Neunzehnter Auftritt

Julchen. Lottchen. Cleon.

Cleon. Nun, meine Kinder, wenn euch nichts weiter aufhält: so sähe

ich's gern, wenn ihr die Ringe wechseltet, damit wir uns alsdann Paar

und Paar zu Tische setzen können. Ei, Lottchen, wer hätte heute früh

gedacht, daß du auf den Abend mit einem Rittergute zu Bette gehen

würdest! Der Himmel hat es wohl gemacht. Julchen kriegt einen

reichen und wackern Mann, weil sie wenig hat. Und du, weil du viel

hast, machst einen armen Mann glücklich. Das ist schön. Dein

Siegmund wird schon erkenntlich für deine Treue sein. Er kann einem

durch seine Worte recht das Herz aus dem Leibe reden. Der ehrliche

Mann! Wievielmal hat er mir nicht die Hand geküßt! Wie kindlich hat

er mich nicht um meine Einwilligung gebeten!

Lottchen. Das ist vortrefflich. Nun lebe ich wieder. Lieber Papa,

hat Herr Siegmund denn heute bei Ihnen um meine Schwester angehalten?

Das kann ich nicht glauben.

Cleon. So halb und halb hat er's wohl getan. Er mochte etwan denken,

daß Herr Damis ein Auge auf dich geworfen hätte und daß dir's lieber

sein würde, einen Mann mit vielem Gelde zu nehmen. Ich war anfangs

etwas unwillig auf ihn; aber er hat mich schon wieder gutgemacht. Man

kann sich ja wohl übereilen, wenn man nur wieder zu sich selber kömmt.

Da kommen sie alle.

Die zärtlichen Schwestern · 第 60 / 61 题