Frau Bender stellte mir den Doktor Brosam im Korridor vor, und wir
gingen zusammen nach der Stadt. Welch ein Ideal von Männlichkeit:
kraftvoll, graziös, selbstbewußt. In solche Persönlichkeiten verlegt man
unwillkürlich jene Eigenschaften, die zu besitzen man ersehnt. Er muß
wegen eines Zwischenfalls ausziehn, wie ich höre: das ist schade. Wir
haben verabredet, uns im Café zu treffen. Die ganze Zeit über wohnten
wir Thür an Thür, und ich wußte nichts von ihm, als daß er den Geruch
der Weihrauchkerzen liebe und beim Studiren Bonbons kaue. Das nennt man
durchs Schlüsselloch des Nächsten Thun betrachten, und das ist
verächtlich.