Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine

Kein Zweifel, dieser Roman ist eine Leistung. Mit einem künstlerischen

Eifer, den man fast Ingrimm nennen möchte, werden hier Menschen

aufeinandergehetzt, wird ein Leben dargestellt, das nur in Arbeit, Kampf,

Hetzjagd, fahrig an sich gerafftem Genuß, Mißtrauen, Unrast, Feindseligkeit

besteht. Nach außen hin, da doch irgendeine Form gefunden werden muß, gibt

sich dies als eine Konkurrenz zwischen zwei Berliner Fabrikanten, einem des

älteren Systems und seinem Gegner, der ihn mit der Dampfturbine schlägt,

ihn übrigens auch zu Diebstahl, Fälschung von Papieren und ähnlichen

Existenznotwendigkeiten treibt. Wie Döblin dieses Buch, mag ein Gelehrter

sein Werk schreiben, auch nur mit dem Verstand, wohl mit innerer Teilnahme,

aber ohne Liebe, ohne Phantasie. Und trotzdem ermangelt es dieser natürlich

nicht, ebensowenig fehlt es an Geist und Erfindung.

(Die Zeit, Wien)

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