Frutex grandis ramosissimus, ramis decumbenti-erectis, cortice laevi
griseo-badio, in novellis glaberrimo saepius atro-griseo; aculeis
infrastipularibus e basi lata latereque compressa valde recurvis atris
nitidis; foliis glauco-viridibus glaberrimis pollicaribus pinnis
bijugis, foliolis unijugis oblique obovato-oblongis rotundato-obtusis
retusisque in summis jugis majoribus ceterum valde magnitudine variis
saepe semipollicaribus, petiolo communi basi glandula parva obsoleta
rarissime aculeis nonnullis instructo; inflorescentia coaetanea spicis
in axillis singulis geminisve folia aequantibus vel paullo iis
longioribus 1½-pollicaribus longiuscule pedunculatis, floribus albidis
subremotis pedicellis calycem superantibus: leguminibus coriaceo-
membranaceis oblongis utrinque acutis vel obtusis acuminatis marginibus
crassiuscule nervosis parallelis vel inter semina parum sinuosis planis
tenuibus supra semina inflatis transverse tenuiter venosis
1½-2-pollicaribus, 2-4-spermis.
_Nomen vern._: arabice Kittr vel Tekker.
_Habitat_: Oras Nubiae, Abyssiniae et Arabiae felicis in montibus
insulisque Maris Rubri; in Abyssiniae ditionibus Bogos, Schohos, Meda
etc.; per totam Nubiam australiorem, in ditionibus Taka et Gedaref; in
provinciis Sennaar et Kordofan; in Takkele; ad Leuconilum superiorem.
Diese Art ist eine der verbreitesten im gesammten Nilgebiete, mit
Ausnahme Aegyptens und des nördlichen Nubiens. Im südlichen Nubien
findet sie sich sehr häufig sowohl auf der Route Suakin-Kassala, als auf
derjenigen von Suakin nach Berber. An der Küste des Rothen Meeres fand
sie sich auf den Inseln Hauakel, Dalak und Macaur. Der nördlichste mir
bekannte Standort befindet sich an der nubischen Küste im Soturba-
Gebirge unter 22° n.Br. In besonderer Menge und meilenweite
Buschwaldungen von 15-25′ Höhe bildend traf ich den Kittr am mittleren
Laufe des Atbara an (zwischen Gos Radjeb und Gedaref), auch sah ich
ganze Quadratmeilen Landes an dem Fusse des Gebel Arrang, zwischen
Gedaref und Abu Harras mit dieser Acacie bedeckt.
Der Kittr bildet vielverzweigte, dichte Bosquets, welche meist in
halbkugeliger Gestalt auftreten. Jeder Reisende in jenen Ländern weiss
genug von seinen hakigen Doppelstacheln zu erzählen, welche, in Form
eines Halbkreises gekrümmt, sehr feine Spitzen haben und sich daher
leicht in den Kleidern, ja selbst in der Haut des Vorübergehenden
verfangen und nur mit grosser Mühe auszuhaken sind, während sie so fest
an den Zweigen haften, dass man sich mit Gewalt von ihnen kaum befreien
kann.
Das Holz der niedergebogenen, aber aufstrebenden, selten über armstarken
Aeste ist sehr schwer und weisslich von Farbe; der Bast wird von den
Eingebornen vielfältig benutzt.
Blühende Exemplare fanden sich auf dem Macaur-Eilande im April, und in
demselben Monate fruchttragende Exemplare in Abyssinien und Südnubien.
Von allen Acacien des Nilgebietes ist der Kittr durch die nur aus 4
grossen, ½-2½ Ctm. langen Blättchen gebildeten Blätter und durch die
mindestens 1 mm. langen Blüthenstielchen ausgezeichnet. Die Hülsen
gleichen sehr denen der _A. laeta_, sind aber meistens kleiner und
dünner von Textur. Die Blüthenähren erscheinen durch die mit den
Staubfäden bis 8 mm. lang werdenden Blüthen kurz und dick. Bei besonders
üppiger Entwickelung des Blattstiels trägt der Mittelnervstiel
ausnahmsweise 1-3 kleine, hakig gekrümmte, gelbliche Stacheln, analog
wie an den geilen Trieben der _A. Catechu_.