Frau, um sich zu vergewissern, ob sie ihn an den Galgen bringen würde,
er habe seinen Gesellen getötet und ihn im Walde verscharrt; die
Frau plaudert, und die Obrigkeit erfährt von der Sache, und als an
dem Platze im Walde nachgegraben wird, findet man den Kadaver eines
Schweines. Unter den vielen Varianten, die Cosquin anführt, sind
mehrere, wo der Mann mit dieser Täuschung der Frau den Zweck verfolgt,
die Richtigkeit der einen der ihm von seinem Vater erteilten drei
Lehren zu erproben; dazu vgl. Mussafia, _Über eine altfranzösische
Handschrift der k. Universitätsbibliothek zu Pavia_, Wien, 1870, S. 68
und Köhler, II, S. 402 ff. Dieser Zug, in dem ich eine Reminiszenz an
das Dschohamotiv Maidanis usw. sehn möchte, findet sich auch in den
zahllosen Bearbeitungen des Motivs von dem besten Freunde, dem Hunde,
und dem ärgsten Feinde, der Gattin, wovon hier nur das 124. Kapitel der
_Gesta Romanorum_‚ (in Österleys Ausgabe) und das 423. Stück von Paulis
_Schimpf und Ernst_‚ genannt seien, und schließlich rudimentär auch in
den Geschichten von der Freundesprobe, wozu Chauvin, IX, S. 15 ff. zu
vergleichen ist.
348. _Nawadir_, S. 6 (_RTP_, XVII, S. 94 ff.); Mardrus, S. 96 ff.;
_Fourberies_, Nr. 4; Buadem, Nr. 100; _Tréfái_, Nr. 132; Serbisch, S.
87; Kroatisch, S. 58.
Vgl. Horn, S. 71, wo die Schnurre bei Zakani und in dem _Mesnewi_‚ von
Dschelaleddin Rumi nachgewiesen wird; nach Dschami erzählt Clouston,
_Flowers_, S. 80, nach dem _Mesnewi_‚ (zit. Ausg. S. 364 ff.) Kuka, S.
97 ff.
349. _Nawadir_, S. 6 (_RTP_, XVII, S. 96); Buadem, Nr. 101; Serbisch,
S. 87; Kroatisch, S. 56.
Über den ~Prangerritt der Ehebrecherin~ usw. vgl. man die 2. der
pseudoplutarchischen _Quaestiones graecae_‚ (über die Ὀνοβάτις von
Cumae), eine Stelle bei Stobaeus über die Pisidier, zitiert bei
Alexander ab Alexandro, _Geniales dies_, Lugduni Batavorum, 1673, II,
S. 862, Österley, _Baitál Pachisi_, Leipzig, 1873, S. 66 und Liebrecht,
_Zur Volkskunde_, Heilbronn, 1879, S. 386 ff., 429 und 509.
350. _Nawadir_, S. 6 (_RTP_, XVII, S. 148).
Seine Nachweisungen in den _Fourberies_, S. 21 hat Basset anläßlich der
Übertragung dieser Erzählung ergänzt.
Vgl. auch mein _Mönchslatein_, S. 223 ff., Lee, _The Decameron_, S. 191
ff. und Ispirescu, S. 37 (_Magazin_, XCVI, S. 580).
351. _Nawadir_, S. 7 (_RTP_, XVII, S. 480).
_Fourberies_, S. 22; Basset in der _RTP_, XVII, S. 480.
Siehe weiter Bolte, _Die Singspiele der englischen Komoedianten_,
Hamburg und Leipzig, 1893, S. 18, _Euphorion_, XV, S. 12, Lee, _The
Decameron_, S. 203 ff. und Chauvin, VIII, S. 39.
352. _Nawadir_, S. 8 (_RTP_, XVII, S. 149).
353. _Nawadir_, S. 8 (_RTP_, XVII, S. 149).
Vgl. folgende persische Erzählung bei Kuka, S. 210:
A man who was given to jesting, and who would not give up his habits
even when he became old, was one day admonished by his neighbours and
acquaintances, who said to him: »You had better turn your thoughts
towards prayers and repentance; now is not the time for you to joke
and jest. Devote your leisure hours to hearing the Hadees read.« He
replied: »Rest assured, gentlemen, I have not neglected the traditions.
I have heard many.« »Well, narrate to us one of them,« said they. He
rejoined: »I have heard from Náfa’a, son of Yareed, that our Prophet
used to say that there are two qualifications which every one ought to
acquire if he wants to obtain happiness both in this world and in the
next.«
Here our wag paused for a very long time.
»Aye, but tell us what are those two qualifications?« asked the men.
»Oh, the narrator, my friend Náfa’a, had forgotten one of them,«
replied the wag, »and I have forgotten the other!«
354. _Nawadir_, S. 9 (_RTP_, XVII, S. 152).
355. _Nawadir_, S. 9 (_RTP_, XVII, S. 151).
356. _Nawadir_, S. 9 (_RTP_, XVII, S. 153); siehe oben Nr. 11.
357. _Nawadir_, S. 11 (_RTP_, XVII, S. 485).
358. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 138).
Vgl. eine Erzählung im _Fakihat al hulafa_‚ von ibn Arabschah bei
Chauvin, II, S. 196, Nr. 22 (dazu S. 213, Nr. IV) und Lidzbarski,
_Geschichten und Lieder_, S. 158 ff.; nicht ohne Bezug ist wohl auch
Pauli, Nr. 140.
359. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 213).
360. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 213).
361. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 214).
Kuka, S. 164:
A desert Arab was present at the dinner table of one of the Caliphs.
The dish of »Faloodeh« pleased him so much that he began to stuff
himself with it, not caring to taste any of the other viands. One
of those who were present said to him: »Don’t eat too much of this
Faloodeh, or it will be the death of you.« The Arab withdrew his hand
from the dish, remained thoughtful for a while, and then saying to the
men present, »I bequeath to you the care of my family,« again fell to
the dish with renewed vigour.
362. _Nawadir_, S. 13 (_RTP_, XVIII, S. 216 ff.); _Fourberies_, Nr. 15.
363. _Nawadir_, S. 16 (_RTP_, XVIII, S. 218 ff.).
~Esel (Kalb etc.) an der Stelle des Ehebrechers~: _Cent nouvelles
nouvelles_, n. 61 mit ihren Ableitungen _Recueil_, 1555, S. 221 ff.,
n. 72 = _Aventures_, 1556, S. 251 ff., n. 75 (statt 74) und Malespini,
_Ducento novelle_, Venetia, 1609, II, Bl. 220^a ff., n. 61; A. v.
Keller, _Erzählungen aus altdeutschen Handschriften_, Stuttgart, 1855,
S. 306 ff.; Gastius, _Convivales sermones_, II, S. 99 ff. = Melander,
_Jocoseria_, I, S. 41 ff., Nr. 35 = deutsch, I, S. 23 ff., Nr. 20[17];
Domenichi, 1562, S. 53 ff. = 1581, S. 64 ff.; Chauvin, VII, S. 171;
_Die Çukasaptati_‚ (_Textus simplicior)_, übers. v. R. Schmidt, Kiel,
1894, S. 47 und dazu Benfey, _Pantschatantra_, Leipzig, 1859, I, S. 144.
Kombiniert mit andern Zügen findet sich das Motiv in den Fabliaux _Des
tresces_‚ und _De la dame qui fist entendant son mari qu’il sonjoit_‚
bei Montaiglon-Raynaud, _Recueil des Fabliaux_, Paris, 1872 ff., IV, S.
67 ff. und V, S. 132 ff. (dazu Bédier, _Les Fabliaux_, 2^e éd., Paris,
1895, S. 193 ff.), in Kellers _Erzählungen_‚ S. 310 ff.: _Der pfaff
mit der snuer_‚ und S. 324 ff.: _Ain spruch von ainer frawen, die ain
pfaffen bulett, und wie vil sy irnn man unglicks anlegett_, in einem
Gedichte Herrants von Wildonie, _Der verkerte wirt_‚ in v. d. Hagens
_Gesammtabenteuern_, II, S. 333 ff. (dazu S. XLII ff.) und bei Lambel,
_Erzählungen und Schwänke_, Leipzig, 1872, S. 191 ff. und in dem
Spruchgedichte Hans Sachsens _Der pawer mit dem zopff_, I, S. 480 ff.
(dazu L. A. Stiefel in den _Hans Sachs-Forschungen_, Nürnberg, 1894, S.
124 ff.).
364. _Nawadir_, S. 16 (_RTP_, XVIII, S. 219); Buadem, Nr. 107;
Serbisch, S. 90; Kroatisch, S. 59.
365. _Nawadir_, S. 17 (_RTP_, XVIII, S. 351); _Fourberies_, Nr. 27;
Buadem, Nr. 108; Serbisch, S. 90; Kroatisch, S. 51 ff.
_Fourberies_, S. 28; Basset im _Keleti Szemle_, I, S. 223, Nr.
27 (_Nuzhat al udaba_‚). Zu Hammers Übertragung der betreffenden
Geschichte des _Nuzhat al udaba im Rosenöl_, II, S. 308 vgl. Bassets
Bemerkung in der _RTP_‚.
366. _Nawadir_, S. 17 (_RTP_, XVIII, S. 347).
367. _Nawadir_, S. 17 (_RTP_, XVIII, S. 347); Buadem, Nr. 109;
Serbisch, S. 91.
368. _Nawadir_, S. 18 (_RTP_, XVIII, S. 348).
Dieselbe Geschichte steht schon bei Bar-Hebraeus, S. 111, Nr. 49, wo
ein Poet zu einem Geizhals sagt: »Wouldst thou have me whilst I am
eating one morsel to stand up and bow the knee, and then take another?«
369. _Nawadir_, S. 18 (_RTP_, XVIII, S. 348 ff.).
370. _Nawadir_, S. 40 (_RTP_‚ XIX, S. 312); Serbisch, S. 98.
Die Schnurre ist viel älter als Nasreddin; sie steht schon bei Maidani
(Freytag, II, S. 603) und, nicht unwitzig erweitert, in dem _Kitab al
askija_‚ des 1200 verstorbenen al Dschausi, wo sie nach Basset, _RTP_,
XVII, S. 158 lautet:
In Kufa war eine Frau, deren Mann mittellos war; und sie sagte zu ihm:
»Mach dich doch auf und reise durch die Länder; vielleicht hilft dir
Gott.« Er nahm den Weg nach Syrien, und dort verdiente er dreihundert
Dirhem; dafür kaufte er sich eine Kamelstute. Die war aber hitzig
und bereitete ihm viel Verdruß. In seinem Ärger darüber und über
seine Frau, daß sie ihn weggeschickt hatte, schwur er, entweder die
Kamelstute an dem Tage, wo er nach Kufa heimkommen werde, um einen
Dirhem zu verkaufen oder sich von seiner Frau zu scheiden. Dann reute
es ihn und er sagte alles seiner Frau. Sie nahm eine Katze, setzte sie
der Kamelstute auf den Hals und sagte zu ihrem Manne: »Geh auf den
Markt und rufe aus: ›Wer will diese Katze um dreihundert Dirhem kaufen
und diese Kamelstute um einen? ich verkaufe sie aber nur miteinander.‹«
Das tat er. Ein Araber kam, betrachtete die Kamelstute von allen Seiten
und sagte: »Wie schön sie ist! wie lebhaft! Wenn sie nur nicht die
Katze auf dem Halse hätte!«
Ähnlich ist eine Fassung im _Bäharistan_‚ Dschamis, S. 86 (Clouston,
_Flowers_, S. 82), zu der Schlechta-Wssehrd, S. 147 ff. bemerkt,
daß die Anekdote im Oriente sehr bekannt ist, und daß an sie viele
Sprichwörter erinnern wie: »Wäre nicht die Verfluchte an seinem Halse!«
Als Predigtmärlein bearbeitet ist die Geschichte bei Bromyard, _Summa
praedicantium_, E, 8, 17 (in der Ausg. Basel, Joh. de Amerbach, ca.
1479):
Sicut patet de illo qui moriens, vxore executrice facta, bouem pro
anima sua legauit vt fertur. Vxor vero bouem et gallum simul ad forum
ducens, vtrumque simul vendidit hac conuentione, quod emptor pro gallo
marcam anglicanam et pro boue obolum daret; quod cum factum fuisset,
obolum pro anima dedit mariti.
Auf einer ähnlichen Erzählung beruhen Pauli, _Schimpf und Ernst_, Nr.
462 (die Nachweisungen Österleys, S. 526 ff.), und Zincgref-Weidner,
IV, S. 199 (Ochs und Hahn)[18]. In der 55. Novelle der _Heptamérons_‚
sind es wieder, wohl mit Anlehnung an eine etwa über Spanien
herübergekommene Tradition ein Pferd und eine Katze; ebenso erzählt G.
F. Giuliano, _Dialogo d’un medico con un secretario et un palafreniere
di un principe romano del modo et utilità di far quadragesima_, Roma,
1651. S. 41, während die kurze Darstellung in Costos _Fuggilozio_,
S. 38 ff.: _Astuzia d’una contadina in satisfare un legato del morto
marito_‚ von einem Ochsen und einer Katze, die 31. Erzählung bei M.
Somma, _Cento racconti_, 3^a ed., Napoli, 1822, S. 79 ff. von einem
Pferde und einem Hammel (kombiniert mit dem Stoffe der 71. Facetie
Poggios, wozu man Arlotto, I, S. 191 vergleiche) und P. Sébillot,
_Contes de la Haute-Bretagne_, Nr. 28: _Le fermier rusé_‚ in der _RTP_,
XI, S. 509 von einer Kuh und einer Katze berichten.
371. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 311 ff.).
372. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 311).
In den _Fourberies_, S. 72 bemerkt Basset zu diesem Schwanke: »Sans
doute l’origine du dicton: Si la montagne ne va pas à Mahomet, c’est
Mahomet qui ira à la montagne« und wiederholt dies in der _RTP_‚ a.
a. O. Diese Behauptung hat dann der Fortsetzer der Arbeit Büchmanns
in die letzten Auflagen der _Geflügelten Worte_‚ aufgenommen. Hätte
er in Wanders _Sprichwörter-Lexikon_‚ nachgesehn, so hätte er auf S.
958 des V. Bandes als Quelle des Sprichworts: »Wenn der Berg nicht
zum Propheten kommen will, so muß der Prophet wohl zum Berge gehn«
das Gedicht Hagedorns »_Mahomet und der Hügel_‚« angegeben gefunden;
aber auch dieses ist nicht die unmittelbare Quelle, weil es wohl sonst
statt »Berg« »Hügel« heißen müßte[19]. Die Quelle scheint vielmehr
die _Mohammed_‚ betitelte Erzählung in Hebels _Schatzkästlein des
Rheinischen Hausfreundes_‚ (zit. Ausg. IV, S. 263 ff.) zu sein, deren
Anfang lautet:
Dem Mohammed wollten es anfänglich nicht alle von seinen Landsleuten
glauben, daß er ein Prophet sei, weil er noch kein Wunder getan hatte
wie Elias. Dazu sagte Mohammed, ganz gleichgültig, wie einer, der
eine Pfeife Tabak raucht und etwas dazu redet, »das Wunder,« sagte
er, »macht den Propheten noch nicht aus. Wenn ihrs aber verlangt, so
werden ich und jener Berg dort geschwind beieinander sein.« Nämlich, er
deutete auf einen Berg, der eine Stunde weit oder etwas entfernt war,
und rief ihm mit gebietender Stimme, daß der Berg sich soll von seiner
Stätte erheben und zu ihm kommen. Als aber dieser keine Bewegung machen
und keine Antwort geben wollte, wiewohl keine Antwort ist auch eine, so
ergriff Mohammed sanftmütig seinen Stab und ging zum Berg, womit er ein
merkwürdiges und nachahmenswertes Beispiel gab .....
Woher Hagedorn und Hebel geschöpft haben, kann ich nun allerdings nicht
sagen, sicher scheint hingegen zu sein, daß die Dschohageschichte
von dem Palmbaum (ebenso auch wahrscheinlich die beiden deutschen
Erzählungen) auf einer Mohammedlegende fußt. Bayle zitiert in dem
Artikel _Mahomet_‚ (_Dictionaire historique et critique_, 3^e éd.,
Rotterdam, 1720, S. 1852) eine Stelle aus der das erste Mal 1686
erschienenen _Histoire du monde_‚ von Urb. Chevreau, die folgendermaßen
beginnt:
Quand les Coreïschites de la Mecque l’eurent prié (sc. Mahomet) de
faire une miracle pour faire connoître ce qu’il étoit, il divisa la
Lune en deux pieces entre lesquelles ils aperceurent une montagne.
Ayant apelé deux arbres, ils se joignirent pour aller à lui, et se
separérent en se retirant, par le commandement qu’il leur fit.
373. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 312); Buadem, Nr. 23; Serbisch,
S. 59; Kroatisch, S. 36.
Die Geschichte steht schon bei Bar-Hebraeus, S. 149, Nr. 587 (»I wish
to know how far my voice will reach.«) und ähnlich erzählt Kuka, S. 173.
Eine hübsche Parallele bieten die _Contes du Sieur Gaulard_, S. 200 ff.:
Or il (le Sieur Gaulard) vid plusieurs personnages à la Cour, mesmement
de ceux de longue robbe, qui auoient en leurs chambres de petites
cloches, lesquelles ils sonnoient pour appeller leurs seruiteurs, quand
ils en auoient affaire: et s’estant apperceu qu’au son de cette cloche,
aussitost ils ne failloient de venir vers leurs maistres, il luy prit
fantaisie d’en avoir une. Et si tost qu’il fut en sa chambre, où il
luy tardoit jà qu’il n’estoit arriué pour en faire l’experience, il se
mit à sonner certe cloche: mais voyant que pas vn de ses seruiteurs
n’approchoit, il se persuada que ses gens ne pouvaient entendre le son.
Et pour l’experimenter il sonna sa cloche prés sa table, puis estant
couru à sa porte (car nottez qu’il pensoit courir aussi viste que le
son de sa cloche) et n’entendant rien prés d’icelle, il dit que ses
gens auoient raison de ne pas estre venus vers luy, et qu’il failloit
bien que ceux qui auoient des cloches, eussent quelque recepte pour
faire deualler le son en bas.
374. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 313 ff.).
Der analoge Schwank des 36. Kapitels der _Schildbürger_‚ (v. d. Hagen,
_Narrenbuch_, S. 188 ff.; Das _Lalenbuch_, S. 135 ff.) steht schon
bei Hans Sachs, IV, S. 73 ff., ferner als 12. Erzählung von Freys
_Gartengesellschaft_‚; vgl. dazu die Noten Boltes, S. 220 und _Archiv
für slavische Philologie_, XXII, S. 309.
375. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 252 ff.).
376. _Nawadir_, S. 46 (_RTP_, XIX, S. 251).
2. Aus der von Mardrus besorgten Ausgabe von Tausend und einer Nacht
377. Mardrus, S. 93 ff.; s. oben Nr. 37.
378. Mardrus, S. 95 ff.; _Nawadir_, S. 8; _Fourberies_, Nr. 3.
Bei Kuka steht (S. 214) eine persische Variante:
On one occasion Mulla Nasruddin was invited to a dinner at a friend’s
house. A dish of boiled fowl was placed before him. As the fowl was not
thoroughly cooked, he partook of gravy only, and said to his friend:
»Please have this fowl well cooked for to-morrow, when I shall again
be your guest.« On the next day the same dish was placed before him,
and he found that again the fowl was not well cooked. He, therefore,
partook of the gravy, and then placing the fowl in front of himself,
began his prostrations and genuflexions as in prayers. »What are
you doing?« asked the host. The Mulla replied: »I am going to ask a
blessing on this flesh, for the flesh that is placed twice over the
fire and is not cooked, cannot be the flesh of an ordinary fowl, but
that of some prophet or saint amongst them.«
379. Mardrus, S. 96; _Nawadir_, S. 16; _Fourberies_, Nr. 14.
Hartmann, S. 57.
380. Mardrus, S. 114.
3. Volkserzählungen aus Tripolis und Tunis
381. Stumme, _Tripolis_, S. 178 ff.; vgl. oben Nr. 57.
382. Stumme, _Tunis_, I, S. 75 ff. und II, S. 126 ff.
Zu dem Motive von dem ~Zolle auf verschiedene Gebrechen~ vgl. Österleys
Nachweisungen zu der Nr. 157 der _Gesta Romanorum_, S. 738 und zu der
Nr. 285 von Paulis _Schimpf und Ernst_, S. 506, ferner Waas, _Die
Quellen der Beispiele Boners_, S. 56 ff. und Chauvin, IX, S. 18 ff.
Eine interessante Parallele bietet das _Nuzhat al udaba_‚ (Basset in
der _RTP_, XV, S. 672 ff.), weil auch hier der Zoll auch auf den Namen
gesetzt ist:
Man erzählt, daß einer einen König um die Erlaubnis gebeten hat,
einen Dirhem von jedem Buckligen, ebenso einen Dirhem von jedem, der
Suleiman heiße, und einen Dirhem von jedem, der aus Mosul sei, einheben
zu dürfen. Der König legte diese Steuer auf, und der Mann nahm den
Bescheid und ging. Er sah einen Buckligen, der drei Hühner hatte, jedes
einen Dirhem wert; da streckte er die Hand aus und nahm eines und
sagte: »Auf Befehl des Sultans.« Der Bucklige begann zu schreien und um
Hilfe zu rufen. Einer, der ihn kannte, sagte zu ihm: »Gib acht, Scheik
Suleiman!« Da verlangte der, der den Bescheid hatte, zwei Dirhem und
streckte die Hand nach dem zweiten Huhne aus. Der Bucklige schrie: »Ich
beschwöre dich, tu mir nicht unrecht; ich bin ein Fremder, aus Mosul.«
»Jetzt sind es drei Dirhem,« sagte der andere; er streckte die Hand aus
und nahm auch das dritte Huhn und ging weg.
Diese Fassung, wo das Gebrechen, der Name und die Heimat die Anlässe
zu der Entrichtung eines Zolles geben, ist ein Gegenstück zu dem 611.
Stücke bei Pauli: dort bittet ein armer Student vergebens um ein
Almosen, weil er aus Bremen ist, Nikolaus heißt und nur ein Auge hat.
Die Episode von den ~drei Dummen~ hat eine bis in Einzelheiten
übereinstimmende Parallele bei Radloff, _Proben der Volkslitteratur der
türkischen Stämme Südsibiriens_, Petersburg, 1866 ff., VI, S. 257: In
einer Stadt, die sonst nur von Narren bewohnt wird, nimmt der einzige
nicht närrische eine Frau. Die geht nach drei Tagen die Kuh melken,
und bei dieser Beschäftigung läßt sie einen Wind; sie bittet die Kuh,
nichts davon zu sagen. Dann kommt ihre Schwiegermutter ebenfalls bitten
und bringt der Kuh eine Schüssel Kleie, damit sie nichts sage. Endlich
kommt auch der Schwiegervater, bringt der Kuh auch eine Schüssel Kleie
und bittet sie wie die beiden andern, so daß sie alle drei beisammen
sitzen. Als der junge Gatte nach Hause kommt, wird er zornig und geht
aus, um drei ebenso törichte Leute zu finden: findet er sie, soll seine
Familie verschont bleiben; findet er sie nicht, will er seine Familie
töten usw. usw.
In dieser Kombination, wo es sich allerdings meist um die junge
Frau oder Braut und ihre Eltern — nicht wie bei Radloff und in
unserm Schwanke um ihre Schwiegereltern — handelt, ist das Motiv
außerordentlich verbreitet. Clouston hat ihm in dem _Book of Noodles_,
S. 191 ff. eine längere Studie gewidmet, und reichliche Nachweise
finden sich bei Köhler, I, S. 81 ff., 217 ff. und 266; dazu kommen noch
Pitrè, III, S. 137 ff., Crane, S. 279 ff. und 378, Jacobs, _English
Fairy Tales_, S. 9 ff. und 231 ff. und Aug. Dozon, _Trois contes
bulgares_, Nr. 3: _Le cochon a la noce_‚ in der _RTP_, III, S. 381.
Der Schluß unserer Geschichte bringt wieder den Zug vom ~eingebildeten
Toten~, der uns schon oft genug begegnet ist.
383. Stumme, _Tunis_, I, S. 78 ff. und II, S. 131 ff.; _Fourberies_,
Nr. 55 = unten Nr. 415; Pitrè, IV, S. 444 (Giufà). Siehe weiter Nr. 347
und Nr. 430.
Das Motiv von dem ~Regen eßbarer Dinge~, der einer dummen Person
vorgetäuscht wird, um ihrer Erzählung die Glaubwürdigkeit zu nehmen,
wird uns noch unten bei Nr. 407 beschäftigen; abgesehn von derartigen
Kombinationen erscheint es noch mit Giufà verknüpft bei Pitrè, III,
S. 378. Nachweisungen geben Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 73,
Clouston, _Noodles_, S. 154, Cosquin, II, S. 182, Note, Köhler, I,
S. 340 und 342 und Chauvin, VI, S. 126; dazu wären noch zu nennen U.
Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 48 ff., Swynnerton, S. 180 (s.
oben die Note zu Nr. 347), O’Connor, _Folk Tales from Tibet_, S. 33
ff., Ilg, II, S. 38 ff., James Bruyn Andrews, _Contes ligures_, S. 92
ff., eine brasilianische Erzählung, die Basset in der _RTP_, X, S.
499 mitteilt, Hazelius, _Ur de nordiska folkens_‚ _lif_, S. 101 ff.,
zitiert im _Archivio_, II, S. 477 ff. usw. usw. Hierher gehört auch die
bei Chauvin, VIII, S. 69 besprochene Novelle des _Syntipas_, wozu eine
im _Archivio_, II, S. 479 aus dem Finnischen übersetzte Erzählung zu
vergleichen ist. Alle diese Mittel, um ein Ausplaudern ungefährlich zu
machen — an den zwei letztgenannten Stellen handelt es sich allerdings
um einen andern Zweck — gemahnen an die List, die die ungetreue Frau
anwendet, um den wachsamen Vogel, Papagei oder Elster, zu täuschen
(vgl. darüber die Literaturnachweise bei Chauvin, VIII, S. 35 ff.);
als eine Art Bindeglied könnte eine Erzählung bei Bütner, _Von Claus
Narren_, S. 119 (aus derselben Quelle bei Zincgref-Weidner V, S. 174)
gelten, wo der Vogel durch einen Narren ersetzt ist:
Ein Weib machte kundschafft mit eim andern Mann. Der Narr sahe es;
die Fraw forchte, der Narr mochte sie verrathen, vnnd warff ein
Säugfercklin auff jhn hinab in den Hofe. Der Narr meinet, es regnet
Schweinlein, da ließ die fraw eins vmb das ander auff den Narren
fallen. Vber eine zeit fraget der Ehemann: Sage mir, Heine, wie hat
meine Fraw haußgehalten? Heine sprach: Sie lag bey einem andern Mann.
Der Ehemann sprach: Fraw, du must sterben. Ach nein, sprach die Fraw,
eilet nicht, Herr, fraget den Narren besser. Also fraget der Mann:
Heine, wenn schlieff die Fraw bey einem andern? Heine antwortet:
»Nechst war es, da sahe ichs, vnd am selben Tage regnet es viel junge
Schweinlein.« Der Herr sprach: Hilff Gott, wie ist es ein ding, wenn
mann einem Narren glaubet, vnnd den Rechten grund nit erfehret.
384. Stumme, _Tunis_, I, S. 79 und II, S. 132 ff.
Hammer, _Rosenöl_, II, S. 305 ff. nach dem _Nuzhat al udaba_, und dazu
Basset im _Keleti Szemle_‚ I, S. 222, Nr. 8; s. weiter Chauvin, VIII,
S. 49 ff.
385. Stumme, _Tunis_, I, S. 79 ff. und II, S. 133 ff.; vgl. oben Nr. 63.
386. Stumme, _Tunis_, I, S. 80 und II, S. 135.
S. die Anmerkung zu Nr. 277.
387. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 136.
Hartmann, S. 59.
~Heller in fremdes Geld geworfen~: Hartmann in der _ZVV_, VI, S. 268;
Pauli, Nr. 566; Montanus, S. 25 und 562; Chauvin, VII, S. 153.
388. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 136 ff.
389. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 137 ff.
390. Stumme, _Tunis_, I, S. 82 und II, S. 139 ff.
391. Stumme, _Tunis_, I, S. 82 ff. und II, S. 140.
Die letzten vier Stücke, zu denen eigentlich auch schon Nr. 387
gehört, sind Teile eines ~Unibosmärchens~, übertragen auf Dschuha;
dasselbe gilt von den Nummern 46 bis 50 der _Fourberies_, die deshalb
weggeblieben sind, und von der Dschochigeschichte bei Lidzbarski,
_Geschichten und Lieder_, S. 249 ff. Teilweise rudimentär begegnen
uns einzelne Unibosmotive auch bei T. J. Bezemer, _Volksdichtung
aus Indonesien_, Haag, 1904, S. 196 ff.: _Streiche des Djonaha,
des Batakschen Eulenspiegels_‚; wie Basset in der _RTP_, XX, S. 3
wohl richtigerweise annimmt, ist dieser Djonaha (sprich: Dschonaha)
niemand anders als der arabische Dschoha, der dem Namen nach auch mit
dem syrischen Dschochi identisch ist. Die türkische Überlieferung
scheint das Unibosmärchen nicht zu kennen, und so dürfte auch die
auf Nasreddin übertragene serbische Variante aus Bosnien, die in der
_Anthropophyteia_, III, S. 366 ff. steht, auf europäische Einflüsse
zurückzuführen sein.
Eine ausführliche Studie der in diesen Erzählungen zusammengefaßten
Motivenreihen gibt Zenatti in der Einleitung zu seiner Ausgabe
der _Storia di Campriano contadino_, Bologna, 1884 und reichliche
Literaturnachweise bringen Lidzbarski, S. 249 und Köhler-Bolte in der
_ZVV_, VI, S. 167; vgl. noch Köhler, I, S. 230 ff., III, S. 13 ff. u.
ö., Rittershaus, S. 436 ff., Böhm, _Lettische Schwänke_, Nr. 19, 30 und
49 und S. 113, 118 und 121 ff. und Busch, _Ut ôler Welt_, S. 28 ff.