POLNISCHES BAROCK

Mit Wolkenwülsten steht die Stadt verrammelt.

Um Türme klammern hyazinthne Strahlen

geisternder Lichter sich. Der Mond versammelt

die Schatten, die um schwellende Dächer greifen.

Bauchige Rinnen stürzen in die Gassen, an Portalen

vorüber, deren Wölbungen ins Leere schweifen.

Der Mond geht um. Vereinzelt schlagen Uhren.

Die Schatten wichen auf die andern Straßenseiten,

schwarz hingedrückt. Leichenhafte Figuren

mit starren üppig aufgeschwellten Hüften

bäumen sich unterm Baldachin der kühnen Nacht in Lüften,

die greifbar werden und entfesselt schreiten.

So viel geschieht. Hier gibt es kein Verweilen.

Hingeschlagen zerfallen Tote in den Grüften,

und über ihren eingewachsnen Spuren

schwingt sich hier alles, in überirdischen Zeilen

hinhorchend tatenlosen Qualen

in Trotz und Fülle schwer und irdisch zu enteilen.

Polnische Gedichte · 第 15 / 33 题