III

Der Lehrer muß auch die Geographie zu Hilfe nehmen, aber nicht in jener

kläglichen Gestalt, wie das häufig geschieht, d. h. indem man nur den

Ort, wo etwas vorgefallen ist, auf der Karte aufweist. Nein, die

Geographie soll uns so manches erklären, was uns ohne sie unbegreiflich

erscheinen würde. Sie soll uns lehren, wie die Bodenbeschaffenheit und

Lage eines Landes ihren Einfluß auf das Leben ganzer Nationen ausübte;

wie sie ihnen einen besonderen Charakter aufdrückte; wie häufig Gebirge,

die ewigen von der Natur selbst aufgerichteten Grenzen, den Ereignissen

eine gewisse Richtung gaben und das Weltbild veränderten, indem sie die

weitere Ausbreitung eines Volkes, das verwüstend durch die Länder zog,

aufhielten, oder ein kleines Volk wie in einer uneinnehmbaren Festung

einschlossen; wie diese starke Position, die Tatkraft eines Volkes zu

wunderbarer Entfaltung brachte, während sie ein anderes zur Starrheit

verdammte; die Geographie kann uns Aufschluß geben über den Einfluß der

Lage eines Landes auf dessen Sitten, Gebräuche, seine Verwaltung und

seine Gesetze; hierbei kann der Schüler erfahren, wie die Staaten

entstehen, und daß es nicht allein die Menschen sind, die sie errichten,

sondern daß die geographische Lage des Landes die Staatsform unmerklich

herbeiführt und entwickelt; daß daher die Staatsformen etwas Heiliges

sind und daß ihre Abschaffung unfehlbar das Unglück eines Volkes zur

Folge haben muß.

Sämmtliche Werke 6: Arabesken, Prosaschriften, Rom · 第 7 / 32 题