Arbor mediocris trunco erecto gracili cortice laevi cinnamomeo in ramis
subepidermide caduca ferrugineo-farinoso in novellis firma fusca; spinis
2-pollicaribus gracilibus horizontaliter patentibus rectissimis vel basi
parum recurvis basi obsolete 2-angulatis ceterum teretibus sensim
attenuatis eburneis vel pallidis apice fuscis, rarissime abortivis;
foliis spinas aequantibus pinnis 3-5, rarius 2, rarissime 1- vel
6-jugis, foliolis 8-12-jugis oblongo-linearibus acutiusculis glabris
longitudine latitudinem 5-superantibus, petiolo communi 1-3-glanduloso;
inflorescentia praecoce vel subcoaetanea capitulis globosis flavis
pedunculis pollicaribus in axillis 3-5-aggregatis vel panniculam
efoliatam formantibus glabris infra medium bracteatis; leguminibus
linearibus falcatis torulosis utrinque attenuatis acutissime acuminatis
inter semina constrictis longitudinaliter tenuiter venosis
4-6-pollicaribus 6-8-spermis seminibus ovalibus pallide olivaceis linea
ovali pallidiore notatis.
_Nomen vern._: Apud Aegyptos arabice Sejal, in provinciis Sudanicis
interdum Talch vocatur.
_Habitat_: Vallem niloticam a Leuconilo usque ad 26° lat. sept. In
Nubiae australioris provincia Taka ad fluvium Gasch; in provincia
Gedaref ad montem Arrang. In Abyssiniae septentrionalis ditionibus Bogos
et Tigre. In Senegalia, in Nigritia etc. frequens.
Diese Art bildet aufrechte, schlanke Bäumchen von 10-30 Fuss Höhe und
wird mitunter strauchartig. Die Aeste starren wagerecht nach allen
Seiten auseinander. Die Rinde ist glatt und lebhaft zimmetbraun gefärbt,
von welcher die weissen Dornen, mit denen die meist entlaubten Aeste
überdeckt erscheinen, grell abstechen. Die dunkelbraune, dünne Oberhaut
löst sich an den blühenden Zweigen in Gestalt kleiner Schüppchen (bei
_A. stenocarpa_ in langen Stücken) ab, und lässt ein rostbraunes Pulver
hervortreten, während sie an den jüngsten Zweigen fest haften bleibt.
Die Dornen werden 5-7 Ctm. lang, sind aber an der Basis kaum 2 mm. dick.
Die ziemlich grossen Blüthen haben durchschnittlich 4-6 mm. Länge und 1⅓
mm. Breite. Der gemeinsame Blattstiel trägt dicht unter dem untersten
Fiederjoche eine napfförmige Drüse, die indess häufig fehlt, auch kommen
ähnliche zwischen dem letzten und seltener zwischen den letzten und
vorletzten Fiederpaare vor. Die Blüthenstiele sind 3 Ctm. lang, ganz
kahl, und tragen an ihrem untern Drittel oder Viertel einen häutigen,
verschiebbaren und verhältnissmässig grossen Bracteenkragen mit 4
gewimperten Zähnen. Die Blüthenköpfe haben 10-13 mm. im Durchmesser und
bestehen aus 40-50 Blüthen. Der Kelch hat kurze, rundliche und etwas
gewimperte Zähne, 5, oft auch 6 und 7 an Zahl. Die Blumenkrone ist
doppelt so lang als der Kelch und nur bis zum vierten Theil ihrer Länge
in 5 eiförmig-spitze Zähne gespalten. Die 50 Staubfäden sind oft nur um
¼ länger als letztere, überragen dieselbe aber an anderen Exemplaren
auch um ein Drittel oder um’s Doppelte. Die Deckblättchen sind
gewöhnlich von der Länge der Blumenkrone, linear-spathelförmig, mit
verbreiteter, löffelartig umgebogener und gewimperter Spitze. Die
Hülsen, gewöhnlich zu 3-5 geknäuelt, werden bis 15 Ctm. lang, sind über
den Samen 6 und an den Einschnürungsstellen bis 2 mm. breit und reif
gelblich oder rothbraun. Die Samen sind 7 mm. lang, 3½ mm. breit und 1½
mm. dick.
Gesammelt wurde _A. Seyal_ Del. in Ober-Aegypten bei Farschiut, Keneh
und Assuan, in Nubien bei Wady Halfa und Korehr von EHRENBERG; von
STEUDNER am Gebel Arrang zwischen Gedaref und Abu Harrās, und auf dem
Wege von Keren nach Adoa; von mir in der Gasch-Niederung bei Kassala, wo
sie ausgedehnte Buschwaldungen bildet.
Blüht in Abyssinien im November, in Ober-Aegypten im April. Mit reifen
Früchten im südlichen Nubien in April beobachtet.
Sejal ist ein arabischer Name, welcher von unkundigen Leuten nicht
selten verschiedenen Arten zuertheilt zu werden pflegt, denen er nicht
zukommt. Die Ababde, Bischarin und selbst die Bewohner des südnubischen
Nilthals bezeichnen mit Sejal jedoch, nach meinen sorgfältigen
Erkundigungen, ausschliesslich die _Acacia tortilis_. Dessen ungeachtet
will ich nicht bezweifeln, dass in Ober-Aegypten auch die in Rede
stehende Art so genannt werden möchte[3]; in Süd-Nubien führt sie
gleichfalls nach STEUDNER’s Angabe den Namen Talch, welcher mir nur als
der _A. stenocarpa_ zukommend in Erinnerung ist. Diese Acacie hat
ebenfalls eine röthlich gefärbte Rinde und konnte daher leicht mit der
_A. Seyal_ verwechselt werden. Der Talch- oder Talha-Baum wird übrigens
von allen Reisenden des mittleren Sudans als ein daselbst sehr häufiger
Gummibaum mit rostrother Rinde angegeben.
DELILE hat, während er Exemplare aus dem Nilthale in dem Atlas der
Déscription de l’Egypte Taf. 52. abbilden liess, wahrscheinlich diese
Art mit der nahe verwandten _Acacia Ehrenbergiana_ Hayne identificirt;
darauf deutet u.a. die von ihm gegebene Angabe, dass dieselbe auch in
den Wüsten zwischen dem Nil und dem rothen Meere vorkomme, womit
offenbar der Selem (_A. Ehrenbergiana_) gemeint ist. Obgleich nun ferner
die _Mimosa Seyal_ Forskål’s einer anderen Art als der _A. Seyal_ D.
angehören mag, und obwohl der arabische Name Sejal hauptsächlich der _A.
tortilis_ zukommt, so wage ich es dennoch nicht, den DELILE’schen Namen
umzuändern, da die Abbildung auf Taf. 52. entschieden die von allen
Reisenden im oberägyptischen Nilthale (EHRENBERG, SIEBER, RADDI,
CIENKOWSKI, KOTSCHY u.A.) gefundene Art darstellt. Die von HAYNE
beschriebene und abgebildete _A. Seyal_ D. ist mit der unsrigen völlig
identisch.
Von den in der SIEBER’schen Sammlung enthaltenen und unter diesem Namen
vertheilten Exemplaren sind nur die blüthentragenden Zweige hierher
gehörig, die fruchttragenden dagegen _A. tortilis_ Hayne.
DE CANDOLLE und BENTHAM verkannten die von HAYNE gut
auseinandergesetzten Artverschiedenheiten von _A. Seyal_ und _A.
tortilis_, indem sie von der irrthümlichen Ansicht ausgingen, dass die
Hülsen der ersteren Art sich im Reifezustande spiralig aufrollen
könnten, was indess nie vorkommt, ebenso wenig wie die der letzteren
jemals gerade gestreckt erscheinen.
Die von DE CANDOLLE und HAYNE beschriebene _Acacia vera_ ist auf solche
Zweige der _A. Seyal_ Del. begründet, welche sich durch den Mangel oder
die Verkümmerung der Dornen und durch stets 1-2-jochige Blattfiedern mit
vorn abgerundeten Blättchen auszeichnen.
Auf der von HAYNE, Tafel 34, gegebenen Abbildung ist die Frucht offenbar
einem Hülsenfragmente der _A. nilotica_ Del. entnommen worden. Mit
letztgenannter Art aber ist die _A. vera_ W., trotz aller verwirrenden
Citate, nicht zu identificiren, wie es ebenso unwahrscheinlich bleibt,
dass darunter eine eigene Art genannt sein könnte. In WILLDENOW’s
Herbarium sah ich unter diesem Namen nur Exemplare einer nicht in den
Nilländern vorkommenden Acacie; ich hielt sie für wehrlose Zweige der
_A. horrida_, die der _A. Seyal_ sehr nahe steht.