11. =Acacia Seyal= Del.

Arbor mediocris trunco erecto gracili cortice laevi cinnamomeo in ramis

subepidermide caduca ferrugineo-farinoso in novellis firma fusca; spinis

2-pollicaribus gracilibus horizontaliter patentibus rectissimis vel basi

parum recurvis basi obsolete 2-angulatis ceterum teretibus sensim

attenuatis eburneis vel pallidis apice fuscis, rarissime abortivis;

foliis spinas aequantibus pinnis 3-5, rarius 2, rarissime 1- vel

6-jugis, foliolis 8-12-jugis oblongo-linearibus acutiusculis glabris

longitudine latitudinem 5-superantibus, petiolo communi 1-3-glanduloso;

inflorescentia praecoce vel subcoaetanea capitulis globosis flavis

pedunculis pollicaribus in axillis 3-5-aggregatis vel panniculam

efoliatam formantibus glabris infra medium bracteatis; leguminibus

linearibus falcatis torulosis utrinque attenuatis acutissime acuminatis

inter semina constrictis longitudinaliter tenuiter venosis

4-6-pollicaribus 6-8-spermis seminibus ovalibus pallide olivaceis linea

ovali pallidiore notatis.

_Nomen vern._: Apud Aegyptos arabice Sejal, in provinciis Sudanicis

interdum Talch vocatur.

_Habitat_: Vallem niloticam a Leuconilo usque ad 26° lat. sept. In

Nubiae australioris provincia Taka ad fluvium Gasch; in provincia

Gedaref ad montem Arrang. In Abyssiniae septentrionalis ditionibus Bogos

et Tigre. In Senegalia, in Nigritia etc. frequens.

Diese Art bildet aufrechte, schlanke Bäumchen von 10-30 Fuss Höhe und

wird mitunter strauchartig. Die Aeste starren wagerecht nach allen

Seiten auseinander. Die Rinde ist glatt und lebhaft zimmetbraun gefärbt,

von welcher die weissen Dornen, mit denen die meist entlaubten Aeste

überdeckt erscheinen, grell abstechen. Die dunkelbraune, dünne Oberhaut

löst sich an den blühenden Zweigen in Gestalt kleiner Schüppchen (bei

_A. stenocarpa_ in langen Stücken) ab, und lässt ein rostbraunes Pulver

hervortreten, während sie an den jüngsten Zweigen fest haften bleibt.

Die Dornen werden 5-7 Ctm. lang, sind aber an der Basis kaum 2 mm. dick.

Die ziemlich grossen Blüthen haben durchschnittlich 4-6 mm. Länge und 1⅓

mm. Breite. Der gemeinsame Blattstiel trägt dicht unter dem untersten

Fiederjoche eine napfförmige Drüse, die indess häufig fehlt, auch kommen

ähnliche zwischen dem letzten und seltener zwischen den letzten und

vorletzten Fiederpaare vor. Die Blüthenstiele sind 3 Ctm. lang, ganz

kahl, und tragen an ihrem untern Drittel oder Viertel einen häutigen,

verschiebbaren und verhältnissmässig grossen Bracteenkragen mit 4

gewimperten Zähnen. Die Blüthenköpfe haben 10-13 mm. im Durchmesser und

bestehen aus 40-50 Blüthen. Der Kelch hat kurze, rundliche und etwas

gewimperte Zähne, 5, oft auch 6 und 7 an Zahl. Die Blumenkrone ist

doppelt so lang als der Kelch und nur bis zum vierten Theil ihrer Länge

in 5 eiförmig-spitze Zähne gespalten. Die 50 Staubfäden sind oft nur um

¼ länger als letztere, überragen dieselbe aber an anderen Exemplaren

auch um ein Drittel oder um’s Doppelte. Die Deckblättchen sind

gewöhnlich von der Länge der Blumenkrone, linear-spathelförmig, mit

verbreiteter, löffelartig umgebogener und gewimperter Spitze. Die

Hülsen, gewöhnlich zu 3-5 geknäuelt, werden bis 15 Ctm. lang, sind über

den Samen 6 und an den Einschnürungsstellen bis 2 mm. breit und reif

gelblich oder rothbraun. Die Samen sind 7 mm. lang, 3½ mm. breit und 1½

mm. dick.

Gesammelt wurde _A. Seyal_ Del. in Ober-Aegypten bei Farschiut, Keneh

und Assuan, in Nubien bei Wady Halfa und Korehr von EHRENBERG; von

STEUDNER am Gebel Arrang zwischen Gedaref und Abu Harrās, und auf dem

Wege von Keren nach Adoa; von mir in der Gasch-Niederung bei Kassala, wo

sie ausgedehnte Buschwaldungen bildet.

Blüht in Abyssinien im November, in Ober-Aegypten im April. Mit reifen

Früchten im südlichen Nubien in April beobachtet.

Sejal ist ein arabischer Name, welcher von unkundigen Leuten nicht

selten verschiedenen Arten zuertheilt zu werden pflegt, denen er nicht

zukommt. Die Ababde, Bischarin und selbst die Bewohner des südnubischen

Nilthals bezeichnen mit Sejal jedoch, nach meinen sorgfältigen

Erkundigungen, ausschliesslich die _Acacia tortilis_. Dessen ungeachtet

will ich nicht bezweifeln, dass in Ober-Aegypten auch die in Rede

stehende Art so genannt werden möchte[3]; in Süd-Nubien führt sie

gleichfalls nach STEUDNER’s Angabe den Namen Talch, welcher mir nur als

der _A. stenocarpa_ zukommend in Erinnerung ist. Diese Acacie hat

ebenfalls eine röthlich gefärbte Rinde und konnte daher leicht mit der

_A. Seyal_ verwechselt werden. Der Talch- oder Talha-Baum wird übrigens

von allen Reisenden des mittleren Sudans als ein daselbst sehr häufiger

Gummibaum mit rostrother Rinde angegeben.

DELILE hat, während er Exemplare aus dem Nilthale in dem Atlas der

Déscription de l’Egypte Taf. 52. abbilden liess, wahrscheinlich diese

Art mit der nahe verwandten _Acacia Ehrenbergiana_ Hayne identificirt;

darauf deutet u.a. die von ihm gegebene Angabe, dass dieselbe auch in

den Wüsten zwischen dem Nil und dem rothen Meere vorkomme, womit

offenbar der Selem (_A. Ehrenbergiana_) gemeint ist. Obgleich nun ferner

die _Mimosa Seyal_ Forskål’s einer anderen Art als der _A. Seyal_ D.

angehören mag, und obwohl der arabische Name Sejal hauptsächlich der _A.

tortilis_ zukommt, so wage ich es dennoch nicht, den DELILE’schen Namen

umzuändern, da die Abbildung auf Taf. 52. entschieden die von allen

Reisenden im oberägyptischen Nilthale (EHRENBERG, SIEBER, RADDI,

CIENKOWSKI, KOTSCHY u.A.) gefundene Art darstellt. Die von HAYNE

beschriebene und abgebildete _A. Seyal_ D. ist mit der unsrigen völlig

identisch.

Von den in der SIEBER’schen Sammlung enthaltenen und unter diesem Namen

vertheilten Exemplaren sind nur die blüthentragenden Zweige hierher

gehörig, die fruchttragenden dagegen _A. tortilis_ Hayne.

DE CANDOLLE und BENTHAM verkannten die von HAYNE gut

auseinandergesetzten Artverschiedenheiten von _A. Seyal_ und _A.

tortilis_, indem sie von der irrthümlichen Ansicht ausgingen, dass die

Hülsen der ersteren Art sich im Reifezustande spiralig aufrollen

könnten, was indess nie vorkommt, ebenso wenig wie die der letzteren

jemals gerade gestreckt erscheinen.

Die von DE CANDOLLE und HAYNE beschriebene _Acacia vera_ ist auf solche

Zweige der _A. Seyal_ Del. begründet, welche sich durch den Mangel oder

die Verkümmerung der Dornen und durch stets 1-2-jochige Blattfiedern mit

vorn abgerundeten Blättchen auszeichnen.

Auf der von HAYNE, Tafel 34, gegebenen Abbildung ist die Frucht offenbar

einem Hülsenfragmente der _A. nilotica_ Del. entnommen worden. Mit

letztgenannter Art aber ist die _A. vera_ W., trotz aller verwirrenden

Citate, nicht zu identificiren, wie es ebenso unwahrscheinlich bleibt,

dass darunter eine eigene Art genannt sein könnte. In WILLDENOW’s

Herbarium sah ich unter diesem Namen nur Exemplare einer nicht in den

Nilländern vorkommenden Acacie; ich hielt sie für wehrlose Zweige der

_A. horrida_, die der _A. Seyal_ sehr nahe steht.

Aufzählung und Beschreibung der Acacien-Arten des Nilgebiets · 第 18 / 48 题