii, Marquardi sculteti et universitatis

civium in Nurenberg in dominico die post nativitatem gloriosissime

virginis Marie consecravimus chorum et altare parrochialis ecclesie

sancti Seboldi -- _Chor und Altar der Pfarrkirche St. Sebald eingeweiht,

allen wahrhaft Reumütigen, welche gebeichtet haben und dort ihre Almosen

am Jahrtage der Einweihung des Chores und des Altares und in den

einzelnen Monaten des Jahres spenden, je 40 Tage Ablaß von den schweren

und ein Jahr von den leichten Sünden und ermahnt die Vorgenannten, von

ihren Gütern_ ad monasterium sancti Sebaldi, _wo ein solcher Ablaß in

jedem Jahre und zu den verschiedenen Zeiten gefunden werde, ihre Almosen

darzureichen._

Datum et actum anno domini 1274 16. kal. sept.

_Original-Pergament mit an gelbvioletter Seidenschnur anhangendem

beschädigtem bischöflichem Siegel._

5. _Nürnberg 1274, November 22._

_Bischof Leo von Regensburg verleiht allen Christgläubigen, welche

die Kirche St. Sebald in Nürnberg an den Festen der Reinigung, der

Verkündigung, der Himmelfahrt und der Geburt Mariens, am Feste des hl.

Sebald und am Jahrestag der Einweihung_ -- ac in anniversario ipsius

ecclesie -- _in Andacht besuchen und zur Kirchenfabrik mit zerknirschtem

Herzen und nach abgelegter Beichte Beiträge spenden, einen Ablaß von 40

Tagen von den schweren und von 80 Tagen von den läßlichen Sünden nach

vorausgegangenem Konsens des Diözesanbischofs._

Datum Nu^erenberch anno 1274 10. kalend. decembr.

_Original-Pergament mit anhangendem Fragment des bischöflichen Siegels._

6. _Nürnberg 1275, Mai 24._

_Bischof Heinrich von Trient, kaiserlicher Protonotar, ermahnt, da die

ehrbaren Bürger und das Volk zu Nürnberg die schöne Kirche daselbst

bauen_ -- cum igitur honorabiles viri burgenses et populares opidi

Nurenbergensis ecclesiam ibidem pulchram construant, sicut fide

didicimus oculata -- _alle Christgläubigen, von ihren Gütern zu dem

genannten Werke fromme Almosen zu spenden, und verleiht allen, welche

zerknirschten Herzens und nach abgelegter Beichte zur Kirchenfabrik

Almosen geben, einen Ablaß von 40 Tagen nach Zustimmung des Diözesans._

Datum Nu^orenberg anno domini 1275 in crastino ascensionis domini.

_Original-Pergament mit anhangendem bischöflichem Siegel._

7. _Bamberg 1283, November 17._

_Bruder Inzilerius vom Orden des hl. Augustinus, Bischof zu Budua,

verleiht_ omnibus corde contritis et confessis, qui cum candelis

accensis in criptam Nurenberg ad altare beate virginis iter suum

direxerint, cum sacerdotes, clerici et scolares constituti ibidem

pernunctiant laudem siue antyphonam de canticis cantant eiusdem gloriose

virginis, _Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und einem Jahr von den

läßlichen Sünden nach erfolgter Zustimmung des Bischofs Berthold von

Bamberg._

Datum in Babenberg anno domini 1283 15. kal. decembr.

_Original-Pergament mit an gelber Wollenschnur anhangendem Siegel._

8. _Nürnberg 1284._

_Bischof Gottfried von Passau verleiht allen Christgläubigen_,

requirentibus siue visitantibus aut recipientibus qualibet noctium ad

laudem beate virginis seu mane ad missam, _wenn sie reumütig sind und

gebeichtet haben, Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von einem

Jahr von den läßlichen Sünden, insbesondere aber denen_, qui veniunt

prenotalis temporibus in criptam gloriose virginis Marie ecclesie sancti

Seboldi Nurenbergensis.

Datum ibidem anno domini 1284.

_Original-Pergament. Siegel abgefallen. Nur noch die weißroten Fäden

vorhanden._

9. _Heilsbronn 1284, April 26._

_Bischof Reinboto von Eichstätt verleiht allen wahrhaft Reumütigen,

die nach abgelegter Beichte an den Marienfesten den Marienaltar_ in

cripta monasterii sancti Sebaldi in Nu^erenberch _in Andacht besuchen,

Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von 100 von den läßlichen

Sünden, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt._

Datum apud Halsbrvnne anno domini 1284 6. kaln. maji.

_Original-Pergament mit an grünweißgelber Wollenschnur anhangendem

bischöflichem Siegel._

10. _Rom 1290._

_Die Erzbischöfe_ Bonaventura Ragusinus _[Ragusa] und_ Petrus

Arborensis [_Arborea_], _die Bischöfe_ Petronus Larinensis [_Larino_],

Guilhelmus Dignensis [_Digne_], Petrus Tirasonensis [_Tarazona_],

Jacobus Treventinus [_Trivento_], Theobaldus Canensis [_Canossa_],

Guillelmus Callensis [_Cagli_], Marcellinus Turtibulensis [_Tortiboli_],

Waldebrunus Avellonensis [_Avellino_], Egidius Urbinas [_Urbino_],

Romanus Crohensis [_Croja_], Bonus Johannes Esculanus [_Ascoli_]

_verleihen allen Christgläubigen, welche wahrhaft reumütig sind,

gebeichtet haben und an einem der vielen namentlich genannten Festtage

der Kirche St. Sebald_ causa devocionis seu peregrinacionis accesserint

aut qui ad fabricam seu reparationem, luminaria, ornamenta uel ad alia

necessaria dicte ecclesie manus porrexerint adiutrices _oder in der

letzten Not der Kirche von ihrem Vermögen etwas vermachen, Ablässe von

40 Tagen, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt_.

Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape

quarti anno tertio.

_Original-Pergament. Von den ursprünglich zwölf anhangenden Siegeln das

zweite abgefallen._

11. _Rom 1290._

_Dieselben Erzbischöfe und Bischöfe ohne Guillelmus Callensis verleihen

allen wahrhaft Reumütigen und Beichtenden, welche den Altar der h.

Jungfrau Maria in der Krypta und den des h. Evangelisten Johannes unter

dem Lettner_ (sub pulpito) _in Andacht besuchen und die Messen an diesen

Altären hören und diese an deren Patronatsfesten in Andacht oder auf

der Wallfahrt besuchen usw_. _(wie in der vorhergehenden Urkunde) den

gleichen Ablaß._

Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape

quarti anno tertio indictione 3^a.

_Original-Pergament mit 13 an rotgelben Seidenschnüren anhangenden, zum

Teil nur mehr fragmentarisch erhaltenen Siegeln._

[XXVIII] Das dritte Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. reicht vom

15. Februar 1290 bis zum 15. Februar 1291. Auf das Jahr 1290

weist auch dasselbe Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. in

Verbindung mit der Rechnung nach der dritten Indiktion hin.

12. _Ulm 1290._

_Bischof Incelerius von Budua bestätigt in Vertretung des Bischofs

von Bamberg einen von sechs Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald

in Nürnberg erteilten Ablaß und gewährt weitere 40 Tage Ablaß von den

schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden allen Christgläubigen,

welche reumütig und nach abgelegter Beichte ihre Almosen spenden._

Ad ampliorem huius rei certitudinum sigillum nostrum presentibus est

appensum.

_Datum fehlt._

_Original-Pergament mit abhangendem Siegel._

13. _Bamberg 1291 Dezember 13._

_Bischof Arnold von Bamberg bestätigt sämtliche von katholischen

Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg erteilten und zu

erwartenden Ablässe._

Die Sebalduskirche in Nürnberg · 第 22 / 29 段