22. =Acacia venosa= Hochst., Benth.

Frutex cortice pallide flavescente epidermide caduca; aculeis

infrastipularibus brevibus fuscis subrecurvis saepe abortivis vel

nullis, foliis glabris glauco-viridibus 3-pollicaribus pinnis laxe

4-7-jugis, foliolis majusculis 7-12-jugis parum obliquis oblongo-

ellipticis, oblongis vel obovali-oblongis obtusis vel acutiusculis

subtus pallidioribus brevissimis saepe remotis longitudine latitudinem

2-3-superantibus, petiolo communi ima basi glandula instructo;

inflorescentia?—leguminibus oblongo-linearibus 4-6-uncialibus coriaceo-

membranaceis planis tenuibus transverse reticulato-venosis margine

crasse nervosis utrinque acutis vel apice subobtuso-acuminatis

6-7-spermis.

_Habitat_: In Abyssiniae provinciis Tigre et Schire.

Diese durch -11 mm. lange und 3 mm. breit werdende Blättchen, durch

10-13 Ctm. lange und 2-2½ Ctm. breite Hülsen ausgezeichnete Art ist der

_A. glaucophylla_ sehr nahe verwandt und mit derselben vielleicht

identisch. Nach den Exemplaren der SCHIMPER’schen Sammlung von No. 524.

indess zu urtheilen, unterscheidet sie sich immerhin beträchtlich durch

die hellgelbliche, etwas abblätternde Rinde, durch die breiteren,

grösseren und am Rande mit einem dicken Nervenstränge eingefassten

Hülsen, sowie durch die grösseren Blättchen von der _A. glaucophylla_.

Von der gleichfalls ähnlichen _A. laeta_ ist sie genügend durch die

längeren Hülsen und grössere Zahl der Blättchen unterschieden. Ein

dritter Stachel unter den Blättern fand sich an den vorliegenden

Exemplaren nirgends.

23. =Acacia glaucophylla= Steud., A. Rich. (= _A. triacantha_ Hochst.,

A. Rich.)

Arbor media, interdum frutex, trunco erecto cortice nigro in ramis atro-

griseo, rarius griseo-fusco vel rubente; aculeis ternis aterrimis in

ramulis interdum lucidis saepe nullis, infrastipularibus patentibus

rectis vel paullo recurvis teretibus in ramulis basi latis latere

compressis, infrafoliaceo aequali vel deorsum magis recurvo; foliis

glauco-viridibus 3-6-pollicaribus glaberrimis pinnis 3-6-jugis, foliolis

12-20-jugis laxiuscule insertis majusculis oblongo-linearibus apice

obtusis vel acutiusculis subtus pallidioribus rarius puberulis, petiolo

communi basi glandula parva albida notato saepe purpurascente;

inflorescentia coaetanea spicis in axillis 1-5-aggregatis laxis folium

aequantibus vel eo brevioribus 3-5-pollicaribus floribus albidis, saepe

monstrosis coriaceo-inflatis; leguminibus 3-4-pollicaribus, ad

10-fasciculatis linearibus vel anguste linearibus rectis marginibus

parallelis vel paullo undulatis rarius inter semina constrictis,

membranaceo-coriaceis pallide fuscis vel purpurascentibus, supra semina

parum inflatis tenuiter transverse venosis basi apiceque attenuatis vel

acuminatis 5-7-spermis, seminibus fuscis nitidis ovalibus longioribus

quam latis compressis medio linea arcuata concava notatis.

_Nomen vern._: lingua agowensi Zelloa.

_Habitat_: in montibus Abyssiniae, ditionibus Bogos et Tigre, Nubiae

australioris in ditione Taka, Arabiae felicis.

Bildet mittlere Bäumchen von 15-30′ Höhe, mit aufrechtem Stamm und

schwärzlicher Rinde, welche oft einen strauchartigen Habitus annehmen.

Die Stacheln, wo sie vorhanden stets gedreit, können namentlich an

blühenden Zweigen häufig verkümmern oder gänzlich fehlen. Die Blättchen

erreichen an Blüthenzweigen oft bei 3 mm. Breite bis 11 mm. Länge. Die

Hülsen sind schmal und lang, variiren aber häufig an Gestalt und Grösse,

sie haben bei 9 Ctm. Länge oft nur 1 Ctm., an anderen Exemplaren dagegen

bis 1½ Ctm. Breite. Die im Reifezustande dunkelbraunen, glänzenden Samen

sind stets länger als breit, und haben bei 1 Ctm. Länge bis 7 mm. Breite

und 2 mm. Dicke, auch sind sie an der Basis gewöhnlich etwas

ausgewulstet und mehr abgestumpft als an der Spitze.

Sie blüht mit dem entwickelten Laube in Abyssinien im August, September

und October, in Südnubien auch Mitte April, zu welcher Zeit auch reife

Hülsen gesammelt wurden.

In Abyssinien fand sie SCHIMPER im Tacase-Thale, im Modat-Thale und bei

Dschadscha; EHRENBERG bei Eilet nahe Massaua, STEUDNER im Ainsaba-Thale

im Bogos-Gebiete. Im südlichen Nubien wurde sie von mir an den Bergen

Schaba, Iskenāb und Kuurēb (zwischen Suakin und Kassala) gesammelt.

EHRENBERG fand sie in den Bergen von Kara im glücklichen Arabien.

Die Blüthen sind ganz ähnlich wie bei _Acacia Verek_ gebildet. Von

dieser Art aber unterscheidet sich die _A. glaucophylla_ durch die stets

schwärzliche Färbung der Zweige, grössere, kahle und mehr jochig

gefiederte Blätter und Fiedern, längere Blüthenähren, schmälere Hülsen

und längliche Samen.

Eine bei dieser Art häufig auftretende Monstrosität an den Blüthen

verdient noch der Erwähnung. Man findet nämlich häufig an den Aehren

zwischen den normalen Blüthen 6-8 mm. lange, dick lederartige, rundlich-

längliche Gebilde der durch Insektenlarven verunstalteten Blumenkrone.

_Erklärung der Abbildungen._

Taf. XXII. b. 6. Geöffnete Hülse. 7. Geschlossene Hülse. 8. u. 9. Samen.

(Alle nat. Gr.)

Aufzählung und Beschreibung der Acacien-Arten des Nilgebiets · 第 28 / 48 题