122 Consolato del mare Cap. 245, s. o. Anm. 2, S. 44.

_ 123 Brunner_, D. Rechtsgesch. I, S. 273, N. 1; vgl. auch C.C.C., Art.

218. Es ist eine der populärsten Tatsachen der Rechtsgeschichte; die

Erzählung von der Gefangennahme _Harolds_ durch _Guy von Abbeville_

nach seiner Strandung an der Küste von Ponthieu und seines Loskaufes

durch Herzog _Wilhelm_ ist durch die schöne Literatur sehr bekannt

geworden.

124 Auth. Navigia Cod. 6, 2 const. 18 (Text oben Anm. 3, S. 40); das

Fehlen der Bestimmung in anderen kaiserlichen Konstitutionen im

übrigen gleichen Inhalts (Friedrichs I. vom 4. Dez. 1177, Heinrichs

VI. von 1196, Friedrichs II. für Sizilien von 1231) ist wohl

zufällig. Die zit. Auth. in Frankreich eingeführt durch Ludwig den

Zänker 1315 (_Pardessus_ V, S. 253, N. 2). Ferner Rôles d’Oléron,

Art. 45, Abs. 2 (Text oben Anm. 3, S. 40). Portug. Gesetzbuch vom

Ende des 15. Jahrh., Buch II, Tit. XXII a. E. (_Pardessus_ VI,

S. 311). Vgl. namentlich auch _Schuback_, S. 203 f. Nach dem

schwedischen Gesetz _Karls XI._ von 1667, Teil V, Kap. I

(_Pardessus_ III, S. 169) ist das Piraten gehörige Strandgut dem

König verfallen; so auch französ. Ordonnanz von 1681, Buch IV, Tit.

IX, Art. 18; letztere Bestimmung ist noch in Geltung. Den modernen

Strandungsordnungen ist die ganze Ausnahme unbekannt.

125 So in Frankreich, arrêté du Gouvernement (Kapereireglement) vom 22.

Mai 1803, Art. 51 u. 52, Gesetz vom 10. April 1825, Art. 10 u. 16;

vgl. _Pistoye_ et _Duverdy_, Traité des prises, S. 33 f.; der

Begriff der Piraterie ist in dieser Hinsicht notwendig enger als der

den Strafbestimmungen des Gesetzes von 1825 (Art. 1–4) zu Grunde

liegende (namentlich in Rücksicht auf Art. 4, Meuterei); für den

Artikeln 1–3 des Gesetzes entsprechende Fälle liegen Entscheidungen

vor, die das Schiff für gute Prise erklären (_Dalloz_, Org. maritime

946, 955). Ferner Spanien, Ordonnanz vom 20. Juni 1801, Art. 28. So

auch _Bluntschli_, § 346, 347. Vergleichbar sind die Bestimmungen

der Brüsseler Generalakte und des Quintuplevertrages über die

Zusprechung des genommenen Schiffes an das Nehmeschiff.

126 In Italien Konfiskation des Schiffes durch das Strafurteil, dann

Verkauf und Behandlung des Erlöses, als wäre es für gute Prise

erklärt, Cod. per la mar. merc., Art. 334, Abs. 3 und 228 f. In

England Kondemnation des Schiffes durch besonderes Urteil eines

Admiralty Court, Belohnung der Beteiligten nach den für die

Tätigkeit bei der Unterdrückung des Sklavenhandels geltenden Regeln,

„An Act to repeal an Act of the Sixth Year of King George the

Fourth, for encouraging the Capture or Destruction of Piratical

Ships and Vessels; and to make other Provisions in lieu thereof“,

13. u. 14 Vict. c. 26 (1850). Ähnlich amerik. Rev. Stat. s. 4296 (3.

März 1819) und 4297 (5. Aug. 1861).

127 So verlangt amerik. Rev. Stat. s. 4297 nur Bestimmung des Schiffes

zur Piraterie. Der Tatbestand der s. 4297 ist ein durchaus

selbständiger und nicht krimineller.

128 In Frankreich der Marinekriegsgerichte, franz. Gesetz von 1825, Art.

17, Code de justice militaire pour l’armée de mer vom 4. Juni 1858,

Art. 90. Desgl. in Spanien, Marinegerichtsverfassungsgesetz vom 10.

Nov. 1894, Art. 7, Nr. 14. In Österreich Zuständigkeit der

Militärgerichte bezüglich der von der Kriegsmarine eingebrachten

Seeräuber, Gesetz vom 20. Mai 1869, „betreffend den Wirkungskreis

der Militärgerichte“, § 1, Nr. 5.

129 Nach Art. 19 des Gesetzes von 1825 sind für das Verfahren gegen

„Complices“ französischer Nationalität, und wenn gegen solche und

die „Auteurs principaux“ gleichzeitig vorgegangen wird, für den

ganzen Prozeß die ordentlichen Gerichte zuständig. Nach

österreichischem Rechte kommen nicht von der Kriegsmarine

eingebrachte Seeräuber vor die ordentlichen Gerichte.

130 In den Niederlanden, zuständig der Hooge Raad der Nederlanden, Art.

93 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 18. April 1827 in der Fassung

des Gesetzes vom 26. April 1884 (zuständig für die Tatbestände der

Art. 381–385 und 388, 389 des St.G.B. von 1881).

131 S. o. Anm. 2, S. 44. In England ist die Jurisdiktion über Piraten

durch 7 u. 8 Vict. c. 2 s. 1 (1844) und 4 u. 5 Will. 4 c. 36 s. 22

(1834) den Assisen bzw. dem Central Criminal Court eröffnet, aber

die der Admiralität (jetzt Admiralty Division des High Court of

Justice) nicht formell beseitigt; s. _Blackstone-Stephen_ IV,

S. 266 f., _Harris_, Criminal Law, 10. Aufl. 1904, S. 309, _Russell_

I, S. 268 und 263, Note o a. E. („and by the Admiralty Court, thus

constituted, the offence of piracy ... may now be tried“; „thus

constituted“, d. h. zusammengesetzt nach 28 Hen. 8 c. 15, 1536,

unter Mitwirkung einer jury). In den Kolonien Zuständigkeit der

kolonialen Courts of Admiralty, Admiralty Offences (Colonial) Act,

1849 (12 u. 13 Vict. c. 96) und Colonial Courts of Admiralty Act,

1890 (53 u. 54 Vict. c. 27).

Der Tatbestand der Piraterie nach geltendem Völkerrecht · 第 25 / 38 题