EIN STERBENDER MINISTER HINTERLÄSST DEN POLEN:

Es gibt keine Grenze, wo Deutschland an Polen stößt,

die Ströme treten ungehindert über in deutsches Land,

und der Flissak, der seine Stämme stromabwärts flößt,

hat nie erkannt,

ob es den heimischen Atem mit feindlicher Luft vertauschen

heißt, -- da ihn weiter das Wasser trägt

und hier wie dort

mit gleichem unverstandnem Wort

gluckend eine Welle über die Bretter schlägt,

und gleiche Melodie die Uferwälder rauschen.

Ich hörte an den Grenzsteinen

ein schmales Lettenmädchen lachen und weinen,

in meine Brust hinein;

vor schluchzenden Kadenzen ihrer Stimme versank der Stein --

Ich wußte: wo polnische Erde liegt,

ist sie in Streifen deutscher und russischer eingeschmiegt.

Der Strom von Erde, der um den Globus fließt,

ergießt

auch in Polen sein Gewicht.

Grenzen werden heißen, wo die Völker einander stützen --

Die besten Deutschen haben geschworen,

Polen sei noch nicht verloren;

einst werden die besten Russen Dich schützen --

Wer Dich zwang und besessen

hatte, Polen, sollst Du vergessen.

Aber, eh nicht der Stern zerfällt,

Polen, vergiß die Russen nicht,

Polen, vergiß nicht die Deutschen,

Polen, vergiß nicht die Welt!

Polnische Gedichte · 第 25 / 33 题