Auf dem Wege nach dem Schlosse fand unser Freund zu seiner
Verwunderung nichts, was einem älteren Lustgarten oder einem modernen
Park ähnlich gewesen wäre; gradlinig gepflanzte Fruchtbäume,
Gemüsfelder, große Strecken mit Heilkräutern bestellt, und was nur
irgend brauchbar konnte geachtet werden, übersah er auf sanft
abhängiger Fläche mit einem Blicke. Ein von hohen Linden
umschatteter Platz breitete sich würdig als Vorhalle des ansehnlichen
Gebäudes, eine lange, daranstoßende Allee, gleichen Wuchses und Würde,
gab zu jeder Stunde des Tags Gelegenheit, im Freien zu verkehren und
zu lustwandeln. Eintretend in das Schloß, fand er die Wände der
Hausflur auf eigene Weise bekleidet; große, geographische Abbildungen
aller vier Weltteile fielen ihm in die Augen; stattliche Treppenwände
waren gleichfalls mit Abrissen einzelner Reiche geschmückt, und in
den Hauptsaal eingelassen, fand er sich umgeben von Prospekten der
merkwürdigsten Städte, oben und unten eingefaßt von landschaftlicher
Nachbildung der Gegenden, worin sie gelegen sind, alles kunstreich
dargestellt, so daß die Einzelnheiten deutlich in die Augen fielen
und zugleich ein ununterbrochener Bezug durchaus bemerkbar blieb.
Der Hausherr, ein kleiner, lebhafter Mann von Jahren, bewillkommte
den Gast und fragte, ohne weitere Einleitung, gegen die Wände deutend:
ob ihm vielleicht eine dieser Städte bekannt sei, und ob er daselbst
jemals sich aufgehalten? Von manchem konnte nun der Freund
auslangende Rechenschaft geben und beweisen, daß er mehrere Orte
nicht allein gesehen, sondern auch ihre Zustände und Eigenheiten gar
wohl zu bemerken gewußt.
Der Hausherr klingelte und befahl, ein Zimmer den beiden
Ankömmlingen anzuweisen, auch sie später zum Abendessen zu führen;
dies geschah denn auch. In einem großen Erdsaale entgegneten ihm
zwei Frauenzimmer, wovon die eine mit großer Heiterkeit zu ihm sprach:
"Sie finden hier kleine Gesellschaft, aber gute; ich, die jüngere
Nichte, heiße Hersilie, diese, meine ältere Schwester, nennt man
Juliette, die beiden Herren sind Vater und Sohn, Beamte, die Sie
kennen, Hausfreunde, die alles Vertrauen genießen, das sie verdienen.
Setzen wir uns!" Die beiden Frauenzimmer nahmen Wilhelm in die Mitte,
die Beamten saßen an beiden Enden, Felix an der andern langen Seite,
wo er sich sogleich Hersilien gegenüber gerückt hatte und kein Auge
von ihr verwendete.
Nach vorläufigem allgemeinem Gespräch ergriff Hersilie Gelegenheit
zu sagen: "Damit der Fremde desto schneller mit uns vertraut und in
unsere Unterhaltung eingeweiht werde, muß ich bekennen, daß bei uns
viel gelesen wird und daß wir uns, aus Zufall, Neigung, auch wohl
Widerspruchsgeist, in die verschiedenen Literaturen geteilt haben.
Der Oheim ist fürs Italienische, die Dame hier nimmt es nicht übel,
wenn man sie für eine vollendete Engländerin hält, ich aber halte
mich an die Franzosen, sofern sie heiter und zierlich sind. Hier,
Amtmann Papa erfreut sich des deutschen Altertums, und der Sohn mag
denn, wie billig, dem Neuern, Jüngern seinen Anteil zuwenden.
Hiernach werden Sie uns beurteilen, hiernach teilnehmen, einstimmen
oder streiten; in jedem Sinne werden Sie willkommen sein." Und in
diesem Sinne belebte sich auch die Unterhaltung.
Indessen war die Richtung der feurigen Blicke des schönen Felix
Hersilien keineswegs entgangen, sie fühlte sich überrascht und
geschmeichelt und sendete ihm die vorzüglichsten Bissen, die er
freudig und dankbar empfing. Nun aber, als er beim Nachtisch über
einen Teller Apfel zu ihr hinsah, glaubte sie, in den reizenden
Früchten ebenso viel Rivale zu erblicken. Gedacht, getan, sie faßte
einen Apfel und reichte ihn dem heranwachsenden Abenteurer über den
Tisch hinüber; dieser, hastig zugreifend, fing sogleich zu schälen an;
unverwandt aber nach der reizenden Nachbarin hinblickend, schnitt er
sich tief in den Daumen. Das Blut floß lebhaft; Hersilie sprang auf,
bemühte sich um ihn, und als sie das Blut gestillt, schloß sie die
Wunde mit englischem Pflaster aus ihrem Besteck. Indessen hatte der
Knabe sie angefaßt und wollte sie nicht loslassen; die Störung ward
allgemein, die Tafel aufgehoben, und man bereitete sich zu scheiden.
"Sie lesen doch auch vor Schlafengehn?" fragte Hersilie zu Wilhelm;
"ich schicke Ihnen ein Manuskript, eine übersetzung aus dem
Französischen von meiner Hand, und Sie sollen sagen, ob Ihnen viel
Artigeres vorgekommen ist. Ein verrücktes Mädchen tritt auf, das
möchte keine sonderliche Empfehlung sein, aber wenn ich jemals
närrisch werden möchte, wie mir manchmal die Lust ankommt, so wär' es
auf diese Weise." Die pilgernde Törin
Herr von Revanne, ein reicher Privatmann, besitzt die schönsten
Ländereien seiner Provinz. Nebst Sohn und Schwester bewohnt er ein
Schloß, das eines Fürsten würdig wäre; und in der Tat, wenn sein Park,
seine Wasser, seine Pachtungen, seine Manufakturen, sein Hauswesen
auf sechs Meilen umher die Hälfte der Einwohner ernähren, so ist er
durch sein Ansehn und durch das Gute, das er stiftet, wirklich ein
Fürst.
Vor einigen Jahren spazierte er an den Mauern seines Parks hin auf
der Heerstraße, und ihm gefiel, in einem Lustwäldchen auszuruhen, wo
der Reisende gern verweilt. Hochstämmige Bäume ragen über junges,
dichtes Gebüsch; man ist vor Wind und Sonne geschützt; ein sauber
gefaßter Brunnen sendet sein Wasser über Wurzeln, Steine und Rasen.
Der Spazierende hatte wie gewöhnlich Buch und Flinte bei sich. Nun
versuchte er zu lesen, öfters durch Gesang der Vögel, manchmal durch
Wanderschritte angenehm abgezogen und zerstreut.
Ein schöner Morgen war im Vorrücken, als jung und liebenswürdig ein
Frauenzimmer sich gegen ihn her bewegte. Sie verließ die Straße,
indem sie sich Ruhe und Erquickung an dem frischen Orte zu
versprechen schien, wo er sich befand. Sein Buch fiel ihm aus den
Händen, überrascht wie er war. Die Pilgerin mit den schönsten Augen
von der Welt und einem Gesicht, durch Bewegung angenehm belebt,
zeichnete sich an Körperbau, Gang und Anstand dergestalt aus, daß er
unwillkürlich von seinem Platze aufstand und nach der Straße blickte,
um das Gefolge kommen zu sehen, das er hinter ihr vermutete. Dann zog
die Gestalt abermals, indem sie sich edel gegen ihn verbeugte, seine
Aufmerksamkeit an sich, und ehrerbietig erwiderte er den Gruß. Die
schöne Reisende setzte sich an den Rand des Quells, ohne ein Wort zu
sagen und mit einem Seufzer.
"Seltsame Wirkung der Sympathie!" rief Herr von Revanne, als er mir
die Begebenheit erzählte, "dieser Seufzer ward in der Stille von mir
erwidert. Ich blieb stehen, ohne zu wissen, was ich sagen oder tun
sollte. Meine Augen waren nicht hinreichend, diese Vollkommenheiten
zu fassen. Ausgestreckt wie sie lag, auf einen Ellbogen gelehnt, es
war die schönste Frauengestalt, die man sich denken konnte! Ihre
Schuhe gaben mir zu eigenen Betrachtungen Anlaß; ganz bestaubt,
deuteten sie auf einen langen zurückgelegten Weg, und doch waren ihre
seidenen Strümpfe so blank, als wären sie eben unter dem Glättstein
hervorgegangen. Ihr aufgezogenes Kleid war nicht zerdrückt; ihre
Haare schienen diesen Morgen erst gelockt; feines Weißzeug, feine
Spitzen; sie war angezogen, als wenn sie zum Balle gehen sollte. Auf
eine Landstreicherin deutete nichts an ihr, und doch war sie's; aber
eine beklagenswerte, eine verehrungswürdige.
Zuletzt benutzte ich einige Blicke, die sie auf mich warf, sie zu
fragen, ob sie allein reise. "Ja, mein Herr", sagte sie, "ich bin
allein auf der Welt."--"Wie? Madame, Sie sollten ohne Eltern, ohne
Bekannte sein?"--"Das wollte ich eben nicht sagen, mein Herr. Eltern
hab' ich, und Bekannte genug; aber keine Freunde."-- "Daran", fuhr
ich fort, "können Sie wohl unmöglich schuld sein. Sie haben eine
Gestalt und gewiß auch ein Herz, denen sich viel vergeben läßt."
Sie fühlte die Art von Vorwurf, den mein Kompliment verbarg, und ich
machte mir einen guten Begriff von ihrer Erziehung. Sie öffnete
gegen mich zwei himmlische Augen vom vollkommensten, reinsten Blau,
durchsichtig und glänzend; hierauf sagte sie mit edlem Tone: sie könne
es einem Ehrenmanne, wie ich zu sein scheine, nicht verdenken, wenn
er ein junges Mädchen, das er allein auf der Landstraße treffe,
einigermaßen verdächtig halte: ihr sei das schon öfter entgegen
gewesen; aber ob sie gleich fremd sei, obgleich niemand das Recht habe,
sie auszuforschen, so bitte sie doch zu glauben, daß die Absicht
ihrer Reise mit der gewissenhaftesten Ehrbarkeit bestehen könne.
Ursachen, von denen sie niemand Rechenschaft schuldig sei, nötigten
sie, ihre Schmerzen in der Welt umherzuführen. Sie habe gefunden,
daß die Gefahren, die man für ihr Geschlecht befürchte, nur
eingebildet seien und daß die Ehre eines Weibes, selbst unter
Straßenräubern, nur bei Schwäche des Herzens und der Grundsätze
Gefahr laufe.
übrigens gehe sie nur zu Stunden und auf Wegen, wo sie sich sicher
glaube, spreche nicht mit jedermann und verweile manchmal an
schicklichen Orten, wo sie ihren Unterhalt erwerben könne durch
Dienstleistung in der Art, wonach sie erzogen worden. Hier sank ihre
Stimme, ihre Augenlider neigten sich, und ich sah einige Tränen ihre
Wangen herabfallen.
Ich versetzte darauf, daß ich keineswegs an ihrem guten Herkommen
zweifle, so wenig als an einem achtungswerten Betragen. Ich bedaure
sie nur, daß irgendeine Notwendigkeit sie zu dienen zwinge, da sie so
wert scheine, Diener zu finden; und daß ich, ungeachtet einer
lebhaften Neugierde, nicht weiter in sie dringen wolle, vielmehr mich
durch ihre nähere Bekanntschaft zu überzeugen wünsche, daß sie
überall für ihren Ruf ebenso besorgt sei als für ihre Tugend. Diese
Worte schienen sie abermals zu verletzen, denn sie antwortete: Namen
und Vaterland verberge sie, eben um des Rufs willen, der denn doch am
Ende meistenteils weniger Wirkliches als Mutmaßliches enthalte.
Biete sie ihre Dienste an, so weise sie Zeugnisse der letzten Häuser
vor, wo sie etwas geleistet habe, und verhehle nicht, daß sie über
Vaterland und Familie nicht befragt sein wolle. Darauf bestimme man
sich und stelle dem Himmel oder ihrem Worte die Unschuld ihres ganzen
Lebens und ihre Redlichkeit anheim."
äußerungen dieser Art ließen keine Geistesverwirrung bei der schönen
Abenteurerin argwöhnen. Herr von Revanne, der einen solchen
Entschluß, in die Welt zu laufen, nicht gut begreifen konnte,
vermutete nun, daß man sie vielleicht gegen ihre Neigung habe
verheiraten wollen. Hernach fiel er darauf, ob es nicht etwa gar
Verzweiflung aus Liebe sei; und wunderlich genug, wie es aber mehr zu
gehen pflegt, indem er ihr Liebe für einen andern zutraute, verliebte
er sich selbst und fürchtete, sie möchte weiterreisen. Er konnte
seine Augen nicht von dem schönen Gesicht wegwenden, das von einem
grünen Halblichte verschönert war. Niemals zeigte, wenn es je
Nymphen gab, auf den Rasen sich eine schönere hingestreckt; und die
etwas romanhafte Art dieser Zusammenkunft verbreitete einen Reiz, dem
er nicht zu widerstehen vermochte.
Ohne daher die Sache viel näher zu betrachten, bewog Herr von
Revanne die schöne Unbekannte, sich nach dem Schlosse führen zu
lassen. Sie macht keine Schwierigkeit, sie geht mit und zeigt sich
als eine Person, der die große Welt bekannt ist. Man bringt
Erfrischungen, welche sie annimmt, ohne falsche Höflichkeit und mit
dem anmutigsten Dank. In Erwartung des Mittagessens zeigt man ihr
das Haus. Sie bemerkt nur, was Auszeichnung verdient, es sei an
Möbeln, Malereien, oder es betreffe die schickliche Einteilung der
Zimmer. Sie findet eine Bibliothek, sie kennt die guten Bücher und
spricht darüber mit Geschmack und Bescheidenheit. Kein Geschwätz,
keine Verlegenheit. Bei Tafel ein ebenso edles und natürliches
Betragen und den liebenswürdigsten Ton der Unterhaltung. So weit ist
alles verständig in ihrem Gespräch, und ihr Charakter scheint so
liebenswürdig wie ihre Person.
Nach der Tafel machte sie ein kleiner mutwilliger Zug noch schöner,
und indem sie sich an Fräulein Revanne mit einem Lächeln wendet, sagt
sie: es sei ihr Brauch, ihr Mittagsmahl durch eine Arbeit zu bezahlen
und, sooft es ihr an Geld fehle, Nähnadeln von den Wirtinnen zu
verlangen. "Erlauben Sie", fügte sie hinzu, "daß ich eine Blume auf
einem Ihrer Stickrahmen lasse, damit Sie künftig bei deren Anblick der
armen Unbekannten sich erinnern mögen." Fräulein von Revanne
versetzte darauf, daß es ihr sehr leid tue, keinen aufgezogenen Grund
zu haben, und deshalb das Vergnügen, ihre Geschicklichkeit zu
bewundern, entbehren müsse. Alsbald wendete die Pilgerin ihren Blick
auf das Klavier. "So will ich denn", sagte sie, "meine Schuld mit
Windmünze abtragen, wie es auch ja sonst schon die Art
umherstreifender Sänger war." Sie versuchte das Instrument mit zwei
oder drei Vorspielen, die eine sehr geübte Hand ankündigten. Man
zweifelte nicht mehr, daß sie ein Frauenzimmer von Stande sei,
ausgestattet mit allen liebenswürdigen Geschicklichkeiten. Zuerst
war ihr Spiel aufgeweckt und glänzend; dann ging sie zu ernsten Tönen
über, zu Tönen einer tiefen Trauer, die man zugleich in ihren Augen
erblickte. Sie netzten sich mit Tränen, ihr Gesicht verwandelte sich,
ihre Finger hielten an; aber auf einmal überraschte sie jedermann,
indem sie ein mutwilliges Lied, mit der schönsten Stimme von der Welt,
lustig und lächerlich vorbrachte. Da man in der Folge Ursache hatte
zu glauben, daß diese burleske Romanze sie etwas näher angehe, so
verzeiht man mir wohl, wenn ich sie hier einschalte.
Woher im Mantel so geschwinde,
Da kaum der Tag in Osten graut?
Hat wohl der Freund beim scharfen Winde
Auf einer Wallfahrt sich erbaut?
Wer hat ihm seinen Hut genommen?
Mag er mit Willen barfuß gehn?
Wie ist er in den Wald gekommen
Auf den beschneiten, wilden Höhn?
Gar wunderlich von warmer Stätte,
Wo er sich bessern Spaß versprach,
Und wenn er nicht den Mantel hätte,
Wie gräßlich wäre seine Schmach!
So hat ihn jener Schalk betrogen
Und ihm das Bündel abgepackt:
Der arme Freund ist ausgezogen,
Beinah wie Adam bloß und nackt.
Warum auch ging er solche Wege
Nach jenem Apfel voll Gefahr,
Der freilich schön im Mühlgehege
Wie sonst im Paradiese war!
Er wird den Scherz nicht leicht erneuen;
Er drückte schnell sich aus dem Haus,
Und bricht auf einmal nun im Freien
In bittre, laute Klagen aus:
"Ich las in ihren Feuerblicken
Doch keine Silbe von Verrat!
Sie schien mit mir sich zu entzücken
Und sann auf solche schwarze Tat!
Konnt ich in ihren Armen träumen,
Wie meuchlerisch der Busen schlug?
Sie hieß den raschen Amor säumen,
Und günstig war er uns genug.
Sich meiner Liebe zu erfreuen,
Der Nacht, die nie ein Ende nahm,
Und erst die Mutter anzuschreien
Jetzt eben, als der Morgen kam!
Da drang ein Dutzend Anverwandten
Herein, ein wahrer Menschenstrom!
Da kamen Brüder, guckten Tanten,
Da stand ein Vetter und ein Ohm!
Das war ein Toben, war ein Wüten!
Ein jeder schien ein andres Tier.
Da forderten sie Kranz und Blüten
Mit gräßlichem Geschrei von mir.
"Was dringt ihr alle wie von Sinnen
Auf den unschuld'gen Jüngling ein!
Denn solche Schätze zu gewinnen,
Da muß man viel behender sein.
Weiß Amor seinem schönen Spiele
Doch immer zeitig nachzugehn:
Er läßt fürwahr nicht in der Mühle
Die Blumen sechzehn Jahre stehn."
Da raubten sie das Kleiderbündel
Und wollten auch den Mantel noch.
Wie nur so viel verflucht Gesindel
Im engen Hause sich verkroch!
Da sprang ich auf und tobt' und fluchte,
Gewiß, durch alle durchzugehn.
Ich sah noch einmal die Verruchte,
Und ach! sie war noch immer schön.
Sie alle wichen meinem Grimme,
Doch flog noch manches wilde Wort;
So macht' ich mich mit Donnerstimme
Noch endlich aus der Höhle fort.
Man soll euch Mädchen auf dem Lande
Wie Mädchen aus den Städten fliehn!
So lasset doch den Fraun von Stande
Die Lust, die Diener auszuziehn!
Doch seid ihr auch von den Geübten
Und kennt ihr keine zarte Pflicht,
So ändert immer die Geliebten,
Doch sie verraten müßt ihr nicht."
So singt er in der Winterstunde,
Wo nicht ein armes Hälmchen grünt.
Ich lache seiner tiefen Wunde,
Denn wirklich ist sie wohlverdient;
So geh' es jedem, der am Tage
Sein edles Liebchen frech belügt
Und nachts, mit allzu kühner Wage,
Zu Amors falscher Mühle kriecht.
Wohl war es bedenklich, daß sie sich auf eine solche Weise vergessen
konnte, und dieser Ausfall mochte für ein Anzeichen eines Kopfes
gelten, der sich nicht immer gleich war. "Aber", sagte mir Herr von
Revanne, "auch wir vergaßen alle Betrachtungen, die wir hätten machen
können, ich weiß nicht, wie es zuging. Uns mußte die
unaussprechliche Anmut, womit sie diese Possen vorbrachte, bestochen
haben. Sie spielte neckisch, aber mit Einsicht. Ihre Finger
gehorchten ihr vollkommen, und ihre Stimme war wirklich bezaubernd.
Da sie geendigt hatte, erschien sie so gesetzt wie vorher, und wir
glaubten, sie habe nur den Augenblick der Verdauung erheitern wollen.
Bald darauf bat sie um die Erlaubnis, ihren Weg wieder anzutreten;
aber auf meinen Wink sagte meine Schwester: wenn sie nicht zu eilen
hätte und die Bewirtung ihr nicht mißfiele, so würde es uns ein Fest
sein, sie mehrere Tage bei uns zu sehen. Ich dachte ihr eine
Beschäftigung anzubieten, da sie sich's einmal gefallen ließ zu
bleiben. Doch diesen ersten Tag und den folgenden führten wir sie
nur umher. Sie verleugnete sich nicht einen Augenblick: sie war die
Vernunft, mit aller Anmut begabt. Ihr Geist war fein und treffend,
ihr Gedächtnis so wohl ausgeziert und ihr Gemüt so schön, daß sie gar
oft unsere Bewunderung erregte und alle unsere Aufmerksamkeit
festhielt. Dabei kannte sie die Gesetze eines guten Betragens und
übte sie gegen einen jeden von uns, nicht weniger gegen einige Freunde,
die uns besuchten, so vollkommen aus, daß wir nicht mehr wußten, wie
wir jene Sonderbarkeiten mit einer solchen Erziehung vereinigen
sollten.
Ich wagte wirklich nicht mehr, ihr Dienstvorschläge für mein Haus zu
tun. Meine Schwester, der sie angenehm war, hielt es gleichfalls für
Pflicht, das Zartgefühl der Unbekannten zu schonen. Zusammen
besorgten sie die häuslichen Dinge, und hier ließ sich das gute Kind
öfters bis zur Handarbeit herunter und wußte sich gleich darauf in
alles zu schicken, was höhere Anordnung und Berechnung erheischte.
In kurzer Zeit stellte sie eine Ordnung her, die wir bis jetzt im
Schlosse gar nicht vermißt hatten. Sie war eine sehr verständige
Haushälterin; und da sie damit angefangen hatte, bei uns mit an Tafel
zu sitzen, so zog sie sich nunmehr nicht etwa aus falscher
Bescheidenheit zurück, sondern speiste mit uns ohne Bedenken fort;
aber sie rührte keine Karte, kein Instrument an, als bis sie die
übernommenen Geschäfte zu Ende gebracht hatte.
Nun muß ich freilich gestehen, daß mich das Schicksal dieses
Mädchens innigst zu rühren anfing. Ich bedauerte die Eltern, die
wahrscheinlich eine solche Tochter sehr vermißten; ich seufzte, daß
so sanfte Tugenden, so viele Eigenschaften verlorengehen sollten.
Schon lebte sie mehrere Monate mit uns, und ich hoffte, das Vertrauen,
das wir ihr einzuflößen suchten, würde zuletzt das Geheimnis auf ihre
Lippen bringen. War es ein Unglück, wir konnten helfen; war es ein
Fehler, so ließ sich hoffen, unsere Vermittelung, unser Zeugnis
würden ihr Vergebung eines vorübergehenden Irrtums verschaffen können;
aber alle unsere Freundschaftsversicherungen, unsre Bitten selbst
waren unwirksam. Bemerkte sie die Absicht, einige Aufklärung von ihr
zu gewinnen, so versteckte sie sich hinter allgemeine Sittensprüche,
um sich zu rechtfertigen, ohne uns zu belehren. Zum Beispiel, wenn
wir von ihrem Unglücke sprachen: "Das Unglück", sagte sie, "fällt
über Gute und Böse. Es ist eine wirksame Arzenei, welche die guten
Säfte zugleich mit den üblen angreift."
Suchten wir die Ursache ihrer Flucht aus dem väterlichen Hause zu
entdecken: "Wenn das Reh flieht", sagte sie lächelnd, "so ist es
darum nicht schuldig." Fragten wir, ob sie Verfolgungen erlitten:
"Das ist das Schicksal mancher Mädchen von guter Geburt, Verfolgungen
zu erfahren und auszuhalten. Wer über eine Beleidigung weint, dem
werden mehrere begegnen." Aber wie hatte sie sich entschließen
können, ihr Leben der Roheit der Menge auszusetzen, oder es
wenigstens manchmal ihrem Erbarmen zu verdanken? Darüber lachte sie
wieder und sagte: "Dem Armen, der den Reichen bei Tafel begrüßt, fehlt
es nicht an Verstand." Einmal, als die Unterhaltung sich zum Scherze
neigte, sprachen wir ihr von Liebhabern und fragten sie: ob sie den
frostigen Helden ihrer Romanze nicht kenne? Ich weiß noch recht gut,
dieses Wort schien sie zu durchbohren. Sie öffnete gegen mich ein
Paar Augen, so ernst und streng, daß die meinigen einen solchen Blick
nicht aushalten konnten; und sooft man auch nachher von Liebe sprach,
so konnte man erwarten, die Anmut ihres Wesens und die Lebhaftigkeit
ihres Geistes getrübt zu sehen. Gleich fiel sie in ein Nachdenken,
das wir für Grübeln hielten und das doch wohl nur Schmerz war. Doch
blieb sie im ganzen munter, nur ohne große Lebhaftigkeit, edel, ohne
sich ein Ansehn zu geben, gerade ohne Offenherzigkeit, zurückgezogen
ohne Ängstlichkeit, eher duldsam als sanftmütig, und mehr erkenntlich
als herzlich bei Liebkosungen und Höflichkeiten. Gewiß war es ein
Frauenzimmer, gebildet, einem großen Hause vorzustehn; und doch schien
sie nicht älter als einundzwanzig Jahre.
So zeigte sich diese junge, unerklärliche Person, die mich ganz
eingenommen hatte, binnen zwei Jahren, die es ihr gefiel bei uns zu
verweilen, bis sie mit einer Torheit schloß, die viel seltsamer ist,
als ihre Eigenschaften ehrwürdig und glänzend waren. Mein Sohn,
jünger als ich, wird sich trösten können; was mich betrifft, so
fürchte ich, schwach genug zu sein, sie immer zu vermissen."
Nun will ich die Torheit eines verständigen Frauenzimmers erzählen,
um zu zeigen, daß Torheit oft nichts weiter sei als Vernunft unter
einem andern äußern. Es ist wahr, man wird einen seltsamen
Widerspruch finden zwischen dem edlen Charakter der Pilgerin und der
komischen List, deren sie sich bediente; aber man kennt ja schon zwei
ihrer Ungleichheiten, die Pilgerschaft selbst und das Lied.
Es ist wohl deutlich, daß Herr von Revanne in die Unbekannte
verliebt war. Nun mochte er sich freilich auf sein funfzigjähriges
Gesicht nicht verlassen, ob er so schon frisch und wacker aussah als
ein Dreißiger; vielleicht aber hoffte er, durch seine reine, kindliche
Gesundheit zu gefallen, durch die Güte, Heiterkeit, Sanftheit,
Großmut seine Charakters; vielleicht auch durch sein Vermögen, ob er
gleich zart genug gesinnt war, um zu fühlen, daß man das nicht
erkauft, was keinen Preis hat.
Aber der Sohn von der andern Seite, liebenswürdig, zärtlich, feurig,
ohne sich mehr als sein Vater zu bedenken, stürzte sich über Hals und
Kopf in das Abenteuer. Erst suchte er vorsichtig die Unbekannte zu
gewinnen, die ihm durch seines Vaters und seiner Tante Lob und
Freundschaft erst recht wert geworden. Er bemühte sich aufrichtig um
ein liebenswürdiges Weib, die seiner Leidenschaft weit über den
gegenwärtigen Zustand erhöht schien. Ihre Strenge mehr als ihr
Verdienst und ihre Schönheit entflammte ihn; er wagte zu reden, zu
unternehmen, zu versprechen.
Der Vater, ohne es selbst zu wollen, gab seiner Bewerbung immer ein
etwas väterliches Ansehn, Er kannte sich, und als er seinen Rival
erkannt hatte, hoffte er nicht, über ihn zu siegen, wenn er nicht zu
Mitteln greifen wollte, die einem Manne von Grundsätzen nicht geziemen.
Dessenungeachtet verfolgte er seinen Weg, ob ihm gleich nicht
unbekannt war, daß Güte, ja Vermögen selbst, nur Reizungen sind,
denen sich ein Frauenzimmer mit Vorbedacht hingibt, die jedoch
unwirksam bleiben, sobald Liebe sich mit den Reizen und in Begleitung
der Jugend zeigt. Auch machte Herr von Revanne noch andere Fehler,
die er später bereute. Bei einer hochachtungsvollen Freundschaft
sprach er von einer dauerhaften, geheimen, gesetzmäßigen Verbindung.
Er beklagte sich auch wohl und sprach das Wort Undankbarkeit aus.
Gewiß kannte er die nicht, die er liebte, als er eines Tages zu ihr
sagte, daß viele Wohltäter übles für Gutes zurückerhielten. Ihm
antwortete die Unbekannte mit Geradheit: "Viele Wohltäter möchten
ihren Begünstigten sämtliche Rechte gern abhandeln für eine Linse."
Die schöne Fremde, in die Bewerbung zweier Gegner verwickelt, durch
unbekannte Beweggründe geleitet, scheint keine andere Absicht gehabt
zu haben, als sich und andern alberne Streiche zu ersparen, indem sie
in diesen bedenklichen Umständen einen wunderlichen Ausweg ergriff.
Der Sohn drängte mit der Kühnheit seines Alters und drohte, wie
gebräuchlich, sein Leben der Unerbittlichen aufzuopfern. Der Vater,
etwas weniger unvernünftig, war doch ebenso dringend; aufrichtig
beide. Dieses liebenswürdige Wesen hätte sich hier wohl eines
verdienten Zustandes versichern können: denn beide Herren von Revanne
beteuren, ihre Absicht sei gewesen, sie zu heiraten.
Aber an dem Beispiele dieses Mädchens mögen die Frauen lernen, daß
ein redliches Gemüt, hätte sich auch der Geist durch Eitelkeit oder
wirklichen Wahnsinn verirrt, die Herzenswunden nicht unterhält, die
es nicht heilen will. Die Pilgerin fühlte, daß sie auf einem
äußersten Punkte stehe, wo es ihr wohl nicht leicht sein würde, sich
lange zu verteidigen. Sie war in der Gewalt zweier Liebenden, welche
jede Zudringlichkeit durch die Reinheit ihrer Absichten entschuldigen
konnten, indem sie im Sinne hatten, ihre Verwegenheit durch ein
feierliches Bündnis zu rechtfertigen. So war es, und so begriff sie
es.
Sie konnte sich hinter Fräulein von Revanne verschanzen; sie
unterließ es, ohne Zweifel aus Schonung, aus Achtung für ihre
Wohltäter. Sie kommt nicht aus der Fassung, sie erdenkt ein Mittel,
jedermann seine Tugend zu erhalten, indem sie die ihrige bezweifeln
läßt. Sie ist wahnsinnig vor Treue, die ihr Liebhaber gewiß nicht
verdient, wenn er nicht alle die Aufopferungen fühlt, und sollten sie
ihm auch unbekannt bleiben.
Eines Tages, als Herr von Revanne die Freundschaft, die Dankbarkeit,
die sie ihm bezeigte, etwas zu lebhaft erwiderte, nahm sie auf einmal
ein naives Wesen an, das ihm auffiel. "Ihre Güte, mein Herr", sagte
sie, "ängstigt mich; und lassen Sie mich aufrichtig entdecken, warum.
Ich fühle wohl, nur Ihnen bin ich meine ganze Dankbarkeit schuldig;
aber freilich--"--"Grausames Mädchen!" sagte Herr von Revanne, "ich
verstehe Sie. Mein Sohn hat Ihr Herz gerührt."--"Ach! mein Herr,
dabei ist es nicht geblieben. Ich kann nur durch meine Verwirrung
ausdrücken--"--"Wie? Mademoiselle, Sie wären--"--"Ich denke wohl ja",
sagte sie, indem sie sich tief verneigte und eine Träne vorbrachte:
denn niemals fehlt es Frauen an einer Träne bei ihren Schalkheiten,
niemals an einer Entschuldigung ihres Unrechts.
So verliebt Herr von Revanne war, so mußte er doch diese neue Art
von unschuldiger Aufrichtigkeit unter dem Mutterhäubchen bewundern,
und er fand die Verneigung sehr am Platze. --"Aber, Mademoiselle, das
ist mir ganz unbegreiflich--"-- "Mir auch", sagte sie, und ihre
Tränen flossen reichlicher. Sie flossen so lange, bis Herr von
Revanne, am Schluß eines sehr verdrießlichen Nachdenkens, mit ruhiger
Miene das Wort wieder aufnahm und sagte: "Dies klärt mich auf! Ich
sehe, wie lächerlich meine Forderungen sind. Ich mache Ihnen keine
Vorwürfe, und als einzige Strafe für den Schmerz, den Sie mir
verursachen, verspreche ich Ihnen von seinem Erbteile so viel, als
nötig ist, um zu erfahren, ob er Sie so sehr liebt als ich."--"Ach!
mein Herr, erbarmen Sie sich meiner Unschuld und sagen ihm nichts
davon."
Verschwiegenheit fordern ist nicht das Mittel, sie zu erlangen.
Nach diesen Schritten erwartete nun die unbekannte Schöne, ihren
Liebhaber voll Verdruß und höchst aufgebracht vor sich zu sehen.
Bald erschien er mit einem Blicke, der niederschmetternde Worte
verkündigte. Doch er stockte und konnte nichts weiter hervorbringen
als: "Wie? Mademoiselle, ist es möglich?"--"Nun was denn, mein
Herr?" sagte sie mit einem Lächeln, das bei einer solchen Gelegenheit
zum Verzweifeln bringen kann.--"Wie? was denn? Gehen Sie,
Mademoiselle, Sie sind mir ein schönes Wesen! Aber wenigstens sollte
man rechtmäßige Kinder nicht enterben; es ist schon genug, sie
anzuklagen. Ja, Mademoiselle, ich durchdringe Ihr Komplott mit
meinem Vater. Sie geben mir beide einen Sohn, und es ist mein Bruder,
das bin ich gewiß!"
Mit ebenderselben ruhigen und heitern Stirne antwortete ihm die
schöne Unkluge: "Von nichts sind Sie gewiß; es ist weder Ihr Sohn
noch Ihr Bruder. Die Knaben sind bösartig; ich habe keinen gewollt;
es ist ein armes Mädchen, das ich weiterführen will, weiter, ganz
weit von den Menschen, den Bösen, den Toren und den Ungetreuen."
Darauf ihrem Herzen Luft machend: "Leben Sie wohl!" fuhr sie fort,
"leben Sie wohl, lieber Revanne! Sie haben von Natur ein redliches
Herz; erhalten Sie die Grundsätze der Aufrichtigkeit. Diese sind
nicht gefährlich bei einem gegründeten Reichtum. Sein Sie gut gegen
Arme. Wer die Bitte bekümmerter Unschuld verachtet, wird einst selbst
bitten und nicht erhört werden. Wer sich kein Bedenken macht, das
Bedenken eines schutzlosen Mädchens zu verachten, wird das Opfer
werden von Frauen ohne Bedenken. Wer nicht fühlt, was ein ehrbares
Mädchen empfinden muß, wenn man um sie wirbt, der verdient sie nicht
zu erhalten. Wer gegen alle Vernunft, gegen die Absichten, gegen den
Plan seiner Familie, zugunsten seiner Leidenschaften Entwürfe
schmiedet, verdient die Früchte seiner Leidenschaft zu entbehren und
der Achtung seiner Familie zu ermangeln. Ich glaube wohl, Sie haben
mich aufrichtig geliebt; aber, mein lieber Revanne, die Katze weiß
wohl, wem sie den Bart leckt; und werden Sie jemals der Geliebte
eines würdigen Weibes, so erinnern Sie sich der Mühle des Ungetreuen.
Lernen Sie an meinem Beispiel sich auf die Standhaftigkeit und
Verschwiegenheit Ihrer Geliebten verlassen. Sie wissen, ob ich untreu
bin, Ihr Vater weiß es auch. Ich gedachte durch die Welt zu rennen
und mich allen Gefahren auszusetzen. Gewiß diejenigen sind die
größten, die mich in diesem Hause bedrohen. Aber weil Sie jung sind,
sage ich es Ihnen allein und im Vertrauen: Männer und Frauen sind nur
mit Willen ungetreu; und das wollt' ich dem Freunde von der Mühle
beweisen, der mich vielleicht wieder sieht, wenn sein Herz rein genug
sein wird, zu vermissen, was er verloren hat."
Der junge Revanne hörte noch zu, da sie schon ausgesprochen hatte.
Er stand wie vom Blitz getroffen; Tränen öffneten zuletzt seine Augen,
und in dieser Rührung lief er zur Tante, zum Vater, ihnen zu sagen:
Mademoiselle gehe weg, Mademoiselle sei ein Engel, oder vielmehr ein
Dämon, herumirrend in der Welt, um alle Herzen zu peinigen. Aber die
Pilgerin hatte so gut sich vorgesehen, daß man sie nicht wiederfand.
Und als Vater und Sohn sich erklärt hatten, zweifelte man nicht mehr
an ihrer Unschuld, ihren Talenten, ihrem Wahnsinn. So viel Mühe sich
auch Herr von Revanne seit der Zeit gegeben, war es ihm doch nicht
gelungen, sich die mindeste Aufklärung über diese schöne Person zu
verschaffen, die so flüchtig wie die Engel und so liebenswürdig
erschienen war.