Johann Kasimir Landri kam von dem großväterlichen Gute.
Er fühlte noch zwischen den Schenkeln die bebenden Flanken der
silbernen Stute,
und das Wiegen, als unter den Hufen der Sand
gerieselt war; und das flüchtige Land,
Rausch der Weite seines Landes schwoll noch in seinem Blute.
Vor der Rampe der Stadtwohnung hielt der Wagen.
Ein Diener öffnete den Schlag und hat ihn eilig zugeschlagen,
und folgte bepackt. Johann Kasimir sah im Enteilen
in der Pförtnerstube, zwischen dem steifen und engen roten Mobiliar,
ein junges Stubenmädchen schmal
mit tief gesenktem kupfernem Haar
verweilen.
Er zögerte in der Mitte
der Treppe. Er behielt ein flüchtiges Bild ihrer Fessel --
hinter ihm kamen des Dieners leise zögernde Schritte --
und er wußte: oben, allein im räumigen Saal,
der eben breit zur Straße erleuchtet war,
wartete seine Mutter im Sessel.
Den Rest der Treppe hat er beklommen
langsam erstiegen. Aber das Licht
im Vestibül überflog
singend das Staunen seiner heiligen Scham.
Stürmisch lächelte sein Gesicht,
als er die gelassne Hand seiner Mutter nahm
und unters klopfende Blut seiner Lippen zog --:
»Es werden ganz neue Zeiten kommen!«