PENDELFREDERECH: (murmelt böse) Aus de Bibelstunde kömmt er.
Lange ANNA: (stößt Eduard an die Schulter und quietscht höhnisch auf)
Das war der Vater von es ....
PENDELFREDERECH: (murmelt grausig).
AMADEUS: Geheult hat es, als es in die Zwangserziehungsanstalt geholt
wurd wie en Madame ihr Schoßpudel auf dem Weg zum Schlachthaus.
EDUARD: (bewegt).
Lange ANNA: Da werden se es man tüchtig durchbleuen für seine
Liebhabereien. (Kleine Pause.) Mich hätt' Ihr Bruder lieber nehmen
sollen.
PENDELFREDERECH: Dir altes Ferkel? (Eduard bewegt.) Die Kleine versteht
es feiner wie Du. Im Nachthemd spaziert es grad unterm Mond über die
Dächer. Ich lag selber auf de Lauer und schnappte nach dem Glühwürmken.
AMADEUS: (zu Eduard, wehmütig) Einmal hab ich es ja auch gesehen.
Lange ANNA: Auf mir hat es in de Herrgottsfrüh nach der Oper (zeigt auf
seinen Arm) unten an de Wupper gelegen.
AMADEUS: Ich war dem netten Dier gut.
Lange ANNA: (zeigt auf seinen Arm) Ich soll man niks de Polizisten
erzählen von de Carl, es wär sein Schatz. Hihihihi!
PENDELFREDERECH: Verlogenes Ferkel, verkrochen hast De Dir vor Carl
seine fette Faust.
Lange ANNA: Du lauerst wohl aus Dein Deckel?
(Carl und August kommen schwankend Arm in Arm aus dem Wirtshaus.
Carl sieht grenzenlos verändert aus. Seine alte Primanermütze
trägt August umgedreht auf einen Stock gespießt. Die drei
Herumtreiber lachen, Carl erblickt Eduard.)
CARL: Nen Abend, Eduard, wie geht es mein Schatz Marzebillken? Se will
mich doch heiraten. Ijo, ijo! (zu sich selbst sprechend im Ton seiner
Großmutter) Carl, hast De Deine Großmutter lieb? (Kleine Pause. Im
seligtrunkenen Ton) Ich hab Dich ja so lieb, Eduard.
AUGUST: (neidisch; er schwankt ebenfalls) Laß doch den Hungerleider
stehn, Carl, er soll sich das Haar schneiden lassen.
AMADEUS: (zu August) Zeig meine beiden Kollegen molz de heilige Eva aus
Deine Brieftäsch, Aujust. (Die Brieftasche hängt August aus der
Hosentasche.)