2. Dezember

Das Schicksal geht gelinde mit mir um. Ich habe als Verbandplatz

ein leeres Gendarmeriewachthaus mit weitem Blick über die

Hidegséglandschaft, ungefähr in der Mitte zwischen Bataillonsstab und

Front. Während die Kompagnien in die Stellung stiegen, konnte ich den

ganz versäumten Nachtschlaf ein wenig ersetzen. Nach zwei Stunden

erwachte ich in einem Zustande, der in ähnlicher Form gewiß vielen

bekannt ist, nur achtet nicht jeder auf dergleichen. Ich empfand mich

als einen ovalen, durchaus leeren Raum, etwa drei Sekunden lang, dann

fing ich an, mit unbändiger Gewalt von der linken Seite her ein

unsichtbares Fluidum in mich hereinzusaugen, womit zugleich alle

möglichen Bilder, Gedanken und Worte einströmten, Bekanntes und

Unbekanntes. Plötzlich war ich angefüllt wie ein Luftballon, da wurde

ich erst vollends wach. Dabei hatte ich ein Empfinden, als wäre Glavina

in dem Fluidum aufgelöst gewesen.

Schnee fiel bis zum Abend; nun folgt Klarheit und Frost. Die Russen

sitzen ruhig in ihren Stellungen. Den Gipfel halten sie fest; den

westlichen Hang haben sie aufgegeben. Unten im Tale läuft ihre Linie

dicht vor Hosszuhavas. Auf unserer Seite werden viele Geschütze

eingebaut.

Rumänisches Tagebuch · 第 42 / 64 题