17. November.

Es ist spät in der Nacht. Heut hab ich es über mich gebracht, daheim zu

bleiben. Und ich bin glücklich im Bewußtsein der Einsamkeit. Die

glühenden Kohlen starren zum Ofenloch heraus. Bisweilen zucken kleine,

blaue Flämmchen hindurch. Dann werden die Ränder schwarz, und alles

versinkt zu Asche. Ich denke mir: Wieviel Schmerz ist in der Welt und

wieviel Glück, und alles versinkt zu Asche. Ein oftgedachter Gedanke.

Ich sehe hinein in die glühenden Brocken und erblicke mein

Schwarzwaldschloß, wie es sein wird, wenn die Abendröte drüber hinfliegt

und der Wind um die Parktannen streicht.

Jetzt denke ich mir: wie muß wohl das Weib beschaffen sein, das ich

lieben würde. Vor allem müßte es klein sein, zart und heiter. Es müßte

blond sein und blaue Augen haben mit dunklen Rändern um den Augapfel und

schwarzen Wimpern. (Das soll pikant sein.) Die Haare dürften schließlich

auch kastanienbraun sein, ja sogar jene bronzefarbnen, oder jene, die

aussehen wie ein schwer mit Kupfer legirtes Goldstück gefielen mir.

Gescheiter als ich dürfte sie nicht sein, wohl aber müßte sie besser als

ich sein. Sanft, nachgiebig und beständig müßte sie sein. – Es ist

nicht sehr weise, sich ein Rezept zu schreiben, bevor man weiß, woran

man erkranken wird, – als #stud. med.# sehe ich das ein.

Diese Frau Bender quält mich so sehr, ich solle Pension nehmen. Aber

wozu soll ich so viele Menschen kennen lernen?

Melusine: Ein Liebesroman · 第 15 / 57 题