Als du mir heut zürntest, antwortete Abdallah, als du mir fluchtest, da
liebt' ich dich, da warst du mein gütiger Vater, hinweg! itzt muß ich
dich hassen, denn du labst dich an meiner Höllenpein.
Abdallah stieß seinen Vater wüthend von sich, Selim sahe ihn befremdet
an. --
Ist das mein Sohn? sprach er leise. -- Welcher böse Engel spricht aus
deinem Munde?
_Abdallah._ O erst hast du mich in die Verdammniß tief hineingestoßen,
dein Arm ist zu schwach, mich wieder zurückzureissen, dein Segen wird
den Fluch nicht von mir hinwegnehmen, der in allen meinen Gebeinen
ras't, dieser Wassertropfen kann den schrecklichen Brand nicht löschen.
_Selim._ Hat deines Vaters Zorn dich wahnsinnig gemacht, geliebter Sohn?
-- Komm aus deiner Raserei zurück, ich muß fort, lebe wohl.
Er umarmte ihn noch einmal zärtlich, sein Kuß ruhte lange auf den Lippen
seines Sohnes, Abdallah lag erschöpft in seinen Armen, sein Auge hing
matt an den Blicken seines Vaters. -- Lebe wohl, sagte der Jüngling
schluchzend. Thränen stürzten über seine Wangen. Sein Vater wollte ihn
verlassen, er drückte stumm die Hand des Sohnes, Abdallah hielt sie fest
in der seinigen eingeschlossen; endlich wickelte er sich von ihm los,
Abdallah taumelte zurück und sank gefühllos gegen die Mauer. --
Auch _dies_ hab' ich überstanden, sagte Selim, und wandte sich zu Ali,
dies war die Marter, die mir meinen Tod schmerzhaft machte; itzt magst
du dich an meinen Schmerzen ergötzen und kein Stöhnen, kein Ächzen soll
dir einen schadenfrohen Triumph gönnen. --