durch Pflöcke, die allmählich immer dicker genommen werden.]
Im allgemeinen gibt man sich auf Melanesien bei der +Geburt eines
Kindes+ nicht viel mit Zeremonien ab, jedoch werden hin und wieder
solche angetroffen; öfters beschränken sie sich auch nur auf
Erstgeburten, manchmal auch nur auf Kinder von Häuptlingen. Auf
Neumecklenburg gibt die Geburt eines Erstgeborenen Anlaß zu einem
Scheinkampfe zwischen Männern und Frauen, von denen die ersteren mit
Stöcken, die letzteren mit Steinen und anderen Wurfgeschossen bewaffnet
sind, und einem sich daran anschließenden Schmaus. In den gebirgigen
Gegenden im Innern Neuguineas wird ein solcher Angriff nur von den
Frauen unternommen, so bei den Kuni auf das Haus der Wöchnerin und
das Männerklubhaus, bei den Mafulu auf das Haus des Häuptlings und
gleichfalls auf das Dorfklubhaus; die Weiber, die dabei in vollem
Tanzschmuck sind, sollen ihre Speere und Knüttel mit solcher Kraft
gegen diese Häuser schleudern, daß sie nicht selten durch das Dach
ins Innere dringen. Immer gibt es nach diesen Angriffen ein längeres
Festessen. Auf Kaiser-Wilhelms-Land laufen die Papuaweiber bei der
Geburt eines Erstgeborenen zusammen, jagen die männlichen Verwandten
des Kindes oder werfen auf sie; die Zeremonie endigt auch hier wieder
mit einem Schmaus, an dem bei den Motu-Motu-Leuten nur die „alten
Damen“ teilnehmen dürfen. Auch anderwärts, zum Beispiel bei den Roro,
wird die Geburt des ersten Kindes durch einen Tanz gefeiert, zu dem
man sich prächtig schmückt (Abb. 90). In eigenartiger Weise werden
die neugeborenen Kinder von den Mekeoweibern in einem durch den Kopf
gestützten, nach vorn hängenden Netz getragen (Abb. 93).
[Illustration:
Phot. Mansell & Co.