Arbor media trunco erecto cortice griseo-rimoso in ramis pallidiore in
novellis albido striato tomentoso; aculeis ternatis, infrastipularibus
atris nitidis ad apicem ramorum lucidis plus minus nunc deorsum nunc
sursum curvatis, infrafoliaceo aequali recurvo; foliis cinereo-viridibus
uncialibus junioribus tomentoso-villosiusculis 3-5-jugis, foliolis
10-15-jugis parvulis linearibus longitudine latitudinem 4-5-superantibus
acutiusculis, petiolo communi basi apiceque glandula parva ornato;
inflorescentia coaetanea folia paullo antecedente spicis 3-pollicaribus
folia multo superantibus albidis in axillis singulis interdum
3-aggregatis; leguminibus 3-4-pollicaribus linearibus membranaceo-
coriaceis pallidis basi attenuatis apice acutiusculis planis tenuissimis
transverse venosis marginibus parallelis vel saepius undulatis interdum
valde constrictis 5-6-spermis; seminibus subrotundis valde compressis
aeque longis ac latis interdum latioribus quam longis linea arcuata
concava medio notatis.
_Nom. vern._: arabice Haschāb.
_Habitat_: ad fluvium Astaboran in Nubia australiori; in Kordofan;
frequenter ad fluvium Senegal reperitur.
Bildet aufrechte, nicht über 20′ hohe Bäumchen von oft strauchigem
Wuchs. Das Holz ist weiss und äusserst hart. Unter der Rinde liegen
dicke Lagen von gelbem und purpurrothem, feinzertheilbaren Bast.
Am Atbara, zwischen Kassala und Gedaref, blühend und mit Früchten Mitte
Mai, desgleichen in Kordofan bei Desak (431, CIENKOWSKI).
Die vorliegenden Exemplare aus dem östlichen Sudan stimmen in jeder
Beziehung mit den senegambischen sowohl, als auch mit der in der Flora
von Senegambien enthaltenen Beschreibung und Abbildung überein.
Von der nahe verwandten, im Blüthenbau völlig gleichgestalteten _A.
glaucophylla_ St. unterscheidet sich der Verek leicht durch die hellere
Farbe der Zweige, die weit kürzeren Blätter, die kleineren Blättchen und
die meist geringere Anzahl der primären und secundären Fiederjoche. Ein
wesentlicher Unterschied besteht namentlich darin, dass die an und für
sich kürzeren Blüthenähren weit länger als das dieselben stützende Blatt
erscheinen, während sie bei _A. glaucophylla_ entweder gleichlang oder
kürzer als jenes sind. Die Hülsen sind beim Verek breiter, stumpfer an
der Spitze heller gelblich gefärbt und von etwas derberer Structur, ein
Hauptunterschied aber liegt in der Gestalt des Samens, welcher rundlich
und oft breiter als lang zu sein pflegt, während er bei der _A.
glaucophylla_ stets oval und um die Hälfte länger als breit erscheint,
auch ist er bei letztgenannter Art dunkler von Färbung. Die Blättchen
sind beim Verek an den blühenden Zweigen nur 3, an den fruchttragenden
nie über 6 mm. lang.
Diese Acacie liefert das beste weisse Gummi, das aus den Nilländern und
zwar ausschliesslich aus der Provinz Kordofan in dem Handel kommt. Ob
die Art auch in Arabien einheimisch sei, ist noch nicht erwiesen. Unter
den von FORSKÅL aufgeführten Mimosen würde die Beschreibung von _M.
flava_ am meisten zu der _A. Verek_ stimmen. _M. senegalensis_ F. ist
evident mit der _A. hamulosa_ Benth. identisch. Auch unter den aus den
Senegal-Ländern in den Handel gelangenden Gummisorten stammt die beste
und von den Autoren der Senegal-Flora als die dem echten Gummi arabicum
identisch bezeichnete von dieser Art her.
Der purpurrothe, feste Bast lässt sich zu Stricken verarbeiten, und
scheint bei den Bewohnern der Atbara-Gegend (Hadendoa und Schukrie) viel
in Gebrauch zu sein, da mir ganze Kameelladungen dieses Materials auf
meiner Reise begegneten.
Obgleich ich nicht der von den Autoren der Flora des Senegals
vertretenen Ansicht, als sei _A. Senegal_ W. ein Synonym der _A. albida_
D., beipflichten kann (da die WILLDENOW’sche Diagnose ausdrücklich von 3
Stacheln spricht, „spinis ternis intermedio reflexo“), so will ich
dennoch, um Irrungen zu vermeiden und da sich hierüber keine Gewissheit
erlangen lässt, den von den Negern am Senegal gebrauchten Namen Verek
für diese Art aufrecht erhalten.
_Erklärung der Abbildungen._
Taf. XXII. a. 1. Geöffnete, 2. geschlossene Hülse mit Einschnürungen. 3.
u. 4. Samen. 5. Hülse ohne Einschnürungen. (Alle nat Gr.)
* * * * *
[Fußnote 1: = petiolus communis, rhachis.]
[Fußnote 2: Je nach den einzelnen Fällen innerhalb der Gattung können
die Dornen bald als Zweige und Nebenblätter, die Stacheln bald als
Theile der letzteren, bald als blosse Oberhaut-Gebilde betrachtet
werden.]
[Fußnote 3: Doch ist für diese Art in Unternubien nach Dr. Cuny auch der
Name Talch im Gebrauch.]
[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. IV.