Der Lehrer muß auch die Geographie zu Hilfe nehmen, aber nicht in jener
kläglichen Gestalt, wie das häufig geschieht, d. h. indem man nur den
Ort, wo etwas vorgefallen ist, auf der Karte aufweist. Nein, die
Geographie soll uns so manches erklären, was uns ohne sie unbegreiflich
erscheinen würde. Sie soll uns lehren, wie die Bodenbeschaffenheit und
Lage eines Landes ihren Einfluß auf das Leben ganzer Nationen ausübte;
wie sie ihnen einen besonderen Charakter aufdrückte; wie häufig Gebirge,
die ewigen von der Natur selbst aufgerichteten Grenzen, den Ereignissen
eine gewisse Richtung gaben und das Weltbild veränderten, indem sie die
weitere Ausbreitung eines Volkes, das verwüstend durch die Länder zog,
aufhielten, oder ein kleines Volk wie in einer uneinnehmbaren Festung
einschlossen; wie diese starke Position, die Tatkraft eines Volkes zu
wunderbarer Entfaltung brachte, während sie ein anderes zur Starrheit
verdammte; die Geographie kann uns Aufschluß geben über den Einfluß der
Lage eines Landes auf dessen Sitten, Gebräuche, seine Verwaltung und
seine Gesetze; hierbei kann der Schüler erfahren, wie die Staaten
entstehen, und daß es nicht allein die Menschen sind, die sie errichten,
sondern daß die geographische Lage des Landes die Staatsform unmerklich
herbeiführt und entwickelt; daß daher die Staatsformen etwas Heiliges
sind und daß ihre Abschaffung unfehlbar das Unglück eines Volkes zur
Folge haben muß.