Eine ähnliche Erntefestlichkeit wird auf Ruo (Neuguinea) zu Ehren der
Kokospalme gefeiert, die bekanntlich das Material für Nahrung, Wohnung
und Kleidung liefert und in ganz Melanesien eine außerordentlich
wichtige Rolle spielt. Für diesen Zweck werden die von den Bäumen
gefallenen reifen Nüsse das ganze Jahr hindurch sorgfältig gesammelt
und in einer vor der Sonne geschützten Hütte aufbewahrt. Kurz vor dem
Herannahen des Festtages, der stets auf einen Vollmond fällt, ergehen
Einladungen an die benachbarten und befreundeten Stämme. Die Weiber und
Kinder binden die gesammelten Nüsse in Reihen an Stangen, mit denen der
Tanzplatz abgesteckt wird (Abb. 137). Der eigentliche Festtag wird mit
einem großen Hunde- und Schweineschlachten eingeleitet; das Fleisch
wird zusammen mit Taro, Yams und Bananen in einem mächtigen Topfe
gekocht. Darauf verteilen die Dorfältesten die einzelnen Portionen an
die erschienenen Gäste und ein großes Festessen beginnt, an das sich
der übliche Tanz anschließt. Der Lärm hält bis Sonnenaufgang an.
[Illustration:
Phot. R. W. Williamson.
Abb. 134.
Zwei Mekeomänner im Tanzschmuck,
der aus Muscheln, Hundezähnen, Federn und dergleichen besteht. Die
vorderen Scheiben über der Stirn sind aus Schildpatt mit weißer
Muschelauflage hergestellt und stellen Auszeichnungen für die Tötung
von Feinden dar.