DER POLNISCHE ADLER

Noch tierisch, Wappentier, und tierisch wirst Du bleiben,

mager, unschuldig, sehnig, alterslos im Alter --

doch Menschen recken sich als Deine Wappenhalter

an beiden Seiten Dir -- Du kannst sie nicht vertreiben.

Du hörst nicht auf, aus den gesträubten Federklüngeln

der Kehle in die Falten, die Dich blutig rot umsäumen,

verdrehten Kopfs, gespaltnen Schnabels scharf hineinzuzüngeln;

Du starrst, und willst Dich immer weißer bäumen.

Vergeßt die roten nicht, die blutigen, die Falten,

die, wenn der Wind anhob, es schwellend zu verkürzen,

ums weiße Tier, erregt mit ihm, in breiten Zügen wallten:

O nur bewegter sich, und sei's verzerrt und bleich, in Reinheit

stürzen!

Regen verwusch den Adler nicht. Die Lüfte toben.

Du weißt nicht, Adler: schnelle Schritte schallen durch den Garten.

Geschärfte Blicke wenden sich nach oben

und sehn, helle geblähte menschliche Gedanken,

das rot umbrannte weiße Tier gereinigter Standarten

im großen Zug irdischen Windes schwanken.

Polnische Gedichte · 第 16 / 33 题