Arbor mediocris ligno ebenaceo trunco erecto cortice atro-griseo
rimosissimo; aculeis infrastipularibus aterrimis nitidis rarius flavis
recurvis unguiformibus vel subrecurvis saepe abortivis vel nullis,
aculeo infrafoliaceo in quibusdam exemplis passim occurrente subrecurvo;
foliis glaberrimis glaucis pinnis laxe 2-3-jugis, foliolis 3-5-jugis
majusculis magnitudine variis oblique cuneato-oblongis mucronulatis
obtusis interdum acutiusculis, petiolo supra basin 1-glanduloso;
inflorescentia coaetanea spicis in axillis subgeminis folia aequantibus
vel iis longioribus, floribus albidis, staminibus non caducis;
leguminibus stipitatis oblongis basi apiceque acutis vel obtusis, plus
minus utrinque in processum angustum attenuatis pallide olivaceis,
2-3-pollicaribus membranaceo-coriaceis tenuibus transverse venosis 2-3-,
rarius 5-spermis supra semina leviter inflatis marginibus parallelis vel
saepius inter semina paullo constrictis, seminibus subrotundis
compressis olivaceis concoloribus.
_Nomen vern._: lingua Agowensi Gimarra.
_Habitat_: Ad oras Nubiae, Abyssiniae et Arabiae felicis in montibus; in
Abyssinia centrali; in Sennaar; in Aegypto superiore prope Syenam.
Ein stammbildendes, schlankes Bäumchen von 10-15′ Höhe. Das Holz ist
gleich hart und schwer, auch ähnlich gefärbt wie das afrikanische
Ebenholz der _Dalbergia_, mit weisslichem Splint und schwarzem Kern.
Unter der in dicken Krusten tief rissig der Länge nach aufspringenden
Rinde liegt ein purpurrother Bast. Die jungen Aeste haben eine
dunkelbraune, feste und glatte Rinde mit kleinen, quergestellten
Lenticellen. An den beblätterten Zweigen ist die Rinde bald hellbraun,
gräulich, bald weisslich, mit helleren Rissen der Länge nach gezeichnet
und mit kleinen Lenticellen versehen.
Die graugrünen Blättchen sind von wechselnder Gestalt und Grösse. Sie
haben einen deutlichen, verzweigten Mittelnerv, sind länglich
keilförmig, oft länglich verkehrt-eiförmig, an der Basis sehr
ungleichseitig und 2-3-nervig, meist etwas spitz, oft stumpf abgerundet
an der Spitze, aber stets mit einem Mucro versehen. Die Grösse variirt
zwischen 2-8 mm. Breite und 5-15 mm. Länge. Der ziemlich lange
Blattstiel trägt am unteren Viertel eine kleine, erhabene Drüse und ist
nicht gerinnt. Die Stacheln sind meist glänzend schwarz, selten
bräunlich, oder an jungen Zweigen hell gefärbt, mehr oder minder
klanenförmig rückwärts-gekrümmt, seitlich etwas zusammengedrückt,
äusserst spitz und bis 5 mm. lang, an der Basis bis 2 mm. breit. Sie
verkümmern oft und können häufig gänzlich fehlen. An manchen Zweigen
findet sich unterhalb in einigem Abstande von dem Stachelpaare ein
gleichgeformter, gleichgrosser oder mehr aufrechter und weniger
gekrümmter dritter Stachel.
Die Blüthenähren werden bis 6 Ctm. lang, stehen gewöhnlich zu zwei in
den Blattachseln und tragen wenig gedrängte, weissliche Blüthen. Der
Kelch ist häutig, weitglockig, 5-nervig und mit 5 ausgebuchteten Zähnen,
welche an ihrer Spitze 1-2 kleine Mucrones tragen, versehen. Die 1-1½
mal längere Blumenkrone ist bis zur Hälfte verwachsen, die Zipfel sind
länglich, spitz und unregelmässig gefranzt. Die Staubfäden, 80-100 an
Zahl, sind noch einmal so lang als die Blumenkrone, weiss wie die
Antheren, und bleiben dauernd an der Basis der Hülsen haften. Der
Griffel ist gleich lang oder etwas länger als die Staubfäden. Die Hülsen
sitzen gewöhnlich zu 2-7 an den Stielen, werden je nach der Zahl der
entwickelten Samen 4-6-9 Ctm. lang und sind in der Regel 2 Ctm. breit.
Sie sind sehr dünn lederartig und von hell olivengrüner, selten in’s
Bräunliche spielender Färbung, beiderseits mit starken Nervensträngen
berandet, mit querverlaufendem, hervortretendem Adernetz, an der Basis
und an der Spitze plötzlich in eine mehr oder minder lange Spitze
zusammengezogen, und zwischen den Samen entweder gar nicht oder sehr
seicht eingeschnürt. Die Dicke beträgt an den Rändern circa ½ mm. An der
Stelle, wo die Samen liegen, sind die Hülsen etwas blasig aufgebläht.
Die Zahl der Samen ist meist 2-4, selten 5, wodurch die Länge der Hülsen
sehr verändert wird. Die Samen sind olivengrün, ohne eine hellere
Zeichnung auf der Oberfläche, matt glänzend, von runder Gestalt mit
einer stumpfen Spitze, und haben 6 mm. im Durchmesser und 2 mm. in der
Dicke.
An den Syeniter Exemplaren sind die Kelche (aber nicht alle) auf der
einen Seite mitunter aufgespalten und mit ungleich langen Zähnen
besetzt, auch sind die Zipfel der Blumenkrone nur wenig über denselben
hervorragend.
Diese Art ist der indischen _A. modesta_ Wall. sehr nahe verwandt,
welche sich von ersterer durch kürzere Blattstiele, breitere und an den
Spitzen abgerundete, oft ausgebuchtete, aber stets des Mucro
entbehrenden Blättchen, durch die hellere graue Färbung und durch die
länglicheren Hülsen unterscheidet.
Dies möchte _Acacia Asak_ Forsk. (flor. aeg. arab. p. 176) sein, mit
deren Beschreibung sie übereinstimmt. Die von VAHL dagegen gegebene
Beschreibung derselben Art weicht insofern ab, als gerade Stacheln mir
bis jetzt von der _A. laeta_ nicht vorlagen.
Von den übrigen Arten unterscheidet sich die _A. laeta_ theils durch die
Zahlverhältnisse des Blattes, theils durch die verhältnissmässige Länge
der Blüthenähren, oder durch Stacheln und Hülsen.
Sie blüht und hat Früchte zugleich mit dem Laube, in Ober-Aegypten im
Januar, in Nubien im April und Juni, in Central-Abyssinien im September.
Die Eingeborenen verfertigen aus dem schwarzen, harten Holze Griffe zu
Messer- und Schwertklingen.
Ich sammelte die Art in den Gebirgen der nubischen Küste, am Gebel
Uaratāb bei Suakin, im Soturba-Gebirge am Gebel Schellāl; SCHIMPER in
den Bergen von Dschadscha in Abyssinien; EHRENBERG, KOTSCHY und UNGER
bei Syene in Ober-Aegypten; EHRENBERG in den Bergen Djara und Kara bei
Gunfuda im glücklichen Arabien.
_Erklärung der Abbildungen._
Taf. XIX. 1. Blühender Zweig mit gedrängten Aehren. 2. Dito mit lockeren
Aehren. (Nat. Grösse.) 3. Blüthe. 4. Blüthe wie sie bei den Exemplaren
von Syene vorkommen. 5. Kelchzähne. 6. Zipfel der Blumenkrone.
Taf. XX. 1. Blattzweig. (Nat. Gr.) 2. Blättchen (vergr.). 3. Zweigtheile
mit gedreiten Stacheln. (Nat. Gr.)
Taf. XXI. 1. Zwei Hülsen mit 3 und mit 4 Samen. 2. Hülse mit 1 Samen. 3.
Dito mit 2 Samen und langer Spitze. 4. Dito mit 2 Samen und stumpfem
Ende. 5. Dito mit 4 Samen, von geringerer Grösse und ohne
Einschnürungen. 6. Dito mit 5 Samen, von ausnahmsweise länglicher
Gestalt. (Alle nat. Gr.) 7. Same. 8. Längsdurchschnitt durch einen
Samen. 9. Same von der Rückenseite gesehen.