IV.

Ihre Jugend, Erziehung und Geschäftigkeit.

Sieh, und Kriegesdonner schweigen!

Neue Lebensbäume steigen

Aus dem feuchten Modergrab'!

Holde Friedensengel schweben,

Ueber Saat und Flurenleben,

Für gemess'ne Zeit herab.

* * *

Wieder _neu_, zu _Gottes_ Ehre,

Prangen Tempel und Altäre;

Fester stieg der Festen Bau.

Und von _Treidens_ Thurm und Saale,

Grüsst der Blick im Blumenthale,

Neu, die alte Bilderschau.

* * *

Glockenton und Liederklänge,

Orgel und Choral-Gesänge,

Tönen festlich, nah' und fern;

_Rosa_ kniet im Kirchenstuhle,

Horcht den Lehren in der Schule,

Vor dem _Prediger_ des _Herrn_.

_Seiner_ Pflege, _seinen_ Sorgen,

Anvertraut am Jugendmorgen,

Auch in Liebe zugethan:

_Also_, stets bei regem Fleisse,

Ringend nach dem Ehrenpreise,

Blüht das _holde Kind_ heran.

Keinem schnöden Wahn zum Raube,

Tief gegründet, ruht ihr _Glaube_,

Wie ein Fels im Meer' der Zeit!

Nur dem Bund der _Christus_-Lehre,

Frommer Sitte, Zucht und Ehre,

Blieben Geist und Herz geweiht.

_So_ dann führt der _Kirche_ Segen

Sie dem Tagberuf' entgegen,

Muthreich wider Missgeschick!

Und so kehrt sie, achtzehnjährig,

Wohl belehrt, zu Mehr gelehrig,

In der _Lieben Arm_ zurück.

* * *

Kaum begrüsst im _Vaterhause_,

Kennt ihr Walten keine Pause,

Ihr Bemühen keine Rast;

Allem Winke zu genügen,

Schafft die Arbeit nur Vergnügen,

Und die Sorge keine Last.

Immer neuen Reiz entfalten,

Hass in Liebe umgestalten,

Gottes-Frieden in der Brust;

Kummer scheuchen, Groll versöhnen.

Auferbauen und verschönen:

Ist ihr Tagwerk, ihre Lust!

* * *

Soll ich nun die _Zauber_ malen,

Die aus ihrem Auge strahlen,

Aus dem holden Angesicht'? --

O, der Götterwelt Gebiete,

Auch _Homer_ und seine Mythe,

Malen ihre Zauber nicht!

Die Jungfrau von Treiden · 第 12 / 27 题