Die aus Pandanusblättern geflochtenen Matten weisen hübsche Muster auf.]

Auf der Insel Jap (Karolinen) stellt die Schwangere, wenn sie die

ersten Anzeichen ihres Zustandes verspürt, den Geschlechtsverkehr mit

ihrem Manne ein und hält diese Enthaltsamkeit auch noch acht bis zehn

Monate nach der Niederkunft inne. Der Mann entschädigt sich inzwischen

in seinem Klubhaus, wo er sich eine oder mehrere Liebsten hält. Auch

auf den Gilbertinseln lebt der Ehemann während der Schwangerschaft mit

einer anderen Frau in seinem eigenen Hause weiter, während die Gattin

sich in das Haus von Verwandten begibt.

Verschiedentlich bestehen für die Schwangere auch sonstige Verbote. Auf

den Karolinen hat sie mehrere Arten von Kokosnüssen und Brotfrüchte

zu vermeiden und darf nur Kokosmilch als Getränk zu sich nehmen. Auf

Samoa glaubten die Eingeborenen, daß das Übertreten der bestehenden

Vorschriften sich damit rächt, daß das Neugeborene mit einem schwarzen

Mal auf die Welt kommt, wodurch die Sünde der Mutter offenbar wird,

und zwar soll dieses Kainsabzeichen in seinem Aussehen dem Gegenstand

entsprechen, an dem die Mutter gesündigt hatte. So wurde einmal

behauptet, daß ein solches Mal dem Leberlappen eines Schweines gleiche,

den die Schwangere heimlich entwendet und gegessen hätte, ein anderes

Mal, daß es einem Hühnerkopfe ähnlich wäre, weil sie sich mit einer

Nachbarin um das Eigentum einer brütenden Henne gestritten hätte, und

anderes mehr.

[Illustration: Abb. 14. Karolinerinnen von Saipan in Festtracht.]

[Illustration: Abb. 15. Mädchen von Nauru, mit Grasröckchen bekleidet

und mit blumengeschmücktem, herabwallendem Haar.]

[Illustration:

Aus: Kraemer, Hawai.

Die Sitten der Völker, Erster Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 40 / 207 题