24. =Acacia Verek= G. P. R.

Arbor media trunco erecto cortice griseo-rimoso in ramis pallidiore in

novellis albido striato tomentoso; aculeis ternatis, infrastipularibus

atris nitidis ad apicem ramorum lucidis plus minus nunc deorsum nunc

sursum curvatis, infrafoliaceo aequali recurvo; foliis cinereo-viridibus

uncialibus junioribus tomentoso-villosiusculis 3-5-jugis, foliolis

10-15-jugis parvulis linearibus longitudine latitudinem 4-5-superantibus

acutiusculis, petiolo communi basi apiceque glandula parva ornato;

inflorescentia coaetanea folia paullo antecedente spicis 3-pollicaribus

folia multo superantibus albidis in axillis singulis interdum

3-aggregatis; leguminibus 3-4-pollicaribus linearibus membranaceo-

coriaceis pallidis basi attenuatis apice acutiusculis planis tenuissimis

transverse venosis marginibus parallelis vel saepius undulatis interdum

valde constrictis 5-6-spermis; seminibus subrotundis valde compressis

aeque longis ac latis interdum latioribus quam longis linea arcuata

concava medio notatis.

_Nom. vern._: arabice Haschāb.

_Habitat_: ad fluvium Astaboran in Nubia australiori; in Kordofan;

frequenter ad fluvium Senegal reperitur.

Bildet aufrechte, nicht über 20′ hohe Bäumchen von oft strauchigem

Wuchs. Das Holz ist weiss und äusserst hart. Unter der Rinde liegen

dicke Lagen von gelbem und purpurrothem, feinzertheilbaren Bast.

Am Atbara, zwischen Kassala und Gedaref, blühend und mit Früchten Mitte

Mai, desgleichen in Kordofan bei Desak (431, CIENKOWSKI).

Die vorliegenden Exemplare aus dem östlichen Sudan stimmen in jeder

Beziehung mit den senegambischen sowohl, als auch mit der in der Flora

von Senegambien enthaltenen Beschreibung und Abbildung überein.

Von der nahe verwandten, im Blüthenbau völlig gleichgestalteten _A.

glaucophylla_ St. unterscheidet sich der Verek leicht durch die hellere

Farbe der Zweige, die weit kürzeren Blätter, die kleineren Blättchen und

die meist geringere Anzahl der primären und secundären Fiederjoche. Ein

wesentlicher Unterschied besteht namentlich darin, dass die an und für

sich kürzeren Blüthenähren weit länger als das dieselben stützende Blatt

erscheinen, während sie bei _A. glaucophylla_ entweder gleichlang oder

kürzer als jenes sind. Die Hülsen sind beim Verek breiter, stumpfer an

der Spitze heller gelblich gefärbt und von etwas derberer Structur, ein

Hauptunterschied aber liegt in der Gestalt des Samens, welcher rundlich

und oft breiter als lang zu sein pflegt, während er bei der _A.

glaucophylla_ stets oval und um die Hälfte länger als breit erscheint,

auch ist er bei letztgenannter Art dunkler von Färbung. Die Blättchen

sind beim Verek an den blühenden Zweigen nur 3, an den fruchttragenden

nie über 6 mm. lang.

Diese Acacie liefert das beste weisse Gummi, das aus den Nilländern und

zwar ausschliesslich aus der Provinz Kordofan in dem Handel kommt. Ob

die Art auch in Arabien einheimisch sei, ist noch nicht erwiesen. Unter

den von FORSKÅL aufgeführten Mimosen würde die Beschreibung von _M.

flava_ am meisten zu der _A. Verek_ stimmen. _M. senegalensis_ F. ist

evident mit der _A. hamulosa_ Benth. identisch. Auch unter den aus den

Senegal-Ländern in den Handel gelangenden Gummisorten stammt die beste

und von den Autoren der Senegal-Flora als die dem echten Gummi arabicum

identisch bezeichnete von dieser Art her.

Der purpurrothe, feste Bast lässt sich zu Stricken verarbeiten, und

scheint bei den Bewohnern der Atbara-Gegend (Hadendoa und Schukrie) viel

in Gebrauch zu sein, da mir ganze Kameelladungen dieses Materials auf

meiner Reise begegneten.

Obgleich ich nicht der von den Autoren der Flora des Senegals

vertretenen Ansicht, als sei _A. Senegal_ W. ein Synonym der _A. albida_

D., beipflichten kann (da die WILLDENOW’sche Diagnose ausdrücklich von 3

Stacheln spricht, „spinis ternis intermedio reflexo“), so will ich

dennoch, um Irrungen zu vermeiden und da sich hierüber keine Gewissheit

erlangen lässt, den von den Negern am Senegal gebrauchten Namen Verek

für diese Art aufrecht erhalten.

_Erklärung der Abbildungen._

Taf. XXII. a. 1. Geöffnete, 2. geschlossene Hülse mit Einschnürungen. 3.

u. 4. Samen. 5. Hülse ohne Einschnürungen. (Alle nat Gr.)

* * * * *

[Fußnote 1: = petiolus communis, rhachis.]

[Fußnote 2: Je nach den einzelnen Fällen innerhalb der Gattung können

die Dornen bald als Zweige und Nebenblätter, die Stacheln bald als

Theile der letzteren, bald als blosse Oberhaut-Gebilde betrachtet

werden.]

[Fußnote 3: Doch ist für diese Art in Unternubien nach Dr. Cuny auch der

Name Talch im Gebrauch.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. IV.

Aufzählung und Beschreibung der Acacien-Arten des Nilgebiets · 第 29 / 48 题