_Fourberies_‚: Dscheha legt sich in ein Grab; als seine Gegner bei
ihrer Ankunft hören, daß er tot sei, wollen sie ihm durch ein Loch
im Grabe einen argen Schimpf antun, aber er brandmarkt sie auf ihre
Hinterbacken. Durch diese Brandmale beweist er dann, daß sie seine
Leibeigenen sind, und sie müssen sein Lebelang für ihn arbeiten.
Diese Erzählung, die mit dem Schlusse der _Geschichte des zweiten
Strolchs_‚ bei Henning, _Tausend und eine Nacht_, XXIII, S. 219 ff.
(Chauvin, VII, S. 151 ff.) übereinstimmt, hat mit Ausnahme des zuletzt
genannten Zuges, daß nämlich ~aus der Brandmarkung die Leibeigenschaft
abgeleitet~ wird, wozu man Boltes Nachweise bei Armeno-Wetzel,
_Die Reise der Söhne Giaffers_, Tübingen, 1895, S. 215 vergleiche,
eine interessante Parallele in einer litauischen Überlieferung bei
Veckenstedt, _Sztukoris_, S. 28 ff. In zwei andern litauischen Märchen
(Schleicher, S. 44 ff. und 86) verstümmelt der vermeintliche Tote seine
Widersacher, als sie ihn verunreinigen wollen, mit einem Messer und
einer Schere; eine sehr große Ähnlichkeit hat damit eine Erzählung
bei Socin und Stumme, ~Der arabische Dialekt der Houwara des Wad Sus
in Marokko~, Leipzig, 1894, S. 34 und 98, wo der Tote einem seiner
Nachsteller, der riechen will, ob er schon stinke, mit einer Schere
die Nase abschneidet. Vgl. dazu Köhler, I, S. 324. Zu dem ~sich tot
stellenden Schuldner~ usw. vgl. Hartmann, S. 56, Bolte bei Wickram, S.
368 und unten die Noten zu Nr. 429.
III. Berberische Überlieferungen
392. Stumme, _Tamazratt_, S. 39 und 70, Nr. 24; Stumme, _Tunis_, I, S.
80 und II, S. 134 (hier wird der Esel, so wie in vielen Unibosmärchen
von drei Leuten gemeinsam gekauft); _Fourberies_, Nr. 46 (ebenso und
wirklich ein Teil eines Unibosmärchens); ebendort, Nr. 36 (an die
Stelle des Esels treten hintereinander zwei Rinder); _Anthropophyteia_,
V, S. 328 und 329 ff. (aus Bosnien und von Nasreddin; wegen des
Anfanges dieser Erzählung s. oben die Anmerkung zu Nr. 277).
Eine besonders ihres Schlusses wegen merkwürdige Variante bringt die
serbische Ausgabe, S. 113 ff.:
Eines Tages wollte der Hodscha Nasreddin einen Esel kaufen gehn. Als
er auf den Markt kam, traf er dort einen Kerl, der aus seinem Esel
möglichst viel Geld herausschlagen wollte. Nasreddin fragte ihn, was
der Esel kosten solle, und der Mann nannte einen hohen Preis, fügte
aber hinzu, daß sein Esel nicht so sei wie die andern, sondern jeden
Tag Geld scheiße, einmal lauter Taler, am andern Tage lauter Dukaten;
und um Nasreddin davon zu überzeugen, hob er dem Esel den Schwanz, nahm
einen Dukaten heraus und steckte ihn in den Gürtel.
Als das Nasreddin sah, brannte er nur darauf, den Esel zu kaufen, und
zahlte schließlich eine große Summe für ihn. Beim Abschiede sagte
ihm noch der Kerl, wie er ihn zu füttern habe, und dann gingen sie
auseinander.
Voller Freude ging Nasreddin mit dem Esel heim und fütterte ihn
tüchtig, ohne sich an die Vorschrift zu halten.
Am nächsten Morgen eilte er in den Stall, einen Sack in der Hand,
den er mit den Dukaten füllen wollte. Aber er fand die Stalltür von
innen verrammelt, und konnte nicht eintreten. »Schau ihn an,« sagte
er bei sich, »da hat er die ganze Nacht geschissen, und der Stall ist
jetzt so voll Gold, daß ich die Tür nicht öffnen kann.« Nach diesem
Selbstgespräche guckte er durch einen Spalt hinein, und nun sah er
etwas wie Silber glänzen; er war davon nicht gerade entzückt und sagte
sich: »Schau dir nur diesen Dreckkerl an! Dukaten hat er nicht scheißen
wollen, sondern nur Taler.« Er ging um eine Axt und schlug die Tür ein.
Als er dann in den Stall trat, bekam er etwas zu sehn. Der viele
Hafer hatte den Esel aufgetrieben und der Esel hatte alle viere von
sich gestreckt; und was Nasreddin für Taler gehalten hatte, waren die
Hufeisen des verreckten Esels.
Nun wurde ihm noch weher ums Herz; er warf den Sack weg und begann zu
jammern. Daraufhin kam ein Nachbar gelaufen, und der fragte ihn, was
ihm fehle. »Was mir fehlt? na, sieh dir die Geschichte an; ich habe
ein schönes Stück Geld verloren.« Und er erzählte dem Nachbar, wie er
betrogen worden sei.
Der Nachbar beriet ihn, was er tun solle: »Hacke dem Esel den Kopf
ab, nimm eine oder zwei Oka Seide und wickle sie auf den Kopf; dann
nimm ihn auf den Markt und biete ihn zum Verkaufe aus. Wenn dich einer
fragt, was du zu verkaufen hast, so sagst du: ›Einen Eselskopf.‹«
Nasreddin folgte diesem Rate und ging mit dem Eselskopfe auf den Markt.
Es kam einer und fragte ihn, was er zu verkaufen habe, und Nasreddin
sagte: »Einen Eselskopf.« Der Kunde lachte und sagte: »Aber Hodscha, du
bist doch dumm! das soll ein Eselskopf sein? das ist ja Seide.« »Und
ich sage dir, du kaufst nur einen Eselskopf.« Doch der Kunde lachte,
weil er meinte, das sei nichts als eine von des Hodschas gewöhnlichen
Dummheiten. Sie handelten den Preis für die Oka Seide aus und wogen den
Klumpen ab, und der Kunde bezahlte das ganze Gewicht für Seide. Dann
verabschiedeten sie sich, und jeder ging seines Weges.
Als der Käufer den Klumpen abwickelte, fand er, daß die Seide nur
oberflächlich war und daß das andere wirklich ein Eselskopf war; sofort
lief er zum Richter und verklagte Nasreddin, daß ihn der betrogen
habe. Der Richter ließ den Hodscha rufen, und der sagte, als er vor
Gericht erschienen war: »Erhabener Kadi, frage ihn, was ich ihm
gesagt habe, das ich zu verkaufen habe, und du wirst sehn, ob ich ihn
betrogen habe.« Der Kadi befragte den Kläger und der erzählte genau
den Sachverhalt. Erstaunt fragte ihn nun der Kadi: »Ja, warum klagst
du denn, wo du doch gewußt hast, was du kaufst?« und damit ließ er ihn
hinauswerfen.
Auf diese Weise hatte der Hodscha Nasreddin den erlittenen Schaden
wieder eingebracht.
Der Schluß dieser Erzählung steht als selbständiger Schwank in der
griechischen Ausgabe Nr. 145 und bei Pann, S. 331 ff.
_Fourberies_, S. 74 ff.
~Goldmistende Tiere~ (ohne Rücksicht auf die Unibosmärchen): Grimm,
_KHM_, III, S. 65 ff.; Benfey, _Pantschatantra_, I, S. 378 ff.; _Kathá
Sarit Ságara_, II, S. 8; Clouston, _Popular Tales and Fictions_, I,
S. 123 ff.; Forke, _Die indischen Märchen und ihre Bedeutung für die
vergleichende Märchenforschung_, Berlin, 1911, S. 52.
393. G. A. Krause, _Proben der Sprache von Ghat in der Sáhara_‚ in den
_Mittheilungen der Riebeck’schen Niger-Expedition_, Leipzig, 1884, II,
S. 31 ff. = Basset, _Contes populaires d’Afrique_, S. 12 ff.
Basset, _Zenatia_, S. 134; Basset, _Nouveaux contes berbères_, Paris,
1897, S. 349.
Ähnlich wie hier Schahas Frau den Wasserschlauch hergibt, verkauft bei
Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 187 Giucca Quattrini für Töpfe.
Über dieses Motiv, das ~Verschleudern wertvoller Dinge durch einen
Dummkopf~, vgl. Köhler, I, S. 66, 71, 342 und 391; zu den an diesen
Stellen und im _Archiv für slavische Philologie_, XXI, S. 285 gegebenen
Nachweisen kommen noch E. Sklarek, _Ungarische Volksmärchen_, Leipzig,
1901, S. 251 ff. und 298, M. Preindlsberger-Mrazović, _Bosnische
Volksmärchen_, Innsbruck, 1905, S. 95 ff. und Chauvin, VI, S. 31 ff.
Zu der Wiedergewinnung vgl. Chauvin, V, S. 64, Note.
394. _Fourberies_, Nr. 2; _Nawadir_, S. 6; vgl. oben Nr. 160.
Hartmann, S. 53 ff.
Ungefähr dasselbe erzählen das _Hadikat al afrah_‚ von asch Schirwani
(Basset in der _RTP_, XIV, S. 290) und Roda Roda, S. 75.
395. _Fourberies_, Nr. 5; _Nawadir_, S. 13.
_Fourberies_, S. 26.
Die an dieser Stelle zitierte älteste Version der Geschichte aus
Abdirabbihis _Kitab al ikd al farid_‚ hat Basset in der _RTP_, XV, S.
282 übersetzt; ebendort zitiert Basset noch eine Parallele aus dem
_Mustatraf_‚ von al Abschihi; vgl. weiter Dschami, _Bäharistan_, S. 73
ff., Kuka, S. 205, Nr. 133 und Galland, S. 33.
396. _Fourberies_, Nr. 7; Buadem, Nr. 98; _Tréfái_, Nr. 131; Serbisch,
S. 86; Kroatisch, S. 52.
397. _Fourberies_, Nr. 9; _Nawadir_, S. 12.
_Fourberies_, S. 25; Basset in der _RTP_, XVIII, S. 138 (eine ähnliche
Erzählung steht schon in dem _Kitab al ikd al farid_‚ von Abdirabbihi).
398. _Fourberies_, Nr. 10; _Nawadir_, S. 11; Buadem, Nr. 104; Serbisch,
S. 88 ff.; Kroatisch, S. 58 ff.
_Fourberies_, S. 25; Basset in der _RTP_, XVII, S. 606.
399. _Fourberies_, Nr. 12.
Köhler, I, S. 500; Hartmann, S. 57.
In einer Erzählung des im siebenten Jahrhundert n. Chr. verfaßten
Midrasch _Echa rabbathi_‚ verteilt ein Mann aus Jerusalem als Gast
fünf Hühner auf folgende Weise: der Hausherr und sein Weib erhalten
ein Huhn, die zwei Söhne eines, die zwei Töchter eines und er selber
zwei, so daß überall die Zahl drei resultiert. A. Wünsche, der diese
Erzählung in der _Z. f. vgl. Littg._, N. F., IV, S. 40 ff. mitteilt
(andere Parallelen bei Armeno-Wetzel, _Die Reise der Söhne Giaffers_,
hg. v. Fischer u. Bolte, Tübingen, 1895, S. 207), bringt ebendort, S.
43 ff. eine völlig entsprechende Variante aus Johannes Juniors _Scala
coeli_, Ulm, 1480, Bl. 37^b bei:
Cum in prandio quinque haberet perdices, voluit, ut secundum scientiam
divinam eas divideret. Tunc clericus: In divinitate trinitas est
principium, et ideo vobis et dominae do unam et sic estis tres, duabus
filiabus unam et sic sunt tres, duobus filiis unam et sic estis tres;
mihi soli duas et sic sumus tres.
Vereinfacht ist dieses Beispiel in der türkischen Volkserzählung _Vom
Räuber und vom Richter_, die wie Prelog bemerkt, der Steindruckausgabe
von Nasreddins Schwänken als Saum für jede Seite beigeschrieben wurde
(vgl. Chauvin, V, S. 187). Dort heißt es (Camerloher, S. 69 ff.):
Der Richter ..... hieß ihn auch die drei Hennen austeilen. Der Räuber
schaute sich um, sah, daß die Kinder und die Diener weggegangen waren,
gab eine Henne der Richterin und die zwei andern sich selbst.
Richter: »Was ist dies für eine Verteilung?«
Räuber: »Die Henne ist eins, und ihr beide dazu macht drei; ich bin
eins, und die zwei Hennen dazu macht drei.«
Man sieht, daß die Schnurre Dschehas nur eine nicht unwitzige
Steigerung dieser Geschichte darstellt. Vgl. auch unten Nr. 467.
400. _Fourberies_, Nr. 19; Pharaon, S. 185 ff.; Pann, S. 353 ff.
_Fourberies_, S. 74.
401. _Fourberies_, Nr. 22; _Nawadir_, S. 10.
_Fourberies_, S. 24 und 79.
Hammer, _Rosenöl_, II, S. 274 ff.; Gladwin, II, S. 25, Nr. 66;
Clouston, _Flowers_, S. 95 ff.; Kuka, S. 83 ff.; Basset in der _RTP_,
XIII, S. 617 (aus dem _Mustatraf_‚ von al Abschihi). Vgl. auch
Wesselski, _Mönchslatein_, Nr. 20 und die Noten auf S. 206.
402. _Fourberies_, Nr. 23; Buadem, Nr. 99; _Nawadir_, S. 5; Serbisch,
S. 86.
_Fourberies_, S. 19 ff.
~Aristoteles und die Königin~: Wesselski, _Mönchslatein_, S. 244
ff.; dort wären noch anzuziehen gewesen Bolte, _Die Singspiele der
englischen Komoedianten_, S. 21, Gaudefroy-Demonbynes in der _RTP_, XI,
S. 530, Basset ebendort, XV, S. 109 ff. und A. Borgeld, _Aristoteles en
Phyllis_, Groningen, 1902.
403. _Fourberies_, Nr. 24; _Nawadir_, S. 44.
_Fourberies_, S. 73.
Vgl. Arlotto, I, S. 193 ff., wo noch auf Boltes Anmerkung zu Schumanns
_Nachtbüchlein_, Nr. 42, S. 409 und hinter Freys _Gartengesellschaft_,
S. 284, auf Bolte in der _ZVV_, XIII, S. 422 und auf Cosquin, II, S.
209 zu verweisen gewesen wäre.
404. _Fourberies_, Nr. 33.
405. _Fourberies_, Nr. 35; vgl. auch dort Nr. 36.
_Fourberies_, S. 74.
Der Betrug mit dem Ziegenfelle, auf das der Sohn als ~angeblicher
Käufer mitbietet~, kehrt wieder zu Beginn der 6. Erzählung bei Socin
und Stumme, _Der arabische Dialekt der Houwara_, S. 35 und 98 (=
Basset, _Contes populaires d’Afrique_, S. 121), die uns noch unten bei
Nr. 407 begegnen wird; vgl. auch Henning, _Tausend und eine Nacht_,
XIX, S. 13 ff. und Chauvin, VIII, S. 107.
406. _Fourberies_, Nr. 37.
Vgl. die 66. Facetie Poggios: _Dictum Perusini ad uxorem_‚ und die 93.
der _Cent nouvelles nouvelles_‚. Ausführliche Nachweisungen gibt Bolte
zu Frey, Nr. 21, S. 223 ff.; dazu kommen noch Domenichi, _Facetie_,
1562, S. 25 ff. und 282 (= Ausgabe von 1581, S. 30 und 349) und
Sagredo, _L’Arcadia in Brenta_, S. 386 ff.
Anders Serbisch, S. 128:
Der Hodscha Nasreddin hatte seiner Frau neue Pantoffel gekauft, aber
mit Papiersohlen. Als das die Frau sah, begann sie mit dem Hodscha
zu zanken, aber er sagte zu ihr: »Du nichtsnutziges Ding, kümmere
dich um deine Arbeit; wollte Gott, du könntest mit dem Fuß nicht mehr
auftreten; dann könntest du sie hundert Jahre tragen.«
407. _Fourberies_, Nr. 38; siehe Nr. 426 und 427, ferner die
Dschahangeschichte bei Stumme, _Malta_, S. 50 ff. (= Stumme, _Studien_,
S. 37), den Schluß des 91. Stückes: _Dschahans Abenteuer_‚ bei Ilg,
II, S. 43 ff. und Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 184 ff. (von
Giucca). Vgl. auch oben Nr. 277 und die Noten dazu.
_Fourberies_, S. 75; Basset in der _RTP_, XI, S. 498 ff.
Über den ~Verkauf an einen Vogel, einen Baum, eine Statue~ usw. handeln
Köhler, I, S. 51, 65, 98 und 99 ff., Basset im _Loqmân berbère_, S.
77 ff., Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 73, Clouston, _Noodles_,
S. 143 ff., Cosquin, II, S. 179 ff. und Chauvin, VI, S. 125 ff. Ohne
Rücksicht, ob schon zitiert oder nicht, gebe ich hier alle Versionen,
die ich einsehn konnte, indem ich auch auf das oben bei Nr. 383
angezogene Motiv von dem ~Regen eßbarer Dinge~ Rücksicht nehme:
Stumme, _Elf Stücke im Silha-Dialekt von Tázerwalt_, Nr. 7 in der
_Zeitschr. d. Deutschen Morgenl. Ges._, XLVIII, S. 403 ff. (an eine
Eule; Regen von Bohnen und Erbsen); Stumme, _Der arabische Dialekt der
Houwara_, S. 35 und 98 ff. (= Basset, _Contes populaires d’Afrique_,
S. 121 ff.): (Eule; gewöhnlicher Regen. Scheint verderbt zu sein);
Rivière, _Recueil de contes populaires de la Kabylie du Djurdjura_,
S. 179 ff. (Kuckuck, Kuchenregen); Ilg, II, S. 51 ff. (Holzbildsäule;
Weinbeerenregen); Giamb. Basile, _Lo Cunto de li Cunti_, j. I, t.
4 (1. Ausg. 1634), Napoli, 1891, I, S. 63 ff. = _Der Pentamerone_,
übertragen von F. Liebrecht, Breslau, 1846, I, S. 61 ff. (Bildsäule;
Regen von Rosinen und Feigen); R. Forster, _Fiabe popolari dalmate_,
Nr. 13 im _Archivio_, X, S. 313 ff. (Mehl an Bäume; ohne Schatz) und
314 (Statue); Schott, _Walachische Märchen_, Stuttgart, 1845, zitiert
bei Mackenzie, _The Marvellous Adventures and Rare Conceits of Master
Tyll Owlglass_, New Ed., London, 1890, S. 313 (Baum); Haltrich, S. 232
ff. (Eiche); Krauss, _Sagen und Märchen der Südslaven_, I, S. 249 ff.
(Buche); Sklarek, S. 204 ff. (Weidenbaum); Böhm, _Lettische Schwänke_,
S. 42 ff. (Kiefern); Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_, III,
S. 127 ff. (Statue); Sébillot, _Contes de la Haute-Bretagne_‚ in der
_RTP_, XI, S. 504 ff. und 505 (Heiliger); derselbe, _Contes et légendes
de la Haute-Bretagne_‚ in der _RTP_, XXIV, S. 140 ff. (Heiliger; kein
Schatz gefunden); J. Frison, _Contes et légendes de la Basse-Bretagne_‚
in der _RTP_, XXII, S. 404 ff. (Heiliger); Sébillot, _Littérature
orale de la Auvergne_, S. 81 (Heiliger; kein Schatz gefunden); Carnoy,
_Littérature orale de la Picardie_, S. 190 und 196 (Christusbild);
Cosquin, II, S. 177 ff. (Ohne Schatz finden; Jean Bête nimmt dem
Heiligen einfach die Leinwand wieder ab).
408. _Fourberies_, Nr. 40.
409. _Fourberies_, Nr. 41.
410. _Fourberies_, Nr. 42.
411. _Fourberies_, Nr. 43.
412. _Fourberies_, Nr. 52 und
413. _Fourberies_, Nr. 53.
Diese Erzählung hat eine merkwürdige Übereinstimmung mit dem 7. der
_KHM_‚ der Brüder Grimm: _Der gute Handel_‚ und mit dem 52. Stücke
der Krausschen _Sagen und Märchen der Südslaven_‚; in diesen beiden
Märchen macht ein Bauer eine Königstochter durch die Erzählung von dem
~Fleischverkaufe an Hunde~ (s. oben die Anmerkung zu Nr. 277, wo auch
auf Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 103 ff. zu verweisen gewesen
wäre) lachen und soll sie deshalb zur Gattin erhalten.
~Königstochter lachen machen~: Grimm, _KHM_, III, S. 115; Benfey,
_Pantschatantra_, I, S. 518; Köhler, I, S. 93 ff. und 348; Bolte bei
Montanus, S. 569; _Archiv für slavische Philologie_, XXI, S. 295, XXII,
S. 301 und 307. Vgl. weiter Monnier, S. 325 ff. und 329; Sklarek, S.
206 ff. und 295; Wlislocki, _Märchen und Sagen der transsilvanischen
Zigeuner_, Berlin, 1886, S. 119 ff.; Haltrich, S. 175 ff.; Wenzig,
_Westslawischer Märchenschatz_, Leipzig, 1857, S. 312 ff.; Bladé,
_Contes populaires de la Gascogne_, III, S. 23 ff.; Jacobs, _English
Fairy Tales_, S. 154 und 249 (Motiv mißverstanden); Reinisch, _Die
Nuba-Sprache_, I, S. 224 ff. Eine diesen Zug behandelnde Abhandlung von
J. Polivka in der _Pohadkoslovne studie_, Prag, 1904 ist mir unbekannt
geblieben.
414. _Fourberies_, Nr. 54 und
415. _Fourberies_, Nr. 55.
S. die Nrn. 347, 383 und 430.
416. _Fourberies_, Nr. 56.
Für diese Erzählung gilt das, was Benfey, _Pantschatantra_, I, S.
360 von ihrer Parallele, der äsopischen Fabel Von dem Bauern und der
Schlange (Halm, Nr. 96) sagt, nämlich daß sie wie ein Fragment aussieht
und nur den Eindruck von gehörtem und nicht völlig verstandenem, darum
unzusammenhängendem macht; vor allem fehlt jeder Grund, daß Dscheha
den Schakal in sein Haus aufnimmt. Vgl. Österleys Anmerkungen zu
_Gesta Romanorum_, Nr. 141 und zu Kirchhof, _Wendunmuth_, VII, Nr. 91,
die Anmerkungen Kurzens zu Waldis, I, Nr. 26, Chauvin, II, S. 94 und
Nopcsa, _Aus Sala und Klementi_, Sarajevo, 1910, S. 63 ff.
~Schakal~ (Fuchs) ~hat zehn~ (hundert etc.) ~Listen~: Benfey, I, S.
316; Köhler, I, S. 408, 534 und 560; Chauvin, III, S. 54.
417. _Fourberies_, Nr. 59.
Zu der Probe der Scharfsichtigkeit vgl. Busch, _Ut ôler Welt_, S. 12 ff.
418. _Fourberies_, Nr. 60.
IV. Maltesische Überlieferungen
419. _Bonelli_, S. 459; Buadem, Nr. 30; Serbisch, S. 61 ff.
420. _Bonelli_, S. 459.
421. Stumme, _Studien_, S. 49 ff. = Stumme, _Malta_, S. 79 ff.; Stumme,
_Studien_, S. 61 ff. = Stumme, _Malta_, S. 91 ff.; Bonelli, S. 459 ff.;
Ilg, II, S. 41 ff., Nr. 91.
Reichliche Varianten geben Cosquin, II, S. 202 ff. und 363 ff. und
Chauvin in der _ZVV_, XV, S. 462; dazu vgl. noch Luzel, _Contes
populaires de Basse-Bretagne_, III, S. 400 ff., P. Sébillot, _Contes
de la Haute-Bretagne_, Nr. 22 in der _RTP_, XI, S. 453 ff.; Wlislocki,
_Märchen und Sagen der transsilvanischen Zigeuner_, S. 73 ff.; Ilg, II,
Nr. 98, S. 50 ff.; Bolte in der _ZVV_, XVII, S. 339.
422. Ilg, II, Nr. 94.
423. Ilg, II, Nr. 95.
Der Schwank erinnert an das Salzsäen im 14. Kapitel des _Lalenbuchs_‚
(Stuttgart, 1839, S. 61 ff.; v. d. Hagen, S. 83 ff.), wo es überdies
heißt: »Demnach auch kund und offenbar, daß andere Sachen wachsen,
als Kälber, so man Käse setzet, und Hühner, wenn man Eier in Boden
stecket ...«; vgl. dazu Böhm, _Lettische Schwänke_, S. 119. Ähnlich
ist das Anbauen von Kuhschwänzen, um Kühe zu erhalten; s. Keller, _Die
Schwaben_, S. 137 ff. und Bronner, _Schelmen-Büchlein_, S. 107 ff.
Klaus Narr, der Pfennige aussät, um Geld zu ernten (S. 85), will auch
Schafe und Geflügel anbauen (S. 203 ff.):
Clauß strawte Schaaflorbern auß vnd meinet, es würden Schaaf dauon
außgehen; da sprach einer: Lieber Clauß, es werden keine Schaaf auß
diesem Samen. Clauß sprach: Werdens nit Schaafe, so werdens Lämmer, die
dienen auch in der Küchen an die Bratspiesse.
Also satzte er auch Kötlein von Hünern vnd Gänsen vnd versahe sich, es
würden Hüner vnd Gänse drauß wachsen; da sprache einer zu jm: Es ist
vmb sonst, Clauß, was du thust; wenn du aber Eyer einscharretest, so
würden junge Hüner drauß. Clauß antwortet: Was taug vnd kan ein ding
vnversuchet? Ich wils hiemit versuchen, wil es denn nicht gerahten, so
wil ich Eyer eynscharren.
Vgl. auch die 11. und die 12. der von Decourdemanche hinter den
_Plaisanteries de Nasr-Eddin Hodja_, S. 123 ff. mitgeteilten
Karakuschgeschichten.
424. Ilg, II, Nr. 96.
Eine maltesische Parallele steht bei Ilg, II, S. 39; vgl. weiter Grimm,
III, S. 101.
425. Ilg, II, Nr. 97.
Der Schwank ist mir außer bei Costo, _Il Fuggilozio_, S. 91 und
bei Sagredo, _L’Arcadia in Brenta_, S. 165 ff. auch schon in einer
ältern italiänischen Facetien- oder Novellensammlung begegnet; leider
ist mir nicht erinnerlich, in welcher. Auf einer italiänischen
Quelle beruht auch das dasselbe erzählende 35. Stück von Wickrams
_Rollwagenbüchlein_‚; vgl. Boltes Noten dazu S. 370 ff.
V. Sizilianische Überlieferungen
426. Pitrè, III, S. 353 ff.; Crane, S. 291 ff.; Gonzenbach, I, S. 249
ff. (der Anfang ist identisch mit der Nr. 427); vgl. oben die Nr. 277
und 407.
Pitrè, III, S. 371; Crane, S. 379; Gonzenbach, II, S. 228.
Der ~Befehl, nur an Leute zu verkaufen, die wenig reden~ begegnet nicht
nur in der Fassung bei Pitrè, sondern auch bei Basile, Cosquin und
Frison an den zu Nr. 407 genannten Stellen.
427. Pitrè, III, S. 354 ff.; Crane, S. 292; Gonzenbach, I, S. 249 ff.
Crane, S. 379; Cosquin, II, S. 180 ff.
Bei Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 188 deckt Giucca mit der
schon gefärbten Leinwand einen Dornbusch zu, der ihm vor Kälte zu
zittern scheint.
428. Pitrè, III, S. 355 ff.; Crane, S. 293.
Crane, S. 293 ff. und 380.
Bei Pitrè, III, S. 372 (Monnier, S. 59) steht eine Variante, wo sich
Giufà über die Fliegen nur deshalb beklagt, weil sie ihn belästigen;
der Ausgang ist ebenso wie in der in Rede stehenden Erzählung.
Diese Variante, die mit einer Juvadigeschichte bei Mango, S. 54
übereinstimmt, ist eine Parallele zu unserer Nr. 280. Vgl. dazu noch
die Nachweisungen Pitrès im _Archivio_, V, S. 140.
Von den in unsere Erzählung verwobenen Motiven erinnert der
~Fleischverkauf an die Fliegen~ an den oben bei Nr. 277 und 412
besprochenen ~Fleischverkauf an die Hunde~, während wir der
~Verscheuchung von Dieben durch ein harmloses Selbstgespräch~ (zu der
hier besprochenen Fassung vgl. noch die Giufàgeschichte bei Gonzenbach,
I, S. 260 ff.) unten bei Nr. 446 begegnen werden.
429. Pitrè, III, S. 356 ff.; Gonzenbach, I, S. 255 ff.; Crane, S. 298
ff.; Monnier, S. 12 ff.
Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 74.
Meist bis in die Einzelheiten übereinstimmende Varianten geben
Lidzbarski, _Geschichten und Lieder_, II, S. 175 ff., Ilg, II, S. 20
ff., M. Preindlsberger-Mrazović, _Bosnische Volksmärchen_, S. 47
ff., Finamore im _Archivio_, V, S. 219 ff. und P. Sébillot in der
_RTP_, XI, S. 391 ff.; vgl. auch _Archiv für slavische Philologie_,
XXII, S. 305 (kleinrussisch).
430. Pitrè, III, S. 360 ff.; Crane, S. 294 ff.; Gonzenbach, I, S. 252
ff.; Pitrè, IV, S. 291.
Pitrè, III, 373 ff. und IV, 444 ff.; Crane, S. 295 ff. und S. 380;
Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 74.
Vgl. die Nrn. 347, 383 und 415.
431. Pitrè, III, S. 361 ff.; Crane, S. 296; Gonzenbach, I, S. 253. Vgl.
die als Nr. 445 mitgeteilte Juvadigeschichte.
In einer Erzählung bei Stumme, _Malta_, S. 55 ff. (_Studien_, S. 40)
wirft Dschahan das kleine Mädchen, das er waschen soll, in einen Kessel
siedenden Wassers.
Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 74; weitere Nachweise gibt Bolte bei
Frey, S. 223.
432. Pitrè, III, S. 365 ff. Siehe oben Nr. 55.
433. Pitrè, III, S. 366 ff.; Crane, S. 296 ff.; Gonzenbach, I, S. 252;
eine ähnliche Geschichte von Juvadi bei Mango, S. 47 ff.: _Juvadi et la
jocca_‚.
Bei Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 180 ff. und 195 setzt sich
Giucca erst auf die Eier, nachdem er sich mit Honig bestrichen und in
Federn gewälzt hat.
Pitrè, III, S. 376; Crane, S. 380; Gonzenbach, II, S. 228; Köhler-Bolte
in der _ZVV_, VI, S. 74.
Vgl. weiter meine Anmerkungen zu Bebel, I, Nr. 26 und III, Nr. 148 und
zu Morlinis 49. Novelle, Lidzbarski, _Geschichten und Lieder_, S. 128
ff. (Bolte in der _Z. f. vgl. Littg_‚., XIII, S. 233), Böhm, _Lettische
Schwänke_, S. 118 zu Nr. 33 und endlich Busch, _Ut ôler Welt_, S. 35
ff., Nr. 16.
434. Pitrè, III, S. 369 ff.
Abu Nuwas ist der Held dieser Geschichte bei Velten, _Märchen und
Erzählungen der Suaheli_, S. 25 ff., bei Büttner, _Anthologie aus der
Suahelilitteratur_, I, S. 90 ff. und II, S. 90 ff. und bei Reinisch,
_Die ’Afar-Sprache_, I, S. 15 ff. (in die letztgenannte Erzählung ist
der gewöhnliche Schluß der Unibosmärchen verwoben); von Bahlul wird sie
berichtet bei Meißner, _Neuarabische Geschichten aus dem Iraq_, Nr. 44,
S. 76 und 77 ff.; siehe ebendort, S. V.
VI. Kalabrische Überlieferungen
435. F. Romano, _Calabresismi_, Teramo, 1891, S. 109, abgedruckt im
_Archivio_, XI, S. 112.
Das Motiv von der ~verkehrten Ansprache oder Begrüßung~ (siehe oben die
Anmerkung zu Nr. 169), das hier nur am Schlusse leichthin angedeutet
ist, ist vollkommen durchgeführt in der Giufàerzählung bei Pitrè, III,
S. 362 ff.; vollständig fehlt es hingegen bei den sonst als Parallelen
zu bezeichnenden Erzählungen von Juvadi bei Mango, S. 48 und von
Dschahan bei Bonelli, S. 458 und Stumme, _Malta_, S. 52 (_Studien_, S.
38).
Vgl. weiter Ilg, II, S. 48: _Die Taten des Buassu_‚.
436. Mango, S. 48 ff.
437. Mango, S. 49 ff.