1. +Jugend.+ Der hl. Basilius wurde 329 in Neocäsarea, der Hauptstadt
der asiatischen Provinz Pontus, geboren, wo sein Vater Rhetor war.
Die erste Erziehung erhielt er von seinen Eltern, insbesondere von
seiner frommen Großmutter Makrina, die in der Nähe von Neocäsarea
auf dem Lande wohnte. Nach dem Tode des Vaters zog Basilius, weitere
Ausbildung suchend, nach Cäsarea in Kappadocien, wo er zuerst mit
+Gregor von Nazianz+ zusammentraf. Als die dortige Schule diesen so
strebsamen Jünglingen nicht mehr genügte, entschlossen sie sich, die
größten Lehrer der Wissenschaft aufzusuchen, die man zu jener Zeit
kannte. Basilius ging zuerst nach Konstantinopel, wo er den berühmten
heidnischen Rhetor Libanius hörte, und von dort nach Athen. Gregor
reiste nach Alexandrien, um den großen Bischof Athanasius kennen zu
lernen. Dann lenkte auch er seine Schritte nach Athen, der Hauptstätte
griechischer Bildung. Hier wohnten die beiden Freunde in einem Hause,
speisten an einem Tische und arbeiteten stets gemeinschaftlich. Von den
Festen und Gelagen anderer Jünglinge hielten sie sich fern. Sie kannten
in Athen nur +zwei Wege+, den zur +Kirche+ und den zur +Hochschule+.
Außer Rhetorik studierten sie noch Philosophie, Geschichte, Musik
und Medizin. Aber nicht in der Wissenschaft, worin sie bald alle
übertrafen, suchten sie die höchste Auszeichnung. Noch mehr war es
ihr Streben, in der heidnischen Umgebung +Christen+ genannt zu werden
und als wahre Christen zu leben. Kein Wunder daher, daß während ihres
vierjährigen Aufenthaltes daselbst ganz Athen, Heiden sowohl als
Christen, von hoher Bewunderung zu den „Kappadociern“ erfüllt wurde.
Bei ihrem Abzuge gaben Tausende ihnen das Geleit bis ans Meeresufer und
sagten ihnen mit Wehmut Lebewohl (356).
2. +Öffentliches Leben.+ Kaum war Basilius in seine Heimat
zurückgekehrt, so trug man dem bewunderten Manne verschiedene
weltliche Ämter an. Auf der anderen Seite aber sah er das Beispiel
seiner Mutter Emmelia und seiner Schwester Makrina, die sich zu einem
klösterlichen Leben in die Einsamkeit zurückgezogen hatten. Basilius
schwankte nicht lange. Er empfing die hl. Taufe und begab sich dann
nach Syrien, Palästina und Ägypten, um das Mönchsleben aus eigener
Anschauung kennen zu lernen. Nach seiner Rückkehr verkaufte er die
väterlichen Güter und suchte eine einsame Gegend am Flusse Iris auf.
Hier lebte er mit seinem Freunde +Gregor+ und einigen anderen Gefährten
still und verborgen, in Studium und Gebet, in strenger Abtötung und
harter Arbeit. Doch ragte der hl. Basilius durch sein Wissen und seine
Tugend zu sehr hervor, als daß die Kirche, noch immer von Heiden und
Irrlehrern bedroht, seines Wirkens hätte leicht entbehren können.
Im Jahre 364 berief ihn der Erzbischof Eusebius von Cäsarea in den
Dienst der Kirche und weihte ihn zum Priester. Als Eusebius 370
starb, wurde Basilius zu dessen Nachfolger gewählt und an die Spitze
der großen kappadocischen Kirchenprovinz berufen, die in ihm ihren
größten Oberhirten erhielt. In dieser Stellung wirkte er 9 Jahre höchst
segensreich als treuer Vorkämpfer der reinen Lehre (gegen die Arianer),
als Wohltäter der Armen, besonders aber als Lehrer und Erzieher der
Jugend. Seine Gegner wußte er durch +Sanftmut+ zu gewinnen oder durch
seine überlegene Einsicht und Gelehrsamkeit zum Schweigen zu bringen.
Von seinen Einkünften baute er ein großes Armen- und Krankenhaus, das
einen eigenen Stadtteil in Cäsarea ausmachte, und gab darin selbst das
Beispiel der Krankenpflege. Er errichtete mehrere Klöster, schrieb
ihnen eine besondere Regel vor (die jetzt noch in den orientalischen
Klöstern befolgt wird) und befahl den Mönchen, sich +besonders der
armen und verwaisten Kinder+ anzunehmen. Für den Unterricht und
die Erziehung gab er genaue Vorschriften. Vor allem drang er auf
musterhafte Ordnung und andächtiges Verhalten beim Gottesdienste.
Als Kaiser Valens einst die Provinz Kappadocien durchreiste, war er
überrascht und erbaut von der +Andacht der heranwachsenden Jugend+
bei der hl. Messe und der Geistessammlung, mit welcher der Erzbischof
die hl. Geheimnisse feierte. Der hl. Basilius beschloß seine irdische
Laufbahn am 1. Januar 379 und hinterließ nicht so viel, daß man ihm
einen Grabstein setzen konnte. An seinem Grabe weinten Heiden und Juden
mit den Christen. Die heißesten Tränen aber wurden geweint von den
Zöglingen der Armen- und Waisenanstalten.
3. +Schriften.+ Von seinen Schriften, die in ihrer Form den
+klassischen Meisterwerken der Griechen gleichstehen+, sind zu
merken: 1. „Rede an die christlichen Jünglinge über den Gebrauch
der heidnischen Klassiker“; 2. „Regeln für das Leben der Mönche.“
Beachtenswerte Stellen aus den letzteren sind:
„Die Waisenkinder sollen als gemeinsame, den Brüdern gehörende +Kinder+
angesehen werden; sie sollen in besonderen Häusern unter Aufsicht eines
erprobten Mannes wohnen.“
„Die Strafe soll dem Fehler +entsprechend+ sein. Hat ein Knabe zur
Unzeit zu essen sich erlaubt oder nimmt er die Speisen zu gierig, so
muß er durch kleinere Fasten zur Selbstbeherrschung und zum Anstand
geführt werden.“
„+Beten+ muß die Jugend vom Alter lernen, und das Alter wird
seinerseits durch das +Gebet der Jugend+ nicht wenig unterstützt.“
„Die Gewöhnung an +schlechte Reden+ ist gewissermaßen der Weg zu
+schlechten Taten+.“
=2. Der hl. Johannes Chrysostomus= (344–407).
Dieser berühmte Erzbischof und Patriarch von Konstantinopel (wegen
seiner Beredsamkeit Chrysostomus, d. i. Goldmund, genannt) verdankt
seine streng religiöse Erziehung seiner frommen Mutter Anthusa. In
seinen Homilien und in der Schrift „Gegen die Feinde des Mönchtums“
tritt er mit großer Kraft der heidnischen Sittenlosigkeit entgegen. Den
Eltern und Erziehern legt er insbesondere