Die Zeit meiner Abreise war herangerückt. Bevor ich meine Vaterstadt
vielleicht auf lange wieder verließ, wollte ich noch eine stille Stunde
der Gemäldegalerie im Belvedere weihen. Konnte es doch das letztemal
sein, daß ich diese Kunstschätze an dem stimmungsvollen Orte sah, wo ich
sie seit meiner Jugend zu betrachten und zu bewundern gewohnt war.
Die Ausführung dieses Vorhabens wurde durch mehrfache Umstände bis knapp
vor dem Tage verzögert, den ich mir zur Reise festgesetzt hatte, und
selbst da kam noch allerlei Störendes dazwischen, so daß es bereits zwei
Uhr war, als ich mich, an den wohlbekannten Taxushecken und den
steinernen Sphinxen vorübereilend, dem ehemaligen Sommerpalaste des
Prinzen Eugen näherte. Das Wetter war dem Unternehmen nicht sehr
günstig: ein düsterer, bedeckter Himmel, der sich hin und wieder
aufhellte, um gleich wieder regendrohend sich zu verfinstern. So fehlte
denn, als ich die weiten Säle betrat, der verklärende Sonnenschein,
welcher, wenn auch in einzelnem zuweilen störend, die Gesamtheit der
Bilder sofort dem Auge und Herzen näher bringt. Zudem waren unvermutet
viele Besucher da; die Mehrzahl rote Bädeker in den Händen. Was mich
aber am meisten störte, war die Unzahl von kopierenden Malern und
Malerinnen. Sie saßen nur so in Reihen hintereinander, jeder und jede
noch ein paar neugierige Zuseher im Rücken oder zur Seite. Ich konnte
die richtige Stimmung nicht finden und ging zerstreuten Sinnes an den
herrlichen Meisterwerken hin. Dieser leere, unbefriedigte Zustand wurde
aber mit einem Mal zu einem grimmigen Mißbehagen, als ich im Rubenssaale
mit einem Herrn zusammenstieß, dem ich, und besonders heute, lieber eine
Meile weit aus dem Weg gegangen wäre. Es war ein sogenannter »Amateur«,
ein sonst ganz unbeschäftigter, ziemlich wohlhabender Mann, der in allen
Ateliers herumschnüffelte, auf jeder Auktion anzutreffen war und, wie
sich von selbst versteht, eine kleine Privatgalerie samt einer
wertvollen Antiquitätensammlung besaß. Sein selbstbewußtes Wesen, seine
rechthaberischen, oft sehr schiefen Kunsturteile waren sprichwörtlich
geworden, und die Maler behaupteten, er verstehe von Bildern so viel
oder so wenig wie ein Schuhflicker. Das war nun freilich übertrieben;
denn wiewohl er nach jeder Richtung hin Aussprüche tat, die von
dünkelhafter Halbbildung strotzten, so konnte man doch nicht leugnen,
daß er, wie alle solche Menschen, die Gabe besaß, an jeder Leistung
sofort die schwachen Seiten herauszufinden. Und wie in der Kunst, so
auch im Leben. Ein aufdringlicher Gesellschafter, wußte er sich in alle
Kreise Eintritt zu verschaffen; man duldete ihn als eine Art notwendigen
Übels und bespöttelte seine böse Zunge mehr, als man sie fürchtete, da
er oft genug über ganz harmlose Persönlichkeiten die ungeheuerlichsten
Dinge vorbrachte. Dennoch wußte er sehr genau, wo jeden einzelnen der
Schuh drückte, und die verborgensten und verschwiegensten Verhältnisse
waren für ihn nicht selten ein offenes Buch, in dem er mit Behagen las.
Ich wollte anfangs Miene machen, ihn nicht sofort zu erkennen, dann aber
mich mit einer verbindlichen Gebärde schweigend an ihm vorbei drücken.
Er jedoch tat sehr erfreut, faßte mich unter dem Arm, fragte mich, wie
es mir gehe, wie lange ich schon in Wien sei -- und so weiter. Meine
neueste Dichtung habe er gelesen, sich aber leider mit dem Sujet nicht
befreunden können; jedenfalls sollte ich mehr -- viel mehr schreiben.
Dann kam er auf die neuen Museen zu sprechen, welche er in der
Hauptsache für ganz verfehlt erklärte -- und schloß endlich damit, daß
er hier Rafaels Madonna im Grünen ^en miniature^ kopieren lasse, und
zwar von einem Aquarellisten, der in dieser Hinsicht eine ganz neue
Methode erfunden habe. Er führte mich auch zu dem betreffenden Künstler,
einem schon sehr bejahrten Herrn, der, eine eigentümlich konstruierte
Brille auf der Nase, ruhig hinter seiner Tafel saß. Die fast vollendete
Arbeit nahm sich in der Tat sehr schön und erfreulich aus; der Mäcen
lobte sie auch, hielt jedoch mit wohlwollenden Ausstellungen keineswegs
zurück. Ganz unerträglich jedoch benahm er sich einem jüngeren Maler
gegenüber, welcher, wie sich herausstellte, Morettos Santa Justina im
Auftrage des Münchener Grafen Schack kopierte. Nicht genug, daß er dicht
hinter den emsig Arbeitenden trat und, bald das Original, bald die Kopie
betrachtend, vor allen Anwesenden mißbilligend den Kopf schüttelte: er
wies auch mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die Fehler hin, welche
seiner Meinung nach bei der Nachbildung begangen wurden, so daß der
Künstler endlich sich unwillig halb erhob und den unberufenen Kritiker
mit zornfunkelnden Augen herausfordernd ansah.
Ich hielt es nicht länger aus und wollte, mich empfehlend, die Galerie
verlassen, die mir nun doch schon verleidet war.
»Warten Sie, ich gehe gleich mit Ihnen«, sagte er und hängte sich wieder
an meinen Arm.
Er hatte unten einen Einspänner stehen und bot mir einen Platz an. Ich
wollte ablehnen; aber er nötigte mich einzusteigen. »Fahren Sie
wenigstens ein Stück Weges mit; warum wollen Sie denn die lange Heugasse
zu Fuß zurücklegen?«
Als wir in dem engen Gefährt saßen, fragte er mich, wohin ich denn
eigentlich wollte. Ich antwortete, daß ich jetzt essen gehen würde.
Wohin? Er speise in der Stadt Frankfurt, ich solle mitkommen. Nein, das
sei mir zu entlegen, ich wolle überhaupt nicht nach der Stadt. Wohin ich
mich also begeben würde? Ich nannte ein in der Nähe befindliches Hotel,
das mir gerade einfiel. »Hotel Viktoria? Schön, ich kann auch dort
speisen und leiste Ihnen Gesellschaft.« Er rief dem Kutscher zu, nach
dem bezeichneten Orte zu fahren.
Da es inzwischen ein wenig geregnet hatte und sich der Tag überhaupt
empfindlich kühl anließ, so vermieden wir, uns in den schönen Garten zu
setzen, der das Hotel auszeichnet, und begaben uns in den Speisesaal,
der, wie meistens um diese Stunde, ganz unbesucht war. Wir bestellten
unser Essen, das ich meinerseits in der aufgezwungenen Gesellschaft mit
verbissenem Ingrimm hinunterwürgte.
Man hatte uns schon den Kaffee gebracht, als plötzlich draußen im Garten
ein auffallend vornehmes Paar erschien: ein Herr und eine Dame, in welch
ersterem ich sofort Röber erkannte. Die beiden schienen unter sich
uneins, ob sie im Freien bleiben oder den Saal aufsuchen sollten.
Endlich gab die Dame kurzweg den Ausschlag, indem sie sich rasch an
einem kleinen Tische niederließ, der, von einigen Oleanderstöcken
umgeben, ziemlich geschützt in der Nähe der Saalfenster stand.
Mein Begleiter hatte die Ankömmlinge ebenfalls wahrgenommen und rief:
»Oho! Wie kommen _die_ daher? Gewiß nur, weil sie anderswo fürchten
müßten, gesehen zu werden.«
»Kennen Sie die Leute?« fragte ich hinausblickend. Wir saßen an der
Rückwand des nicht sehr breiten Saales in einer Art Nische, wo man uns
nicht leicht wahrnehmen konnte.
»Ob ich sie kenne!« erwiderte er, sich behaglich zurücklehnend. »Das ist
ja dieser Röber, der in letzter Zeit so viel Geld macht.«
»Ich glaube, ich bin einmal irgendwo flüchtig mit ihm zusammengetroffen.
Und ist die Dame seine Frau?«
»Seine Geliebte. Die gewesene Frau eines Börsensensals, der sich
ihretwegen erschossen hat. Eine Jüdin. Sie war einmal unvergleichlich
schön, wie man noch jetzt bemerken kann.«
Ihre Schönheit war mir allerdings sofort aufgefallen, und gerade in
diesem Augenblick zeigte sie mit einer Kopfwendung ihr ungemein
interessantes Profil: edelste, orientalische Züge, fast blutlos bleich;
aus dem kleinen weißen Kapotehütchen, das sie trug, drängte sich
rückwärts, in kaum zu bändigender Fülle, ein Wust von glanzlosen
dunkelschwarzen Haaren hervor.
»Eine höchst gefährliche Person«, fuhr mein Nachbar fort. »Herzlos, mit
einem kalten, messerscharfen Verstande. Dabei bizarr, phantastisch,
abenteuerlich. Eine unmögliche Zusammenstellung, werden Sie sagen -- und
doch ist es so.«
»Sie scheinen sehr genau unterrichtet zu sein.«
»Mein Gott, ich verkehre ja mit aller Welt und habe sie schon gekannt,
da sie noch ein junges Mädchen war. Bereits damals zeigte sich, was sie
werden würde: ein Irrlicht, das nicht zu haschen, ein Mühlstein, der
nicht abzuschütteln ist. Sie hätte inzwischen schon einen Fürsten B...
heiraten sollen, und nur durch die größten Geldopfer von seiten der
Familie ist die Sache rückgängig geworden.«
»Sie besitzt also Vermögen?«
Er lachte laut auf. »Vermögen? Schulden! Denn es ist nicht anzunehmen,
daß ihr neuer Verehrer diese vollständig gezahlt hat. Sie ist nämlich
eine notorische Verschwenderin -- und zwar in einer Art und Weise, die
eigentlich schon ans Wahnwitzige streift. Das pflegt immer der Fall zu
sein, wenn der semitische Geist einmal ins Gegenteil umschlägt. In ihrer
Hand würden Millionen zerrinnen. Was sie jetzt Herrn Röber kosten mag,
läßt sich gar nicht beurteilen.«
»Aber ist er denn selbst so ungewöhnlich reich,« fragte ich, »daß er --«
»Reich! Er hat mit Lieferungen in die unteren Donauländer reichlichen
Gewinn erzielt. Seit einiger Zeit operiert er mit einem gewissen
Malinsky, einem wahren Gauner, an der Börse. Bis jetzt allerdings mit
fabelhaftem Glücke. Wie lange es noch so fortgehen wird, ist die Frage.
Er soll übrigens auch noch eine alte Geliebte in seiner Villa in
Hietzing bei sich haben. Eine Art Schriftstellerin. -- Wissen Sie davon
nichts?« fragte er plötzlich argwöhnisch.
»Nein«, erwiderte ich trocken und machte Anstalten, meine Zeche zu
begleichen. Denn ich glaubte zu bemerken, daß man draußen, während zwei
Kellner mit unterwürfiger Dienstbeflissenheit ein ausgesuchtes Diner zu
servieren begannen, auf uns aufmerksam geworden war.
»Sie wollen schon gehen?« fragte mein Begleiter.
»Ja; ich muß nach Hause. Ich habe noch allerlei zu ordnen und zu packen,
denn ich reise morgen von hier ab.«
Ich hatte gefürchtet, er würde sich mir wieder anschließen, vielleicht
gar in meiner Wohnung eine zweite Zigarre rauchen wollen. Aber er regte
sich nicht und sah mich ganz gleichgültig an.
»So? Sie reisen morgen?« sagte er gedehnt. »Nun, dann Gott befohlen! Ich
bleibe noch ein wenig. Es macht mir Vergnügen, das Pärchen da draußen zu
beobachten. Es sitzt sich hier wie in einer Loge.«
Wir reichten einander flüchtig die Hände, und ich entfernte mich,
nachdem ich noch einen Blick auf Röber und seine neue Geliebte geworfen
hatte, welche eben bemüht war, mit einem kurzen Messer, das sie in der
beringten Hand hielt, eine Krebsschere zu öffnen.
Noch den ganzen Abend beschäftigte dieses unvermutete Zusammentreffen
meine Gedanken, und als ich am nächsten Morgen, bei strömendem Regen, im
Eisenbahnzuge durch die melancholischen Praterauen fuhr, da kam auch am
Fuße des Kahlen- und Leopoldsberges für einen Augenblick der stattliche
Vorort in Sicht, wo sich für die schöne Frau Stadler der
Schicksalsknoten geschürzt hatte. »Wie wird es enden?« dachte ich,
während jetzt der Zug mit beschleunigtem Laufe und schrillem Pfeifen in
die weite, trostlose Ebene hineindampfte.
* * * * *
Es endete nur zu bald -- und traurig. Was ich darüber zufällig und
absichtlich in Erfahrung gebracht, kann hier in Kürze erzählt werden.
Das Glück war Röber nicht treu geblieben. Er verlor, verlor alles, was
er gewonnen -- und noch mehr. Aber er hatte, um sich aufrecht zu
erhalten, in letzter Zeit auch nach anvertrauten Geldern gegriffen: drei
namhafte Beträge waren sofort zu ersetzen, wofern er nicht den Gerichten
verfallen wollte. Woher aber die nötige Summe nehmen? Elsa brachte sie
zustande: sie ging -- ob nun gezwungen, oder aus eigenem Antriebe --
Conimor darum an. Und dieser erfüllte ihr Begehren. Er hatte gerade die
Nacht zuvor im Wienerklub an einen hohen Aristokraten zweimal
hunderttausend Gulden im Spiel verloren; was lag daran, wenn Papa noch
ein Sümmchen darauf legte, das doch kaum zur Hälfte jenes Verlustes
hinanreichte? Er konnte es ja wieder hereinbringen. Elsa erhielt also
das Geld und gab es Röber. Dieser nahm es -- und verschwand, ohne seine
Verpflichtungen zu erfüllen. Mit ihm die neue Geliebte. Es mußte alles
von langer Hand vorbereitet gewesen sein; denn sie waren spurlos
entkommen. Wie man annahm, nach Amerika; und in der Tat liefen zwei
Jahre später von dorther Briefe und Geldsendungen an die
Verlusttragenden ein.
Was aber hätte die arme Verlassene damals tun sollen? Die Villa war mit
Beschlag belegt worden; ihr selbst standen peinliche Vernehmungen --
vielleicht noch Ärgeres bevor, da man anfänglich nicht umhin konnte, sie
als die Mitwisserin jener sträflichen Vorgänge anzusehen. Sie nahm also
zu dem Mittel ihre Zuflucht, das sie schon lange vorher zur
Beschwichtigung körperlicher Schmerzen in Anwendung gebracht und welches
sie jetzt rasch und mit einem Mal von allen Leiden befreien sollte. Sie
vergiftete sich mit Morphin.
Und was würde Frauenlob gesagt haben, wenn er diesen vollwichtigen
Triumph seiner Vorhersagungen noch erlebt hätte?! Aber er war vor Elsa
zu Grabe gegangen. Ein Lungenübel, zu dem er seit jeher veranlagt
gewesen, hatte sich in Berlin, wo er kümmerliche Tage fristete, rasch
entwickelt und ihn dahingerafft, ehe ihm noch die viel gepriesene
Heilkraft der Kochschen Lymphe eine trügerische Hoffnung hätte gewähren
können.
Schloß Kostenitz.
Vorwort des Herausgebers.
Die noch nicht druckreifen Vorarbeiten zum »_Schloß Kostenitz_« hat Saar
für den Fall seines Ablebens der Fürstin Salm oder seinem Schwager Dr.
Camill Lederer als Andenken vermacht, der letztere hat sie wiederum
Herrn Hofrat Maresch gewidmet, in dessen Besitz sie sich gegenwärtig
befinden. Wir erfahren aus ihnen, daß die Novelle, die ursprünglich
»_Schloß Reichegg_« und später »_Baronin Clotilde_« betitelt werden
sollte, mit der älteren: »Haus Reichegg« nicht bloß inhaltlich verwandt,
sondern wirklich mit ihr aus einer Wurzel entsprossen ist. Saar scheint
einen ursprünglich für die frühere Novelle bestimmten Eingang unter
älteren Papieren vorgefunden und an ihn angeknüpft zu haben. Im März
1890 hat er unsere Novelle in Kaltenleutgeben begonnen und dann in Raitz
im Sommer und Herbst fortgesetzt, ohne viel über den Eingang hinaus zu
kommen, der wieder in einem Dutzend nur wenig verschiedener Abschriften
vorliegt. Der Held heißt hier noch Günthersdorff, der Graf
Poiga-Reuhofen; bei dem Versteck zwischen den Türen (Seite 281) wird auf
Latour namentlich angespielt und unter den Lieblingswerken der Baronin
außer der »Amaranth« von Redwitz besonders Hebbels »Herodes und
Mariamne« genannt. Vollendet wurde die Novelle in Raitz am 1. März 1892;
sie erschien zuerst im Feuilleton des Abendblattes der Deutschen Zeitung
vom 27. Juli bis 19. August 1892 in acht Abschnitten (Nr. 7391-7414) und
schon wenige Monate später, im Oktober 1892, aber mit der Jahreszahl
1893, als Einzeldruck (600 Exemplare), »Karl von Thaler in alter
Freundschaft zugeeignet«. Der Dichter, der die Novelle für eine seiner
besten und für Österreich bedeutsamsten Arbeiten hielt, wollte vier
Jahre später (im Herbst 1896) den fünften und siebenten Bogen umdrucken
und bei Seite 123 des ersten Druckes einen Karton einlegen lassen, um
»einige sehr kurze, aber höchst notwendige Verbesserungen anzubringen«.
Als aber dann die zweibändige Ausgabe der »Novellen aus Österreich« 1897
(zweiter Band, Seite 309-393) zustande kam, stellte er das von ihm
bereits durchkorrigierte Exemplar für diese zur Verfügung. Es ist nun
für den Dichter, von dem man das sagen könnte, was W. Schlegel von
Calderon gesagt hat: daß aus seinen Händen nicht eine verwahrloste Zeile
hervorgegangen sei, höchst charakteristisch, wie geringfügig die
Änderungen sind, um derentwillen er die Kosten eines Umdruckes nicht
scheute. S. 312 f. unserer Ausgabe redet der Graf die Baronin nur mehr
einmal mit »Du« an (»Du liebst mich?«), kehrt aber gleich wieder zum
»Sie« zurück, und die Worte: »und da sie verzweiflungsvoll widerstrebte«
sind hinzugefügt. S. 325 sind die Worte: »Daher galt sie auch ....
Interesse ein«, welche die Charakteristik der Baronin vervollständigen,
an die Stelle der noch zum vorausgehenden Satze gehörigen Worte
getreten: »daß sie fallen würde, ohne sich wieder erheben zu können.«
Der Karton aber sollte Seite 337 einzig und allein um der drei Worte
willen: »aller Wahrscheinlichkeit nach«, eingelegt werden. In der
zweiten Auflage der zweibändigen »Novellen aus Österreich« 1904 (a. a.
O.) hat die Novelle nur mehr ganz unbedeutende Veränderungen erfahren.