Ich danke Euch, liebes Tantchen, für das Wintermäntelchen, das Ihr mir
gesandt habt. Wirklich, Ihr seid zu vorsorglich, da Ihr mir Euer liebes
Geschenk jetzt geschickt habet, wo wir noch in Kleidern auf die Strasse
gehen. Ich erkenne das liebe Tantchen Rosalie sowohl in dieser
Aufmerksamkeit, als auch in der Wahl des Zeuges! Wo habt Ihr bloss einen
solch prächtigen Stoff gefunden? Hauptsächlich einen mit solchem Dessin?
Diese so grellen Rosen mit den grünen Blättern auf goldig-gelbem Grunde
sind der Gegenstand der Bewunderung aller unserer Bekannten, die uns
besonders besuchen, um Euer Geschenk zu sehen, und ich warte mit Ungeduld
auf die Kälte, um diese Pracht einzuweihen. Wir sind alle gesund, wenn wir
auch bescheiden leben und uns nirgendwo zeigen. Zu Hause macht uns Jacques
viel Spass; das ist ein sehr lustiger, lieber junger Mann, talentvoll und
arbeitsam, so dass Papa nicht genug Lob finden kann. Mütterchen gefällt es
nicht, dass er nicht zur Kirche geht und nicht fromme Gespräche liebt.
Natürlich ist das nicht gut, aber man kann diesen Fehler mit seiner Jugend
entschuldigen, um so mehr, als Jacques ein sehr bescheidener Jüngling ist:
er treibt sich nicht herum, spielt nicht und trinkt nicht. Noch einmal
danke ich Euch, liebe Tante, für den Wintermantel und bleibe
Eure Euch liebende Nichte
Claire Valmont.
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