Abb. 252. Dajakfrau in ihrer Tracht.]

Recht mannigfaltig ist der Körperschmuck der Malaien. Kopf, Ohren,

Hals, Brust, Arme und Beine werden mit allerlei Zierat behängt (Abb.

255 und 258), zu dem mit großer Vorliebe bunte Glasperlen (Abb. 256) --

es gibt darunter sehr alte von hohem Wert, die gleichbedeutend mit Geld

sind, ähnlich wie alte Tongefäße (Abbild. 257) --, verwendet werden.

Aber auch Muschelplättchen, Fruchtkerne, bunte Federn, gefärbtes Holz,

Bambusfasern, Zinn, Messing und Edelmetalle (Gold und Silber), sowie

Edelsteine finden Verarbeitung. Wie wohl bei keinem anderen Volke sind

hier allerlei Körperdeformationen sehr beliebt.

[Illustration:

Phot. A. Heim.

Abb. 253. Frauen auf Sumatra im Festschmuck.

Die Mädchen und Frauen der Familien von Rang kleiden sich zu den

Festlichkeiten in farbenfreudige Gewänder, die reich mit Gold und

Silber durchbrochen und von hohem Werte sind, und tragen goldene

Stirnbänder. Die Mädchen lassen sich dem mohammedanischen Brauch

zufolge nur zu solchen Gelegenheiten sehen.]

Allgemein verbreitet ist die Sitte der +Zähneverunstaltung+

(Abb. 259), der beide Geschlechter zur Zeit, wenn die Kinder die

geschlechtliche Reife erlangen, unterworfen werden. Mittels eines

kleinen eisernen Meißels und eines hölzernen Hammers werden die

Schneidezähne beider Kiefer sowie vereinzelt auch noch die Eckzähne

stückweise abgesprengt, bis sie die richtige Form und Länge erhalten

haben, und die Kanten durch Feilen geglättet. Durch dieses sehr

schmerzhafte Verfahren erhält das Profil der Zähne ein sägeartiges

Aussehen. An das Feilen schließt sich dann noch das Schwarzfärben

sämtlicher Zähne an. Zugespitzte und geschwärzte Zähne gelten

allgemein für sehr schön, und mit nicht zu verkennender Verachtung

blicken die so verschönten Malaien auf die Europäer herab, deren

Zähne „denen der Hunde gleichen“. Vornehme Bataker lassen sich

überdies noch schmale Goldstreifen an den Zähnen entlang legen oder

sie mit Goldschlägerhäutchen, die wieder kleine Ornamente aufweisen,

überziehen, auch sie selbst mit Gold- oder Perlmutterstückchen

auslegen (Abb. 259). Die Vornahme des Zähnefeilens ist vielfach mit

Festlichkeiten, zum mindesten mit einem Schmaus verbunden. Auf Celebes

beobachtete man, daß der Operateur für die Arbeit, die er an einer

Prinzessin vorgenommen hatte, ein Huhn erhielt, diesem darauf ein Stück

vom Kamm abbiß und das aussickernde Blut über Zähne und Lippen der

Schönen fließen ließ.

+Tatauierung+ ist gleichfalls ein beliebtes Verschönerungsmittel; die

Muster, die dabei entstehen, pflegen recht abwechslungsreich und oft

ganz geschmackvoll auszufallen (Abb. 261).

[Illustration:

Phot. ~Dr.~ E. Carthaus.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 123 / 207 题