Da nun trat ein wunderbares Ereignis ein. In Asien, im Herzen dieses
Erdteils Asien, in diesen Steppen, die schon so viele Völker über Europa
ausgegossen hatten, erhob sich jetzt das furchtbarste und zahlreichste
von allen, dessen Eroberungszüge eine Ausdehnung annahmen, wie nie
vorher. Die fürchterlichen Mongolen, mit ihren zahllosen Roßherden und
Zeltwagen, wie sie in Europa noch nie gesehen worden waren, überfluteten
Rußland, und mit echt asiatisch-barbarischer Freude bezeichneten sie
ihren Weg durch flammende Rauchsäulen und Feuersbrünste. Diese Invasion
unterwarf Rußland einer zweihundertjährigen Sklaverei und entzog es den
Blicken Europas. War dies nun eine Rettung, indem es Rußland seine
Selbständigkeit wahrte, da doch die Teilfürsten seine Integrität
gegenüber den litauischen Eroberern kaum aufrecht erhalten hätten, oder
war es eine Strafe für die fortwährenden Streitigkeiten -- genug, dieses
furchtbare Ereignis zog gewaltige Folgen nach sich: es erlegte den
Fürstentümern Nord- und Mittelrußlands ein schweres Joch auf, schuf aber
zugleich im Süden ein neues slawisches Geschlecht, ein Geschlecht dessen
ganzes Leben in einem beständigen Kampf bestand und dessen Geschichte
ich hier schildern will.