[Illustration: Abb. 42. Holzstab nach Befestigen der Gummiringe.]

Des weiteren richten wir uns aus starkem Papier einen ziemlich

langen Streifen, der etwa 5 _cm_ breiter ist, als der Abstand der

beiden Gummiringe beträgt. Dieser Papierstreifen soll, wie aus

dem Längsschnitt der Abb. 43 zu ersehen ist, über den Stab, durch

die Gummiringe von ihm getrennt, aufgerollt werden und zwar so,

daß der entsprechende Rand der Papierhülle 1 _cm_ (oder mehr, je

nachdem die Stärke des Bodens gewünscht wird) über das obere Ende

des Stabes hinausragt. Die Innenseite der Papierhülle muß ebenfalls

stark eingefettet sein, und man bestreicht deshalb am besten vor dem

Aufwickeln ein entsprechend breites Stück mit Fett. Das selbsttätige

Aufrollen der Hülle verhindert man wiederum durch Umwinden mit

Bindfaden.

[Illustration: Abb. 43. Aufrollen des Papierstreifens.]

[Illustration: Abb. 44. Die fertige Form zur Herstellung von

Gipszylindern.]

Der Hohlraum, der in Abb. 43 mit _h_ bezeichnet ist, wird nun mit

ziemlich dickflüssigem Gipsbrei unter Benützung eines Messers

ausgestrichen, und außerdem wird die Stelle auch außen noch mit einem

Wulst von Gips (_l_) umgeben. Ebenso wird an dem oberen Ende ein

Gipskranz _m_ angebracht.

Sind die Gipswülste, die zur Erhöhung der Festigkeit der Form dienen,

genügend getrocknet, so wird der obere Gummiring mit Hilfe der beiden

Fäden herausgezogen, und nun ist die Form fertig. Abb. 44 zeigt, wie

man sie in einem mit Erde gefüllten Blumentopfe bequem senkrecht

aufstellen kann.

Im Gusse darf nur ganz reiner, guter Gips verwendet werden. Wir gehen

am sichersten, wenn wir uns an einem bereits erhärteten Stückchen Gips

davon überzeugen, ob es, in verdünnte Schwefelsäure geworfen, seine

Festigkeit nicht verliert. Der Gipsbrei darf nicht zu wässerig sein, er

soll gerade noch gut fließen, wenn er in die Form gegossen wird. Etwa

mitgerissene Luftblasen werden durch vorsichtiges Erschüttern der Form

zum Steigen gebracht und an der Oberfläche dann abgestrichen. Um dem

Boden eine Wölbung nach innen zu geben, wird irgend ein nicht zu stark

gewölbter Gegenstand (z. B. ein Schaumlöffel oder irgend ein passender

Deckel) eingefettet und auf die Form gedrückt, so daß noch etwas Gips

auf den Seiten herausquillt.

Ist der Guß -- man kann dies an dem oben herausgequollenen Gips

erkennen -- hinreichend erhärtet, so wird die Form aus dem Blumentopf

herausgenommen und umgedreht und der um den Holzstab gewundene

Faden wird an dem freien Ende herausgezogen. Dadurch wird der Stab

frei und kann auch herausgenommen werden. Nun rollt man den inneren

Papierstreifen nach innen zusammen und nimmt ihn ebenfalls heraus. Die

äußere Hülle springt nach Entfernung der Gipswülste und der Schnur von

selbst los. Runden wir noch die meist zu scharfen Kanten mit einem

Messer ab, so ist der Zylinder fertig.

Indem wir den Holzstab mit verschieden starken und langen Papierbelägen

umwickeln, können wir den Zylindern die verschiedensten Formen geben.

Die einzelnen Bestandteile der Form lassen sich wieder zusammensetzen

und von neuem gebrauchen.

[Illustration: Abb. 45. Kohlenelektrode.]

[Illustration: Abb. 46. Trockenelement (Durchschnitt).]

[Sidenote: Kohlenelektroden.]

Für Leclanché-Elemente sind die sog. Kohlebeutelelektroden der

Verwendung von Tonzellen vorzuziehen, schon deshalb, weil sie viel

einfacher herzustellen sind. Die Ansicht einer solchen Elektrode zeigt

Abb. 45, der Durchschnitt ist in Abb. 46 dargestellt. Wir besorgen uns

eine gewöhnliche Bogenlampenkohle, deren Dicke sich nach der Größe

des Elementes richten muß. Für ein Element mittlerer Größe soll sie

etwa 1,5 bis 2,0 _cm_ dick und 15 bis 20 _cm_ lang sein. Der Kohlestab

muß zu ¾ bis ⅘ seiner Länge in einem mit einem Braunsteinkohlegemisch

gefüllten Tuchbeutel stecken. Wir feilen nahe dem unteren Ende der

Kohle eine nur wenig tiefe Ringnut ein und ebenso an der Stelle, bis

zu welcher der Beutel reichen soll. Ein beiderseits offenes Säckchen

aus starkem Leinenstoff wird einerseits in die untere Nut eingebunden

und mit einem gleichteiligen Gemisch aus ziemlich fein gekörntem

Braunstein und Koks (oder Retortenkohle) gefüllt. Damit der Beutel

eine regelmäßige Form erhält, umgeben wir ihn mit einem Zylinder

aus Pappdeckel, den wir mit einer Schnur umwinden, damit er einigen

Druck aushält. Jetzt wird die Füllung unter Zugabe von Wasser mit

einem Holzstab so fest als möglich in das Säckchen hineingepreßt und

festgestampft; dann wird der obere Rand des Säckchens in die obere

Ringnut der Kohle eingebunden. Nach Entfernung des Pappzylinders wird

der Beutel noch mit Schnur befestigt, wie dies aus der Abb. 45 zu

ersehen ist. Der aus dem Beutel herausragende Teil der Kohle wird in

kochendes Paraffin getaucht und dann wird am oberen Ende die Rundung

mit der Feile etwas abgeflacht, damit eine Klemmschraube bequem

angesetzt werden kann.

[Illustration: Abb. 47. Zinkzylinder.]

[Sidenote: Das Trockenelement.]

Auch die in neuerer Zeit so sehr beliebt gewordenen Trockenelemente

kann man sich leicht selbst herstellen; sie sind ebenfalls nach

dem System von Leclanché konstruiert. An Hand der Abb. 46 sei

ihre Anfertigung erklärt: Als Behälter (_a_ in Abb. 46) für das

Trockenelement wählen wir ein Glasgefäß von passender Größe; den

Zinkmantel (siehe unten) selbst als Gefäß zu benutzen, ist nicht

empfehlenswert. Ferner fertigen wir uns aus starkem Zinkblech einen

zylindrischen Mantel mit einem Fortsatzstreifen an. Wie aus einem Stück

Blech zwei solcher Mäntel ohne Materialverlust geschnitten werden,

zeigt Abb. 47. Der Zinkmantel (_b_ in Abb. 46) soll mit 2 bis 3 _mm_

Spielraum in das Glasgefäß hineinpassen. Endlich stellen wir uns eine

Kohlebeutelelektrode (_c_) her, deren Durchmesser je nach der Größe

des Elementes 2 bis 5 _cm_ kleiner ist, als der des Zinkzylinders.

Die Füllung (_d_) besteht aus feinem, reinem Sägemehl von weichem

Holz, das 1 bis 2 Stunden in einer gesättigten Salmiaklösung gelegen

hat. Kurz vor Gebrauch wird das Sägemehl in einen Leinenbeutel

gefüllt und durch leichtes Pressen von der überschüssigen Flüssigkeit

befreit. Dann gibt man in das Glasgefäß erst eine etwa 5 _mm_ dicke

Schicht davon auf den Boden; hierauf werden der Zinkzylinder und die

Kohlenelektrode, die vorher in Salmiaklösung stand, eingesetzt und

der freie Raum zwischen diesen sowie zwischen Zink und Glas mit der

genannten Füllmasse ausgefüllt. Mit einem geeigneten Holzstab muß die

Masse recht fest zusammengestampft werden. Die dabei an die Oberfläche

tretende Flüssigkeit gießt man erst ab, wenn die Füllung beendet ist;

letztere soll die obere Fläche des Kohlebeutels noch etwa 5 _mm_ hoch

bedecken. Ist die überschüssige Flüssigkeit abgegossen, so ebnet man

die Oberfläche der Füllung, steckt zwei kleine Gummischläuchlein

(Ventilschlauch) (_e_, _e_) etwa 5 _mm_ tief hinein und gießt nicht zu

heißes Paraffin auf die Füllung direkt auf, eine 2 bis 3 _mm_ dicke

Schicht (_f_). Jetzt wird der noch freie Glasrand innen mit einem

Wattebausch sehr sorgfältig getrocknet. Die nächste Deckschicht (_g_)

besteht aus Kolophonium-Wachskitt, dem außer ziemlich viel Leinöl auch

etwas Spiritus (etwa 5 Volumenprozent) zugesetzt ist; der Kitt muß auch

nach dem Erkalten noch eine zähe, fadenziehende Masse bilden. Hiervon

wird eine 5 bis 10 _mm_ dicke Lage eingegossen, wobei der Kitt sehr

heiß sein soll. Für die oberste Schicht (_h_) verwenden wir wieder

Paraffin oder Asphalt.

Die käuflichen Trockenelemente sind meist nach Verfahren hergestellt,

die Fabrikgeheimnisse sind. Die Leistung sehr vieler dieser Fabrikate

ist sehr gut, insbesondere kommen für die kleinen Taschenlämpchen sehr

gute, kleine Batterien (meist 3 Elemente) in den Handel. Da Rudi gerade

diese kleinen Taschenlämpchen viel gebrauchte, sei hier einiges über

sie gesagt.

Die Trockenbatterien zu 3 Elementen, meist zusammen in ~einer~

Papierhülle, leisten 4 Volt und bringen ein kleines Lämpchen zum hellen

Leuchten; besonders erfreut war Rudi, als auch diese 4-Volt-Lämpchen

mit Metallfaden, statt Kohlenfaden ausgerüstet wurden, wodurch bei

gleichem Stromverbrauch mehr als die dreifache Helligkeit erzielt

wurde. Ein Brechen des feinen Metallfadens ist nicht zu befürchten, da

er zu kurz ist; sie sind also weit weniger empfindlich als die großen

Metallfadenlampen, die gegen Erschütterungen sehr empfindlich sind.

Wer einen möglichst konstanten, starken Strom gebraucht, muß sich

schon eine Batterie von Bunsen- oder Daniellelementen herstellen;

auch Chromsäurebatterien sind recht geeignet. Wer gute Gelegenheit

zum Akkumulatorenladen hat, beschafft sich natürlich eine

Akkumulatorenbatterie. Wo solche Gelegenheit fehlt und größere Kosten

nicht gescheut werden, sind die ~Kupronelemente~ entschieden am meisten

zu empfehlen.

[Sidenote: Das Bunsenelement.]

Das Bunsenelement besteht aus einem Glasgefäß, in dem ein dicker

Zinkzylinder steht; in dem Gefäß befindet sich verdünnte Schwefelsäure

(auf 10 Teile Wasser 1 Teil Schwefelsäure) und ein poröser Tonzylinder,

in dem in konzentrierter, gewöhnlicher Salpetersäure ein starker

Kohlenstab steht. Dies Element gibt 1,9 Volt.

[Illustration: Abb. 48. Das verbesserte Bunsenelement.]

[Sidenote: Das Daniellsche Element.]

Das Daniellsche Element besteht ebenfalls aus einem Glasgefäß mit

einem porösen Tonzylinder. In ersterem steht ein Kupferzylinder in

gesättigter Kupfervitriollösung, in letzterem ein starker Zinkstab oder

Zinkmantel in verdünnter Schwefelsäure oder auch Zinksulfatlösung. Die

erzeugte elektromotorische Kraft beträgt hier etwa 1,1 Volt.

[Sidenote: Verbessertes Bunsenelement.]

Die beiden obigen Elemente haben in der beschriebenen Form für uns

eigentlich mehr theoretisches als praktisches Interesse. Rudi hatte

sich eine stattliche Batterie aus abgeänderten Bunsenelementen

hergestellt, die ihm einen starken und konstanten Strom, mit dem er

auch Akkumulatoren laden konnte, lieferte. Abb. 48 zeigt ein solches

Element. Die Kohlenelektrode stellen wir aus vier flachen Kohlenplatten

her, die, ungefähr ein Viereck bildend, um die Tonzelle aufgestellt

sein sollen. Es handelt sich nun darum, die vier Kohlenplatten gut und

fest miteinander zu verbinden. Können wir Platten verwenden, deren

obere Enden, wie in Abb. 49, mit Klemmschrauben versehen sind, so

stellen wir uns aus dickem, geglühtem Kupferdraht einen Ring her, wie

ihn Abb. 51 zeigt. Durch die vier an den breitgeschlagenen Stellen

eingebohrten Löcher werden die Schraubenenden der Kohlen gesteckt und

mittels Muttern festgeschraubt.

[Illustration: Abb. 49. Kohlenplatte mit eingebrannter Polschraube.]

[Illustration: Abb. 50. Kohlenplatte mit Klemmschrauben.

_a_ Klemme zur Befestigung des Metallstreifens (für jedes Element drei

erforderlich). _b_ Klemme für denselben Zweck, jedoch gleichzeitig zum

Anschrauben des Poldrahtes (für jedes Element eine erforderlich).]

Stehen uns nur einfache Kohlenplatten zur Verfügung, so versehen wir

sie an ihrem oberen Ende mit einem Loch, durch das wir Metallschrauben

mit Muttern hindurchstecken können (Abb. 50). Durch einen entsprechend

gebogenen und mit vier Löchern versehenen Kupferblechstreifen werden

die Kohlen miteinander verbunden, wie dies in Abb. 48 deutlich zu

erkennen ist. Die oberen Enden der Kohlen müssen in kochendes Paraffin

getaucht, die Metallteile mit Asphaltlack bestrichen werden. Auf den

Boden der Tonzelle gießt man etwas Quecksilber (dies ist zwar ~nicht~

unbedingt nötig und verhindert nur rascheres Auflösen des Zinks) und

stellt einen gut amalgamierten starken Zinkstab hinein. Nun wäre das

Element noch zu füllen: Wir stellen den Tonzylinder in das Standglas

und geben zuerst eine als Depolarisator wirkende Masse auf den Boden

des Gefäßes, einige Zentimeter hoch. Die Masse besteht aus 6 Teilen

pulverisiertem, doppeltchromsauren Kali, die mit 60 Teilen Kalialaun

in einem Glas- oder Porzellangefäß unter Zugießen von 10 Teilen

konzentrierter Schwefelsäure mit einem Glasstab zusammengerührt werden.

Die dabei entstehende Masse ist teigartig und kann längere Zeit offen

aufbewahrt werden.

[Illustration: Abb. 51. Breitgeschlagener Kupfer- oder Messingdraht.]

Nun wird zuerst der Tonzylinder mit verdünnter Schwefelsäure (1 : 10)

und dann das Glasgefäß mit verdünnter Chromsäure (1 : 9) angefüllt.

Hier sind Volumteile gemeint. Diese Elemente eignen sich besonders zum

Laden von Akkumulatoren.

[Sidenote: Das Chromsäureelement.]

Wir wollen nun noch die Chromsäureelemente, die nur in Form von

sogenannten Tauchbatterien verwendet werden, kurz besprechen. Unser

Rudi war zwar ein persönlicher Feind dieser Elemente, denn er hatte

schlechte Erfahrungen damit gemacht. In der Tat erfordert eine

Chromsäurebatterie zu ihrer guten Instandhaltung mehr Arbeit und

Sorgfalt, als sie eigentlich wert ist. Jedoch ist ihre Herstellung

ziemlich einfach und billig.

[Illustration: Abb. 52. Holzgestell für Chromsäurebatterie.]

Die positive Elektrode des Elements besteht aus zwei Kohlenplatten,

zwischen denen eine starke Zinkplatte steht und die negative

Elektrode bildet. Die Chromsäurelösung wird aus 1 Gewichtsteil

doppeltchromsaurem Kali, 12 Gewichtsteilen Wasser und 2 Gewichtsteilen

Schwefelsäure hergestellt. Die Schwefelsäure gieße man, wie schon

erwähnt, unter ständigem Umrühren langsam zu. Die Elektroden müssen

so aufgehängt werden, daß sie mit einem einfachen Handgriff in die

Gläser eingetaucht und herausgezogen werden können. Wir können uns

hierfür verschieden konstruierte Holzgestelle herrichten. Abb. 52

zeigt ein solches, bei dem Kohle und Zink aus der Flüssigkeit gehoben

werden. Diese Art von Batterien ist den vielfach noch gebräuchlichen

Chromsäureflaschenelementen, wie Abb. 53 ein solches zeigt, entschieden

vorzuziehen; diese seien nur der Vollständigkeit wegen erwähnt.

[Illustration: Abb. 53. Chromsäureflaschenelement.]

Jede Batterie, die nicht in kürzester Zeit schlecht werden soll,

bedarf sorgfältiger und reinlicher Wartung. Man stelle sie deshalb

nicht an unzugänglichen Orten auf. Größere Batterien von solchen

Elementen, die Wasserstoff entwickeln (fast alle, bei denen Zink in

Schwefelsäure steht), sollen nicht in einem bewohnten Zimmer sein.

Bei den Salmiakelementen wird regelmäßig das verdunstete Wasser der

Lösung durch frisches ersetzt; die Gläser sollten stets mit Deckeln

versehen sein. Sobald sich innerhalb oder außerhalb an den Elementen

Salze gebildet haben, sind Gefäß und Elektrode gründlich davon zu

befreien, zu reinigen, einige Stunden, die Elektroden aber getrennt, in

verdünnte Salzsäure zu stellen, dann mit Wasser gründlich abzuspülen

und schließlich neu zu füllen. Die aus der Flüssigkeit herausragenden

Teile der Kohle müssen immer mit einem guten Paraffinüberzug versehen

sein; freie Teile der Zinkelektroden werden am vorteilhaftesten mit

Asphaltlack bestrichen. Verbindende Drähte sind entweder zu verlöten

oder mittels guter Klemmschrauben fest anzuschließen; mangelhafte

Verbindungsstellen bilden große Widerstände.

[Sidenote: Der Akkumulator.]

Als das beste und brauchbarste Element, das wir kennen, ist jedenfalls

der Bleiakkumulator zu bezeichnen. Eine günstige Gelegenheit, den

Akkumulator selbst zu laden oder laden zu lassen, darf wohl bei den

meisten jungen Lesern vorausgesetzt werden; für geringere Ansprüche

genügt auch eine der oben beschriebenen Batterien zum Laden der

Akkumulatoren.

[Illustration: Abb. 54. Einteilung des Werkbleistreifens in Platten.]

Die Selbstanfertigung eines guten Akkumulators ist nicht so schwierig,

als wohl manchem scheinen möchte. Ein wenig Geduld müssen wir haben;

denn ein großer Teil der Arbeit, das Ausstanzen der Löcher, ist nicht

gerade sehr unterhaltend.

Zuerst müssen wir uns klar darüber werden, wie viel Zellen mit wie viel

und wie großen Platten wir herstellen wollen. Wir nehmen einmal an, es

sollten zwei Zellen, jede zu fünf Platten angefertigt werden und jede

Platte 10 _cm_ lang und 5 _cm_ breit sein, also 50 _qcm_ Fläche haben.

In diesem Falle genügt ein 1,5 _mm_ dickes Bleiblech, da wir jede

Platte aus zwei Lagen bestehen lassen werden; bei mehr als 50 _qcm_

muß das Blei 2 _mm_ stark sein. Wir haben also zwei Zellen, jede zu

fünf Platten, die je aus zwei Lagen zusammengesetzt sind, deren jede 50

_qcm_ Fläche hat. Wir brauchen also 2 · 5 · 2 · 50 _qcm_ = 1000 _qcm_;

dabei haben wir aber die Fortsätze noch nicht in Rechnung gezogen, die

an den Platten sein müssen. Diese machen nochmals 200 _qcm_ aus, so

daß im ganzen 1200 _qcm_ erforderlich sind. Um das Material möglichst

auszunützen, kaufen wir uns einen 1 _m_ langen, 12 _cm_ breiten und 1,5

_mm_ starken Streifen von gewöhnlichem Werkblei. Dieser wird nach dem

in Abb. 54 angegebenen Muster in Doppelplatten eingeteilt, die alle mit

langen Fortsätzen versehen sind. Die beiden Hälften einer Doppelplatte

hängen bei Nr. II bis IX so zusammen, wie es Abb. 55 zeigt. Nur bei _X_

haben wir die langen Seiten gemeinsam und bei Nr. I gar keine. Nachdem

wir die Einteilung auf den Bleistreifen aufgezeichnet haben, schneiden

wir die Doppelplatten heraus (Abb. 55).

[Illustration: Abb. 55. Eine Doppelplatte.]

[Illustration: Abb. 56. Maschine zum Ausstanzen der Löcher.]

Um die wirksame Fläche der Platten zu vergrößern, müssen wir sie

mit einer großen Anzahl von Löchern versehen; wir wollen auf jeden

Quadratzentimeter Fläche ein 4 _mm_ weites Loch annehmen. Wir ritzen

gitterartig Linien auf den Doppelplatten (Abb. 55) ein, deren erste

5 _mm_ vom Rande entfernt ist, während jede folgende 1 _cm_ von der

vorhergehenden absteht, somit fünf Linien parallel zu den langen,

20 parallel zu den kurzen Seiten. In den 100 Schnittpunkten beider

Liniensysteme sind die Löcher auszustanzen, wozu wir uns eine

einfache Maschine anfertigen, die Abb. 56 im Schnitt zeigt. Auf ein

2 _cm_ starkes quadratisches Brett wird eine Eisenplatte genagelt

oder besser in das Brett eingelassen; sie enthält in ihrer Mitte ein

Loch, das 4 _mm_ weit sein und möglichst scharfe Kanten haben soll.

Außerdem verschaffen wir uns eine genau in das Loch passende, also

auch 4 _mm_ starke Eisenstange (_f_), die 7 bis 8 _cm_ lang und auf

einem Ende möglichst eben und scharfkantig abgefeilt sein muß. An

zwei gegenüberliegenden Stellen am Rande des Brettes _a_ werden zwei

2 bis 3 _cm_ dicke Holzklötzchen (_c_ und _d_) und über diese eine

3 _cm_ starke und etwa 5 _cm_ breite Leiste (_e_) aufgenagelt. In

letztere wird genau über dem Loch in der Eisenplatte eine Durchbohrung

angebracht, die so weit ist, daß die Eisenstange _f_ leicht, doch ohne

zu viel Spielraum zu haben, hindurchgeschoben werden kann. Ebenso

erhält das Brett _a_ eine sich nach unten erweiternde Fortsetzung

(_b_) des Loches in der Eisenplatte. Die Stange _f_ muß, durch die

Bohrung in _e_ gesteckt, genau auf das Loch in der Platte stoßen. Wir

legen nun die Bleiplatte so auf diesen Apparat, daß eine der durch

die Schnittpunkte der eingeritzten Linien bezeichneten Stellen genau

unter den etwas in die Höhe gehobenen Stab _f_ zu liegen kommt, auf

den nun mit dem Hammer ein kräftiger Schlag ausgeübt wird; ein kleines

Bleischeibchen fällt dann zu dem Loche _b_ heraus. Wir verschieben

nun die Bleiplatte bis zum nächsten Schnittpunkt und wiederholen die

gleiche Manipulation, und so fort, bis alle 1000 Löcher durchgestanzt

sind. Wer etwas Mühe sparen will, kann vier Doppelplatten, die dann

beim Montieren die beiden äußersten Platten in jeder Zelle bilden,

ungelocht lassen.

[Illustration: Abb. 57. Eine zusammengebogene Doppelplatte.]

Nun wird jede Doppelplatte II bis IX so zusammengebogen, daß die

beim Ausstanzen oberen Seiten nach innen kommen, jedoch ohne

einander zu berühren (Abb. 57); die Platte X läßt sich entsprechend

längs der mittleren Langseite biegen. Die beiden Platten I muß man

unter Zwischenlegen von Glasröhren einstweilen zusammenbinden.

In ein genügend weites und tiefes Glasgefäß stellen wir fünf der

zusammengebogenen Doppelplatten, durch Glasröhren voneinander getrennt,

so ein, daß die erste, dritte und fünfte ihre Fortsätze nach links

haben, die zweite und vierte nach rechts; ebenso in einem zweiten

Glas die übrigen fünf Platten. Beide betten wir in eine mit Sägemehl

angefüllte Kiste und verbinden nun die sechs Fortsätze der einen Seite

untereinander mit einem Kupferdraht, ebenso die vier Fortsätze der

anderen Seite. Die beiden Drahtenden führen wir zu zwei Klemmschrauben,

die wir an der Kiste angebracht haben, und bezeichnen das Drahtende,

das von den sechs Fortsätzen kommt, mit - (minus), das andere mit +

(plus). Nun werden die beiden Gefäße mit verdünnter Schwefelsäure --

1 Teil Schwefelsäure auf 9 Teile Wasser -- soweit angefüllt, daß die

Platten, von den Fortsätzen abgesehen, vollständig in der Flüssigkeit

stehen. Um die Platten zur weiteren Behandlung geeigneter zu machen,

werden sie geladen und zwar zuerst in umgekehrter Richtung, das

heißt der ~positive~ Pol des Ladestromes wird mit dem ~negativen~ des

Akkumulators, und der ~negative~ mit dem ~positiven~ verbunden. So läßt

man 2 Stunden lang einen 1½ Ampere starken Strom bei mindestens 5 Volt

hindurchgehen. Dann dreht man den Strom um und verbindet die positiven

Pole miteinander und ebenso die negativen und ladet nun 5 Stunden. Wir

können nun den gleichen Vorgang wiederholen, das heißt wieder 2 Stunden

verkehrt und 5 richtig laden, doch ist dies nicht unbedingt nötig. Nach

dem Laden sehen die vier positiven Platten schwarzbraun, die sechs

negativen grau aus. Sie werden nun alle aus den Gefäßen herausgenommen

und an einem Platze, wo die verdünnte Schwefelsäure nichts schaden

kann, zum Abtropfen aufgestellt. Unterdessen rühren wir in einem

irdenen oder porzellanenen Schälchen etwa 150 _g_ Mennige und in einem

anderen ebensoviel Bleiglätte mit verdünnter Schwefelsäure (1 : 10)

zu einem dicken, jedoch noch gut plastischen, nicht zu trockenen Brei

an. Dann nehmen wir eine der positiven (braunen) Doppelplatten heraus,

biegen sie auseinander, legen sie auf eine ebene Unterlage, streichen

die Löcher gut mit dem Mennigebrei aus und bedecken die Platte außerdem

noch 1 _mm_ hoch damit. Ist dies geschehen, so wird die Bleiplatte

wieder zusammengebogen, diesmal aber, ohne einen Zwischenraum darin

zu lassen; dann legt man sie zwischen zwei Bretter und beschwert

diese mit ein paar Kilogramm. Genau so wird mit den übrigen braunen

Platten verfahren und auch mit den grauen, nur daß letztere mit der

gelben Bleiglätte behandelt werden. Wer eine zarte Haut, oder gar

wunde Stellen an den Fingern hat, unterlasse es ja, das Auftragen

des mit verdünnter Schwefelsäure angerührten Breies mit den Fingern

zu besorgen, obwohl diese die besten Instrumente für solche Arbeit

sind. Man schnitze sich ein flaches Stäbchen und besorge es damit.

Wer dennoch die Hände dazu gebrauchen will, stelle eine Schüssel mit

Wasser, in das er soviel Ammoniak (Salmiakgeist) gegeben hat, daß

es stark danach riecht, neben sich und halte die Hände alle 2 bis 3

Minuten einige Sekunden hinein, oder ziehe Gummihandschuhe an. Sind

Kleidungsstücke mit Schwefelsäure bespritzt worden, so betupfe man

sie an der betreffenden Stelle reichlich mit Salmiakgeist. Nun wird

jede Platte für sich in saubere (alte) Leinwand -- man kann sich zu

diesem Zweck auch billigen Schirting kaufen, der aber vor dem Gebrauch

gewaschen werden muß -- eingehüllt und so einen Augenblick in verdünnte

Schwefelsäure getaucht; dann werden je fünf Platten aufeinander und

die beiden Stöße nebeneinander gelegt und mit etwa 50 kg beschwert. So

bleiben sie über eine Nacht; dann werden sie wieder ausgepackt und 24

Stunden in verdünnte Schwefelsäure gestellt. Endlich werden sie wieder

herausgenommen und an einem geschützten, aber nicht etwa geheizten Orte

zum Trocknen aufgestellt.

Elektrotechnisches Experimentierbuch: Eine Anleitung zur Ausführung elektrotechnischer Experimente unter Verwendung einfachster, meist selbst herzustellender Hilfsmittel · 第 5 / 24 段