Abb. 343. Ein Bogobo

mit prächtig gestickter Kleidung.]

[Illustration:

Phot. Fay Cooper Cole.

Abb. 344. Zeremonie des Durchpeitschens bei einer Totenfeier der

Tinguianen.

Jeder der männlichen Gäste wird durchgepeitscht, damit alle sich so

traurig fühlen, wie die Familie des Verschiedenen.]

Die Männer tragen Hemden, Jacken und Hosen, dazu eine Schärpe in

leuchtender Farbe und Kopf- oder Halstuch, Leute, die eine Wallfahrt

nach Mekka unternommen haben, auch einen Turban. Ihre Gewänder

sind gleichfalls kunstvoll gestickt und oft aus schwerster Seide

hergestellt. Die Männer tragen das Haar herabfallend, die Frauen

schlingen es zu einem mehr oder weniger phantastischen Knoten. Eine

Eigenart ist das Feilen und Schwärzen der Zähne. -- Besondere Sorgfalt

widmen die Moro ihren Waffen, als da sind der Barong, ein kurzes,

schweres Hackmesser mit einer scharfen Schneide wie ein Rasiermesser

und einem dicken Rücken, sodann der Kris, der Kampilan, ein Schwert

mit zwei Griffen, und die Lanze. Diese Waffen sind durchweg aus dem

allerbesten Material hergestellt, manchmal prächtig mit Gravierungen

und Tauschierung aus Silber verziert.

[Illustration:

Phot. Bureau of Science, Manila.

Abb. 345. Frau der Subanun (westliche Halbinsel Mindanaos),

die sich sehr zu putzen lieben.]

Die Moro finden anscheinend nicht viel +Vergnügen am Tanz+, dagegen

widmen sich ihm viel die Frauen, so bei Hochzeiten und anderen

Gelegenheiten. Ihr Tanz kennzeichnet sich durch Bewegungen mit dem

Oberkörper, die im besonderen die Arme und Hände ausführen, während die

Füße überhaupt nicht in Tätigkeit treten. Die jungen Leute bekunden

nur Interesse an einer Art Kriegstanz, den sie mit Schwert und Stock

bewaffnet aufführen, und bei dem sie mit besonderer Geschicklichkeit

und Schnelligkeit Fechterkunststücke darbieten. -- Die +Musik+, für

die die Moro viel übrig haben, soll ihre Lebensweise widerspiegeln,

ihr Gesang dem Rollen der See ähneln. Das am meisten gebräuchliche

Instrument ist eine Art Xylophon, auf dem die Frauen oft stundenlang

spielen.

[Illustration:

Phot. Bureau of Science, Manila.

Abb. 346. Moromann vom Suluarchipel.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 152 / 207 题