Frutex cortice pallide flavescente epidermide caduca; aculeis
infrastipularibus brevibus fuscis subrecurvis saepe abortivis vel
nullis, foliis glabris glauco-viridibus 3-pollicaribus pinnis laxe
4-7-jugis, foliolis majusculis 7-12-jugis parum obliquis oblongo-
ellipticis, oblongis vel obovali-oblongis obtusis vel acutiusculis
subtus pallidioribus brevissimis saepe remotis longitudine latitudinem
2-3-superantibus, petiolo communi ima basi glandula instructo;
inflorescentia?—leguminibus oblongo-linearibus 4-6-uncialibus coriaceo-
membranaceis planis tenuibus transverse reticulato-venosis margine
crasse nervosis utrinque acutis vel apice subobtuso-acuminatis
6-7-spermis.
_Habitat_: In Abyssiniae provinciis Tigre et Schire.
Diese durch -11 mm. lange und 3 mm. breit werdende Blättchen, durch
10-13 Ctm. lange und 2-2½ Ctm. breite Hülsen ausgezeichnete Art ist der
_A. glaucophylla_ sehr nahe verwandt und mit derselben vielleicht
identisch. Nach den Exemplaren der SCHIMPER’schen Sammlung von No. 524.
indess zu urtheilen, unterscheidet sie sich immerhin beträchtlich durch
die hellgelbliche, etwas abblätternde Rinde, durch die breiteren,
grösseren und am Rande mit einem dicken Nervenstränge eingefassten
Hülsen, sowie durch die grösseren Blättchen von der _A. glaucophylla_.
Von der gleichfalls ähnlichen _A. laeta_ ist sie genügend durch die
längeren Hülsen und grössere Zahl der Blättchen unterschieden. Ein
dritter Stachel unter den Blättern fand sich an den vorliegenden
Exemplaren nirgends.
23. =Acacia glaucophylla= Steud., A. Rich. (= _A. triacantha_ Hochst.,
A. Rich.)
Arbor media, interdum frutex, trunco erecto cortice nigro in ramis atro-
griseo, rarius griseo-fusco vel rubente; aculeis ternis aterrimis in
ramulis interdum lucidis saepe nullis, infrastipularibus patentibus
rectis vel paullo recurvis teretibus in ramulis basi latis latere
compressis, infrafoliaceo aequali vel deorsum magis recurvo; foliis
glauco-viridibus 3-6-pollicaribus glaberrimis pinnis 3-6-jugis, foliolis
12-20-jugis laxiuscule insertis majusculis oblongo-linearibus apice
obtusis vel acutiusculis subtus pallidioribus rarius puberulis, petiolo
communi basi glandula parva albida notato saepe purpurascente;
inflorescentia coaetanea spicis in axillis 1-5-aggregatis laxis folium
aequantibus vel eo brevioribus 3-5-pollicaribus floribus albidis, saepe
monstrosis coriaceo-inflatis; leguminibus 3-4-pollicaribus, ad
10-fasciculatis linearibus vel anguste linearibus rectis marginibus
parallelis vel paullo undulatis rarius inter semina constrictis,
membranaceo-coriaceis pallide fuscis vel purpurascentibus, supra semina
parum inflatis tenuiter transverse venosis basi apiceque attenuatis vel
acuminatis 5-7-spermis, seminibus fuscis nitidis ovalibus longioribus
quam latis compressis medio linea arcuata concava notatis.
_Nomen vern._: lingua agowensi Zelloa.
_Habitat_: in montibus Abyssiniae, ditionibus Bogos et Tigre, Nubiae
australioris in ditione Taka, Arabiae felicis.
Bildet mittlere Bäumchen von 15-30′ Höhe, mit aufrechtem Stamm und
schwärzlicher Rinde, welche oft einen strauchartigen Habitus annehmen.
Die Stacheln, wo sie vorhanden stets gedreit, können namentlich an
blühenden Zweigen häufig verkümmern oder gänzlich fehlen. Die Blättchen
erreichen an Blüthenzweigen oft bei 3 mm. Breite bis 11 mm. Länge. Die
Hülsen sind schmal und lang, variiren aber häufig an Gestalt und Grösse,
sie haben bei 9 Ctm. Länge oft nur 1 Ctm., an anderen Exemplaren dagegen
bis 1½ Ctm. Breite. Die im Reifezustande dunkelbraunen, glänzenden Samen
sind stets länger als breit, und haben bei 1 Ctm. Länge bis 7 mm. Breite
und 2 mm. Dicke, auch sind sie an der Basis gewöhnlich etwas
ausgewulstet und mehr abgestumpft als an der Spitze.
Sie blüht mit dem entwickelten Laube in Abyssinien im August, September
und October, in Südnubien auch Mitte April, zu welcher Zeit auch reife
Hülsen gesammelt wurden.
In Abyssinien fand sie SCHIMPER im Tacase-Thale, im Modat-Thale und bei
Dschadscha; EHRENBERG bei Eilet nahe Massaua, STEUDNER im Ainsaba-Thale
im Bogos-Gebiete. Im südlichen Nubien wurde sie von mir an den Bergen
Schaba, Iskenāb und Kuurēb (zwischen Suakin und Kassala) gesammelt.
EHRENBERG fand sie in den Bergen von Kara im glücklichen Arabien.
Die Blüthen sind ganz ähnlich wie bei _Acacia Verek_ gebildet. Von
dieser Art aber unterscheidet sich die _A. glaucophylla_ durch die stets
schwärzliche Färbung der Zweige, grössere, kahle und mehr jochig
gefiederte Blätter und Fiedern, längere Blüthenähren, schmälere Hülsen
und längliche Samen.
Eine bei dieser Art häufig auftretende Monstrosität an den Blüthen
verdient noch der Erwähnung. Man findet nämlich häufig an den Aehren
zwischen den normalen Blüthen 6-8 mm. lange, dick lederartige, rundlich-
längliche Gebilde der durch Insektenlarven verunstalteten Blumenkrone.
_Erklärung der Abbildungen._
Taf. XXII. b. 6. Geöffnete Hülse. 7. Geschlossene Hülse. 8. u. 9. Samen.
(Alle nat. Gr.)