Ich schaff' ihn dir. (Ab.)

_Theophano_

(tritt an die große Tür links und schlägt ein Gong. Der Haushofmeister

erscheint.)

_Haushofmeister_:

Was befiehlt die große Prinzessin?

_Theophano_:

Sklaven und Tänzer herbei! Ich fei're heut

ein Fest.

_Haushofmeister_

(verbeugt sich und steht zögernd).

_Theophano_ (ungeduldig):

Was zögerst du?

_Haushofmeister_:

Herrin, bange Sorge treibt mich, zu reden.

Es droht Gefahr.

_Theophano_:

Wem? Mir?

_Haushofmeister_:

Dem Kaiser.

_Theophano_:

Wie? Woher?

_Haushofmeister_:

Rings im Palaste wispert Verrat,

und das Volk auf der Gasse draußen

wartet, daß einer ihm das Zeichen gebe.

_Theophano_:

Sind sie des Psalmenbetens müde?

_Haushofmeister_:

Er ist der Kaiser nicht von Byzanz, er ist ein Priester.

Schwerer dünkt dem Volk sein Joch als harte Fron.

Soeben erließ er den Befehl, der in Byzanz

für einen Monat Tanz, Lustbarkeit und weltlich Spiel verbietet,

damit das Volk in stiller Buße für seine Sünden um Vergebung flehe.

_Theophano_:

Was sagst du? Das befahl er?

_Haushofmeister_:

Soeben hat er die Archonten versammelt

und ihnen seinen kaiserlichen Willen kundgetan.

Darum erschreckt es mich, daß du o Herrin,

heut Abend hier ein Freudenfest befiehlst.

_Theophano_ (herrisch):

Tu, was ich dir sagte!

(Nimmt einen goldenen Reif von ihrem Arm und gibt ihn ihm):

Und sei bedankt!

Heute will ich lustig sein.

Morgen -- vielleicht -- -- --

-- -- Wie sagte er? -- -- (im Abgehen für sich):

Draußen wartet das Volk,

»daß einer ihm das Zeichen gebe« -- --

(Ab durch die Tür links.)

_Haushofmeister_

(klatscht in die Hände).

(Sklaven erscheinen, die auf seinen Befehl das Tor im Hintergrunde

schließen und einen starken Querbalken davor legen. _Andere_ ziehen

währenddessen die Vorhänge zu und entzünden Lichter in der Halle.

_Tänzer_ und _Tänzerinnen_ kommen aus der mittleren Tür, stehen in

Gruppen zusammen, schwatzen und versuchen Stellungen, Tanzschritte.

Unterdrücktes Gelächter. Der Haushofmeister treibt sie allgemach in den

Garten hinaus. Die beiden Neger, halb nackt, treten, bloße, breite

Schwerter vor den Leib haltend, in den Gang und schließen ihn nach

rückwärts ab. Haushofmeister und Sklaven verschwinden.)

_Eudokia_ (aus der mittleren Tür).

_Harald_

(hinter ihr, von ihr an der Hand gezogen; er ist befangen. Sie stehen

wartend bis Theophano aus der Tür links erscheint.)

_Theophano_

(aus der Tür links).

_Eudokia_ (zu ihr hin):

Süßeste Herrin,

dein Wunsch ist erfüllt.

_Theophano_

(ohne auf sie zu achten, Harald mit flammenden Blicken messend):

Wie ich ihn liebe,

der meine Seele trunken macht?

_Eudokia_:

Süßeste Herrin,

du hast mir versprochen --

_Theophano_:

Wie ich ihn liebe! Wie er schön ist!

_Eudokia_:

Süßeste Herrin,

wirst du nun Gnade

deiner treuesten Dienerin leih'n?

_Theophano_:

Ist das die Stunde für Sklavenwünsche,

wenn die Herrin im Fieber glüht?

_Eudokia_:

Theophano: Oper in drei Aufzügen · 第 5 / 8 题