7. März.

Wer vermöchte das zu glauben: Ein junges Weib besucht allnächtlich den

Geliebten, der sie bestürmt, sich ihm hinzugeben, – völlig und

unwiderruflich. Er taucht sie unter in eine schwüle Flut von Liebe, –

und sie widersteht! Sie ist voll Furcht gegenüber diesem Letzten, und

sie trauert, wenn ich sie bestürme. »Schau, warum willst du das? Du

willst mich erniedrigen, du willst mich unglücklich machen. Muß es denn

sein? Du sagst, das sei der Inhalt des Lebens? Das ist nicht wahr. Denn

was wird nachher sein?« – So spricht sie. Und dies ist das Mädchen, das

bis zu seinem zwanzigsten Jahre glaubte, vom bloßen Küssen bekäme man

ein Kind. Ich kann mir nicht helfen, diese Beweisführung macht mich

krank vor Mißtrauen. Es klingt so elegisch, so unjugendlich. – Aber ich

prüfte mich genau: Ich selbst fürchte jenen Schritt. Weshalb? Der Himmel

mag es wissen.

Melusine: Ein Liebesroman · 第 42 / 57 题