V.

Die Freier.

Rein, wie die Rose von _Eden_, erblüht

_Rosa_, die herrliche _Maid_;

Hauchend den Balsam in wundes Gemüth,

Heilung in Kummer und Leid.

* * *

Nektar, wie _Hebe_, zu spenden bereit,

Kämpfern mit bösem Geschick;

Und zu verklären die Trübe der Zeit,

Hell, mit dem sonnigen Blick':

_Also_ nur war sie danieden, der Welt,

_Himmel_ zu gründen bedacht! --

Tage so wurden zu Tagen gesellt,

Süss, wie die Träume der Nacht!

* * *

_Venus Urania_ -- sie nur beseelt,

_Rosa_ dich, ohne Gefahr!

Aber -- auch _Venus_ von _Knidos_ erwählt

_Treiden_ zu ihrem Altar!

_Amor_ entsandte, mit Zaubergewalt,

Pfeile von seinem Geschoss;

_Manche_ der _Freier_, von Heldengestalt,

Hält er gefangen im Schloss!

Lüstlinge reden von Wappen und Stand,

Preisen im Grabe den _Ahn_;

Zierlinge bieten vermessen die Hand;

Rühmen, was Jeder gethan.

Zärtliche Buhlen, von altem Geschlecht',

Malen die Ferne so klar!

_Redliche_ -- lieben nur schlicht und gerecht,

Doch die Gefühle sind wahr.

Aber -- ob Mancher dem Auge gefiel;

Ob er auch liebe, so heiss!

_Keiner_ gewann sich das herrliche Ziel:

Liebe für Liebe den _Preis_!

Die Jungfrau von Treiden · 第 13 / 27 题