20 So z. B. _Wheaton_ I, S. 142. Näheres s. u. § 6 IV, 4.

21 Bestimmungen für den Dienst an Bord von 1903, § 23, Nr. 22;

Instruktion von 1877, Nr. II.

_ 22 Bluntschli_, § 344; _Gareis_ bei _Holtzendorff_ II, S. 578, Nr. 3;

_Perels_ int. öff. Seer., S. 114; F. _v. Martens_ II, S. 239;

_Lawrence_ Principles, S. 395; _Woolsey_ Right of search, S. 17;

_Fiore_ Dir. int. codificato, § 832.

23 Es handelt sich um die Feststellung des wahren Charakters eines

piraterieverdächtigen Schiffes. Sie wird allgemein als zulässig

anerkannt; doch veranlaßt das Gespenst des „droit de visite“ zu

mancherlei Verklausulierungen, wobei die Unsicherheit des

Sprachgebrauches (droit d’enquête de pavillon, de visite, de

recherche) wohl auch zu Unklarheiten Anlaß gibt. Vgl. z. B.

_Ortolan_ I, S. 264; _Duboc_, Le droit de visite et la guerre de

course Paris 1902, S. 5; _Morse_, Journ. d. dr. int. pr. 25 (1898),

S. 825 f. Ohne alle Einschränkung _Pradier-Fodéré_, § 2500;

_Bonfils_, § 592.

24 § 23, Nr. 23; früher schon die Instruktion von 1877, Nr. IV.

Erwähnenswert ist die Vermutung _Pardessus’_ (II, S. LXXVII und

LXXVIII), wonach das Gesetz König Johanns aus dem Jahre 1201, das

_Selden_ zum Beweise des alten dominium maris Englands diente, als

Maßregel zur Bekämpfung der Piraterie zu verstehen sei.

25 Den Seeoffizier, der nach der gewöhnlichen Meinung „between duty and

damages is between the devil and the deep sea“ (_Woolsey_, Right of

search, S. 17), will _Lawrence_, Principles, S. 395 nur für „an

inexcusable mistake“ verantwortlich machen; vgl. auch

_Pradier-Fodéré_, § 2500.

_ 26 Perels_ Handb. d. deutschen öffentlichen Seerechts, 1884, S. 63;

_Negropontes_ Zuständigkeit der Staaten für die auf dem Meere

begangenen Delikte 1894, S. 16; _Ortolan_ I, S. 179; _Stoerk_ bei

_Holtzendorff_ II, S. 521 („Ihr Antreffen auf hoher See begründet

zum mindesten juristisch die Vermutung des rechtswidrigen

Verhaltens“); und besonders die Erklärung _Lord Palmerstons_ 1849,

die deutschen Kriegsschiffe würden, wenn keine bestehende

Staatsgewalt sie als unter ihrer Staatshoheit handelnd anerkenne,

wie Seeräuber behandelt werden (_Bär_, die deutsche Flotte 1848–1852

nach den Akten der Staatsarchive zu Berlin und Hannover, 1898,

S. 229).

27 Außer den in Anm. 3, S. 12 gegebenen Belegen sind etwa noch zu

nennen _Perels_ int. öff. Seer., S. 45; _Boyens-Lewis_ deutsches

Seerecht I (1897), S. 114; _Wagner_, Handb. d. Seerechts (1884),

S. 153; _Rougier_, S. 296; und die Bestimmungen der Brüsseler

Generalakte vom 2. Juli 1890 (Art. 30–41; 51: „s’il résulte de cette

enquête qu’il y a eu usurpation de pavillon, le navire arrêté

restera à la disposition du capteur“).

28 Seit dem endgültigen Verzicht Englands auf das droit d’enquête de

pavillon 1858 (s. _v. Martitz_ Arch. f. öff. R. I, S. 92, N. 46) ist

dies nicht mehr zweifelhaft. Art. 42 und 45 der Brüsseler

Generalakte lassen unter näher bezeichneten Voraussetzungen bei

Verdacht mißbräuchlicher Führung einer Flagge die Durchsuchung zu,

eine vertragsmäßige Sonderbestimmung.

29 So _Phillimore_, _Hall_, _Lawrence_ (Principles und Handbook),

_Walker_ u. a. m. Dieselbe Auffassung auch bei _Kent_ und _Twiss_,

obwohl die äußere Stellung bei ihnen eine andere ist; und bei

_Halleck_ I, S. 49, 175.

Der Tatbestand der Piraterie nach geltendem Völkerrecht · 第 16 / 38 题