Nach einem Gemälde von Professor Hans Bohrdt.]

Ein Hansetag, der jetzt einberufen wurde, sollte Hilfe bringen. Dieser

Tagung wurde die entscheidende Frage vorgelegt: „Soll ein König von

Dänemark ohne Zustimmung der Hanse herrschen?“ Inzwischen hatten die

durch Wullenweber vertriebenen lübeckischen Bürgermeister ein Urteil

des Kammergerichts herbeigeführt, in dem zum Ausdruck kam, daß die

demokratische Verfassung durch Wullenweber widerrechtlich in Lübeck

eingeführt sei und er mit der Reichsacht bedroht würde. Dies reichte

hin, um die Lübecker zur Absetzung Wullenwebers zu bewegen.

Wullenweber ging an die Weser, um dort Landsknechte zu sammeln,

er wurde jedoch vom Bischof von Bremen gefangengenommen und zu

Wolfenbüttel hingerichtet. Die Pläne Wullenwebers paßten sich nicht

den Zeitverhältnissen an, noch fügten sie sich in die Machtfaktoren

ein. Und da weder Bündnisse, noch Heer und Flotte vorbereitet waren,

mußte sein Unternehmen zugrunde gehen, und das zum Schaden des Vorortes

der Hanse, Lübeck. Die Hanse galt nichts mehr. Gustav I. von Schweden

hob kurzerhand die Vorrechte auf, Christian III. von Dänemark kümmerte

sich auch nicht mehr darum. Der Verfall schritt rasch weiter. Im Jahre

1560 gingen die Ostseeprovinzen für Deutschland verloren, indem im

Jahre 1558 Iwan II. von Rußland Narwa und Dorpat eroberte und der Hanse

die Schiffahrt nach Livland verbot; Esthland unterwarf sich Erich XIV.

von Schweden, und Kurland wurde im Jahre 1561 polnisches Lehen. --

[Illustration: Der ‚Adler‘.

Deutsche Flagge, sei gegrüsst! Friedens- und Kriegsfahrten der Hanse, Kriegs- und Friedenstaten der deutschen Marine · 第 7 / 97 题