der Milchmischung mittelst des Einfüllglases in die einzelnen Flaschen,
welche 150, 200 oder 250 =g= fassen. Die Flaschen werden höchstens so
voll gefüllt, wie vorstehende Zeichnung anzeigt, können aber auch zu ½,
¼ &c. voll gefüllt werden.
3. Man stellt die gefüllten Flaschen in den Flascheneinsatz, legt auf die
Mündung jeder Flasche eine Gummischeibe, stülpt über den Hals der Flasche
die Schutzhülse, stellt den Einsatz in den Kochtopf, füllt letzteren mit so
viel kaltem Wasser, daß das Wasser im Kochtopf in gleicher Höhe mit der
Milch in den Flaschen steht, drückt den Blechdeckel in den Topf -- er darf
nicht lose aufliegen -- und erhitzt auf dem Herde, oder mittelst Gas- oder
Petroleumofens, zum Kochen. Nachdem man das Wasser ¾ Stunden lang im
lebhaften Kochen erhalten hat -- wobei der Dampf stets am Deckelrande
herausblasen muß -- hebt man den Deckel ab, wartet bis sich der Dampf etwas
verzogen hat und nimmt nun den Einsatz samt Flaschen aus dem Kochtopf. Die
Flaschen verschließen sich schon beim Abheben des Topfdeckels infolge
eintretender Abkühlung von selbst (durch den Luftdruck). Sobald, nach etwa
zehn Minuten, die Gummischeiben sich etwas eingezogen haben, kann man die
Schutzhülsen abheben; zweckmäßiger ist es jedoch, hiermit bis zum völligen
Erkalten der Flaschen zu warten, oder die Schutzhülsen überhaupt auf den
Flaschen bis vor dem Oeffnen zu lassen. Da die Gummischeiben nach der
Benützung etwas eingedrückt bleiben, so legt man sie bei der nächsten
Kochung so auf die Flaschenmündung, daß die gewölbte Seite nach oben kommt.
4. Soll dem Kinde Milch gereicht werden, so stelle man eine der Flaschen in
den Wärmebecher, fülle diesen mit kaltem oder lauwarmem Wasser und erhitze
letzteres mittelst einer kleinen Spirituslampe oder auf dem Herde bis die
Milch trinkwarm ist, d. h. bis die Flasche nach mehrmaligem Umschütteln an
das Auge gedrückt, weder das Gefühl von Kühle noch Hitze hervorruft, also
annähernd Körperwärme angenommen hat. Häufiges Schütteln der Flasche und
Wiedereinstellen derselben in das Wasser beschleunigt die Erwärmung.
Einstellen der kalten Flaschen in heißes Wasser oder rasches Abkühlen der
noch heißen Flaschen im kalten Wasser bewirkt -- wenn die Flasche auch
nicht sofort springt -- eine solche Veränderung im Glase, daß die Flaschen
beim nächsten Kochen zerspringen. -- Absolut unstatthaft ist es, sich von
der Wärme der Milch durch Probieren zu überzeugen, da hierdurch leicht
Gährungserreger oder Ansteckungsstoffe in die Milch gelangen können.
5. Für Spaziergänge oder Reisen können die Milchflaschen auf mehrere
Stunden dadurch warm erhalten werden, daß man sie heiß macht -- jedoch nur
so weit, daß die Gummischeiben noch gut eingezogen bleiben -- und dann in
wollene Tücher einwickelt; hierbei müssen die Schutzhülsen auf den Flaschen
bleiben.
6. Erst wenn die Milch trinkwarm geworden ist und unmittelbar vor der
Verabreichung derselben öffnet man die Flasche, indem man den Rand der
Gummischeibe nach aufwärts drückt; hierbei tritt Luft in die Flasche und
die Gummischeibe liegt nun lose auf der Flaschenmündung.
7. Von dem Kinde übrig gelassene Milch soll für die Ernährung des Säuglings
nicht mehr verwendet werden. Verschlossen gebliebene Flaschen können aber
am 2. oder 3. Tage ohne Anstand noch benutzt werden.
8. Behufs Reinigung der Milchflaschen fülle man dieselben sofort nach dem
Gebrauch mit Wasser, damit die Milchreste nicht eintrocknen, säubere sie
mit breiförmig nasser Holzasche und mit Zuhilfenahme der Drehbürste, oder
man fülle die Flaschen halbvoll mit Emailschrot und Wasser und schüttle sie
kräftig. Die spiegelblank gereinigten Flaschen stellt man umgekehrt in das
Holzgestell oder in den Flascheneinsatz. Die von den Flaschen abgenommenen
Gummischeiben legt man ins Wasser und entfernt vor deren Wiederverwendung
alle Milchreste durch gründliches Abwischen. Sie erhalten sich am längsten
gebrauchsfähig, wenn man sie alle 4-6 Wochen mit Lauge -- 1 Teil
Laugenessenz und 2 Teile Wasser -- eine Stunde lang auskocht. Ebenso sauber
müssen die Schliffflächen an den Flaschenmündungen sein, sonst ziehen sich
die Gummiplättchen nicht ein. Flaschen, deren Schliffflächen verletzt sind,
lassen sich nicht verschließen, sind also durch neue zu ersetzen.
Wenn der Arzt keine andere Vorschrift giebt, so gelten für die Anwendung
folgende Mischverhältnisse von Milch, Wasser und Milchzucker nach dem Alter
des Kindes:
Spaltenüberschriften A = _Alter:_
B = Kuhmilch Eßlöffel
C = Abgekochtes Wasser
D = Verdünnungs-Verhältnis
E = Milchzucker-Zusatz Theelöffel
=========================================================================
A | B | C | D | E
------------------------------+-----+-----+-----+------------------------
bis zur 2. Woche | 1 | 4 | 1:4 | 1 gehäufter
bis zum Ende des 2. Monats | 1 | 3 | 1:3 | etwas über 1 gestrichener
bis zum 4. Monat | 1 | 2 | 1:2 | 1 gestrichener
bis zum 6. Monat | 2 | 2 | 1:1 | knapp 1 gestr.
bis zum 8. Monat | 2 | 1 | 2:1 | knapp 1 gestr.
und von da ab auf 6 Eßlöffel ungemischte Kuhmilch ein gestrichener
Theelöffel Milchzucker.
Die Kuhmilch unterscheidet sich von der Muttermilch durch ihren hohen
Gehalt an Eiweiß und deshalb muß die Kuhmilch so weit verdünnt werden, daß
der Gehalt an Eiweiß dem Verhältnisse wie es in der Muttermilch enthalten
ist, möglichst nahe kommt.
Kommt diese verdünnte Kuhmilch in den Magen des Kindes, so gerinnt das
Eiweiß zu einer dicken Masse und um dies zu verhindern, koche man die Milch
mit einer Messerspitze voll Gustin, dann scheidet sich das Eiweiß in feinen
Flocken ab, schließt die Fettkügelchen der Milch ein und der Magensaft kann
das Eiweiß leicht in Lösung bringen.
Magermilch.
Nach dem Buttern erhält man je nach der Methode, welche man angewandt hat,
eine Magermilch von verschiedener Zusammensetzung.
In einem Liter Magermilch sind enthalten 40 Gramm Eiweißstoffe, welche in
dem Nährwerte 160 Gramm magerem knochenfreien Fleische entsprechen.
Ferner sind darin enthalten 47 Gramm Milchzucker, welche einem Nährwerte
von 20 Gramm Butter entsprechen. Außerdem noch 2½ Gramm Butterfett in
Gestalt feinst verteilter Tropfen. Rechnet man diese Werte zusammen, so ist
ein Liter Centrifugenmilch einer Fleischmenge von 182 Gramm gleichwertig.
Kostet das Pfund knochenfreies Kochfleisch 75 Pfennig, so haben diese
182 Gramm einen Wert von 27 Pfennig, während die Molkereien das Liter
Magermilch gern mit 6 Pfennig verkaufen. Die Nahrungsmittel sind in der
Magermilch also 4½ mal so billig wie im Fleische.
Es giebt für die Menschen, besonders für heranwachsende Kinder, kaum ein
billigeres Nahrungsmittel, schmeckt dabei sehr angenehm und löscht den
Durst. Wo es immer möglich ist, gebe man den Kindern die Magermilch als ein
schönes Sommergetränk. Die süße Magermilch ist eine der billigsten Quellen
für tierisches Eiweiß. Insbesondere empfiehlt es sich, diese süße
Magermilch zum backen von Weißbrot zu benutzen.
Der Thee.
Eines der angenehmsten Genußmittel ist der Thee und seine anregende Wirkung
auf das Nervensystem ist der Wirkung des Kaffees ähnlich. Diese Wirkung
verdankt der Thee seinem Gehalte an Coffeïn und seinen aromatischen
Bestandteilen.
Die sachgemäße Herstellung eines guten Getränkes muß darauf gerichtet sein,
daß man dem Thee seinen Gehalt an Coffeïn und sein Aroma entzieht, aber die
bitteren Gerbstoffe der Theeblätter aufzunehmen vermeidet. Man übergießt
mit sprudelnd kochendem Wasser, läßt 5 Minuten ziehen und gießt dann von
den Blättern ab.
In dem kochenden Wasser löst sich das Coffeïn oder Theïn und läßt man einen
starken Theeaufguß erkalten, so trübt er sich, weil etwas von dem gelösten
Gerbstoffe mit Theïn ausscheidet.
Wenn man nach deutscher Art Kaffee bereitet und mit dem Theeaufguß
vergleicht, so enthält 1 Tasse Kaffee ungefähr viermal so viel wirksames
anregendes Ponicip wie eine gleiche Menge Thee. In England trinkt man den
Thee viel stärker. In mancher Beziehung vermag der Thee den Alkohol zu
ersetzen und es ist nur zu wünschen, daß das Theetrinken sich immer mehr
einführt als ein wichtiger Hebel zum Bekämpfen der Trunksucht.
Die Verdauung.
Der Vorgang der Verdauung beginnt mit der Einführung der Speisen in den
Mund, und schon in der Mundhöhle vollziehen sich verschiedene Prozesse.
Alle festen Nahrungsmittel werden gekaut und je besser sie gekaut werden,
um so günstiger werden sie für den Magen und die weitere Verdauung
vorbereitet.
Während des Zerkleinerns der Speisen durch die Zähne mischt sich der
Speichel mit den Speisen. Durch Einwirkung des Speichels auf das Stärkemehl
wird ein Teil des letzteren in Zucker verwandelt.
Haben die Speisen den Magen erreicht, so unterliegen die Eiweißverbindungen
der Einwirkung des Magensaftes. Freie Salzsäure und Pepsin verwandeln die
unlöslichen Eiweißverbindungen in lösliche, welche vom Organismus
aufgenommen werden können.
Hat der Magensaft seine Arbeit vollendet, so geht der Speisebrei in den
Darm und unterliegt hier der Einwirkung, des Darmsaftes. Was vom Stärkemehl
in Zucker verwandelt werden kann, geschieht hier; etwa unlöslich gebliebene
Eiweißstoffe werden hier in aufnahmefähigen Zustand verwandelt; die Fette
werden so fein verteilt und in so feine mikroskopische Tropfen zerlegt, daß
sie in die Blutbahn übergehen können.
Von den Speisen kann der Körper nur das für sich verwenden, was sich schon
in Lösung befindet oder durch Einwirkung der verdauenden Säfte aus dem
unlöslichen in den löslichen Zustand übergeführt werden kann.
Jedes Nahrungsmittel muß zu einem Bestandteile des Blutes werden. Ist dies
nicht möglich, so ist die Substanz auch kein Nahrungsmittel.
Alle verdauenden Säfte unsers Organismus können nur auf die Speisen wirken
bei innigster Berührung und diese völlige Vermischung ist nur wieder
möglich, wenn die Nahrungsmittel auf das beste vorbereitet sind und so gut
wie es eben geht gekaut werden. Kartoffelbrei und Erbsenbrei sind viel
besser zu verdauen wie Kartoffelstücke und ganze Erbsen. Gehacktes Fleisch
und geriebene Fleischspeisen wie z. B. Lungen-Haché werden viel eher gelöst
wie ganze Fleischstücke.
Leute mit schlechten Zähnen müssen in ihrem eigensten Interesse dafür
sorgen ihr Gebiß wieder so herstellen zu lassen, daß die Speisen gekaut
werden können und es ist sehr bedauernswert, daß man nicht alle Fehler
unseres Körpers in so vollkommener Weise ersetzen kann, wie gerade die
Zähne.
Folgendes ist auch noch zu bedenken und von großer Wichtigkeit für das
Wohlbefinden. Wenn die Speisen nicht im Magen und Darm gelöst und vom Blute
aufgenommen werden können, weil die größern Stücke zu widerstandsfähig
sind, dann beginnen diese Stücke sich im Darm zu zersetzen und in Fäulnis
überzugehen. Es entwickeln sich Gase, spannen den Unterleib und das
Mißbehagen ist da.
Für Kinder, denen man zu viel Milch eingegeben hat, ist es noch viel
schlimmer, weil der zarte Organismus leicht Diarrhöe bekommt &c.
Das Wasser.
Ein Quellwasser aus Granitgestein oder aus Kalkbergen bezeichnet man im
Allgemeinen als das wohlschmeckendste und gesundeste. Das aus diesen
Gesteinen entspringende Wasser ist absolut klar, farblos, geruch- und
geschmacklos. Geringe Mengen Erdsalze, Kali- und Kalkverbindungen,
Kohlensäure und Sauerstoff sind in ihm gelöst.
Ein hartes Wasser, welches infolge seines Gypsgehaltes als hart bezeichnet
werden muß, ist zu verwerfen.
Leider ist man gezwungen, das Wasser zu verwenden, wie man es in der Nähe
der Wohnungen findet. Große und kleine Städte können ja mit immensen
Kapitalien Wasserleitungen bauen und ihren Bewohnern ein gutes Trinkwasser
zuführen, aber in den vielen Dörfern und einzelnstehenden Häusern ist man
gezwungen, das vorhandene Wasser zum Trinken zu verwenden.
Für die Bewohner dieser kleinen Ortschaften ist es aber dringend zu raten,
die Brunnen so weit wie irgend möglich von den Düngergruben zu entfernen,
damit in die Brunnen keine verwesenden Substanzen eindringen können.
Kann man dies nicht erreichen, so gewöhne man sich das Trinken des Wassers
ganz ab und genieße es nur in Gestalt von Kaffee oder Thee. Durch das
Kochen des Wassers werden die etwa vorhandenen Ansteckungsstoffe
vernichtet.
An heißen Tagen oder bei sehr anstrengenden körperlichen Arbeiten stellt
sich das Durstgefühl in erhöhtem Maße ein. Was soll man dann zur Stillung
des Durstes trinken? Wasser versetzt mit Zitronensaft und etwas Zucker ist
ein vorzügliches Getränk. Ebenso kalter Thee und Kaffee.
Leider giebt es kein einfaches Mittel, um ein schlechtes Wasser in ein
gutes zu verwandeln.
Ob ein Wasser gut oder schlecht ist, kann nur der Chemiker feststellen. Für
den Familienvater, welcher das Wasser aus Brunnen beziehen muß, ist es nur
zu empfehlen, dieses Wasser zeitweise untersuchen zu lassen, damit man ein
Durchdringen von Schmutzwasser in das Brunnenwasser früh genug erkennt und
Abhülfe zu schaffen vermag. Es genügt in diesem Falle festzustellen, ob das
Wasser Amoniaksalze oder Verbindungen der Salpetrigen oder Salpetersäuren
enthält. Sind diese Verbindungen vorhanden, so muß unter Berücksichtigung
der jedesmaligen Verhältnisse eine Verbesserung des Wassers angestrebt
werden.
Der Wein.
Ein Genußmittel ersten Ranges ist der Wein, welcher anregend auf die Nerven
wirkt. Diese Anregung verdankt er seinen Bestandteilen Alkohol, Zucker,
organischen Säuren und gewissen uns angenehmen Riechstoffen.
In der Meinung des großen Publikums gilt der Wein als ein Kräftigungs- und
Stärkungsmittel. Wohl mit Unrecht, denn der geringe Gehalt des Weines an
nährenden Bestandteilen steht zu dem Preise des Weines in gar keinem
Verhältnis.
Bezahlt man für einen Wein einen hohen Preis, so bezahlt man nicht den
Alkohol, auch nicht die Säuren, sondern nur das Bouquet, die Blume des
Weines.
Der Wein ist vor allen Dingen Genußmittel, er reizt die Nerven zu neuer
Thätigkeit, er veranlaßt eine größere Thätigkeit der sekretausscheidenden
Drüsen und hierdurch werden die aufgenommenen Speisen leichter verdaut.
Von dieser die Herzthätigkeit und die Zirkulation anspornenden Wirkung
eines Glases Wein machen Gesunde, welche stark arbeiten und Kranke, deren
Herz- und Verdauungsthätigkeit darniederliegt, den wohlthätigsten Gebrauch.
Der Zucker.
Ehemals wurde der Zucker nur als Arzneimittel gebraucht, dann wurde er ein
Genußmittel und heute ist er infolge seines billigen Preises eines unserer
wichtigsten Nahrungsmittel. Zucker löst sich, wie jedermann weiß, leicht im
Wasser, kommt in den Körper und wird sofort aufgenommen, um speziell zur
Wärmebildung verwandt zu werden.
Der Zuckerkonsum ist außerordentlich gewachsen und muß noch immer mehr
zunehmen. Wie kann man den Zuckerkonsum heben? Nur dadurch, daß
zuckerhaltige Fabrikate zu Nationalspeisen werden.
Früchte mit Zucker in sachgemäßer Weise zu Marmeladen verarbeitet, geben
sehr wohlschmeckende, sehr gesunde, sehr nahrhafte Speisen und sollten in
keinem Haushalte fehlen.
Es ist allgemein bekannt, daß Menschen, welche zum Fettansatz neigen, sich
nach Möglichkeit der Zuckerspeisen und Stärkemehl haltigen Nahrungsmittel
enthalten sollen. Das Stärkemehl verwandelt sich im Organismus auch in
Zucker und diese Zucker werden zuerst im Lebensprozeß verbrannt und die
Fette werden gespart. Ißt man jedoch wenig zuckerhaltige Speisen, dann wird
eben das Fett des Körpers mit verbrannt. Nimmt man sehr viel stärkehaltige
Speisen zu sich, also viel Kartoffeln, Nudeln, Reis &c. dann verwandelt
sich das Stärkemehl im Körper in Fett und lagert sich als solches ab.
Dies alles aber nur bei solchen Menschen, welche dafür disponiert sind,
anderen schadet es wieder garnichts und sie bleiben so schlank wie vorher.
Frage und Antwort
über
Dr. Oetker's Fabrikate
für
Küche und Haus.
$1. Welchen Zweck hat Dr. Oetker's Backpulver?$
Es soll die Hefe ersetzen!
$2. Wie viel Zeit bedarf man zur Herstellung der Kuchen mit Dr. Oetker's
Backpulver?$
Wenn das Mehl, Butter, Zucker &c. abgewogen sind, so kann der Kuchen nach
15 Minuten in den Ofen kommen. Um 11 Uhr in den Herd geschoben, um 12 Uhr
herausgenommen, kann er schon um 4 Uhr serviert werden.
$3. Welche Arten Kuchen kann man auf diese Weise herstellen?$
Vom Unterzeichneten sind die Rezepte zu Gesundheitsgebäck, Topfkuchen,
Sandtorte, Englischen Kuchen oder Königskuchen, Chokoladenkuchen,
Spekulatius, Eiweißkuchen, Stollen, Christbaumkonfekt herausgegeben.
$4. Sind diese Rezepte bewährt?$
An die Hausfrauen sind jetzt ca. 20 Millionen Rezepte verteilt und haben
überall höchste Anerkennung gefunden.
$5. Mißraten die Kuchen leicht?$
Nach Dr. Oetker's Rezepten angefertigt _niemals_! Ob man ein Ei mehr oder
weniger, ob man etwas Butter mehr oder weniger nimmt, hat für das Gelingen
keinerlei Einfluß und hat es die Hausfrau ganz in der Hand, billige oder
teuere Kuchen herzustellen.
$6. Sind die Kuchen auch für Personen mit schwacher Verdauung zu
empfehlen?$
Diese mit Dr. Oetkers Backpulver bereiteten Kuchen sind sehr porös und in
Folge dessen sehr leicht verdaulich.
$7. Kann man Dr. Oetker's Backpulver längere Zeit aufbewahren?$
An einem trockenen Orte aufbewahrt, hält sich dieses Backpulver unbegrenzte
Zeit. Das ist ein sehr großer Vorteil für alle Familien, welche fern von
den größeren Städten wohnen.
$8. Welches Gewürz gibt man zu diesem Kuchen?$
Am besten schmeckt frische abgeriebene Zitrone oder einige Tropfen gutes
Zitronenöl.
$9. Ist Hirschhornsalz als Triebmittel der Kuchen zu empfehlen?$
Dieses chemische Präparat ist durchaus verwerflich! Es macht die Kuchen
wohl porös, nimmt jedoch den frischen natürlichen Geschmack und macht den
Kuchen trocken, während die Kuchen, mit Dr. Oetkers Backpulver bereitet,
nach acht Tagen noch ebenso frisch schmecken, wie am ersten Tage.
$10. Was ist denn die manchmal annoncierte Trockenhefe?$
Fabrikanten, welche ihr Backpulver als Trockenhefe verkaufen, beweisen mit
diesem Worte, daß sie von der Chemie keine Ahnung haben. Das Backpulver
wird dann auch wohl diesem Wissen entsprechen.
$11. Was versteht man unter selbstthätigem Kuchenmehl?$
Eine Mischung von Mehl mit Backpulver. 1 Päckchen Dr. Oetkers Backpulver
und 1 Pfund Mehl kosten je nach der Güte des Mehles 25 bis 30 Pfg. Es ist
daher eine sinnlose Verschwendung, für 1 Pfund Backmehl 40 Pfg. und noch
mehr zu bezahlen.
$12. Wo erhält man Dr. Oetker's Backpulver?$
In allen besseren Kolonialwaren-Geschäften und Drogerien der Städte.
Niemals lose, sondern immer in den 10 Pfg.-Paketchen mit dem Namen des
Fabrikanten.
$13. Kann man Dr. Oetkers Backpulver auch direkt beziehen?$
Jawohl! aber nur nach den Orten, in welchen sich noch keine Verkaufsstelle
befindet.
$14. Wird die Güte dieses Backpulvers auch von maßgebender Seite
anerkannt?$
Ohne Aufforderung sind die schmeichelhaftesten Briefe eingelaufen, in
welchen anerkannt wird, daß =$Dr. Oetker's$= Backpulver den größten Beifall
gefunden hat.
$15. Kann man dieses Backpulver auch zu Klößen benutzen?$
Für Klöße jeder Art ist $Dr. =Oetker's=$ Backpulver sehr gut zu verwenden.
Die Klöße werden lockerer, schmackhafter und sind wegen der vielen kleinen
Hohlräume im Innern auch wesentlich leichter zu verdauen. Verwendet man
dieses Backpulver, so kann man an Eiern sparen, weil ja die Klöße trotzdem
locker werden.
$16. Darf man $Dr. Oetker's$ Backpulver auch zu Pfannkuchen benutzen?$
Mit bestem Erfolge! Gibt man zu dem weichen Teig einen halben Theelöffel
voll Backpulver, so sieht man, wie der Pfannkuchen, in das heiße Fett
gebracht, aufgeht und außerordentlich porös, schmackhaft, knusperig und
infolge dessen verdaulich wird.
Dr. Oetker's Recepte.
1 000 000fach bewährt.
Gesundheitsgebäck.
Man rühre 100 =g= Butter und 100 =g= Zucker recht schaumig, thue nach und
nach 4 Eigelb und 4 Eßlöffel voll Milch und etwas Zitronenschale hinzu,
schlage 4 Eiweiß zu Schnee und menge das Ganze mit 250 =g= Mehl. Ist das
geschehen, so streue man 1 Paket $Dr. Oetker's Backpulver$ darüber und
ziehe es leicht durch die Masse, fülle dieselbe in die mit Butter
ausgestrichene Form und stelle dieselbe schnell in den heißen Ofen.
½ Stunde Backzeit. Sehr zu empfehlen für Kinder und für Magenkranke, weil
leicht verdaulich.
Topfkuchen.
250 =g= Butter und 200 =g= Zucker rühre man recht schaumig, zerschlage
7 Eigelb mit ein achtel bis ein viertel Liter kalter Milch, und rühre
dieses nach und nach mit circa der Hälfte des dazu gehörigen Pfundes Mehl
unter die Butter. Wenn alles recht innig mit einander verbunden ist, füge
man 100 =g= Korinthen, 100 =g= Rosinen und 50 =g= Succade (oder Orangeat)
hinzu und zuletzt das Abgeriebene einer halben Zitrone, schlage das Eiweiß
zu Schnee und menge mit dem Schnee den Rest des Mehles unter den Teig. Ist
das geschehen, so streue man 1 Paket $Dr. Oetker's Backpulver$ =à= 10 Pfg.
darüber und ziehe es leicht durch die Masse, fülle dieselbe in die mit
Butter ausgestrichene und mit Mandeln ausgestreute Form, stelle dieselbe
schnell in den heißen Ofen und backe bei mäßiger Hitze in ungefähr
1½ Stunde. Wer diesen Kuchen backt, wird sich über Geschmack und
Schönheit wundern. Feinster Kaffeekuchen und in allen Gesellschaften sehr
beliebt.
Sandtorte.
250 =g= Butter und 250 =g= feinstes Weizenmehl rühre man an einem kühlen
Orte recht schaumig, füge unter stetem Umrühren ½ Pfund Zucker und 4 Eier
hinzu. Immer ein Ei und etwas Zucker zur Zeit. Zuletzt das Abgeriebene
einer Zitrone und einen _gehäuften_ Theelöffel voll $Dr. Oetker's
Backpulver$. Man fülle die Masse schnell in eine mit Butter ausgestrichene
Form und stelle _diese sofort_ in den Ofen. Besonders beliebt zum Thee und
Wein. Wintergesellschaften. Backzeit circa 45 Minuten.
Englischer Kuchen.
250 =g= Butter und 250 =g= Zucker rühre man recht schaumig, füge nach und
nach 12 Eigelb hinzu, schlage die 12 Eiweiß zu einem steifen Schnee und
meliere das Ganze mit 400 =g= Mehl, unter welches man zuvor 150 =g=
Korinthen, das Abgeriebene einer Zitrone und einen gehäuften Theelöffel
voll Dr. $Oetker's Backpulver$ gemischt hat. Fülle die Masse in eine
längliche Form und backe den Kuchen langsam bei mäßiger Hitze in 1 bis
1¼ Stunde. Hochfein und doch leicht verdaulich. Beliebter Kuchen bei
allen Familienfesten, Geburtstagen, Verlobungen &c.
Chokolade-Kuchen.
Ein halb Pfund Butter wird langsam mit 1 Pfund feinem Zucker eine
Viertelstunde gerührt und dann hinzugefügt 6 Eigelb, 1 Tasse Milch und ein
Pfund Mehl. Jetzt giebt man den Schnee von 6 Eiern hinzu und zuletzt rührt
man für 10 Pfg. Dr. $Oetker's Backpulver$ unter den Teig. Etwas
Vanillezucker oder abgeriebene Zitrone giebt den gewünschten Geschmack. Die
Hälfte des Teiges wird mit einem viertel Pfund Kakao gefärbt und dann
abwechselnd beide Teige eßlöffelweise in die mit Butter ausgestrichene Form
gegeben und bei mäßiger Hitze 1 Stunde gebacken. Der Kuchen schmeckt sehr
angenehm.
Spekulatius.
½ Pfund Butter, ½ Pfund Zucker, 1 Pfund Mehl und 2 ganze Eier werden
auf einem Backbrett mit einem Päckchen $Dr. Oetker's Backpulver$ unter
einander gemengt, dann zu einem Kuchen gut messerrückendick auseinander
gewellt, in Blechformen ausgestochen und auf ein mit Butter bestrichenes
Blech gelegt und schön knusperig gebacken. Es empfiehlt sich, das Gebäck in
Blechdosen aufzubewahren, damit es längere Zeit knusperig bleibt.
Eiweiß-Kuchen
für Zuckerkranke nach Vorschrift des Herrn Professor W. Ebstein in
Göttingen. In einer Schüssel mischt man 200 =g= Weizenmehl mit 200 =g=
Aleuronatpulver, rührt nach und nach 125 =g= Butter und soviel Milch dazu,
daß man einen ziemlich festen Teig bekommt. Ist der Teig fertig, so
arbeitet man noch 1 gestrichenen Theelöffel voll Salz und 20 =g= $Dr.
Oetker's Backpulver$ (= 1 Paket für 10 Pfg.) unter den Teig. So bereitet
kommt der Teig in eine mit Butter ausgestrichene Form und wird bei guter
Ofenhitze gebacken. Der fertige Kuchen enthält circa 50% Eiweiß in der
Trockensubstanz.
Stollen.