Wer vermöchte das zu glauben: Ein junges Weib besucht allnächtlich den
Geliebten, der sie bestürmt, sich ihm hinzugeben, – völlig und
unwiderruflich. Er taucht sie unter in eine schwüle Flut von Liebe, –
und sie widersteht! Sie ist voll Furcht gegenüber diesem Letzten, und
sie trauert, wenn ich sie bestürme. »Schau, warum willst du das? Du
willst mich erniedrigen, du willst mich unglücklich machen. Muß es denn
sein? Du sagst, das sei der Inhalt des Lebens? Das ist nicht wahr. Denn
was wird nachher sein?« – So spricht sie. Und dies ist das Mädchen, das
bis zu seinem zwanzigsten Jahre glaubte, vom bloßen Küssen bekäme man
ein Kind. Ich kann mir nicht helfen, diese Beweisführung macht mich
krank vor Mißtrauen. Es klingt so elegisch, so unjugendlich. – Aber ich
prüfte mich genau: Ich selbst fürchte jenen Schritt. Weshalb? Der Himmel
mag es wissen.