Der Schluß des vorliegenden Schwankes (nicht auch des aus der

_Anthropophyteia_‚ angezogenen) erinnert an die 50. Novelle Morlinis,

wo Gonnella, nachdem er außerhalb Neapels von zwei Frauenzimmern

abgefertigt worden ist, auf den Besuch Neapels verzichtet, da er sich

sagt: Si Parthenopeis mulierculis tanta inest argutia, quid de maribus

cogitandum?

482. Serbisch, S. 183 ff.; Roda Roda, S. 107.

Vgl. die Nrn. 332 und 479. Hierher gehört auch die 189. Erzählung von

Buadem: Buadem assoziiert sich mit einem, um eine Schreibstube zu

halten. Als sie nun am ersten Abende die Einnahme zählen, ergibt sich,

daß Buadems Gesellschafter, obwohl sie jeder gleich viel Schriftstücke

verfaßt haben, das doppelte eingenommen hat. Sein Geschreibsel kann

nämlich niemand lesen, und so bringen es die Kunden zurück, damit er

es ihnen lese; dafür läßt er sich nun ebenso viel entrichten wie fürs

Schreiben. Leider kann das Buadem nicht auch durchführen, weil er das,

was er geschrieben hat, selber nicht lesen kann.

483. Serbisch, S. 188.

Siehe oben Nr. 349.

484. Serbisch, S. 190.

Krauss, _Zigeunerhumor_, S. 34 ff.: _Es kommt auf die Seele der

Zigeunerin._‚

485. Serbisch, S. 190 ff.

Roda Roda, S. 117.

486. Serbisch, S. 192.

IX. Griechische Überlieferungen

487. Griechisch, Nr. 1; Tewfik, Nr. 3; _Tréfái_, Nr. 164 (statt 165);

Serbisch, S. 12 ff.; Kroatisch, S. 3; Murad, Nr. 9.

Köhler, I, S. 507 ff.

Zu den dort gegebenen Nachweisungen kommen noch Clouston, _Popular

Tales and Fictions_, I, S. 458 ff., Clouston, _Noodles_, S. 81 ff.,

_Joe Miller’s Jests_, S. 18 ff., Nr. 103, Merkens, I, S. 208 ff., Nr.

250, dazu S. 275, und III, S. 222 ff., Nr. 214, dazu S. 257, Yakoub

Artin Pacha, _Contes populaires de la vallée du Nil_, S. 51 ff.

(siehe oben die Anmerkung zu Nr. 63), die 31. Karakuschgeschichte bei

Decourdemanche, _Plaisanteries_, S. 140 ff. und Chauvin, VII, S. 136 ff.

488. Griechisch, Nr. 3; Tewfik, Nr. 55; _Tréfái_, Nr. 162 (statt 163);

Serbisch, S. 21 ff.; Kroatisch, S. 24. Siehe oben Nr. 309.

Clouston, _Noodles_, S. 70 ff.

489. Griechisch, Nr. 4; Tewfik, Nr. 36; _Tréfái_, Nr. 155 (statt 156);

Serbisch, S. 15; Kroatisch, S. 13 ff.

490. Griechisch, Nr. 5; Tewfik, Nr. 69; _Tréfái_, Nr. 159 (statt 158);

Serbisch, S. 19 ff.; Kroatisch, S. 29.

An Parallelen seien genannt: Poggio, Fac. 56: _De illo qui aratrum

super humerum portavit; Facecies, et motz subtilz_, Lyon, 1559, Bl.

59^a; Costo, _Il Fuggilozio_, S. 107 ff.; _Mery Tales of the Mad Men

of Gotham_, Nr. 2 (Hazlitt, III, S. 6; Clouston, _Noodles_, S. 19

und 68); _Contes du Sieur Gaulard_, S. 198 = Zincgref-Weidner, V, S.

119 und _Exilium melancholiae_, L, Nr. 6, S. 283; unabhängig davon

ebendort M, Nr. 36, S. 311; Hermotimus, _Additamenta_, S. 294: _De

Agricola parcente Asino_‚; Merkens, II, S. 17, Nr. 21 und III, S. 27,

Nr. 36; Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 67. Vgl. weiter Sébillot,

_Littérature orale de la Haute-Bretagne_, S. 387 und Ispirescu, S. 97

(_Magazin_, XCVI, S. 613).

In einem aus den letzten Jahren des zwölften Jahrhunderts stammenden

Spottgedichte auf die Leute von Norfolk, in der _Descriptio

Norfolcensium_, lauten die Verse 122 ff. (bei Wright, _Early Mysteries

und other Latin Poems_, London. 1884, S. 95) folgendermaßen:

Ad forum ambulant (Norfokienses) diebus singulis,

Saccum de lolio portant in humeris,

Jumentis ne noceant: bene fatuis,

Ut praelocutus sum, aequantur bestiis.

491. Griechisch, Nr. 7; Tewfik, Nr. 70; Nouri, S. 37; _Tréfái_, Nr. 160

(statt 161); Serbisch, S. 20; Kroatisch, S. 29.

Um einen gestohlenen Esel, der verkauft werden soll, handelt es sich

bei Bar-Hebraeus, S. 167, Nr. 664. Eine Variante aus al Abschihis

_Mustatraf_‚ hat Basset in der _RTP_, XVI, S. 171 übertragen.

492. Griechisch, Nr. 9; Tewfik, Nr. 4; Serbisch, S. 24; Kroatisch, S. 4.

493. Griechisch, Nr. 10; Tewfik, Nr. 64; Nouri, S. 174; _Tréfái_, Nr.

139; Kroatisch, S. 26.

494. Griechisch, Nr. 24; Tewfik, Nr. 41; _Tréfái_, Nr. 140; Serbisch,

S. 25; Kroatisch, S. 16.

_Tréfái_, S. 19.

Eine Parallele und wohl die Quelle in Abdirabbihis _Kitab al ikd al

farid_‚ hat Basset in der _RTP_, XVII, S. 150 übersetzt.

495. Griechisch, Nr. 31; Tewfik, Nr. 9; Nouri, S. 64; _Tréfái_, Nr.

142; Serbisch, S. 34; Kroatisch, S. 7 und 93 ff.

_Tréfái_, S. 16.

Bar-Hebraeus, S. 145, Nr. 566: When another fool was told, »Thy ass is

stolen,« be said, »Blessed be God that I was not upon him.«

Ebenso sagt Karakusch in der oben zu Nr. 487 zitierten Geschichte zu

der Frau, die ihm klagt, daß der Esel gestohlen worden sei: »Tu es une

folle. Louanges à Dieu que l’âne n’ait pas été volé pendant que ton

mari le chevauchait. Dieu à écarté le mal de l’homme.«

Vgl. oben Nr. 79.

496. Griechisch, Nr. 33. Anders Tewfik, Nr. 11; _Tréfái_, Nr. 144;

Serbisch, S. 35; Kroatisch, S. 6.

Ebenso verspricht bei Maidani, I, S. 392 der schon oben zu Nr. 43

erwähnte Habannaka sein verlorenes Kamel dem Finder, und dies, weil

er nicht um die Freude des Findens kommen will; von einem ungenannten

erzählt dasselbe ein persischer Schwank bei Kuka, S. 205, Nr. 135.

497. Griechisch, Nr. 34; Tewfik, Nr. 25; _Tréfái_, Nr. 152; Serbisch,

S. 28; Kroatisch, S. 9 ff.

Eine hübsche persische Variante lautet (Kuka, S. 220):

»I hear your neighbour has some festivity at his house to-morrow,« said

a friend to Mulla Nasruddin.

»It may be so, but I do not see how that concerns me.«

»But he is going to invite you also.«

»And, pray, how does that concern you?«

Der Perser Kuka verweist in einer Fußnote auf die bekannte Anekdote von

Friedrich dem Großen und dem den Angeber machenden Offizier.

498. Griechisch, Nr. 76; Tewfik, Nr. 5; _Tréfái_, Nr. 148; Serbisch, S.

13 ff.; Kroatisch, S. 5.

In der 6. der von Alfred Harou in der _RTP_, IV mitgeteilten

_Facéties des compères de Dinant_‚ (S. 484 ff.) stiehlt ein Hund

ein Stück Fleisch; es nützt ihm aber nichts, weil er das Rezept,

wie es zubereitet wird, nicht hat; ebenso erzählt eine Schnurre bei

Zincgref-Weidner, V, S. 119 ff.

499. Griechisch, Nr. 113; Serbisch, S. 112 ff.; Pann, S. 330.

Die ~Zwecklosigkeit der Strafe nach dem Vergehn~ bildet den Gegenstand

einer Anekdote von dem schon erwähnten Triboulet, die hier nach _Dreux

du Radier_, I, S. 6 mitgeteilt sei:

On dit que ce même Triboulet ayant été menacé par un grand Seigneur, de

périr sous le bâton, pour avoir parlé de lui avec trop de hardiesse,

alla s’en plaindre à François, qui lui dit de ne rien craindre: Que si

quelqu’un étoit assez hardi pour le tuer, il le feroit pendre un quart

d’heure après. Ah! Sire, dit Triboulet, s’il plaisoit à votre Majesté

de le faire pendre un quart d’heure avant.

Ebenso steht die Schnurre bei P. L. Jacob, _Curiosités_, S. 115, Canel,

_Recherches historiques_, S. 110, Gazeau, S. 77, Floegel, S. 344,

Nick, I, S. 415 und Doran, S. 252; von einem ungenannten erzählen sie

Sagredo, S. 68 und Casalicchio, c. I, d. 8, a. 5, zit. Ausg. S. 146.

Vgl. schließlich auch die 54. Facetie Poggios: _De quodam qui Redolphum

sagittando vulneravit_‚ und Lehmann, _Florilegium politicum_, S. 273.

500. Griechisch, Nr. 114; Walawani, S. 154 ff. (in Akschehir

lokalisiert); Pann, S. 337.

Anders und mit einem entfernten Anklange an das Motiv von Nr. 160 und

394 erzählt die serbische Ausgabe S. 148 ff.:

Eines Tages ging der Hodscha Nasreddin vom Hause weg, und seine Frau

fragte ihn: »Wohin?«

Nasreddin antwortete: »Ich will ein bißchen im Weingarten und auf dem

Acker nachsehn.«

»Geh nur,« sagte sie, »so Gott will.«

»Ob Gott will oder nicht,« sagte er, »ich gehe.«

Als er dann den Weingarten verließ, um nach Hause zu gehn, war der

Himmel ganz umwölkt. Nach kurzer Zeit begann es zu regnen und zu

hageln, und alles wurde zerschlagen, was ihm gehörte, Weingarten und

Acker. Als Nasreddin sah, was geschehn war, sagte er: »Du bist nicht

schuld, o Gott, sondern ich; warum bin ich denn gegangen, um dir zu

zeigen, was mein ist?«

501. Griechisch, Nr. 115; Serbisch, S. 184 ff.

Eine slawonische Variante (nicht von Nasreddin) steht in der

_Anthropophyteia_, V, S. 293 ff.

502. Griechisch, Nr. 116; Serbisch, S. 138 ff.; Pann, S. 336.

Vgl. _Anthropophyteia_, I, S. 181 ff.

503. Griechisch, Nr. 117; Pann, S. 332 ff.

Zabata, _Diporto de’ viandant_‚i, S. 40:

Andò vn villano alla città per sollecitare vna lite, et eßendo diuerse

volte comparso dinanzi al Giudice con suo poco profitto, fu domandato

dal detto Giudice, perche era venuto lui a sollecitare detta lite,

et che doueuano mandare persone di più intendimento, et di miglior

presenza, alquale esso rispose, Signore, nel luogo, dou’io sono ci son

molti, hanno quelle parti che dite, lequali veramente non sono in me,

et poteuano mandare: ma hanno fatto giudicio, che se bene io vaglio

poco, ch’io sia a bastanza sufficiente douendo trattare con vn par

vostro.

Juan de Arguijo, _Cuentos_‚ in den _Sales españolas_, II, S. 209 ff.;

Harsdörfer, _Ars apophtegmatica_, S. 222, Nr. 998.

504. Griechisch. Nr. 118.

Bei Pann, S. 330 antwortet Nasreddin einem Freunde, der ihn fragt, wie

es ihm bei seiner Armut gehe: »Du brauchst dich nicht zu wundern; ich

lebe mit meiner Armut so vergnügt wie der Wurm im Kren, und wenn ich

kein Geld habe, so merke ich das gar nicht.«

505. Griechisch, Nr. 124; Walawani, S. 158 ff. (in Akschehir);

Serbisch, S. 183 ff. und 127 ff; Pann, S. 335 ff.

506. Griechisch, Nr. 142; Serbisch, S. 133; Pann, S. 330.

507. Griechisch, Nr. 143.

508. Griechisch, Nr. 144; Buadem, Nr. 63; Serbisch, S. 73; Kroatisch,

S. 44 ff.; Roda Roda, S. 123.

509. Griechisch, Nr. 146; Pann, S. 337 ff. Anders Serbisch, S. 129 ff.

Vgl. folgenden Schwank aus der _Mensa philosophica_‚ (1. Ausg. 1475),

zit. Ausg. S. 229 ff., auf dem das letzte Stück des II. Buches der

Bebelischen Facetien beruht:

Quidam histrio infirmus, hortante sacerdote vt conderet testamentum,

ait libenter: Ego nihil habeo nisi duos equos, quos do baronibus

et militibus terrae. Et cum sacerdos inquireret, quare non daret

pauperibus, respondit: Vos praedicatis nobis quod debeamus esse

imitatores Dei. Deus autem bona dedit illis, et non pauperibus, et ideo

sequor illum, et facio similiter.

Roda Roda, S. 201.

510. Griechisch, Nr. 148; Pann, S. 339.

Roda Roda, S. 205.

511. Griechisch. Nr. 149; Serbisch. S. 128 ff.; Pann, S. 345.

512. Griechisch, Nr. 150; Pann, S. 330.

513. Griechisch, Nr. 152; Serbisch, S. 120 ff.

Köhler, I, S. 508.

S. auch die Anmerkung zu Nr. 71.

514. Griechisch, Nr. 160; Serbisch. S. 108.

Vgl. Domenichi, _Facetie_, 1562, S. 157 und Sagredo, _L’Arcadia in

Brenta_, S. 127 ff.

515. Griechisch, Nr. 167.

Dieser Schwank stimmt fast vollständig überein mit dem von Yakoub Artin

Pacha, S. 231 ff. und nach diesem von Mardrus, XII, S. 241 erzählten,

nur daß dort die Verwundung des Juden samt dem entsprechenden Urteile

fehlt; s. Chauvin, VII, S. 172 ff. Die Literatur dazu hat Chauvin,

VIII, S. 203 (_Jugements insensés_‚) zusammengestellt; man vgl. aber

auch die bei Köhler, I, S. 578 und II, S. 578 ff. beigebrachten

Ergänzungen zu den betreffenden von Chauvin zitierten Aufsätzen.

Anhang

Der Umstand, daß die Sammlung ~_Tewfiks_~‚ in der Reclamschen

Universal-Bibliothek erschienen ist, hat es mit sich gebracht, daß die

darin enthaltenen Stücke in dieser Ausgabe der Schwänke Nasreddins

ausgeschlossen bleiben mußten. Immerhin ergeben sich zu den einzelnen

Geschichten nicht uninteressante Parallelen.

516.

So wird bei Tewfik, Nr. 37 (Serbisch, S. 44; Kroatisch, S. 15;

_Tréfái_, Nr. 156 statt 157) dem Hodscha, der ein Reis pflanzt,

vorgehalten, daß er, wann der Baum Früchte tragen werde, selbst eine

Speise der Würmer sein werde; Nasreddin antwortet, daß er für die

Nachkommen pflanze, so wie die, die vor ihm dagewesen seien, für

ihn gepflanzt hätten. Dazu vgl. die bei Basset, _Contes populaires

berbères_, S. 216 ff., Lidzbarski, S. 154 und Chauvin, II, S. 208

angegebene Literatur, ferner Wünsche, _Wajikra rabba_, S. 168 ff.

517.

Zu Tewfik, Nr. 42 (Serbisch, S. 30; Kroatisch, S. 16; _Tréfái_, Nr. 157

statt 158: es ist unmöglich einen Brief an einen Freund in Bagdad zu

schreiben) ist auf _Philogelos_, Nr. 137 zu verweisen:

Σιδωνίῳ μαγείρῳ λέγει τις· δάνεισόν μοι μάχαιραν ἕως Σμύρνης. ὁ δὲ ἔφη·

οὐκ ἔχω μάχαιραν ἕως ἐκεῖ φθάζουσαν.

Ähnlich ist auch _Philogelos_, Nr. 99.

518.

Buadem, Nr. 14 (Serbisch, S. 56; Kroatisch, S. 33) hat ein merkwürdiges

Gegenstück in den _Nugae venales_, s. l., 1720, S. 289 ff.

Audierat procul arma, bona de gente Batavus,

Gestit in hostiles fervidus ire globos.

At lateri patrium mater dum subligat ensem,

Haec, inquit, referas, nate fac arma domum.

Vix propior steterat pugnae, vestigia pressit

(Mille micant enses, vulnera mille ferunt),

Numquid, ait, ludi est? oculis non parcitur ipsis;

Certe oculis ludus non placet ille meis.

Forte tamen jacuit truncum sine nomine corpus;

Irruit: Hispanum nam cutis esse docet.

Saevit atrox, et qua caedendo, qua laniando,

Absecuit miles strenuus ense femur.

Facturusque fidem, magni argumenta duelli,

Et femur, et ferrum sanguinolenta gerit.

Inde memor moniti, nam pugna cruenta peracta est,

Arma celer properat salva referre domum.

Hoc, ait, Hispanum mulctavi verbere mater,

Maternosque femur projicit ante pedes.

Horret anus, sed enim potius caput ense tulisses,

Nate, refert, olim hic forte redibit eques.

Non faciet certo, o Mater; sed poscis iniquum;

Unde caput vellem tollere? non habuit.

519.

Die 15. Erzählung von Buadem (Serbisch, S. 56; Kroatisch, S. 33)

scheint auf der folgenden in Abschihis _Mustatraf_‚ (Basset in der

_RTP_, XIII, S. 552 ff.) zu beruhen:

Ein Bettler blieb vor einer Haustür stehn und sagte zu den Leuten:

»Gott segne euch! gebt mir ein Stück Brot!« »Das können wir nicht.«

»Also ein wenig Korn oder Bohnen oder Hirse.« »Wir können es nicht.«

»Dann ein paar Tropfen Öl oder Milch.« »Haben wir auch nicht.« »Also

einen Schluck Wasser.« »Bei uns gibts kein Wasser.« »Warum bleibt ihr

dann da? geht doch auch betteln; ihr habt mehr Recht dazu als ich.«

Eine persische Parallele bei Kuka, S. 161, Nr. 28.

520.

Dasselbe wie bei Buadem, Nr. 20 (Serbisch, S. 58; Kroatisch, S. 34:

Der betrunkene, vor dem sich alles dreht, wartet bis sein Haus kommt)

erzählt Tewfik auch im _5. Monate_‚ von _Ein Jahr in Konstantinopel_‚

(deutsch von Th. Menzel, Berlin, 1909 = Bd. 10 der _Türkischen

Bibliothek_, S. 124); die Geschichte steht aber schon bei Kuka, S. 189,

Nr. 103.

521.

Mit Buadem, Nr. 22 (Serbisch, S. 59, wo der in einen Brunnen gefallene

um einen Strick laufen will, um sich herauszuziehen) hat viel

Ähnlichkeit die 52. Facetie im Philogelos:

Σχολαστικὸς εἰς λάκκον πεσών, συνεχῶς ἐβόα ἀνακαλῶν ἑαυτῷ βοηθούς· ὡς

δ’ οὐδεὶς ὑπήκουε, λέγει πρὸς ἑαυτόν· μωρός εἰμι, ἐὰν μὴ ἀνελθὼν πάντας

μαστιγώσω, ἵνα οὕτω γοῦν μοι ὑπακούσωσι καὶ κλίμακα κομίσωσιν.

Bei Buadem scheint aber der Text doppelt verdorben zu sein (eine

Ungereimtheit ist schon stillschweigend korrigiert worden); die

Geschichte soll wohl ähnlich lauten wie folgende persische bei Kuka, S.

212:

A Kazwini’s[23] son fell into a well. The Kazwini went to the well and

said to the son: »Don’t go away till i return with a rope and take you

out!«

522.

Zu der Nr. 25 (Serbisch, S. 59 ff.; Kroatisch, S. 36), wo Buadem

einen Topf, der angeblich Gift, in Wirklichkeit aber Honig enthält,

ausißt, vgl. meine Nachweise zu Morlinis 49. Novelle, S. 99 ff. und

davon hauptsächlich Boltes Angaben bei Frey, S. 214, ferner Clouston,

_Noodles_, S. 122.

523.

Die No. 27 (Serbisch, S. 60 ff.; Kroatisch, S. 37) erzählt: Als Buadem

vom Sultan entweder mit einem Goldstücke oder mit einem Esel oder

mit einigen Schafen oder mit einem Weingarten beschenkt werden soll,

antwortet er, er wolle das Goldstück einstecken, auf den Esel steigen,

die Schafe vor sich her treiben, in den Weingarten gehn und dort für

den Sultan beten. Dazu vgl. man eine Erzählung von Abu Dulama, die bei

Lidzbarski, S. 162, in asch Schirwanis _Nafhat al jaman_‚ (Ph. Wolff,

_Das Buch des Weisen_, 2. Aufl., Stuttgart, 1839, II, S. 252 ff.) und

bei Kuka, S. 181, Nr. 81 steht.

524.

In Nr. 32 (Serbisch, S. 62; Kroatisch, S. 38) rät Buadem seiner Frau,

die in der Nacht von einem Insekte in den Fuß gebissen worden ist,

künftighin in den Schuhen zu schlafen; ähnlich erzählt Philogelos, Nr.

15:

Σχολαστικὸς καθ’ ὕπνους ἧλον πεπατηκέναι δόξας, τὸν πόδα περιέδησεν.

ἑταῖρος δὲ αὐτοῦ πυθόμενος τὴν αἰτίαν καὶ γνούς, δικαίως, ἔφη, μωροὶ

καλούμεθα. διὰ τί γὰρ ἀνυπόδητος κοιμᾶσαι;

Auf Hierokles beruht wohl Lehmann, _Exilium melancholiae_, T, Nr. 55,

S. 244 und schließlich auch Merkens, I, S. 180 ff., Nr. 210.

525.

In Nr. 40 (Serbisch, S. 64; Kroatisch. S. 39; _Nawadir_, S. 43)

antwortet Buadem, der behauptet hat, er kenne das Verborgene, dem

ungläubigen Richter, der ihn gefragt hat, was er in diesem Augenblicke

denke: »Du hältst mich für einen Betrüger.« Ausführlicher erzählt

Abdirabbihi im _Kitab al ikd al farid_‚ (Basset in der _RTP_, XIX, S.

311):

Man führte einen Menschen, der sich für einen Propheten ausgab, vor al

Mamun[24], und der Chalif sagte: »Hast du ein Zeichen?« »Ja; ich weiß,

was du denkst.« »Und was denke ich?« »Daß ich ein Lügner bin.« »Du hast

recht,« sagte Mamun und ließ ihn ins Gefängnis werfen.

Nach einigen Tagen ließ er ihn holen und sagte zu ihm: »Hast du eine

Offenbarung?« »Nein.« »Warum nicht?« »Ins Gefängnis kommen die Engel

nicht.« Der Chalif begann zu lachen und ließ ihn frei.

Ebenso steht die Geschichte auch in Abschihis _Mustatraf_‚ (Basset in

der _RTP_, XIII, S. 232); eine der unsern entsprechende Version hat

Roda Roda, S. 73. Eine sehr hübsche persische Variante bringt Kuka, S.

174:

A person claimed to be a prophet. He was asked by some persons to give

some sign of prophetship. He said, »Let every one of you think upon

something, and I shall be able to tell you your thoughts.« They said,

»we have each thought of something. Now tell us our thoughts.« He

replied, »Well, all of you are thinking that I am a fool, and that I am

telling you a falsehood.« They acknowledged that for once he was right

in his conjecture.

Ähnlich kehrt Frage und Antwort in dem größten Teile der Erzählungen

von den ~drei Fragen~ wieder, deren bekanntestes Beispiel Bürgers

_Kaiser und Abt_‚ ist; vgl. dazu die oben zu Nr. 70 angegebene

Literatur.

526.

Buadem, Nr. 50 (Serbisch, S. 67; Kroatisch, S. 40 und 41), wo der

Einfaltspinsel, nachdem er gesehn hat, wie die Früchte von einem

Maulbeerbaume geschüttelt wurden, auch Vögel von einem Baume schütteln

will, beruht wohl wieder in letzter Instanz auf einer Facetie des

_Philogelos_, auf der 19., die folgendermaßen lautet:

Σχολαστικὸς ἰδὼν πολλοὺς στρουθοὺς ἐπὶ δένδρου ἑστῶτας, ἁπλώσας τὸν

κόλπον ἔσειε τὸ δένδρον, ὡς ὑποδεξόμενος τοὺς στρουθούς.

Dasselbe erzählt _Der edle Fincken-Ritter_, S. 57, Nr. 308.

527.

Die Nr. 72 bei Buadem (Serbisch, S. 76; Kroatisch, S. 48) wird in

Gladwins _Persian Moonshee_, II, S. 15, Nr. 31 folgendermaßen erzählt:

One day a King and his son went a hunting. The weather being hot, they

put their fur cloaks on the back of a jester. The King smiled and said

to the buffoon, »you have an ass’s load upon you.« He answered, »yes;

or rather the burdens of two asses.«

528.

In der folgenden Geschichte, Nr. 73 (Serbisch, S. 76; Kroatisch, S. 48)

sagt Buadem seiner Mutter, es sei ein Bettler unten, der um Brot bitte;

sie antwortet, er solle sagen, sie sei nicht zu Hause. Darauf entgegnet

Buadem: »Er will nicht dich, er will Brot.« Dasselbe erzählt Gladwin,

II, S. 20, Nr. 53; die Quelle dürfte Dschamis _Bäharistan_‚ (zit. Ausg.

S. 83) sein, woraus auch Galland (S. 43 ff.) schöpft.

529.

Buadem, Nr. 75 (Serbisch, S. 77; Kroatisch, S. 48) hat im wesentlichen

denselben Inhalt wie die folgende Schnurre des _Nuzhat al udaba_‚

(Basset in der _RTP_, XV, S. 355):

Man erzählt, daß ein unwissender, dummer Arzt einem Kranken einen

tötlichen Trank gegeben hat, so daß der Kranke daran gestorben ist.

Nach zwei Tagen ging er wieder nach ihm sehn und fand, daß er tot war

und daß man ihn begraben hatte. Der Vater des Toten trat dem Arzte

entgegen, und der sagte: »Was für eine Kraft war in dem Tranke! wäre

dein Sohn am Leben geblieben, so hätte er ein ganzes Jahr keine Arznei

gebraucht!«

530.

Die Nr. 91 (Serbisch, S. 83; Kroatisch, S. 57), in der Buadem einem

Freunde rät, er solle das Haus, wo seine vier Frauen gestorben sind,

nur einem Freunde verkaufen, erinnert an die bekannte Anekdote

aus Cicero, _De oratore_, II, 69, 278, zu der meine Ausgabe von

Castigliones _Hofmann_, I, S. 323 zu vergleichen ist.

531.

Zu der Nr. 103 (Serbisch, S. 88; Kroatisch, S. 58), des Inhalts, daß

man sich, wenn Käse da ist, an einen den Käse lobenden Spruch halten

soll, wenn aber keiner da ist, an einen ihn verwerfenden, vgl. Hammer,

_Rosenöl_, II, S. 72, Nr. 40; von Nasreddin wird die Geschichte erzählt

bei Roda Roda, S. 121, und bei Kuka, S. 214 ff. steht sie, ohne daß der

Sprecher der Sentenzen genannt würde, mitten unter den Erzählungen,

deren Held Nasreddin ist.

532.

In Nr. 106 (Serbisch, S. 89; Kroatisch, S. 59) wird erzählt: Buadem,

der auf »Salz und Brot« eingeladen worden ist, findet, daß sein

Gastgeber nicht vielleicht aus Bescheidenheit so gesprochen hat:

es gibt tatsächlich nichts andres; als nun der Gastgeber einem

zudringlichen Bettler droht, er werde ihm den Schädel einschlagen, rät

Buadem diesem, sich zu packen, weil der Mann nie lüge. Diese Geschichte

steht schon bei Abdirabbihi (Basset in der _RTP_, XVIII, S. 217) und

bei Kuka, S. 172, Nr. 53.

533.

Auf dem _Bäharistan_‚ (S. 83 der genannten Ausg.; Galland, S. 44)

beruht wieder die Nr. 119 (Serbisch, S. 94; Kroatisch, S. 61; etwas

anders _Nawadir_, S. 41): Buadems Frau (im _Nawadir_‚ Dschohas Sohn)

ist schwer erkrankt, und Buadem läßt die Leichenwäscherin holen; als

man ihm vorhält, daß doch die Kranke noch nicht tot sei, meint er,

das tue nichts: wenn die Waschung beendigt sei, werde es auch mit ihr

zu Ende sein, und so habe man wenigstens Zeit erspart. Vgl. auch eine

Erzählung des _Nuzhat al udaba_‚ (Basset, _Keleti szemle_, I, S. 223,

Nr. 25), wo Dschoha, der um einen Arzt für seinen Vater geschickt

worden ist, gleich den Leichenwäscher mitbringt, weil usw. usw.

534.

Ebenso geht auf das _Bäharistan_‚ (S. 75 ff.; Galland, S. 36) die Nr.

120 (Kroatisch, S. 61) zurück: Buadem kommt zu einem Lehrer, dem er

etwas aufzubewahren gegeben hat, und bittet, ihm das auszufolgen; er

wird ersucht, bis zum Ende des Unterrichts zu warten. Da nun der Lehrer

beim Unterrichte fortwährend mit dem Barte wackelt, sagt ihm Buadem, er

solle nur um das Depot gehn; das Bartwackeln werde inzwischen er für

ihn besorgen[25]. In der Fassung des _Nawadir_‚ (S. 41) ist der Lehrer

durch einen Kadi ersetzt.

535.

Eine ziemliche Verbreitung hat die 121. Geschichte von Buadem

(Serbisch, S. 94; Kroatisch, S. 61; Nouri S. 117; _Nawadir_, S. 41):

Auf die Frage, wie viel Dumme es in seiner Heimat gebe, antwortet

Buadem, das wisse er nicht, die Gescheiten aber könne er sofort

herzählen. Schon Bar-Hebraeus erzählt sie mit der Lokalisierung in

Emesa oder Homs, einem der vielen Schilda des Orients (Budge, S. 158,

Nr. 630; ins Deutsche übersetzt von L. Morales in der _Zeitschr. d.

D. Morgenl. Ges._, XL, S. 419). Bahlul ist ihr Held im _Bäharistan_‚

(S. 74; Galland, S. 34); ebenso steht sie bei Cardonne, II, S. 119

(deutsche Ausg. S. 242) und Herbelot, I, S. 524; nach Herbelot erzählen

Flögel, S. 172, Nick, I, S. 141 und Doran, S. 68. Vgl. weiter Chauvin,

VII, S. 126[26].

Von den 29 Stücken, die _Murad Efendi_‚ in Reime gebracht hat, ist uns

die Mehrzahl schon bei den nach andern Fassungen gebrachten Schwänken

begegnet; hier mögen noch die Inhaltsangaben der Gedichte, zu denen ich

Parallelen nachweisen kann, samt diesen folgen.

536.

Der Hodscha Nasreddin II. Band Türkische, arabische, berberische, maltesische, sizilianische, kalabrische, kroatische, serbische und griechische Märlein und Schwänke · 第 12 / 14 段