Auf den Inseln der Torresstraße geht ein Mann, dessen Frau in
Geburtswehen liegt und große Schmerzen erleidet, bisweilen an die See
und taucht immerfort darin unter, möglicherweise stundenlang, bis
das Kind geboren wird, in dem Aberglauben, daß dieses Verfahren der
Mutter eine Erleichterung bringe. Wenn die Geburt sich verzögert, nimmt
der Zauberer irgend einen geweihten Gegenstand und wirft ihn in das
Wasser, damit das Kind zur Welt kommt, oder der Gatte steht so lange
in der See, bis es ihn an den Beinen friert, und hofft auf diese Weise
dasselbe Ergebnis zustande zu bringen. Bei den Motu-Motu pflegt sich
der Mann, sofern die Geburtswehen der Frau sehr heftige sind, dicht
neben sie zu setzen und seine Armspangen abzunehmen, was die Schmerzen
lindern soll. Nach der Geburt legt er sie wieder an.
[Illustration:
Phot. R. W. Williamson.
Abb. 73. Mafulumädchen.
Der Gürtel, aus Rohrstöckchen geschlungen, wird bei knapper Nahrung
oder in der Fastenzeit straffer angezogen, um das Hungergefühl zu
mildern.]
[Illustration:
Phot. Underwood & Underwood.