12. =Acacia Ehrenbergiana= Hayne.

Frutex ramis proceris gracilibus erectis cortice badio laevi nitido se

exfoliante in novellis fusco interdum atro; spinis folio longioribus

pollicaribus rectissimis horizontaliter patentibus gracilibus teretibus

albo-nitidis vel griseis interdum subnullis; foliis minutis puberulis

vel subglabris sordide-viridibus pinnis 1-2-jugis, foliolis 8-10-jugis,

latitudinem longitudine 2½-3-superantibus, pedunculo petiolo communi

biglanduloso; inflorescentia coaetanea pedunculis folio longioribus in

axillis 1-8-fasciculatis medio vel infra medium bracteatis glabris,

capitulis flavis, leguminibus anguste linearibus falcatis 3-pollicaribus

acutis purpurascentibus inter 8 semina atra constrictis membranaceo-

coriaceis.

_Nomen vern._: arabice Selem. Apud Dongolanos Samle vocatur.

_Habitat_: Per totam Nubiam proprie dictam usque ad 16° lat. sept. parte

tam libyca quam arabica, in desertis Aegypti superioris; ad litora maris

Rubri, ad oras Abyssiniae, Arabiae, Nubiae, Aegypti et in insulis.

Ein oft grosser Strauch, mit schlanken, aufrechten, langschössigen

Aesten, der selten baumartig wird und dessen Stammtheile selten mehr als

⅓ Fuss Durchmesser aufweisen. Das Holz ist hell und schwer. Die Rinde

trägt eine bleibende, etwas abblätternde, birkenartige Oberhaut von

heller Kastanienfarbe, welche glänzend und mit länglichen,

quergestellten Lenticellen bedeckt ist, hellfarbigen Kirschenzweigen

nicht unähnlich. Die jüngeren Zweige tragen eine matte röthlichbraune,

fein längsrissige, feste Rinde, welche oft eine schwarzgraue Färbung

annimmt.

Die Blätter bleiben stets klein, sind hin und wieder mit zerstreuten

Haaren spärlich besetzt und haben nie mehr als 2 Joche mit nie mehr als

10 Blättchenpaaren. Der Mittelnervstiel ist ½-1 Ctm. lang (fast nie

länger), trägt an der Basis und zwischen dem obersten Fiederpaare eine

kleine Drüse. Die Fiedern erreichen eine Länge von 5-10 mm. Die

Blättchen werden 2-3 mm. lang, ½-1 mm. breit, sind ziemlich derb, ohne

sichtbaren Mittelnerv und an der Spitze stumpf abgerundet.

Die Stipular-Dornen sind von wechselnder Länge und Färbung, sie sind

paarweise von gleicher Länge, wagerecht von einander abstehend,

stielrund und gegen die Spitze gleichmässig an Dicke abnehmend, werden

selten länger als 3 Ctm. und nicht dicker als 1½ mm. Die Farbe ist bald

glänzend elfenbeinweiss oder bräunlich, bald dunkelgrau und matt, wie

die Zweige, zu denen sie gehören. An manchen Zweigen können sie gänzlich

fehlen oder sie bilden nur kleine, verkümmerte Borsten.

Die runden Blüthenköpfe sitzen auf 1½-2½ Ctm. langen, bis zu 8 in den

Blattachseln gebüschelten Stielen, welche ungefähr in der Mitte oder

unter derselben einen verschiebbaren, häutigen, 3-4-zahnigen

Bracteenkragen tragen, und haben 8-10 mm. im Durchmesser. Die Blüthen,

50-60 in einem Kopfe, sind monöcisch, männlich oder zwittrig. Der Kelch

hat 5 rundlich eiförmige, gewimperte, angeschwollene, gelbe Zähne; die

denselben um’s Doppelte überragende Blumenkrone hat 5 spitz-eiförmige,

angeschwollene, gelbliche Zipfel. Die Staubfäden, um ¾ länger als die

Blumenkrone, sind nebst den Antheren hellgelb. Der Griffel ist mit den

Staubfäden von gleicher Länge. Der Fruchtknoten ist purpurn. Der

Blüthenboden ist kahl und trägt keine unterscheidbaren Deckblättchen.

Die Hülsen werden bis 12 Ctm. lang, sind an den Einschnürungen bis 1,

über den Samen bis 4 mm. breit, sichelförmig gebogen, oft einen

Halbkreis darstellend, an beiden Enden meist sehr spitz, purpurn

angelaufen, schwach längsnervig, beiderseits mit breiteren

Nervensträngen berandet, -samig und von sehr dünnlederartiger, fast

häutiger Beschaffenheit. Sie stehen oft zu 8-10 gebüschelt. Die Samen

sind glänzend-schwarz, länglich, flach, 5 mm. lang und 2 mm. breit.

Die Selem-Acacie entwickelt sich selten zu stämmigen Bäumchen, sondern

bildet vielmehr ausgedehnte Gebüsch-Dickichte. Das Holz ist sehr fest

und schwer, und wird von den Eingebornen gern zu Stöcken und Hausgeräth

verwandt, da sich von anderen Acacien nur selten gleich lange und gerade

Aststücke schneiden lassen. Sie blüht mit dem Laube Mitte April bis Mai,

und hatte reife Früchte Anfang Juni. Sie findet sich in den

Wüstenthälern der arabischen Seite zwischen dem Nil und dem rothen Meere

nördlich bis zum 25° n.Br., südlich bis zum 16° n.Br.; ferner auf der

libyschen Seite, am Rande der Bejudah zwischen Chartum und Berber, im

Dongolanischen bei Dubbe, el Korehr und in Dar Sukkot; hauptsächlich an

den Ufern und den Inseln des Rothen Meeres, namentlich auf der Insel

Dalak bei Massaua, auf den Korallenfelsen bei Suakin, am Ras Rauaï (21°

n.Br.) und auf der Insel Macaur; auch im Soturba-Gebirge, bei Berenice

troglodytica und in den Wüstenthälern Ober-Aegyptens; schliesslich wurde

sie an der arabischen Küste bei Dschidda und in den Bergen bei Gunfuda

gefunden.

Auf der EHRENBERG’schen Etiquette, welche dem von HAYNE benutzten

Original-Exemplar beigefügt ist, befindet sich die Notiz: „fructus

_Acaciae tortilis_ ut ferunt.“ HAYNE hatte also Unrecht, wenn er die

Früchte der _Acacia Ehrenbergiana_ nach des Sammlers „Beobachtung“ denen

der _Acacia tortilis_ gleich nennt.

Das Einsammeln von Gummi ist mir in den von mir bereisten Gegenden an

den Exemplaren dieser Art nicht bekannt geworden. Jedenfalls spielt das

Gummi derselben eine nur untergeordnete Rolle im Handel.

Einige wenige Exemplare der indischen _A. Jacquemontii_ Bth., die mir

vorliegen, reichen nicht aus, hinreichende Unterschiede von der _A.

Ehrenbergiana_ Hayne darzubieten. Da aber die Blätter nach BENTHAM bis

4-jochig gefiedert und die Hülsen bis 8 Linien breit werden können, so

zweifele ich nicht daran, dass beide Arten zu trennen sein dürften. Die

von BENTHAM angeführte Acacie aus der Wady Fatme (Fischer No. 37.)

gehört gewiss zu der von ihm übersehenen _A. Ehrenbergiana_ Hayne.

_Erklärung der Abbildungen._

Taf. XV. 1. Ein blühender Zweig mit zwei einjochigen Blättern. 2. Desgl.

mit 2-jochigen Blättern. (nat. Gr.) 3. Blüthe und Fruchtknoten. 4.

Staubgefäss. 5. Blüthenköpfchen nebst Stiel.

Taf. XVI. 1. Ein fruchttragender, langdorniger Zweig. 2. Ein blühender

Zweig mit verkümmerten Dornen. (Alle nat. Gr.)

Aufzählung und Beschreibung der Acacien-Arten des Nilgebiets · 第 19 / 48 题