Heil, noch einmal vor dem Richter.
Der Jüngling _Heil_, nun _Mann_ geworden,
Durch _Leiden_, die er _gross_ bestand:
Er sehnt sich aus dem Land des Norden,
Zur Heimath, in sein Wiegenland.
Doch eh' das Grabmal seiner Freuden
Von ihm empfing die letzte Pflicht:
Da trat er, sonder Groll zu scheiden,
Noch, _also_ sprechend, vor _Gericht_:
»Es ward ein theures Blut vergossen,
Der Mörder fand verdientes Grab;
_Nun_ -- habet Ihr den Tod beschlossen,
Auf einen, der mir Leben gab.
Denn, wäre _Skudritz_ Euch entflüchtet,
So wie es stand in seiner Macht:
So hätte _Folter_ mich vernichtet,
Und _Schande_ mir der Tod gebracht.
Dann auch bedenket Eure Lage,
Vor Thron, Gewissen und der Welt:
Wenn _Gott_ die Wahrheit hier zu Tage,
Den Frevel an das Licht gestellt!
Der _Skudritz_ war, an seiner Stelle,
Berückt, bethört, von blindem Wahn;
Nur Sklave blieb der Mordgeselle,
Und stets dem Mörder unterthan.
So lasset Huld ihm angedeihen! --
Den _Schatz_, der mir im Grabe ruht,
Soll _nicht_ unreines Blut entweihen;
Nicht schänden mir das edle Blut.« --
* * *
Dem _Richter_ wollte nicht behagen,
Was _Heil_ gesprochen, allzukühn;
Doch will er Gnade nicht versagen,
Da _Greif_ um gleiche Gunst erschien.
Dem _Jüngling_ war _zu weh'_ geschehen;
Vergeben wurde, _wie_ er sprach;
Der Richter liess den Spruch ergehen,
Und _Milde_ folgt dem _Rechte_ nach.
»Der _Skudritz_ mag im Thurm' noch büssen,
Für seine Schuld, die er bekannt;
Dann sei er aus dem Land' gewiesen,
Und ende _fern_, von hier _verbannt_!« --
_So_ sprach der _Richter_, vor dem Scheiden
Von dem durch Mord entweihten Ort';
Erfreuend _so_ das Herz der _Beiden_,
Mit seiner That, mit seinem Wort'.