Julchen. Lottchen. Cleon.
Cleon. Nun, meine Kinder, wenn euch nichts weiter aufhält: so sähe
ich's gern, wenn ihr die Ringe wechseltet, damit wir uns alsdann Paar
und Paar zu Tische setzen können. Ei, Lottchen, wer hätte heute früh
gedacht, daß du auf den Abend mit einem Rittergute zu Bette gehen
würdest! Der Himmel hat es wohl gemacht. Julchen kriegt einen
reichen und wackern Mann, weil sie wenig hat. Und du, weil du viel
hast, machst einen armen Mann glücklich. Das ist schön. Dein
Siegmund wird schon erkenntlich für deine Treue sein. Er kann einem
durch seine Worte recht das Herz aus dem Leibe reden. Der ehrliche
Mann! Wievielmal hat er mir nicht die Hand geküßt! Wie kindlich hat
er mich nicht um meine Einwilligung gebeten!
Lottchen. Das ist vortrefflich. Nun lebe ich wieder. Lieber Papa,
hat Herr Siegmund denn heute bei Ihnen um meine Schwester angehalten?
Das kann ich nicht glauben.
Cleon. So halb und halb hat er's wohl getan. Er mochte etwan denken,
daß Herr Damis ein Auge auf dich geworfen hätte und daß dir's lieber
sein würde, einen Mann mit vielem Gelde zu nehmen. Ich war anfangs
etwas unwillig auf ihn; aber er hat mich schon wieder gutgemacht. Man
kann sich ja wohl übereilen, wenn man nur wieder zu sich selber kömmt.
Da kommen sie alle.