CARL: Darum will ich evangelischer Verkünder werden.
MARTA: Ich glaube, Sie werden furchtbar schimpfen von der Kanzel.
CARL: (sarkastisch, scherzend) Fegefeuer auf all die Sünder regnen
lassen.
MARTA: Sie stritten doch einmal mit Eduard, es gäbe keine Sünde.
CARL: Im Sinne der Natur gibt's auch keine Sünde.
MARTA: Warum wollen Sie dann strafen?
CARL: Weil ich sie nicht genießen kann. (Er wendet sich plötzlich jäh zu
Marta.)
MARTA: (erschrickt) Und schreiben so fromme Gedichte ....
CARL: Haben Sie sie übersetzen können?
MARTA: Mühsam, jedes Wort schlug ich nach.
CARL: Später sende ich Ihnen täglich Kamillensträuße. Schenken Sie mir
eine aus Ihrem Gürtel, bitte.
MARTA: Meinetwegen.
CARL: Sie paßt zu Ihnen, wie zur Amazone die Waffe.
MARTA: Und sind ebenso gefährlich.
CARL: Wenn Sie die Blättchen fragen. (Man sieht Frau Sonntag und Eduard
durch eine dichte Baumallee wandeln, der Villa zu.)
MARTA: Das tu ich schon lang nicht mehr.
CARL: Sie sind Ihrer Sache gewiß. (Er will ihre Hand küssen.) Sie
spielen mit mir, Marta?
MARTA: Wenn Sie noch einmal meine Hand berühren, schlage ich Sie.
CARL: Tun Sie das. (Marta bricht, unwillig auflachend, ein Stöckchen vom
Strauch ab, sie berührt damit Carls Hand.)
MARTA: Wehren Sie sich doch!
CARL: Wie sollte ich mich wehren, einem Fräulein gegenüber.
MARTA: Sie sind feig.
CARL: Allerdings.
MARTA: Feigling!
CARL: Sie reizen mich.
MARTA: (lacht mutwillig auf; Carl berührt mit seinem Bleistift leicht
ihre Hand; Marta lacht ihn aus, Carl schlägt.)