Wilhelm I. R.]

Nach etwa zweistündigem Fluge entschlossen sich mein Führer und ich zu

einer Notlandung. Dies ist immer was Unangenehmes, so ohne Flughafen.

Man weiß nicht, wie die Erdoberfläche ist. Kommt ein Rad in ein Loch,

ist die Kiste futsch. Erst versuchten wir noch, auf einem Bahnhof die

Aufschrift der Station zu erkennen, aber Kuchen, natürlich war sie so

klein aufgepinselt, daß man auch nicht einen Buchstaben erkennen konnte.

Also müssen wir landen. Nur schweren Herzens, aber es bleibt uns nichts

anderes übrig. Wir suchen uns eine Wiese, die von oben ganz schön

aussieht, und versuchen unser Heil. Leider sah die Wiese bei näherer

Betrachtung nicht so schön aus. Dies konnte ich auch an einem etwas

verbogenen Fahrgestell feststellen. So hatten wir uns denn völlig mit

Ruhm bekleckert. Erst »verfranzt« und dann die Kiste zerschmissen! Wir

mußten nun also mit einem ganz ordinären Fortbewegungsmittel, dem

#D#-Zug, unsere weitere Reise nach der Heimat antreten. Langsam, aber

sicher erreichten wir Berlin. Wir waren in der Nähe von Leipzig

notgelandet. Hätten wir nicht die Dummheit gemacht, so wären wir gewiß

noch nach Berlin gekommen, aber wie man's macht, macht man's falsch.

Einige Tage später traf ich in meiner Heimatstadt Schweidnitz ein.

Obwohl es sieben Uhr morgens war, hatte sich doch eine ganze Menge

Menschen auf dem Bahnhof angefunden. Die Begrüßung war herzlich. Am

Nachmittag wurden mir verschiedene Ehrungen zuteil, darunter auch durch

Jugendwehr.

Im großen und ganzen wurde mir klar, daß die Heimat sich für ihre

Kämpfer im Felde doch lebhaft interessiert.

Der rote Kampfflieger · 第 88 / 105 题