Abb. 133. Tanz beim Yamserntefest.]

Eine ähnliche Erntefestlichkeit wird auf Ruo (Neuguinea) zu Ehren der

Kokospalme gefeiert, die bekanntlich das Material für Nahrung, Wohnung

und Kleidung liefert und in ganz Melanesien eine außerordentlich

wichtige Rolle spielt. Für diesen Zweck werden die von den Bäumen

gefallenen reifen Nüsse das ganze Jahr hindurch sorgfältig gesammelt

und in einer vor der Sonne geschützten Hütte aufbewahrt. Kurz vor dem

Herannahen des Festtages, der stets auf einen Vollmond fällt, ergehen

Einladungen an die benachbarten und befreundeten Stämme. Die Weiber und

Kinder binden die gesammelten Nüsse in Reihen an Stangen, mit denen der

Tanzplatz abgesteckt wird (Abb. 137). Der eigentliche Festtag wird mit

einem großen Hunde- und Schweineschlachten eingeleitet; das Fleisch

wird zusammen mit Taro, Yams und Bananen in einem mächtigen Topfe

gekocht. Darauf verteilen die Dorfältesten die einzelnen Portionen an

die erschienenen Gäste und ein großes Festessen beginnt, an das sich

der übliche Tanz anschließt. Der Lärm hält bis Sonnenaufgang an.

[Illustration:

Phot. R. W. Williamson.

Abb. 134.

Zwei Mekeomänner im Tanzschmuck,

der aus Muscheln, Hundezähnen, Federn und dergleichen besteht. Die

vorderen Scheiben über der Stirn sind aus Schildpatt mit weißer

Muschelauflage hergestellt und stellen Auszeichnungen für die Tötung

von Feinden dar.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 77 / 207 题