Ihre Jugend, Erziehung und Geschäftigkeit.
Sieh, und Kriegesdonner schweigen!
Neue Lebensbäume steigen
Aus dem feuchten Modergrab'!
Holde Friedensengel schweben,
Ueber Saat und Flurenleben,
Für gemess'ne Zeit herab.
* * *
Wieder _neu_, zu _Gottes_ Ehre,
Prangen Tempel und Altäre;
Fester stieg der Festen Bau.
Und von _Treidens_ Thurm und Saale,
Grüsst der Blick im Blumenthale,
Neu, die alte Bilderschau.
* * *
Glockenton und Liederklänge,
Orgel und Choral-Gesänge,
Tönen festlich, nah' und fern;
_Rosa_ kniet im Kirchenstuhle,
Horcht den Lehren in der Schule,
Vor dem _Prediger_ des _Herrn_.
_Seiner_ Pflege, _seinen_ Sorgen,
Anvertraut am Jugendmorgen,
Auch in Liebe zugethan:
_Also_, stets bei regem Fleisse,
Ringend nach dem Ehrenpreise,
Blüht das _holde Kind_ heran.
Keinem schnöden Wahn zum Raube,
Tief gegründet, ruht ihr _Glaube_,
Wie ein Fels im Meer' der Zeit!
Nur dem Bund der _Christus_-Lehre,
Frommer Sitte, Zucht und Ehre,
Blieben Geist und Herz geweiht.
_So_ dann führt der _Kirche_ Segen
Sie dem Tagberuf' entgegen,
Muthreich wider Missgeschick!
Und so kehrt sie, achtzehnjährig,
Wohl belehrt, zu Mehr gelehrig,
In der _Lieben Arm_ zurück.
* * *
Kaum begrüsst im _Vaterhause_,
Kennt ihr Walten keine Pause,
Ihr Bemühen keine Rast;
Allem Winke zu genügen,
Schafft die Arbeit nur Vergnügen,
Und die Sorge keine Last.
Immer neuen Reiz entfalten,
Hass in Liebe umgestalten,
Gottes-Frieden in der Brust;
Kummer scheuchen, Groll versöhnen.
Auferbauen und verschönen:
Ist ihr Tagwerk, ihre Lust!
* * *
Soll ich nun die _Zauber_ malen,
Die aus ihrem Auge strahlen,
Aus dem holden Angesicht'? --
O, der Götterwelt Gebiete,
Auch _Homer_ und seine Mythe,
Malen ihre Zauber nicht!